Festgottesdienst: 240 Jahre Neukematen

Die evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen wird 240 Jahre alt. Und das wollen wir mit Euch feiern.

Herzliche Einladung zum Festgottesdienst!
240 JAHRE NEUKEMATEN

Sonntag, 26.11.2023 um 9.00 Uhr
Evang. Kirche Neukematen
mit Superintendent Dr. Gerold Lehner

Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir zu einem Kirchenkaffee ein.

Und wer möchte, der kann an einem „Kirchgang zu Fuß“ teilnehmen, um den damaligen Weg unserer Vorfahren zum Gottesdienst nachzuempfinden.

Gestartet wird wie folgt:
Ort Uhrzeit Entfernung
Bahnhof Rohr 07.45 Uhr 5 Kilometer
Gemeindeamt Piberbach 07.45 Uhr 5 Kilometer

Wir freuen uns auf den Festgottesdienst und Euer Dabeisein!

Für das Presbyterium,

Susanne Hoffelner
Kuratorin

Mittwoch, 28. Januar 2026: Postkarte auf Umwegen, Lukas 15,7

Ende Januar 2025, unmittelbar vor dem Geburtstag unserer ältesten Tochter, lag ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk für sie im Briefkasten. Es war eine längst verloren geglaubte Postkarte aus Südafrika, die sie während einer Rundreise neun Monate vorher abgeschickt hatte. Wir dachten, die Karte wäre längst verloren gegangen, aber nun lag sie doch tatsächlich in unserem Briefkasten – wenn auch völlig verknickt, eingerissen und beschmiert. Sie hatte den weiten Weg von Johannesburg nach Deutschland doch noch gefunden. Gerade weil wir sie schon längst aufgegeben hatten, fühlte es sich wie ein kleines Wunder an, sie dann doch noch in den Händen zu halten.

Durch die Geschichte mit der Karte wurde ich an einen schönen Vers aus dem Lukasevangelium erinnert: »So wird auch im Himmel Freude herrschen über einen Sünder, der zu Gott umkehrt – mehr als über neunundneunzig andere, die nach Gottes Willen leben und es deshalb gar nicht nötig haben, zu ihm umzukehren.«

Die verloren geglaubte Karte löste in unserer Familie eine besonders große Freude aus, mehr als alle anderen Postkarten, die wir bis dahin bekommen hatten. Denn die Karte war verloren geglaubt und dann doch noch angekommen. Bei Gott ist es genauso: In seinen Augen ist niemand endgültig verloren. Seine Sehnsucht gilt jedem einzelnen Menschen, ganz gleich, wie zerknittert oder beschädigt vom Leben er inzwischen ist. Und wenn einer umkehrt und nach Hause findet, dann ist die Freude im Himmel unermesslich groß. Noch viel mehr, als wir über die Ankunft dieser kleinen Karte staunten, freut sich Gott über jeden, der zu ihm umkehrt, um errettet zu werden. Wie gut, dass es noch immer Gelegenheit dazu gibt!

Manuela Basista

Dienstag, 27. Januar 2026: Wir sind nicht alleingelassen, Psalm 91,1

Während der »Kleinen Eiszeit« vom 14. bis 16. Jahrhundert kam es mehr als 20-mal zur »Seegfrörne«. Das heißt, der Bodensee fror vollkommen zu. Vorher und nachher war dieses Geschehen jeweils ein »Jahrhundertereignis«.

Zur damaligen Zeit wollte einmal ein Reiter in einer eisigen Nacht durch dichtes Schneegestöber zum Bodensee reiten. Obwohl er nur wenig sehen konnte, merkte er, dass er plötzlich auf eine weite Ebene hinausritt. Und diese Ebene wollte gar kein Ende nehmen. Endlich erblickte er in der Ferne ein Licht. Er hielt darauf zu und erreichte schließlich ein Haus. Er sprang vom Pferd, und auf sein Klopfen öffnete der Hauswirt die Tür. »Wie kommt man zum Bodensee?«, fragte der Reiter. Der Hauswirt sah die Spur des Pferdes und sagte verwundert: »Zum Bodensee? Da kommen Sie doch gerade her!« Als der Reiter begriff, dass er über den See geritten war, blieb sein Herz vor Schreck stehen, und er sank tot zu Boden.

Eigentlich gleicht unser aller Leben einem solchen Ritt über den Bodensee. Nur Gottes Güte hat uns bis zu dieser Stunde vor tausend Gefahren bewahrt, denen wir vom ersten Tag unseres Erdenlebens an ausgesetzt waren, und die meisten von ihnen sind uns überhaupt nicht bewusst geworden. Manchmal macht Gott uns einige dieser Situationen bewusst, aber nicht, damit wir vor Schreck tot umfallen, sondern damit wir ihm danken und mit dem alten Liederdichter sagen: »In wie viel Not / hat doch der gnädige Gott / über dir Flügel gebreitet.«

Ja, Gott hat nicht nur vor, uns sicher über das »dünne Eis« dieser gefährlichen Welt hinüberzuleiten. Er will uns sogar bis in sein ewiges Himmelreich bringen, wenn wir unser Vertrauen auf ihn setzen und im Gehorsam auf die Worte reagieren, die er uns mit der Bibel gegeben hat.

Hermann Grabe

Montag, 26. Januar 2026: Alles auf eine Karte, 5. Mose 6,5

»Aber der ist nicht so! Der ist der Richtige!« So oder so ähnlich klangen die Worte einer Bekannten, als sie meiner Frau und mir am Frühstückstisch von ihrem neuen Freund erzählte. Der Ex hätte so vieles so falsch gemacht. Der Neue sei ganz anders. Ganz gut. Ganz perfekt. – Sie haben das sicherlich auch schon erlebt, bei anderen oder auch bei sich selbst. Die letzte Beziehung ging in die Brüche, und nach einer emotionalen Achterbahnfahrt war plötzlich ER (oder SIE) da – der neue Partner, der das genaue Gegenteil zu den lästigen Fehlern des alten sein soll. Doch wie so oft geht es im nächsten Jahr schon ab zur nächsten Runde auf der Achterbahn der Liebe …

Die Gruppe Sunrise Avenue singt in ihrem Charts-Hit Heartbreak Century zu Deutsch etwa: »Können Liebespaare überhaupt noch zusammenbleiben in diesem Jahrhundert der zerbrochenen Herzen?« Natürlich gibt es viele Gründe, warum wir in diesem Herzschmerz-Jahrhundert leben. Doch beobachte ich, wie immer und immer wieder der gleiche Fehler begangen wird: alles auf eine Karte zu setzen. Das große Glück, die große Liebe voll und ganz in einem einzigen Menschen zu suchen. Das ist natürlich die Story, die uns in der Literatur und auf der Leinwand seit vielen Jahrzehnten schmackhaft gemacht wird.

In der Bibel hingegen wird uns eine andere Lovestory erzählt: Es gibt tatsächlich den Einen, auf den wir unser ganzes Glück setzen sollen. Den wir mit ganzem Herzen lieben sollen. Doch dieser Eine ist kein Mensch, sondern unser Schöpfer. Er ist stets treu, beständig und unwandelbar. Er täuscht uns nicht. Wenn wir ihn zuerst lieben, werden sich unsere menschlichen Beziehungen in geordneten Bahnen bewegen, wie Planeten um die Sonne. Gott beendet die Achterbahnfahrt und lenkt unsere Gefühle in geordnete Bahnen. Wir setzen alles auf eine Karte: auf ihn!

Jan Klein

Sonntag, 25. Januar 2026: Nur eine Märchengestalt?, Daniel 5,23

Ein König, der ein gigantisches Festmahl gibt. Wein, Musik, Frauen … alles im Überfluss vorhanden. Belsazar fühlt sich sicher, unbesiegbar. Für ihn gelten keine Grenzen, keine Gesetze. Übermütig gibt er den Befehl, die goldenen und silbernen Gefäße herbeizuholen, die sein Großvater aus dem Tempel in Jerusalem geraubt hat. »Jehovah! Dir künd ich auf ewig Hohn – ich bin der König von Babylon!« Diese Worte legt Heinrich Heine dem gottlosen König in den Mund, nachdem er den heiligen Becher mit hastigen Zügen geleert hat. Das Ende der Geschichte ist bekannt: eine Schrift an der Wand, der Tod des Königs in derselben Nacht und der Untergang seines großen Weltreiches.

Belsazar – das kann ja nur eine Märchenfigur und keine historische Person sein. Eine bildliche Warnung, es nicht zu übertreiben. So dachten viele Bibelkritiker, zumal man wusste, dass der letzte babylonische König Nabonid und eben nicht Belsazar hieß. Doch die Kritiker verstummten, als man 1854 den sogenannten Nabonid-Zylinder fand. Die Inschrift darauf enthält ein Gebet dieses Herrschers, Gott möge seinem Sohn Belsazar ein langes Leben schenken. Weitere Funde zeigten, dass Nabonid seinem Sohn die Regentschaft überlassen hatte, während er sich im heutigen Saudi-Arabien aufhielt. Das erklärt auch, warum Belsazar im biblischen Text demjenigen, der die Schrift an der Wand deuten konnte, die dritte Position in seinem Königreich anbot: Er selbst hatte als Vertreter seines Vaters die zweite inne. Also hat die Bibel doch recht …

Im British Museum kann der Zylinder bis heute besichtigt werden, und die Trauben von Menschen um diese Vitrine zeigen, wie spannend es ist, mit eigenen Augen zu sehen, dass die Aussagen der Bibel zuverlässig sind.

Elisabeth Weise

Samstag, 24. Januar 2026: Tageslicht raubt den Zauber, Johannes 1,39

»We must not let daylight in upon the magic!«, lautet das Motto der britischen Monarchie gegenüber den Medien. »Wir dürfen den Zauber nicht ans Tageslicht kommen lassen!«

Warum das englische Königshaus dieser Devise folgt, ist klar: Keinesfalls darf der schöne Schein der Royals angekratzt werden. Der Blick hinter die Kulissen raubt der Krone den Glanz. Zu viel Wirklichkeit nimmt die Wirkung, die Realität raubt den Reiz, Schnüffeln schadet der Ausstrahlung. Daher gilt es, die Fassade zu wahren und nur arrangierte und retuschierte Hochglanzfotos freizugeben.

Der BBC-Berichterstatter und Naturforscher David Attenborough hat den Effekt noch drastischer ausgedrückt: »Wenn je ein einfaches Stammesmitglied ins Wigwam des Häuptlings hineinsieht, ist das System des Häuptlings zerstört.« Es wird unweigerlich zu Autoritätsverlust führen, wenn der einfache Krieger feststellt, dass selbst der Häuptling nur mit Wasser kocht.

Ganz anders war es jedoch nach einem Blick in den Alltag von Jesus Christus! Er zeigte ganz bewusst auch seine private Seite – z. B. den einfachen Fischern Andreas und Johannes. Diese forderte er ausdrücklich dazu auf, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: »›Kommt und seht!‹ Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte Stunde« (Johannes 1,39).

Diese Begegnung war so eindrücklich, dass das Leben der beiden Beobachter von da an eine ganz andere Richtung nahm. Auch 60 Jahre später noch, als Johannes sein Evangelium schreibt, kann er sich genau an die Tageszeit erinnern! Er weiß, wovon er redet. Er bleibt überwältigt von dem, den er mit eigenen Augen gesehen und ausgiebig im Alltagsgeschehen kennengelernt hatte (lesen Sie dazu 1. Johannes 1,1).

Andreas Fett

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