Samstag, 13. März 2021: Anlaufstelle für Außenseiter

Schon der erste Blick genügte, um zu festzustellen, dass dieser Mann nicht auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs war: abgetragene Hose, schmierige Jacke, ungepflegtes Haar. Mit angeschwipster Stimme bestellte er ein Heißgetränk und setzte sich torkelnd auf einen der freien Plätze in unserem Bäckerei-Café. Meine Kollegin warf einen skeptischen Blick auf den Kunden: »Ach, der schon wieder …!« Auch ich erkannte ihn wieder. Der offensichtlich Obdachlose schlenderte immer wieder vor unserer Ladentür vorbei die Hauptstraße entlang – ein bemitleidenswerter Anblick. Gleichzeitig fühlte ich mich innerlich abgestoßen. Instinktiv will man mit so jemandem nicht gerne zu tun haben.
Als Jesus vor 2000 Jahren auf dieser Erde war und mit seinen Predigten zahlreiche Volksmengen anzog, klagten die Frommen und Feinen der damaligen Zeit: »Er gibt sich mit Zöllnern und Sündern ab!« Zöllner und Sünder, das sind auf gut Deutsch Halsabschneider und Rotlichtbetreiber! Eigentlich sollte das eine Anklage sein. Doch diese Kritiker Jesu sprachen ungewollt ein großes Lob über Jesus aus: Er war tatsächlich ein Freund derer, welche die etablierte Gesellschaft ausgrenzte. Er verbrachte Zeit mit ihnen, schätzte sie wert, war ihnen willkommen, da sie bei ihm Gehör fanden und seine unverdiente Zuwendung dankbar in Anspruch nehmen konnten. Also derart ungeliebte Leute wie dieser übel riechende, angetrunkene Mann, der den einen Morgen zu uns in die Bäckerei hereinkam.
Ist das nicht beeindruckend? Jesus liebt Menschen unabhängig von Berufsstand, Bankkonto oder Kleidermarken. Egal, wer Sie sind, wie wertvoll oder wertlos Sie sich fühlen oder für wie wertvoll oder wertlos andere Menschen Sie halten – dieser Jesus liebt auch Sie!

Jan Klein
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Frage
Wie ist Ihre spontane Reaktion, wenn Sie »sozialen Außenseitern« begegnen?
Tipp
Jesus ist so anziehend anders; es lohnt sich, ihn in der Bibel kennenzulernen.
Bibellese
Lukas 14,16-24

Freitag, 12. März 2021: Rituale

Manche mögen sie für unnütz und langweilig halten, andere lieben sie – die festen Gewohnheiten im Alltagsablauf: die kurze Morgengymnastik, die Tasse Tee mit der bestimmten Zubereitung, das ungestörte Frühstück oder das Lesen des Lokalteils der Zeitung. Die feste Reihenfolge in Abläufen bringt einen guten Rhythmus in den persönlichen Tagesablauf und hilft uns, spätere Stressmomente besser zu bewältigen.
Meinen erwachsenen Söhnen wird erst jetzt durch den Umgang mit ihren eigenen Kindern klar, wie schön und wie prägend unsere Familienrituale in ihrer Kindheit waren: Wenn sie zum Frühstück kamen, hatte ich schon den Tisch gedeckt. Meist war das wegen Beruf und Schule unsere einzige Familienmahlzeit. Alle liebten diese Zeit – mit den Gesprächen (auch schwierigen) und einer kleinen Morgenandacht. Je nach Alter unserer Kinder wurden die gelesenen Texte von meiner Frau und mir angepasst. Abwechselnd dankte jemand aus der kleinen Runde für die Speisen und betete für die bevorstehenden Herausforderungen des Tages. Wir fanden auch wichtig, Fürbitte für kranke Nachbarn, Verwandte und Freunde an Jesus zu richten. Solche Gewohnheiten geben Ruhe und Geborgenheit. Wie viele Familien hatten wir auch Abendrituale. Egal wie spät ich von der Arbeit nach Hause kam – aus den Kinderzimmern drang der Ruf: »Papa, jetzt noch die Abendgeschichte!«
Von Jesus wird berichtet, dass er die Gewohnheit hatte, morgens in aller Frühe alleine zu beten. Bevor er anderen Menschen begegnete, trat er mit Gott, seinem Vater, in Kontakt und wurde dadurch ausgerichtet und ermutigt. Das gab ihm Kraft, auch den schweren Weg bis ans Kreuz zu gehen, wo er unvorstellbares Leid erduldete und starb, um unsere Sünden zu sühnen.

Klaus Spieker


Frage
Könnte ein Morgengebet auch zu Ihrem Ritual werden?
Tipp
Eine morgendliche Stille Zeit mit Gebet und Bibellesen wird sich heilsam auf Ihr Leben auswirken.
Bibellese
Lukas 22,39-46

Donnerstag, 11. März 2021: Kein Platz mehr auf dem Friedhof

Die Lombardei in Norditalien leidet unter dem Corona-Virus, als ich dies schreibe, schon wochenlang und noch immer. Besonders betroffen ist die Stadt Bergamo, in der knapp 12 000 Personen infiziert wurden. Die Zahl der Todesopfer in den ersten zwei Wochen im März 2020 war um das Vierfache höher als im Vergleichszeitraum des Jahres 2019. Auf dem städtischen Friedhof sind die Plätze für die Särge ausgegangen. Militär-Lkw mussten diese zum Einäschern in Nachbarregionen bringen.
Anfang 2020 war der Tod noch so weit weg. Wuhan in China war praktisch unbekannt, und man hoffte, dass die Corona-Epidemie ebenso weit wegbleiben würde. Aber dann musste man sich auch in Europa und besonders in Italien dieser unausweichlichen und brutalen Realität stellen. Doch der Tod kam nicht plötzlich und unerwartet. Hätte man auf die Warnungen gehört, hätte man auf diese Situation besser reagieren können.
In der Bibel gibt es auch Warnungen in Bezug auf die Bedrohung des Todes. Schon zu Adam hatte Gott gesagt: »… aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben« (1. Mose 2,17). Adam und Eva haben aber doch davon gegessen, und somit kam der Tod als Resultat ihres Ungehorsams in die Welt und ist für alle Menschen eine traurige Realität. Doch so wie Gott vor dem Tod warnt, so gibt er auch die Verheißung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. So steht es in unserem Tagesvers. Wer an Jesus glaubt und für sich in Anspruch nimmt, dass Jesus die Strafe für die Sünde auf sich genommen hat, der erfährt Vergebung und kommt nicht in den ewigen Tod, die ewige Trennung von Gott. Der darf wissen, dass auch im Angesicht des Todes Rettung möglich ist.

Thomas Kröckertskothen
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Frage
Glauben Sie schon an Jesus Christus?
Tipp
Kommen Sie zum Leben!
Bibellese
Johannes 11,25-26

Mittwoch, 10. März 2021: Kinderglaube

Letzte Woche musste ich zum Arzt. Meine Frau hatte darauf gedrungen. Ich habe eine Glatze, und die Haut auf dem Scheitel hat sich die letzten Jahre geändert. Ist es Hautkrebs? »Aktinische Keratose« lautete die Diagnose, jedenfalls noch kein Hautkrebs. Ich war total erleichtert. Anschließend wurde mir noch der Blutdruck gemessen: 160 zu 95! Oh, der ist aber hoch! Bestimmt, weil ich beim Arzt war, oder? Zum Arzt sagte ich: »Ich habe mir diese Nacht und heute Morgen überlegt: Was, wenn ich heute mein Todesurteil hören muss?«
Mein Bankkonto gibt mir Sicherheit – aber was hilft das gegen Krankheiten? Meine Fitness gibt mir Sicherheit – was hilft das gegen einen Verkehrsunfall? Meine Familie gibt mir Sicherheit – das ist so gut und wichtig – nur, was, wenn du gerade am anderen Ende der Erde unterwegs bist? Was gibt uns Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Zuversicht, wenn um uns herum Dämme brechen? Wenn Bedrohungen sich aufbauen, Verluste erlitten werden müssen, Krisen nicht mehr bewältigt werden? Was, wenn die Politik versagt, der Verein, die Familie, und ich selbst keine Antworten mehr habe? Bin ich naiv, wenn ich Gott vertraue? Ist es dumm, an einen Unsichtbaren zu glauben, der sich in Jesus gezeigt hat?
Ich vertraue Gott, Jesus Christus. Ich will es, weil er mein Schöpfer ist. Ich vertraue auf Jesus, weil er alles durchlebt hat wie ich auch. Ich vertraue auf Jesus, weil er der Erste und der Letzte ist, der Anfang und das Ende. Ich vertraue Jesus, weil er sich noch nie revidieren musste. Sein Wort ist total zuverlässig. Ist das kindlich naiv? Vielleicht. Ich beobachte kleine Kinder, die auch einfach vertrauen und glücklich sind. Sie haben auch guten Grund dazu, denn ihre Eltern lieben sie, sehr sogar. Wie viel mehr mein GOTT!

Peter Lüling
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Frage
Wie sicher fühlen Sie sich tatsächlich?
Tipp
Der Boden ist ziemlich dünn. Schon bei der kleinsten Erschütterung bricht man ein. Gott wird Sie halten, wenn Sie sich ihm anvertrauen.
Bibellese
Psalm 57

Dienstag, 09. März 2021: Macht macht krank

Das hatte ich nicht erwartet: In einer Unterrichtsstunde fragte ich meine Schüler, wie Menschen richtig mit Macht umgehen können. Ein Schüler meinte, dass jeder Mensch, wenn er Macht bekommt, irgendwann hochmütig und vermessen wird. Eine andere Schülerin sagte, es bräuchte einen Herrscher, der moralisch unfehlbar ist. Diese Aussagen haben mich zum Staunen gebracht.
Die Schüler hatten so gute Gedanken darüber, was eine Gesellschaft bräuchte, sahen aber auch, dass der Mensch das nicht herbeiführen kann. Und das gilt nicht nur für gesellschaftliche und politische Angelegenheiten, sondern auch für alltägliche Situationen. Z. B. bemerke ich im Unterricht, dass ich nicht immer gleich gerecht in der Beurteilung von Schülerleistungen oder bei Maßnahmen für Fehlverhalten bin. Auch weiß ich genau, wie ich zu Überheblichkeit neigen würde, wenn ich immer und überall am längeren Hebel säße, wenn ich stets die Fäden in der Hand hielte. Macht macht krank.
Die Bibel erzählt, dass Jesus Christus gewaltige Macht hat, dass durch ihn das ganze Universum geschaffen wurde. Vom entferntesten Fixstern bis zur winzigsten Molekülkette hat er sich alles erdacht. Wie trat er auf, als er hier auf der Erde war? Was machte die Macht, die er hatte, mit ihm? Hier kommt die große Überraschung: »Der Sohn des Menschen«, also Jesus, kam und ließ sich nicht hochleben, wie es ihm eigentlich angemessen gewesen wäre. Nein, er nutzte seine Macht, um zu dienen – um zu heilen, zu helfen, zu trösten. Ja, sogar, um sein Leben hinzugeben als Bezahlung für den Schuldenhaufen, den wir vor Gott mit unseren ungerechten Taten und Gedanken aufhäufen. Wir kleine Menschen tun oft mächtig groß. Der erhabene Jesus machte sich mächtig klein.

Lucas Müller


Frage
Wie würden Sie mit sehr viel Macht wohl umgehen?
Tipp
Jesus machte sich freiwillig klein – das macht ihn unendlich groß.
Bibellese
Lukas 22,24-27

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