Samstag, 10. Dezember 2022: Der erste Nobelpreis

Der schwedische Erfinder und Industrielle Alfred Nobel stiftete den bekannten Nobelpreis, der vor 121 Jahren zum ersten Mal verliehen wurde. Seitdem wird von dem Vermögen Nobels jährlich ein Preis für besondere Errungenschaften in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Friedensbemühungen vergeben. Fünf Jahre nach dem Tod Nobels gab es im Jahr 1901 die erste Preisverleihung. Für den Bereich Physik erhielt Wilhelm Conrad Röntgen damals diese Auszeichnung für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Noch heute profitieren wir von dieser bahnbrechenden Entdeckung.

Von einem noch viel bedeutenderen Preis, den ein Mensch erlangen kann, lesen wir in der Bibel in unserem Tagesvers. Dort geht es um Sportler, die im Wettkampf alles daransetzt, um den Siegerpreis zu bekommen. Aber auch dieser Preis ist genau wie der Nobelpreis vergänglich. Der Mensch kann nichts davon mitnehmen in die Ewigkeit. Paulus benutzt dies aber als Bild für einen unvergänglichen Preis, der viel wertvoller ist als alle Preise auf dieser Erde zusammen und für den man sich als Christ umso mehr einsetzen sollte, um ihn zu bekommen. Wer die gute Botschaft von Jesus Christus annimmt, dem ist ein neues Ziel gesetzt: mit Gott zu leben und einmal bei ihm anzukommen, um dann einen unvergänglichen Preis zu erlangen.

Doch um diesen Preis zu erlangen, muss man erst einmal zum Wettkampf zugelassen werden. Dazu müssen wir begreifen, dass wir selbst dazu gar nicht die Qualifikation erreichen können und deshalb von Gott mit seiner Gerechtigkeit beschenkt werden müssen. Wir können dieses Geschenk annehmen, indem wir bekennen, dass wir vor Gott schuldig sind und dankbar annehmen, dass Jesus dafür alles Nötige schon getan hat.

Uwe Harald Böhm
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Möchten Sie einen unvergänglichen Preis erhalten?
Tipp
Dann lassen Sie sich für den Wettkampf qualifizieren, indem Sie Gottes Geschenk der Rechtfertigung annehmen.
Bibellese
Römer 3,21-26

Freitag, 09. Dezember 2022: In der Weihnachtsbäckerei

Gespannt stehen wir drei Schwestern vor dem Backofen. Was hatten wir uns auf diesen Tag gefreut! Wir konnten es kaum erwarten, endlich Plätzchen zu backen. So wurde Teig um Teig geknetet und angefangen, die Plätzchen auszustechen und auf die Backbleche zu legen. Doch schon nach kurzer Zeit wurde aus dem lang ersehnten Ereignis eine widerwillige Beschäftigung. Es schien, als würde der Teig nicht weniger und die Backerei kein Ende nehmen. Wir wurden ungeduldig und der Backnachmittag konnte nicht schnell genug vorbei gehen.

Nicht nur in Kindertagen nervte ich andere mit meiner Ungeduld. Auch heute noch, in meinem täglichen Leben, muss ich lernen, ausdauernder zu sein: Warten in der Arztpraxis und an der Supermarktkasse, immer die gleichen Fragen als Lehrerin beantworten, meine Schüler ermahnen oder Geduld mit den Fehlern anderer Menschen haben: Wie oft reagiere ich so unnötig ungeduldig! In diesen Momenten erinnere ich mich gerne an unseren Tagesvers. Wie anders ist Gott! Er ist so geduldig mit mir.

Geduld ist eine wichtige Eigenschaft Gottes. Seine Langmut ist noch immer nicht erschöpft. Jeden neuen Tag wartet er darauf, dass wir Menschen, seine geliebten Geschöpfe, uns für ihn interessieren und ihn kennenlernen möchten. In der Bibel können wir zahlreiche Berichte über Gottes Geduld lesen und nur darüber staunen, wie unfassbar weitreichend sie ist.

Zum Glück sind Gottes Güte und seine Geduld noch nicht am Ende. Er wendet sich nicht von uns ab, obwohl wir ihn so oft enttäuscht haben. Nein, Gott liebt uns und wartet noch immer geduldig und mit offenen Armen – auch auf Sie!

Ann-Christin Bernack


Frage
In welchen Lebensbereichen haben Sie Geduld nötig?
Tipp
Gottes Geduld ist jeden Tag neu.
Bibellese
Psalm 103,8-18

Donnerstag, 08. Dezember 2022: Startfenster zum Mars

Heute, am 8. Dezember 2022, ist es wieder so weit. Der Mars steht in Opposition zur Sonne. Das heißt Sonne und Mars stehen sich genau gegenüber wie Sonne und Mond bei Vollmond. Der Vollmond ist jeden Monat zu sehen, weil sich der Mond um die Erde dreht, und die Erde zusammen mit dem Mond um die Sonne. Dafür braucht die Erde 365 Tage. Der Mars jedoch umkreist die Sonne in einem wesentlich größeren Abstand und braucht folglich für eine Umrundung 687 Tage, also fast doppelt so lange. Eine sogenannte Opposition kommt dann zustande, wenn die Erde auf der inneren Bahn den Mars überholt. Das geschieht etwa alle zwei Jahre, zuletzt am 13. Oktober 2020.

Um diese Nähe zur Erde auszunutzen, startete am 30. Juli 2020 eine Mars-Sonde mit dem Rover »Perseverance«, um am 18. Februar 2021 dort zu landen. Damit wurde ein sogenanntes Startfenster genutzt. Und genau aus diesem Grund ist eine bemannte Reise zum Mars mit sehr hohen Risiken verbunden. Sie kann nicht einfach abgebrochen werden. Einmal gestartet, müssten die Astronauten so lange auf dem Mars bleiben, bis Erde und Mars sich nach knapp zwei Jahren wieder annähern. Da die Marsbahn stark exzentrisch ist, wiederholen sich wirklich günstige Startfenster sogar nur im Verlauf von etwa 15 bis 17 Jahren.

Unser Tagesvers spricht auch von einem Vorgang, den man mit so einem Startfenster vergleich kann. Dieses entsteht, wenn Gott einen Menschen durch ein Bibelwort, eine Predigt oder durch eine Krankheit oder ein anderes einschneidendes Erlebnis anspricht. Dann ist für einen Menschen die Gelegenheit besonders günstig, mit Gott in Verbindung zu kommen: um fortan nicht mehr »in Opposition« zu Gott zu stehen, sondern für immer mit ihm versöhnt zu sein.

Günter Seibert
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Hat Gott Sie schon einmal auf besondere Weise angesprochen?
Tipp
Nutzen Sie so etwas als »Startfenster« zu einem Leben mit Gott!
Bibellese
Hiob 33,12-30

Mittwoch, 07. Dezember 2022: Stärker als die Samurai-Tradition

Mitsuo Fuchida (1902-1976) war Kommandeur der japanischen Fliegerstaffel beim vernichtenden Angriff auf die amerikanische Kriegsflotte in Pearl Harbor. Mehrfach entging er während des Krieges nur knapp dem Tod. Zu seiner Familie und auf seine Hühnerfarm zurückgekehrt, hatte er das Gefühl: »Das Leben hat keinen Reiz und keinen Sinn. Ich bin dem Tod so oft entkommen – aber wofür? Was bedeutete das alles?

Im Zusammenhang mit den Kriegsverbrecherprozessen suchte er Beweise, dass die Amerikaner die Kriegsgefangenen genauso brutal behandelt hatten wie die Japaner. Ein Freund erzählte ihm anstatt einer Geschichte über Missbrauch und Folter von der jungen Amerikanerin Peggy Covell. Sie hatte Kazuo und seine Mitgefangenen mit großer Freundlichkeit behandelt, obwohl japanische Soldaten ihre Eltern, die auf den Philippinen als Missionare waren, getötet hatten. Fuchida war erstaunt. Erzogen in der Samurai-Tradition, kannte er nur Rache an den Feinden. Aber diese Frau lehnte Rache ab und behandelte japanische Gefangene mit Hilfsbereitschaft und Vergebung.

Auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung erhielt Fuchida eine Broschüre mit der Lebensgeschichte von Jacob DeShazer. Dieser war in japanischer Gefangenschaft gefoltert worden und musste die Hinrichtung seiner Kameraden mit ansehen. Er fragte sich wie Fuchida, warum gerade er überlebte. DeShazer lieh sich eine Bibel und wurde Christ. Er entschied sich, den Japanern zu vergeben, und wurde Missionar in Japan. Betroffen erfuhr Fuchida so zum zweiten Mal von einem Menschen, der seinen Feinden vergeben konnte. In seiner Biografie From Pearl Harbor to Calvary (1959) beschreibt er seinen Weg zu Jesus Christus, der auch sein Herr und Retter wurde.

Gerrit Alberts
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Welcher »Tradition« folgen Sie im Umgang mit Ihren Mitmenschen?
Tipp
Schließen Sie sich der »Tradition« an, die von Gott ins Leben gerufen wurde!
Bibellese
Daniel 9,8-19

Dienstag, 06. Dezember 2022: Blindes Vertrauen

Eine alte Dame, weit über 80 Jahre alt, vergaß ihre Lesebrille, als sie sich auf den Weg zur Bank machte, um das Geld für die Weihnachtsgeschenke für ihre Enkel und Urenkel abzuheben. Dies bemerkte sie leider erst, als sie schon vor der Bank stand. Der Schalter war bereits geschlossen, und so musste sie versuchen, ohne Brille mit der ihr ohnehin unsympathischen Bedientechnik des Bankautomaten klarzukommen. Aus Angst, sich zu vertippen, wandte sie sich kurzerhand an den jungen Mann, der schon ungeduldig wartend hinter ihr stand, drückte ihm ihre Bankkarte in die Hand und bat: »Können Sie mir bitte helfen? Ich brauche 500 Euro für den Weihnachtseinkauf. Die Nummer lautet …« Man mag es dumm, naiv oder leichtsinnig nennen, seine Bankkarte samt PIN einem völlig Fremden auszuhändigen – Gott sei Dank nutzte der verdutzte Helfer die Situation nicht aus. Man könnte dies »blindes Vertrauen« nennen.

Der Glaube an Gott ist in gewisser Hinsicht ähnlich. Besonders in Situationen, in denen man gänzlich hilflos ist, bewährt sich schlichtes und unerschütterliches Gottvertrauen. Dieses Vertrauen äußert sich darin, dass man sich Gott ganz ausliefert, sich verletzlich macht und seine Schwäche eingesteht. So eine Haltung ehrt Gott, da man ihm zutraut, auch in ausweglosen Lagen eine Lösung parat zu haben.

Es kann gut sein, dass sich der fremde junge Mann, der der alten Dame half, geehrt fühlte, helfen zu dürfen. Schließlich wurde diese Begebenheit für ihn zu einem ganz besonderen Erlebnis. Eine völlig Fremde, eine hilflose alte Frau, schenkte ihm ihr ganzes Vertrauen. Auch Gott wird geehrt, wenn wir ihm vorbehaltlos vertrauen. Er wird unser Vertrauen niemals enttäuschen. Er ist eines solchen Vertrauens mehr als irgendjemand sonst würdig.

Daniela Bernhard
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Wann benötigten Sie das letzte Mal fremde Hilfe?
Tipp
Wer auf Gott vertraut, wird nicht enttäuscht.
Bibellese
Matthäus 7,7-11

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login