Montag, 15. November 2021: Leiden im Neiden

Wir haben unsere vier Kinder von Herzen lieb und täglich viel Freude an ihnen. Doch kaum hat der Tag angefangen, kommt es bei uns zu Hause zu Streitereien. Oft ist es Neid, der dafür mitverantwortlich ist. So müssen wir täglich mit unseren Kindern über ihre Herzenseinstellung reden und vor allem über ihrem Neid gegenüber ihrem Geschwisterkind. Auch wir Erwachsenen sind nicht befreit vom Neid. Neidisch schauen wir auf den schönen Garten des Nachbarn oder das teure Auto vom Chef oder hören neidisch vom Luxusurlaub unseres Bekannten. Neid ist wie ein Geschwür, das wächst und in voller Größe viel Schaden anrichten kann.
Die religiösen Führer in Israel hatten viel Ansehen und Autorität vom Volk genossen, bevor Jesus sich als Wanderprediger auf die Reise machte. Je mehr sich jedoch Jesus um die armen und kranken Menschen kümmerte, desto mehr wuchs auch seine Bekanntheit. Sein Reden war anders als das der heuchlerischen religiösen Führer. Das Amt und die Anerkennung waren alles, was sie besaßen, und dies wollten sie mit keinem anderen teilen. Ihr Neid wuchs mit dem Wachstum der Beliebtheit Jesu. Neid, der nicht vom Menschen als solcher erkannt und beiseitegelegt wird, hat schlussendlich schlimme Folgen. Er brachte die religiösen Führer dazu, Jesus heimlich in der Nacht gefangen zu nehmen und ihn vor den römischen Stadthalter Pontius Pilatus zu schleppen mit dem einen Ziel, ihn, der nichts verbrochen hatte, hinrichten zu lassen. Pilatus war das sehr wohl bewusst.
Die Hinrichtung Jesu konnte jedoch nicht verhindern, dass ein Weg geschaffen wurde, um Neid, Hass und Streit aus unseren Herzen hinwegzutun. Am Kreuz wurde der Sieg über den Neid – und alle Sünden – errungen!

Tony Keller
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Frage
Wie gehen Sie mit Neid um?
Tipp
Jesus kann ihn aus unserem Herzen vertreiben und diese stattdessen mit Liebe füllen, wenn wir ihn darum bitten.
Bibellese
1. Korinther 13,4-7

Sonntag, 14. November 2021: Die alte Truhe

Christina von Leidenhofen, 1884. So steht es eingraviert auf der alten, sorgfältig gearbeiteten Holztruhe, die seit Kurzem das Wohnzimmer meiner Eltern verschönert. Christina von Leidenhofen, das war der Name der ersten Besitzerin der Truhe. Sie heiratete im Jahr 1884 und brachte die wertvolle Truhe samt Aussteuer mit in die Ehe. Wochenlang hatte sie in mühsamer Handarbeit ihre Aussteuer genäht und sorgsam in der Truhe gestapelt: Unterwäsche, Strümpfe, Röcke, Halstücher, Schürzen, Bettwäsche, Alltags- und Festtagskleider. Außerdem eine Witwentracht, falls sie ihren Mann überleben sollte. Die Kleidung war so hochwertig, dass sie tatsächlich ein Leben lang hielt. Für uns, die wir uns ständig neue und modische Klamotten kaufen, eine ungewohnte Vorstellung.
Die junge Frau konnte nicht wissen, ob und wie lange sie die die einzelnen Kleidungsstücke benötigen würde, wie viel Freude und Leid ihr begegnen würde, ob sie die Trauerkleidung je anziehen müsste und zu wie vielen frohen Anlässen sie die Festtagstracht tragen könnte. Nur ein Kleidungsstück würde sie ganz bestimmt einmal anziehen, nämlich das Totenhemd, das ganz unten in der Truhe lag.
Genau wie unsere Vorfahren wissen wir mit Sicherheit, dass wir sterben werden, aber doch versucht unsere moderne Gesellschaft, den Gedanken daran zu verdrängen. Doch wer Jesus Christus kennt, der braucht dieses Thema nicht ängstlich auszuklammern, denn für ihn hat der Tod seinen schlimmsten Stachel verloren (1. Korinther 15,55). Er weiß, dass er nach dem Sterben im Vaterhaus, im Himmel sein darf, wo es kein Leid, keine Tränen und keine Schmerzen mehr gibt. Ich hoffe, dass auch Christina von Leidenhofen diese Gewissheit hatte.

Elisabeth Weise
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Frage
Warum klammern wir den Gedanken an unseren Tod und an das, was danach kommt, so oft aus?
Tipp
»Lehre uns zählen unsere Tage, damit wir klug werden!« (Psalm 90,12)
Bibellese
1. Korinther 15,42-58

Samstag, 13. November 2021: VIPs und Nobodys

Das zweite Buch der Bibel, das Buch Exodus, beginnt mit einer dramatischen Erzählung. Weil das Volk Israel in Ägypten wächst, will der Pharao es stark dezimieren und ordnet einen systematischen Kindermord an. Zwei Hebammen aber beweisen Rückgrat und Mut, weil sie Gott fürchten. Entschlossen stellen sie sich gegen das grausame Vorhaben des Pharaos und verhindern Schlimmeres.
Was mich an der biblischen Schilderung dieses Ereignisses fasziniert, ist, dass ausdrücklich die Namen der beiden Hebammen genannt werden, Schiphra und Pua, der Name des Pharaos dagegen unerwähnt bleibt. Der große, absolute Herrscher des größten Weltreiches der damaligen Zeit wird lediglich »König von Ägypten« genannt, zwei gottesfürchtige Hebammen dagegen werden dem Leser persönlich mit Namen vorgestellt. Bis heute, Jahrtausende später, sind die Namen dieser beiden gottesfürchtigen Frauen millionenfach gedruckt auf der ganzen Welt zu lesen.
Das ist typisch für Gottes Sicht auf diese Welt und ihre Geschichte. Während unsere Geschichtsbücher denjenigen viel Raum geben, die mit Ehrgeiz, Macht und Geld die Welt prägen, hat Gott besonders die im Blick, die ihn ehren und mit ihm leben möchten. Er kennt die, die treu auf seiner Seite stehen, auch wenn sie No-Names in der Weltgeschichte sind.
Jesus selbst erklärt seinen Jüngern, zumeist einfachen Fischern und Handwerkern in Palästina, dass sie sich darüber freuen sollten, dass ihre Namen im Himmel angeschrieben sind. Und das gilt bis heute. Jeder, der an Jesus als seinen Retter glaubt, hat ewiges Leben und damit einen Namenseintrag im himmlischen Buch des Lebens. Das ist wertvoller als jeder Eintrag in einem Geschichtsbuch und echter Grund zur Freude.

William Kaal


Frage
Wo wird Ihr Name in dreitausend Jahren zu lesen sein?
Tipp
Der Eintrag im Buch des Lebens ist unauslöschlich!
Bibellese
Lukas 10,17-24

Donnerstag, 11. November 2021: Was nun?

Seit Erschaffung unserer Erde umrundet sie wie auf einer schmalen »Straße« die Sonne. Noch nie hat sie die »Leitplanken« dieser Straße überschritten, weil sonst alles Leben erloschen, also erfroren oder verbrannt wäre. Allerdings bewegt sie sich schon mal am inneren, und dann wieder am äußeren Rand dieser »Straße«, was sich für uns als Kalt- oder als Warmzeiten bemerkbar macht.
Auf diese kosmischen Gegebenheiten haben wir Menschen keinerlei Einfluss, auch wenn das unserem Allmachtswahn schwer im Magen liegt. Darum suchen wir eifrig weiter nach »Stellschrauben«, an denen wir, von den Medienmachern angefeuert, sehr eifrig drehen können, um hinterher leider festzustellen, dass sie nichts bewirkten.
Darüber vergessen wir zwei ganz wichtige Dinge: 1. Dass der gütige Schöpfer durch die immer ernster werdenden Schwierigkeiten mit uns abtrünnigen Geschöpfen ins Gespräch kommen will, und 2., dass es Aufgaben genug gibt, die wir vernachlässigt haben, während wir uns unbedingt in Gottes Angelegenheiten mischen wollten.
Wir Menschen wurden am Anfang beauftragt, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Hätten wir das befolgt, wären weite Waldgebiete nicht zu Wüsten oder Steppen geworden. Auch mit den noch vorhandenen Ackerflächen wären wir sorgsamer umgegangen, ganz zu schweigen von den riesigen Gebieten, die radioaktiv verseucht sind.
Auch würde man in den Mägen der Wale nicht tonnenweise Plastikmüll finden, den sie bei ihrer Art der Nahrungsaufnahme schlucken müssen, und kein Mensch müsste verhungern, wenn wir auf das Wohl unserer Mitmenschen achten wollten.
Sollten wir nicht zu Gott umkehren und anfangen, gehorsam zu werden?

Hermann Grabe
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Frage
Wie stellen Sie sich den Ausgang unserer Geschichte vor?
Tipp
Noch heute ruft Gott zur Umkehr.
Bibellese
Jeremia 9,1-15

Mittwoch, 10. November 2021: Fehlermeldungen ignorieren?

Grundsätzlich könnten Tintenpatronen für den Drucker ewig halten – wenn sie nur aus Farbstoff bestünden, wäre das sogar so. Doch Tinte enthält auch Stoffe, die mit der Zeit zerfallen. Wird das Verfallsdatum der Tintenpatronen überschritten, ruinieren die zerfallenen Teile der Tinte den Druckkopf. Wenn er erst einmal kaputt ist, ist es zu spät. Doch wird der Nutzer durch diverse Fehlermeldungen rechtzeitig davor gewarnt. Immer wieder kommt der Hinweis: »Das Verfallsdatum der Tintenpatrone ist überschritten, ersetzen Sie die Tintenpatrone.« Wenn man diese Warnung in den Wind schlägt und einfach weiterdruckt, kommt irgendwann die Meldung: »Tintensystem fehlgeschlagen, drucken ist nicht möglich.« Dann ist der Drucker nicht mehr zu retten und eine Garantiegewährleistung ausgeschlossen.
Gott handelt mit uns Menschen ähnlich. Immer wieder bemüht er sich um uns. Im Buch Hiob lesen wir, dass Gott zwei- oder dreimal mit jedem Menschen redet (Hiob 33,29). Vielleicht geschieht das durch die Nachbarin, die uns jedes Jahr einen christlichen Kalender schenkt. Vielleicht hören wir Gottes Reden, wenn wir einen Gottesdienst besuchen oder durch eine Krankheit plötzlich mit existenziellen Fragen konfrontiert werden. Vielleicht haben wir auch angesichts eines prächtigen Sonnenuntergangs oder herrlichen Gipfelpanoramas das Bewusstsein gehabt, dass hinter dieser beeindruckenden Schöpfung doch ein Schöpfer stehen muss. Und nicht zuletzt redet Gott durch unser Gewissen zu uns.
Es ist dumm, wenn man die Fehlermeldungen seines Druckers ignoriert. Aber ist ist weitaus schlimmer, wenn man Gottes Reden nicht ernst nimmt. Denn noch ist Zeit, »heute« auf Gottes Stimme zu hören und auf sein Reden zu antworten.

Beatrix Weißbacher


Frage
Wo haben Sie erlebt, dass Gott zu Ihnen persönlich geredet hat?
Tipp
Ignorieren Sie Gottes Stimme nicht.
Bibellese
Hiob 33,8-33

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