Mittwoch, 25. August 2021: Vollkommen?

»Nobody is perfect« – Niemand ist vollkommen. Obwohl dieser Spruch oft nur verwendet wird, um Menschen nach einem Fehler oder dann, wenn sie in ein Fettnäpfchen traten, wieder aufzuheitern, enthält er doch eine entscheidende Wahrheit: Niemand von uns ist makellos. Wenn Sie in den Spiegel schauen, fallen Ihnen bestimmt, ohne dass Sie lange suchen müssen, Dinge an Ihnen auf, die Sie gerne optimieren würden.
Gott kennt uns ganz genau und weiß, wie wir wirklich sind. Es macht keinen Sinn, etwas vor ihm verstecken zu wollen, da er uns besser kennt als wir selbst. Er schaut allerdings nicht auf unsere äußerlichen Makel, sondern auf unser Inneres. Was er dort sieht, ist meistens schlimmer, als wir selbst es wahrhaben möchten: Schlechte Gedanken, böse Taten und verletzende Worte kommen immer wieder bei uns vor. Die Bibel nennt so etwas Sünde. Da Gott selbst heilig und fehlerlos, also vollkommen ist, stören unsere Sünden die Beziehung zu ihm. Das macht die Sünde zu unserem größten Problem, denn sie trennt uns von unserem Schöpfer.
Der Tagesvers zeigt uns die Lösung. Wenn wir das Opfer, mit dem der Tod Jesu Christi am Kreuz gemeint ist, im Glauben annehmen, rechnet Gott uns die Vollkommenheit seines Sohnes zu. Wir müssen nicht mehr »perfect« werden, sondern wir sind es durch Gottes Güte und das Leben und Werk von Jesus. Wir sind dann keine bessere Menschen, die keine Charakterschwächen mehr hätten oder nicht mehr sündigen, sondern wir sind Begnadigte! Gott nennt solche Leute »angenehm gemacht durch seinen geliebten Sohn«.
Wenn wir am Ende in Gottes Reich eingehen, wird dann endlich alles auch bei uns wirklich vollkommen sein.

Carolin Nietzke


Frage
Wie versuchen Sie, an Ihrer Vervollkommnung zu arbeiten?
Tipp
Vollkommen kann uns nur der vollkommene Gott machen.
Bibellese
Offenbarung 21,9-21

Dienstag, 24. August 2021: Der Weg zum Leben

Die Berge haben für viele Menschen eine magische Anziehungskraft. Auch mir geht es so. Jedes Mal, wenn ich in die Berge fahre, staune ich über die Schönheit und Majestät des vor mir liegenden Panoramas. Jährlich zieht es Millionen von Menschen in die Berge, um dem Alltag zu entfliehen. Jedoch ist auch den meisten Bergtouristen bewusst, dass eine Bergwandertour nicht ganz ungefährlich ist. Die jährliche Bergunfallstatistik bestätigt dies sehr deutlich.
Spannend ist es auch, die Markierungen des Wanderweges zu suchen oder die geplante Route auf der Bergwanderkarte zu studieren. Wie leicht kann man einen falschen Weg einschlagen, wenn man unachtsam durch die Gegend läuft. Das Ziel lässt sich bei Bergwandertouren nur finden, wenn man gut vorbereitet gestartet ist und den Kopf bei der Sache hat.
Vieles lässt sich davon auf den obigen Bibelvers übertragen. Jesus sagt, dass der Weg schmal ist, der zum Leben führt. Das Ziel, sagt Jesus, ist das ewige Leben. Ein Leben nach dem Tod, ein Leben, das nicht zu vergleichen ist mit dem Leben hier auf der Erde. Denn wo es Tod, Trennung, Schmerz, Leid, Trauer und Sünde gibt, kann es dieses »wahre Leben« nicht geben. Jesus sagt jedoch auch, dass es nur wenige sind, die sich aufmachen, um nach diesem Leben zu suchen. Die anderen gleichen Menschen, die lieber im Tal ihr Picknick machen und damit die schöne Aussicht verpassen, anstatt sich aufzumachen, um den Berggipfel zu erklimmen.
Jesus will, dass wir Menschen uns auf den Weg machen, der zum ewigen Leben führt. Das heißt, sich im Glauben ihm anzuschließen und ihm zu folgen, denn er ist dieser Weg. Gehen Sie los, solange dafür noch die gelegene Zeit ist!

Tony Keller
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Frage
Sind Sie schon unterwegs, oder sitzen Sie noch im Tal fest?
Tipp
Der Weg mag zuweilen beschwerlich sein, aber die Aussicht oben ist unvergleichlich.
Bibellese
Matthäus 5,1-16

Montag, 23. August 2021: Wunderwerk Mensch

Was ist der Mensch? Jemand formulierte einmal dazu folgende Antwort: »Der Mensch ist ein wundervolles, unvorstellbar kompliziertes Wesen. Seine Daten ganz nüchtern: Eine vom Gehirn zentral geschaltete chemische Fabrik, Elektrowerk, Klima- und Kläranlage, Denkcomputer mit der Luxusausstattung Liebe und Hass. Ein Wesen, dessen Organismus sich über Jahrzehnte selbst am Leben erhält und durch ständige Selbstkontrollen dafür sorgt, dass es nahezu reibungslos funktioniert.«
Wir Menschen sind voller genial durchdachter und konstruierter Details. Wir sind ein Wunderwerk! Von wem sind diese Ideen, die in uns stecken? Wer ist der Urheber davon? Das genauere Betrachten der Konstruktion Mensch hilft uns, zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass wir aus der Hand eines genialen, liebenden Schöpfers kommen.
Wenn wir – wie der Tagesvers sagt – das Abbild Gottes sind, dann meint das nicht unseren Körper. In Seele und Geist sind viele Eigenschaften eingebaut, die wir mit Gott teilen. Unser Verstand ist zum Beispiel ein Funken von Gottes Intelligenz. Wir sind in der Lage, Dinge zu erforschen, zu verstehen und zu erfinden. Unser Wissen müssen wir allerdings von Grund auf erlernen und ständig erweitern, im Gegensatz zur Allwissenheit Gottes. Wir besitzen Emotionen und sind dadurch in der Lage, gütig, barmherzig, einfühlsam, liebevoll oder auch zornig über Unrecht zu sein – so wie Gott auch. Und wir haben die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Das geht über den menschlichen Willen. Gott hat keinen Roboter gebaut, der nur das tut, was programmiert ist.
Gott gab dem Menschen eine einzigartige Stellung innerhalb der gesamten Schöpfung. Das zeigt uns, welchen Wert Gott dem Menschen gegeben hat.

Sebastian Weißbacher
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Frage
Woher erhalten Sie Ihren Selbstwert?
Tipp
Je tiefer wir ins Detail schauen, umso faszinierender wird der Mensch.
Bibellese
1. Mose 2

Sonntag, 22. August 2021: Selbstlosigkeit bei Atemnot

In Krisenzeiten kommen leider manche Abgründe unseres menschlichen Wesens zum Vorschein. Während der Corona-Krise kam es im vergangenen Jahr zu handgreiflichen Auseinandersetzungen um Toilettenpapier. In den Niederlanden hustete ein 23-jähriger zwei Polizisten absichtlich an mit der Bemerkung, er sei corona-infiziert. Er wurde zu einer 10-wöchigen Haft verurteilt. In verschiedenen Kliniken wurden große Mengen Desinfektionsmittel und dringend benötigte Schutzausrüstung für das medizinische Personal gestohlen.
Auf der anderen Seite gab es eine Fülle von Beispielen für Hilfsbereitschaft und sozialem Engagement. Ein beeindruckendes Exempel selbstloser Nächstenliebe wurde aus Norditalien, das von der Corona-Epidemie besonders betroffen war, berichtet. Der 72-jährige Priester Beradelli erkrankte an Covid-19. Seine Kirchengemeinde erwarb für ihn ein Beatmungsgerät. Daran herrschte auf dem Höhepunkt der Pandemie großer Mangel in den Krankenhäusern. Beradelli jedoch bestand darauf, dass das lebenswichtige Gerät für einen jüngeren Patienten, den er nicht kannte, eingesetzt wurde. Er selbst starb kurz danach an den Folgen der Infektion. Der andere überlebte.
Der Apostel Paulus überlegt, unter welchen Bedingungen ein Mensch bereit sein könnte, sein Leben bewusst für andere zu geben. Er stellt sich Menschen mit den besten Eigenschaften vor: gerecht und gut oder gütig. Aber selbst unter diesen optimalen Bedingungen wären die wenigsten Menschen bereit, ihr Leben mit voller Absicht und im Bewusstsein des sicheren Todes für einen anderen zu geben. Für einen Fremden sich zu opfern, ist sehr außergewöhnlich. Aber die Liebe Gottes geht weit darüber hinaus. Christus ist für uns gestorben, als wir seine Feinde waren (Römer 5,10).

Gerrit Alberts
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Frage
Was bedeutet Ihnen die Liebe Gottes, die er in Christus bewies?
Tipp
Ohne diese Liebe wäre jeder von uns rettungslos verloren.
Bibellese
Römer 5,1-10

Samstag, 21. August 2021: Wo ist Papa?

Max ist 15 Jahre alt und gerade in der 9. Klasse. Seine Eltern leben seit seinem 5. Lebensjahr getrennt. So langsam realisiert er, dass es mit der Schule bald zu Ende geht. Den Großteil der Schulzeit hat er verpennt, und dementsprechend sehen auch seine Noten aus. Er ist zwar online der Held und ein ziemlicher »Progamer«, aber was nützt ihm das jetzt? Mit seinen 15 Jahren muss er bald eine Berufswahl treffen – aber mit diesem Zeugnis?
Neulich saß Max mit einem jungen Mann im Restaurant und bekam folgende Fragen gestellt: »Was willst du einmal mit deinem Leben machen? Wofür lebst du eigentlich?« Sicher hat Max schon solche Fragen im Kopf gehabt, aber mit wem konnte er darüber reden? Zu wem konnte er gehen? Auch wenn er für sein Handeln verantwortlich bleibt, ist dieser Scherbenhaufen doch eine Folge davon, dass Max nie einen fürsorgenden Vater gehabt hat. »Max, normalerweise müsste jetzt dein Vater mit dir hier sitzen und über diese Sachen reden …«
Der Schmerz sitzt tief, und man spürt die Sehnsucht nach Orientierung. Doch wie viele Jungs wie Max gibt es wohl noch in Deutschland, die keinen Papa haben, der sich für sie interessiert, der in den Herausforderungen in Schule und Ausbildung an ihrer Seite steht? Jungs brauchen Väter, die ihr Herz und ihr Leben für ihre Söhne öffnen und in sie investieren, und nicht nur in Hobby und Karriere. Wie viele Väter werden wohl eines Tages vor Gott stehen und erkennen müssen, wie wenig sie ihre Verantwortung wahrgenommen haben? Und gerade dieser Gott möchte, dass wir ihn als Vater kennenlernen, der seine Kinder nie enttäuscht und immer für sie da ist. Von ihm, dem perfekten Vater, sollen Väter lernen und treu für ihre Kinder da sein. Kinder wie Max, die echte Papas brauchen.

Dennis Klinge


Frage
Wann haben Sie sich zuletzt nur für Ihre Kinder Zeit genommen?
Tipp
Versagen einzugestehen, ist sehr schmerzlich, aber wir können jederzeit zu Gott umkehren und mit seiner Hilfe Veränderung erfahren.
Bibellese
Epheser 3,14-21

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