Sonntag, 25. Dezember 2022: Ein verstecktes Geschenk

In einer Dresdner Schatzkammer lag zwischen vielen wertvollen Juwelen auch eine eiserne Kanonenkugel. Sie war das Geburtstagsgeschenk ihres Verlobten für eine Prinzessin. Die ärgerte sich über den plumpen Spaß. Sie ließ die Kugel fallen und trat mit dem Fuß danach, wobei sie sich verletzte. Da sprang die Kugel auf, und eine silberne Kugel kam zum Vorschein. Auch die konnte man öffnen. Sie enthielt eine goldene Kugel, und als die Prinzessin diese öffnete, fand sie einen edelsteingeschmückten Ring. Als sie ihn genauer besah, entdeckte sie die Gravur eines Bibelverses: »Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein« (Hoheslied 2,16).

Wir wollen hoffen, dass sich die Prinzessin wenigstens ein wenig wegen ihres Kleinglaubens geschämt hat; aber viel wichtiger ist, dass wir die richtige Lehre aus der Geschichte ziehen. Der Berichterstatter sagte dazu, dass es vielen Menschen mit der Bibel genauso ginge. Auch heute noch gibt es hier und da Leute, die vielleicht Sonntag für Sonntag oder sogar täglich etwas aus der Bibel hören, ohne dass sie auch nur den geringsten Eindruck auf sie macht. Da muss erst Gottes Licht in unser Herz dringen, ehe sie »aufspringt« und etwas von ihrem wahren Wert preisgibt. Dann entdecken wir nach und nach immer wertvollere Schätze in dem Buch, das der allmächtige Gott für uns Menschen hat aufschreiben lassen.

Ausgehend von der oben erzählten Geschichte sind das ihre Schätze: Das Silber redet von dem Preis, den Gottes Sohn für unsere Befreiung aus den Ketten des Teufels bezahlte, und das Gold und die Edelsteine reden von seiner eigenen Herrlichkeit. Aber die Inschrift sagt uns, dass dieser große Gott selbst uns lieb hat. Das ist zwar völlig unverständlich; aber doch für alle Ewigkeit wahr.

Hermann Grabe
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Frage
Was bedeutet die Bibel Ihnen?
Tipp
Echtes Interesse, ihren Wert zu erproben, lässt uns Gottes Liebe und Fürsorge entdecken.
Bibellese
Psalm 119,161-168

Samstag, 24. Dezember 2022: Der »englische Gruß« in Nürnberg

Es war eine unruhige Zeit, als der Bildhauer und Schnitzer Veit Stoß von dem vermögenden Patrizier Anton Tucher aus Nürnberg den Auftrag erhielt, die Geschichte der Verkündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel (als »englischer Gruß«, also »Gruß eines Engels«, bezeichnet) in einem großen Schnitzwerk herzustellen. Als Veit Stoß sich mit dem Thema befasste, ließ es ihn nicht mehr los: Ein Engel spricht mit einem Menschen! Wie kann man das als Künstler in der aufgewühlten religiösen Atmosphäre seiner Zeit in ein Bild umsetzen?

Nachdem das Kunstwerk vollendet war und eine weit über Menschengröße hinausgehende Darstellung der Verkündigung zeigte – Maria und Gabriel waren fast 2,20 m groß -, waren die Stadtväter Nürnbergs, das 1525 die Reformation angenommen hatte, in einem ziemlichen Dilemma: Das wunderbare Kunstwerk sollte zwar in der Lorenzkirche aufgehängt werden, aber eine Anbetung der Maria musste ausgeschlossen sein. So entschied man, dass die großen Gestalten, der Erzengel Gabriel und Maria, verhüllt werden sollten. Eine wahrlich ungewöhnliche Aktion, etwas zu verhüllen, dass eigentlich stolz allen Gottesdienstbesuchern präsentiert werden sollte.

Auf unfreiwillige Weise wurde das nun zum Zeichen, worum es bei dem Geschehen rund um Jesu Geburt eigentlich geht. Alles sollte zurücktreten, ja, gar nicht wahrgenommen werden, angesichts der einzigartigen Person, die im Mittelpunkt der Gedanken Gottes im Blick auf das Heil und Erlösung für verlorene Menschen steht: Jesus Christus, Gottes Sohn. Um ihn allein geht es auch heute, wenn wir von unseren Sünden gerettet und als Kinder des Höchsten für ewig in die himmlische Herrlichkeit Gottes aufgenommen werden wollen.

Eberhard Liebald


Frage
Wie groß ist Ihnen der von Gott gesandte Erlöser?
Tipp
Tun Sie einmal alles beiseite, was Ihnen den Blick auf ihn verstellt!
Bibellese
Lukas 2,25-33

Freitag, 23. Dezember 2022: Empörend?

Freitag vor Heiligabend, 1985. Es hätte so ein friedlicher Morgen werden können, als ich den Vorstand eines großen Kreditinstitutes aufsuchte. Es galt in dieser Vor-Weihnachtswoche die Jahresumsätze zu besprechen. Anstatt meine freundliche Begrüßung zu erwidern, brummte mein Gesprächspartner übellaunig: »Mir wäre heute beim Frühstück fast ›der Draht aus der Mütze gesprungen‹, als ich Ihren christlichen Spruch zum Fest und zum Jahreswechsel in der Zeitung lesen musste! Geld und christlicher Glaube, das hat ja wohl nichts miteinander zu tun! Das ist empörend! Was haben Sie sich dabei gedacht?!«

In diesem Moment war ich innerlich erst mal »angezählt«. Eine derartige Attacke hatte ich selten erlebt. Aber sollte ich nun ausweichen oder etwa die Hilfe Gottes in meinem Leben verleugnen? Nein! Ich sprach ihn frontal an: »Das sehe ich anders! Der Glaube an Jesus Christus durchzieht mein Leben und prägt meinen Alltag – und selbstverständlich auch meinen Beruf! Christliche Werte bestimmen mein Handeln. Ich möchte nicht nur sonntags ein Christ sein.«

Wie oft wurde Jesus in seiner aktiven Zeit als Mensch auf dieser Erde angegriffen! Bedroht, beschimpft, umschmeichelt, verleumdet – er hat alles erlebt. Leider besonders oft von den Amtsfrommen jener Zeit, den Schriftgelehrten und Pharisäern. Sie vernachlässigten ihre schützende Hirtenaufgabe, weil sie nicht mutig für die Gedanken Gottes eintraten, weil sie nicht lehrten, dass die Liebe Gottes jeden Lebensbereich durchzieht. Jesus Christus dagegen sieht bis heute, wie ängstlich und haltlos wir sind, »wie Schafe, die keinen Hirten haben« (Matthäus 9,36). Jesus weiß, dass wir alle ein Fundament brauchen, einen festen Halt, der unseren Alltag durchzieht und auch unser berufliches Handeln prägt.

Klaus Spieker


Frage
Durchzieht der Glaube an Jesus Christus Ihr Leben?
Tipp
Stellen Sie sich auf die Seite Jesu, denn er hat sich auch auf Ihre Seite gestellt!
Bibellese
Johannes 9

Donnerstag, 22. Dezember 2022: Anker in der Zeit

Bei der Zeitrechnung gibt es verschiedene Ausgangspunkte, an denen sich die Menschheit orientiert. So geht z. B. die neueste wissenschaftliche Schätzung davon aus, dass das Alter der Erde bei 4,44 Milliarden Sonnenjahren liegt. Der jüdische Kalender wiederum legt den aktuellen Stand der Zeitrechnung bei 5782 Jahren, beginnend im Jahr 3761 v. Chr., fest. Ähnlich ist es bei der christlichen Zeitrechnung, hier sind wir ca. bei 6000 Jahren. Der Rhytmus von 7 Tagen, den Gott bei der Schöpfung festlegte, wird wie im Judentum auch beim christlichen Kalender als Maßstab zur Berechnung genommen. Der jüdische Tag Null richtet sich nach dem von ihnen errechnetem Schöpfungszeitpunkt, wohingegen im Christentum der Punkt Null bei Christi Geburt festgelegt wurde. Im Buddhismus und im Islam gibt es teilweise andere Zeitrechnungen als in der christlichen Welt. Dennoch ist der christliche Kalender die weltweit am meisten verbreitete Form der Zeitrechnung.

Es ist sehr beachtlich, dass bei geschichtlichen Zeitangaben auf der ganzen Welt, der Name des Sohnes Gottes in den Mund genommen oder schriftlich fixiert wird (vor oder nach Christus). Tatsächlich ist Jesus Christus der Anker in der Zeit, an dem sich die Menschheit seit seinem Kommen auf diese Erde orientiert. Das ist sicherlich kein Zufall. Er ist der Fixpunkt, an dem sich die Welt zeitlich ausrichtet. Doch tun wir es auch persönlich?

Gott machte den Anfang aller Zeiten, und er bestimmt auch, wie lange und wozu es die Zeit gibt. Und wir nutzen unsere Zeit auf dieser Erde am besten, wenn wir ihr Ende bedenken und die Tatsache, dass das Leben in der Ewigkeit davon abhängt, ob wir Jesus in der Lebenszeit hier zu unserem persönlichen Fixpunkt gemacht haben.

Gabriel Herbert
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Frage
Wie gehen Sie mit Ihrer Zeit um? Wer ist Ihr Anker in der Zeit?
Tipp
Unsere Zeit steht in Gottes Händen. Und unser ewiges Heil müssen wir in Jesus verankern.
Bibellese
Psalm 91

Mittwoch, 21. Dezember 2022: Eine außerweltliche Eigenschaft

Die Bibel hat die griechische Sprache um ein neues Wort für Liebe bereichert: Agape. Aus der Zeit vor der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes (Septuaginta, ab 250 v. Chr.) gibt es keinen sicheren Beleg für die Verwendung des Wortes in der heidnischen Literatur. In der Septuaginta scheint das Wort eine Neuschöpfung zu sein und wird 18-mal verwandt. Das Bedeutungsspektrum ist ähnlich wie beim deutschen Wort Liebe.

Im Neuen Testament jedoch bekommt das Wort einen neuen Bedeutungshorizont. Es bezeichnet neben anderen Nuancen vor allem eine Haltung der liebevollen Zuwendung, die nicht in den Eigenschaften des Geliebten, sondern in dem Liebenden seine Ursache hat. Dadurch wird der Begriff zu einer passenden Beschreibung der Liebe Gottes. Der Theologe Thielicke hat den Sachverhalt auf den Punkt gebracht: »Gott liebt uns nicht, weil wir so wertvoll wären, sondern es ist genau umgekehrt: Wir sind so wertvoll, weil Gott uns liebt.«

Diese Liebe zeigt sich an der Bereitschaft zu geben. Seinen höchsten Ausdruck fand sie darin, dass Gott seinen einzigartigen Sohn gab. Im Leben Jesu Christi wird sie deutlich, indem er auf Ablehnung und Anfeindung mit einer Fülle von Wohltaten reagierte. Sir Walter Scott erzählt, dass er einmal einen Stein nach einem streunenden Hund warf, und zwar so fest und so gezielt, dass er dem Tier damit ein Bein brach. Als Scott nun dastand und sich Vorwürfe machte, hinkte der Hund zu ihm hin und leckte die Hand, die den Stein auf ihn geschleudert hatte – eine sehr schwache Veranschaulichung der Liebe Christi. Es ist nicht erstaunlich, dass mit der Menschwerdung Gottes ein neuer Begriff für Liebe erforderlich wurde, denn so eine Liebe hatte die Welt noch nicht gesehen.

Gerrit Alberts
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Frage
Wie würden Sie Gottes Liebe beschreiben?
Tipp
Gott liebt uns nicht, weil wir so wertvoll sind, sondern wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt.
Bibellese
1. Johannes 4,7-21

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