Donnerstag, 12. Mai 2022: I feel good (2)

Gestern haben wir festgestellt, dass das Wort vieler Menschen nichts mehr zählt. Wenn es zu anstrengend ist oder zu viel kostet, ändern sie ihre Meinung einfach. Dass es auch anders geht, hat – wie kein anderer – Jesus bewiesen.

Wie weit wäre Jesus eigentlich gekommen, wenn er so eine »Feel-good«-Einstellung gehabt hätte? Hätte er diesen Planeten dann überhaupt betreten? Und wenn, wo hätte er seine Mission abgebrochen, weil es zu viel kostete? Als er nach 40 Tagen Fasten vom Satan versucht wurde? Als seine Jünger darüber sprachen, wer der Größte von ihnen sei, während Jesus von seinem bevorstehenden Tod redete? Bei seiner Gefangennahme? Als sie ihm, dem ewigen allmächtigen Gott, ins Gesicht spuckten und ihn verhöhnten? Als sie ihm Nägel durch die Handgelenke und Fersenbeine trieben?

Jesus kannte die Kosten seiner Mission, bevor er auf die Erde kam. Ja, er kannte die Kosten, bevor er diese Erde und uns Menschen schuf. Er ist trotzdem gekommen und hat es durchgezogen. Er ging geradewegs nach Jerusalem, um dort an diesem Kreuz von Golgatha als Stellvertreter für uns Menschen zu sterben. Das hat sich nicht gut angefühlt. Jesus hatte zuvor unglaubliche Gebetskämpfe im Garten Gethsemane. Im Wissen, dass er die Last der Sünden tragen würde, war er zu Tode geängstigt und sprach: »Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst« (Matthäus 26,39). Es war nur der Gehorsam gegenüber seinem Vater und die Liebe zu Ihnen und mir, die Jesus an dieses Kreuz gebracht haben. In ihm ist das Ja geschehen, in ihm sind alle Zusagen Gottes bestätigt. Vergebung und ewiges Leben sind für jeden Menschen möglich, weil Jesus es durchgezogen hat.

Stefan Hasewend
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Frage
Was ist Ihre Antwort auf diese Liebestat von Jesus?
Tipp
Würde es einen anderen Weg zu Gott geben, hätte Jesus das alles nicht gemacht.
Bibellese
Matthäus 26,36-46

Mittwoch, 11. Mai 2022: I feel good (1)

15 Minuten vor dem geplanten Treffen kommt die WhatsApp-Nachricht: »Komme doch nicht, sorry!« Das haben Sie vielleicht auch schon erlebt – oder sogar selbst so getan. Es ist in unserer »flexiblen« Zeit salonfähig geworden, seine Meinung kurzfristig zu ändern: Wenn es mir doch nicht ganz hineinpasst, wenn es doch zu aufwendig oder mühsam ist, sage ich einfach kurzerhand ab. Das muss der andere doch verstehen, oder?!?

Diese »Feel-good«-Mentalität findet sich auch in vielen Beziehungen: Solange es sich gut anfühlt, passt es, andernfalls wird der Partner eben gewechselt. Man kämpft nicht mehr für eine Beziehung und arbeitet daran, sondern trennt sich einfach, wenn Probleme auftauchen. Wenn es sich gerade nicht gut anfühlt, dann kann es doch nicht richtig sein, oder?!? Aus dem »Ich will mein Leben mit dir verbringen« ist schnell ein »Wir haben uns einfach auseinandergelebt« geworden. Was zurückbleibt, sind gebrochene Herzen und die immer wiederkehrende Erfahrung, dass man sich auf nichts verlassen kann. Immer mehr Menschen werden in der Folge beziehungsunfähig. Einsamkeit ist die neue Volkskrankheit.

In der Bibel findet sich gegen diese »Seuche der Unverbindlichkeit« ein fast 2000 Jahre altes, aber höchst wirksames Rezept: »Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein.« Wir sollen also wohlüberlegte Entscheidungen treffen und dann zu unserem Wort stehen. Wie viel Kummer und Leid würden wir uns ersparen, wenn wir diesen einfachen Grundsatz beherzigen würden! Fangen wir doch wieder an, Menschen mit Rückgrat zu sein; Menschen, auf die man sich verlassen kann; Menschen, deren Wort zählt und die zu ihren Entscheidungen stehen – auch wenn es etwas kostet oder Nachteile mit sich bringt!

Stefan Hasewend
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Frage
Was ist Ihr Wort wert?
Tipp
Treue ist eine aussterbende, aber wunderbare Tugend.
Bibellese
Psalm 89

Dienstag, 10. Mai 2022: Ohne Wurzel kein Leben

Letztens habe ich einen schönen Frühlingsstrauß Tulpen geschenkt bekommen. Ich stellte ihn in eine Vase mit Wasser und Mineralstoffen. Einige Tage waren die Tulpen wunderschön und wuchsen sogar. Dann aber fingen sie an, ihre Blüten abzuwerfen und zum Schluss waren sie komplett abgestorben. Sie hatten zwar eine Zeit lang genügend Wasser und Nährstoffe, jedoch keine Wurzel. Ohne Wurzel aber konnten sie nicht weiterleben.

Ist es nicht ähnlich mit uns Menschen? Gott hat uns erschaffen, er ist unsere Wurzel. Die ersten Menschen, Adam und Eva, haben sich aber von Gott getrennt, da sie das einzige Gebot, das Gott ihnen gab, nicht gehalten haben. Sie haben trotz Gottes Warnung von der verbotenen Frucht gegessen. Seither leben wir Menschen auf dieser Erde, als ob Gott gar nicht existieren würde. Losgelöst von ihm gestalten wir unser Leben ohne Wurzel und leben, wie wir wollen. Wir essen, trinken, wachsen, arbeiten, bauen Häuser, gründen Familien, vermehren unseren Reichtum. Manche von uns machen sogar außergewöhnliche Karrieren und werden berühmt. Schließlich aber werden wir alle – ohne Wurzel – sterben müssen, so wie die Tulpen.

Meine Tulpen hatten keine Chance, sich wieder mit ihrer Wurzel zu verbinden. Doch wir Menschen haben eine Möglichkeit, an unserer Wurzel – Gott – wieder anzuwachsen. Jesus kann uns mit unserem Schöpfer verbinden. Er ist gestorben und auferstanden, damit wir nicht sterben müssen. Wenn wir ihn als Herrn aufnehmen und an ihn glauben, werden wir wieder mit unserer Wurzel verbunden und nach unserem Tod ewig bei Gott leben. Unsere einzige Aufgabe ist dann, mit ihm verbunden zu bleiben, damit wir weiterwachsen und gute Früchte bringen können.

Beatrix Weißbacher


Frage
Möchten Sie ewiges Leben haben?
Tipp
Verbinden Sie sich mit Ihrer Wurzel durch den Herrn Jesus.
Bibellese
1. Timotheus 2,1-7

Montag, 09. Mai 2022: Privileg »EU-Pass«

Der Schweizer Anwalt Christian Kälin gilt als der »Passport King«. Er vermittelt reichen Asiaten und Arabern die EU-Staatsbürgerschaft – gegen Bezahlung. Oligarchen und Ölscheichs können sich z. B. in Malta für sehr viel Geld eine EU-Staatsbürgerschaft kaufen. Ein blühendes Geschäft!

Den priveligierten Pass lassen sich die Superreichen bis zu 900.000 Euro kosten. Als man den Schweizer Anwalt fragte, ob er dabei keine Skrupel habe, sagte er: »Wieso? Das ist doch schon in der Bibel belegt. Wer genug zahlte, konnte Römer werden.«

Tatsache! Das steht in Apostelgeschichte 22: Paulus soll in Jerusalem gefoltert werden. Im letzten Moment erwähnt er dem Auspeitscher gegenüber: »Ist es euch erlaubt, einen Menschen, der Römer ist, zu geißeln, und noch dazu ohne ordentliches Gerichtsverfahren?«

Das wird dem Vollzugsbeamten zu heiß. Deshalb vergewissert er sich bei seinem Vorgesetzten: »Was sollen wir tun? Der Häftling ist angeblich römischer Bürger.« Da erschrickt der Kommandant und erkundigt sich persönlich bei Paulus: »Bist du wirklich römischer Bürger?« – »Ja«, antwortet Paulus ruhig. – »Wie das? Mich hat es eine Menge Geld gekostet, das Bürgerrecht zu erwerben«, sagt daraufhin der Beamte. Paulus erwidert umgehend: »Ich besitze mein Bürgerrecht durch Geburt!«

Es gibt ein sehr viel größeres Privileg, als damals ein Römer oder heute ein EU-Bürger zu sein: Es ist das »Bürgerrecht«, das Anrecht auf den Himmel. Doch den »Eintritts-Pass« kann man sich für kein Geld der Welt kaufen. In den Genuss dieses Vorrechts – der Himmelsbürgerschaft – kommt man nur durch eine neue Geburt! Lesen Sie in Johannes, Kapitel 3, nach, wie das geht.

Andreas Fett
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Frage
Erwarten Sie den Retter, der aus dem Himmel kommen wird?
Tipp
Nur der, der vom Himmel kam, kann uns auch in den Himmel bringen.
Bibellese
Johannes 3,1-18

Sonntag, 08. Mai 2022: Nie dafür gedankt?

Warme Dankbarkeit schwang in der Stimme des alten Mannes, während er von seiner Mutter erzählte. Es war in der schrecklichen Zeit des Zweiten Weltkrieges gewesen, als die feindlichen Bomber ihre todbringende Fracht über deutschen Städten abwarfen. Der alte Mann war damals ein kleiner Junge, der nicht verstand, was um ihn herum geschah.

»Immer, wenn es nachts Fliegeralarm gab, hat meine Mutter mich schlafend in den Luftschutzkeller getragen, eingepackt in eine warme Decke. Dort im Keller stand eine Liege, auf der ich einfach weitergeschlafen habe. Manchmal tat Mutter das mehrmals in einer Nacht. Und ich habe von ihren ganzen Sorgen, der Lebensgefahr, in der wir alle schwebten, und von ihrer ständigen Müdigkeit nichts mitbekommen. Ich habe einfach nur selig geschlafen.« Unbekümmert und ruhig in dem Wissen, dass die Mutter da war und sich um alles kümmerte.

Uns Menschenkindern geht es eigentlich doch auch wie diesem Jungen. Wir sind von mehr Gefahren umgeben, als wir ahnen. Doch es gibt einen himmlischen Vater, der über unser Leben wacht und viele brenzlige Situationen zum Guten lenkt. Haben wir nicht schon oft seine Bewahrung gespürt und gemerkt, dass wir das Gute in unserem Leben nicht einfach nur dem Zufall verdanken, sondern dass da ein gnädiger Gott seine Hand im Spiel hatte?

Die Mutter des kleinen Jungen wäre sicher sehr enttäuscht gewesen, wenn er, als er älter wurde, ihr nie ihren Einsatz und ihre Mühe gedankt hätte. Doch wie oft gehen wir genauso mit Gott um, wenn wir seine Bewahrung einfach für selbstverständlich nehmen und ihm noch nicht einmal dafür danken. Doch jeder Mensch wird sich einmal dafür rechtfertigen müssen.

Elisabeth Weise
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Frage
Wann haben Sie das letzte Mal Bewahrung und Schutz erlebt? Haben Sie Gott dafür gedankt?
Tipp
In wie viel Not / hat nicht der gnädige Gott / über dir Flügel gebreitet!
Bibellese
Markus 4,35-41

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