Montag, 04. Oktober 2021: Für die Vergebung der Sünden

In der gestrigen Andacht haben wir uns bewusst gemacht, dass Gott der Geber aller guten Gaben ist. Und wer nähme nicht gerne gute Gaben an? Etwas schwerer verdaulich ist es jedoch, wenn uns die Bibel ausrichten lässt, dass uns Gott seine Vergebung als Geschenk anbietet. Denn: Haben wir etwa Vergebung nötig? Wir benehmen uns doch nach bestem Wissen und Gewissen! Wir haben noch nie jemanden ermordet, bei McDonald’s nehmen wir nicht mehr Servietten, als wir wirklich benötigen, verbrauchte Batterien werfen wir nicht einfach in den Hausmüll …
Aber klar ist natürlich, dass das reine Enthalten von schlechten Handlungen in der Bibel kein ausreichender Maßstab ist, um vor Gott als gerechter Mensch zu stehen. Natürlich fordert z. B. Psalm 34,15 dazu auf, das Böse zu unterlassen, aber auf der anderen Seite eben auch das Gute zu tun. Und wenn ich mir dann die durch die Bibel gesetzte Messlatte bewusst mache: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«, … spätestens dann wird mir klar, dass ich weit unter dem bleibe, was ich eigentlich sein sollte, denn von Natur aus kreist der Mensch nun mal vorwiegend in seinem eigenen »Mikrokosmos«. Oft genug besteht also meine »Zielverfehlung« darin, dass ich das Gute leider aus Bequemlichkeit oder Gedankenlosigkeit unterlasse.
Doch dem, der seine Defizite anerkennt und sie aufrichtig bekennt, dem sagt Gott zu, dass er sie ins tiefste Meer wirft (Micha 7,19) bzw. dass er sie so weit entfernt, wie der Osten vom Westen entfernt ist (siehe Tagesvers), was symbolisch für eine unüberwindbare Entfernung steht. Und wenn ich ins Neue Testament schaue, dann sehe ich, dass diese Vergebung möglich ist, weil Jesus Christus aus Liebe zu mir am Kreuz das Gericht auf sich nahm, das ich eigentlich verdient hatte.

Stefan Nietzke


Frage
Welche Dinge fallen Ihnen ein, die Sie hätten tun sollen, aber unterlassen haben?
Tipp
Gott rechnet uns das Gute seines Sohnes zu, wenn wir ihn um Vergebung bitten.
Bibellese
Psalm 34

Sonntag, 03. Oktober 2021: Dankbarkeit für das Gute

Wir Menschen stehen immer wieder in Gefahr, uns auf das Negative in unverhältnismäßiger Weise zu fokussieren. Da ist z.B. ein Hausdach, alle Dachziegel sind perfekt angeordnet … Aber an dem einen Exemplar, das so ein bisschen aus der Reihe tanzt, an dem bleibt der Blick hängen! Auch unser Gedächtnis ist geneigt, negative Erinnerungen, die uns herunterziehen, immer wieder hervorzuholen – selbst, wenn sie schon Jahrzehnte zurückliegen. Aber in dem Tagesvers heißt es: Vergiss nicht die Wohltaten, d. h., vergiss nicht das Gute, das du in deinem Leben erfahren hast!
Wie gut würde es unserer Laune tun, wenn wir unsere Gedankenwelt von Zeit zu Zeit »entrümpeln«, z. B. einen Haken hinter manch ein Erlebnis machen, das uns sowieso nur herunterzieht. Und wenn wir uns stattdessen das viele Gute bewusst machen, das wir im Alltag nur zu oft als selbstverständlich durchgehen lassen.
Unsere Tische sind gedeckt; wir brauchen nicht kalkulieren, ob wir uns noch ein Brot leisten können. Wir zählen höchstens die Kalorien, damit unsere Waage nicht wieder einen Schreck bekommt. Wir haben Menschenrechte und Menschenwürde, wir haben Kleidung für die unterschiedlichsten Temperaturen. Und wir haben ein Gesundheitssystem in Deutschland, das sich die allermeisten Länder der Erde nur wünschen können … Aber wenn einem so viel Gutes widerfährt, bei wem kann man sich dann eigentlich bedanken?
Nun, wir kennen ja diese Redensart: Alles Gute kommt von oben. Dies ist eine Kurzfassung von Jakobus 1,17. Dort heißt es: »Alles Gute kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.« Wenn das nicht ein Grund ist, um begeistert von Gott zu sein und ihm von Herzen zu danken!

Stefan Nietzke


Frage
Für welche Dinge könnten sie heute dankbar sein?
Tipp
Der Dankbare ist ein fröhlicher Mensch.
Bibellese
Psalm 103

Samstag, 02. Oktober 2021: Hingerichtet, aber gerettet

Gestern vor 75 Jahren wurde der Nürnberger Prozess, in dem 24 Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagt waren, abgeschlossen. Vor der Urteilsverkündung durften die Angeklagten ein öffentliches Schlusswort sprechen. Hans Frank, ehemals höchster Jurist im Dritten Reich, bekannte: »Wir haben am Anfang unseres Weges nicht geahnt, dass die Abwendung von Gott solche verderblichen, tödlichen Folgen haben könnte, und dass wir gezwungenermaßen immer tiefer in Schuld verstrickt werden könnten. … Ich bitte unser Volk, dass es nicht verharrt in dieser Entwicklung und nicht weiterschreitet in dieser Richtung, auch nicht einen Schritt. Denn Hitlers Weg war der vermessene Weg ohne Gott, der Weg der Abwendung von Christus.«
Auch Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel und Fritz Sauckel erlebten im Verlauf des Prozesses eine Sinnesänderung. Sauckel betete oft laut: »Gott, sei mir Sünder gnädig!« Diese drei baten noch, vor ihrer Hinrichtung das Abendmahl feiern zu dürfen. Der Gefängnisseelsorger, Henry Gerecke, berichtete: »Gott hatte während der ganzen Zeit ihre Herzen gewandelt, und jetzt, da sie alles Irdische, ja, selbst ihr Leben verlieren sollten, konnten sie das Versprechen annehmen, dass Gott reuigen Sündern durch Jesu Opfertod vergeben hatte, und glauben, dass Jesus ihre sündenbelasteten Seelen von ihrer Schuld befreien würde.«
Diesen Verurteilten erging es wie dem Räuber, der mit Jesus hingerichtet wurde. Im Verlauf der Kreuzigung änderte er seine spottende Haltung, bekannte seine Schuld und befahl sich Christus als Retter an. Jesus Christus vergab ihm seine Sünden und versprach ihm: »Heute wirst du mit mir im Paradies sein« (Lukas 23,43).

Thomas Pommer


Frage
Auf was setzen Sie Ihr Vertrauen, wenn Sie einmal vor Gott stehen werden?
Tipp
Jesus Christus wird auch übermäßig sündenbelastete Seelen von ihrer Schuld befreien, wenn sie aufrichtig bereuen.
Bibellese
Lukas 23,26-43

Freitag, 01. Oktober 2021: Bitte recht freundlich!

Heute ist der Tag des Lächelns. Dieser Tag will uns daran erinnern, dass ein Lächeln die Kommunikation fördert und eine freundliche Atmosphäre schafft. Mit einem Lächeln öffnet sich der Zugang zu einer Person viel leichter. Wenn einem eine Autofahrerin die Vorfahrt nimmt und einem dann freundlich winkend zulächelt, dann ist auf einmal alles nur noch halb so schlimm.
Lächeln ist Ausdruck der Zuwendung, der Offenheit und auch der Fröhlichkeit. Nicht umsonst ist Lächeln mit das Erste, was Babys lernen. Sie haben es ihrer Mutter abgeschaut, die sie ja auch fröhlich anlächelt. Ja, Lächeln ist eine schöne Geste, die das Miteinander fördert. In manchen Ländern, wie z. B. Thailand, gehört Lächeln ganz fest zur Kultur. Es wird immer gelächelt, egal, wie peinlich die Situation auch sein mag. Über Schwierigkeiten wird einfach »hinweggelächelt«.
Nun ist einem allerdings nicht immer zum Lächeln zumute. Und sich zu einem Lächeln zwingen, um dann über alles hinwegzulächeln, ist schließlich auch keine Lösung. Viel besser wäre es doch, wenn ich in meiner Grundhaltung viel fröhlicher und offener anderen Menschen gegenüber wäre. Mürrisch und ärgerlich sein kommt doch meist aus der Unzufriedenheit mit mir selbst und meinen Umständen. Hier kann uns die Bibel und damit Gott selbst weiterhelfen. Sie sagt uns, dass Gott uns trotz unserer Schwächen und Fehler liebt. Wenn wir uns an ihn wenden und unsere Schuld bekennen, so vergibt er uns und nimmt uns von Herzen an. Wer so Vergebung und Annahme erfährt, der wird strahlen, wie es der Tagesvers sagt.
Wer sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst ist und sich trotzdem von Gott angenommen und geliebt weiß, der kann anderen Menschen viel entspannter begegnen und ihnen mit einem Lächeln Freude machen.

Bernhard Volkmann
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Frage
Wird bei Ihnen durch die eigene Unzufriedenheit der Kontakt mit anderen auch schon mal schwierig?
Tipp
Gott will uns mit sich und uns selbst ins Reine bringen. Lassen Sie sich darauf ein!
Bibellese
Psalm 34

Donnerstag, 30. September 2021: Aufopfernde Liebe

Die Liebe zu Kindern ist irgendwie anders als zum Ehepartner. Die Liebe zu Kindern ist selbstlos, uneigennützig, total hingegeben. Sie überwindet Trotzphasen, schlaflose Nächte und Schulängste. Wir stehen immer auf, wenn sie weinen, wir trösten, helfen, sind einfühlsam und barmherzig. Nichts, gar nichts an Gutem würden wir ihnen vorenthalten, weil wir lieben. Und wenn sie Wege gehen, von denen wir wissen, dass sie schädlich sind, warten wir jeden Abend bis in die Nacht hinein, um unsere Kinder noch zu begrüßen. Wie geben sie nicht auf, gerade dann nicht, wenn sie uns den Rücken zukehren.
Gottes Liebe ist noch viel größer, und unsere Liebe als Vater oder Mutter ist nur ein schwaches Abbild seiner göttlichen Liebe. Niemals würde Gott uns loslassen, einfach laufen lassen, aufgeben! Gott kann warten, wenn seine Kinder ihm den Rücken kehren, nicht antworten, nicht zurückrufen, nicht reagieren. Er wartet lange, bis wir endlich zurückkommen! Gott geht dem Verlorenen nach, bis er es findet. Bis wir endlich sagen: Es tut mir leid! – Aber er wartet schon lange, voller Geduld, voller Liebe!
Gott lässt seine Menschen manchmal Wege gehen, die schmerzhaft sind, damit wir endlich verstehen, wie gut und weise und segensreich seine Anordnungen sind. Manchmal hört Gott nur schweigend zu, weil er uns schon alles gesagt hat. Es schmerzt Gott, wenn wir meinen, es besser zu wissen als er. Alle seine Gedanken mit uns Menschen sind Liebe. Er überwindet in seiner Liebe unseren Hass, unsere Gleichgültigkeit, unsere Ignoranz ihm gegenüber. Wie macht er das? Indem er alles investiert, wirklich alles, damit wir endlich verstehen, wie sein Herz ist: Er opferte seinen einzigen, geliebten Sohn, Jesus Christus, damit wir endlich zu ihm kommen!

Peter Lüling
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Frage
Wie würden Sie Gottes Liebe beschreiben?
Tipp
Die Liebe wird erst dann richtig spürbar, wenn man auf Gott zugeht. Rücken Sie also näher an ihn heran!
Bibellese
Lukas 15,17-24

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