Freitag, 06. August 2021: Was wäre, wenn …

Was wäre, wenn wir Menschen tatsächlich von Grund auf gut wären? – Wäre es dann nicht so, dass wir unseren Mitmenschen stets ohne Gewalt, Misstrauen, Vorurteile oder Neid begegnen könnten? Wäre es dann nicht so, dass der Hunger in der Welt längst mit Erfolg bekämpft worden wäre? Wenn wir gemeinsam die richtige Richtung einschlagen könnten, müssten dann nicht Kriege mit ihren schrecklichen Folgen verhindert werden können? Dass es sich hierbei um drängende Probleme handelt, die jeden Menschen umtreiben müssten, steht doch außer Frage!
Wir wissen z. B. seit Jahrzehnten, dass täglich Tausende von Kindern verhungern. Wir wissen, dass es keinen gerechten Krieg gibt, sondern jeder Konflikt Tote, Flüchtlinge und Leid verursacht. Warum bekommen wir diese schlechten Entwicklungen nicht in den Griff? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Menschheit ist nicht durchgreifend lernfähig. Und selbst wenn sie es wäre, so ist sie nicht durchgreifend lernwillig. Sie stolpert fortwährend über Egoismus, Kurzsichtigkeit und Behäbigkeit. Dass dieses Problem trotz vieler guter Ansätze grundlegend ist, beweist jeder neue Streit, jeder neue Krieg, jedes verhungerte Kind jeden Tag aufs Neue. All dies wäre vermeidbar, wenn wir wirklich gut wären. Und Gelegenheit dazu, zumindest gut zu werden und das Richtige zu tun, hatten wir mehr als genug. Die kommunikativen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sind besser als je zuvor. Und trotzdem machen wir nichts daraus. – Wir haben keine Ausrede mehr. Lösen wir uns von der Illusion, dass wir selbständig in der Lage wären, uns und unsere Welt zu retten. Hierfür ist jemand erforderlich, der unser menschliches Kernversagen nicht teilt, sondern wirklich gut und weise ist: Gott selbst.

Markus Majonica
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Frage
An welcher Stelle scheitert das Gutsein bei Ihnen persönlich?
Tipp
Alle Menschen sollten sich einzig an den guten Gott zum Besserwerden wenden.
Bibellese
Markus 10,17-27

Donnerstag, 05. August 2021: Begehrlichkeit

Warum haben wir den Eindruck, dass die Wohnung unseres Nachbarn schicker sei als unsere eigene? Ich denke, das kommt daher, weil in unserer Seele neben vielen anderen schlechten Eigenschaften auch die Begehrlichkeit schlummert, die schon durch minimale äußere Reize erweckt werden kann, um dann unser Denken zu beherrschen.
Mancher mag meinen, dass es doch niemandem wehtut, wenn ich auch liebend gern ein so schönes Auto hätte wie mein Nachbar. Sieht man aber genauer hin, so muss man zugeben, dass solch begehrliches Denken die Haltung diesem Nachbarn gegenüber in vielfältiger Hinsicht beeinflussen wird. Man beobachtet ihn jetzt kritischer, ist weniger hilfsbereit und freut sich heimlich oder sogar ganz offen, wenn er Kummer mit seiner Neuerwerbung hat. Die Wirkung einer solchen Gesinnungsänderung wird noch sehr viel deutlicher, wenn sich das Begehren auf die Frau des Nächsten richtet. Da ist schon ganz schnell großer Schaden angerichtet, weil es der eigenen Frau nicht verborgen bleibt, wenn sich das Herz ihres Mannes immer mehr von ihr abwendet. Wenn man solchem Begehren nicht ganz schnell und sehr energisch einen Riegel vorschiebt, kann es der Anlass zu ganz entsetzlichen Tragödien werden, unter denen sehr oft mehrere Familien zu leiden haben.
Viele Menschen wollen sich leider durch ein solches Gebot nicht warnen lassen, und die es wollen, werden schnell erkennen, dass ihr guter Wille viel schwächer als ihr Begehren ist. Sie brauchen aber nicht zu verzweifeln, denn Gott will uns nicht durch Gebote, sondern aus Gnade um Christi willen retten. Wenn wir Gott bitten, er wolle uns helfen, dankbar und zufrieden zu sein und uns über alle guten Gaben zu freuen, die wir schon haben, dann will er es tun.

Hermann Grabe
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Frage
Mit welcher Begehrlichkeit schlagen Sie sich zurzeit herum?
Tipp
Gott will uns Zufriedenheit schenken.
Bibellese
1. Mose 37,1-28

Mittwoch, 04. August 2021: Erkennungszeichen

Jeden Tag laufen uns Menschen über den Weg, die sich mit ihrem Aussehen ganz klar zu einer bestimmten Religion bekennen. Beispielsweise tragen viele Muslima Kopftücher oder orthodoxe Juden eine Kippa. Damit zeigen sie öffentlich ihren Glauben und wie wichtig ihnen dieser ist. Gibt es für Christen auch so ein Erkennungszeichen?
Vielleicht denken Sie jetzt an einen Fischaufkleber auf dem Auto oder eine Kette mit einem Kreuzanhänger. Doch diese Dinge sind mittlerweile eher modische Accessoires als echte Glaubensbekenntnisse. Was Jesus zu diesem Thema gesagt hat, können wir im Tagesvers lesen. Nicht eine Äußerlichkeit soll unseren Glauben zeigen, sondern unser Verhalten. Aber Liebe ist doch eigentlich nichts Besonderes, könnte man meinen. Jeder liebt schließlich irgendjemanden, vielleicht die Eltern, Freunde oder den Ehepartner. Wie kann Liebe ein Erkennungszeichen sein?
Wenn die Bibel jedoch von Liebe spricht, meint sie mehr als nur natürliche Liebe. In Jesu bekannter Bergpredigt werden wir dazu aufgefordert, sogar unsere Feinde zu lieben. Das bedeutet, dass wir das Beste auch für solche wollen, die uns Schlechtes wünschen. Jemanden zu lieben, der uns ebenfalls liebt, ist eine Selbstverständlichkeit, keine Herausforderung. Die beginnt erst, wenn unsere Liebe nicht erwidert wird.
Von uns aus ist es unmöglich, der Anweisung Jesu zu folgen, da diese Art von Liebe nicht unserem normalen menschlichen Verhalten entspricht und Selbstverleugnung fordert. Aber wenn Sie eine lebendige Beziehung zu Gott haben, wird er Sie so verwandeln, dass Sie ihm ähnlicher werden. Dann werden die Menschen auch ohne äußere Erkennungszeichen Gottes Wesen durch Sie erkennen.

Carolin Nietzke


Frage
Wie gehen Sie damit um, wenn Sie einen anderen Menschen nicht leiden können?
Tipp
Die Erinnerung daran, wie sehr Gott uns liebt, sollte unsere Herzen erweichen.
Bibellese
Johannes 13,1-15

Dienstag, 03. August 2021: Gut genug?

Viele Menschen denken, dass sie vor Gott eigentlich ganz gut dastehen, weil sie während ihres Lebens genug Gutes getan haben. Ein Platz im Paradies scheint ihnen sicher. Doch die Bibel zeigt klar, dass wir nicht aus eigener Anstrengung zu Gott bzw. ins Paradies kommen können.
Die folgende Begebenheit aus der Bibel verdeutlicht das sehr gut: Drei Männer werden gekreuzigt. Zwei Verbrecher – links und rechts – und in der Mitte ein bemerkenswerter Mann, Jesus. Die beiden Verbrecher spotten über Jesus wie auch alle anderen, die um das Kreuz herum stehen. In ihren letzten Zügen sprudelt ihr Hass aus ihnen heraus. Doch auf einmal ruft Jesus: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« Einer der Verbrecher ist darüber sehr erstaunt. Wie kann das sein? Da betet einer um Vergebung für seine Henker und Spötter! Plötzlich erkennt der Verbrecher seine Schuld vor Gott. Kann es für ihn noch Rettung geben? Er kann doch nichts mehr tun – angenagelt an einem Kreuz! Doch hatte dieser Jesus nicht gerufen: »Vater vergib ihnen«? Gilt das nicht auch ihm? Der Verbrecher richtet sich noch einmal auf und sagt zu dem anderen Verbrecher: »Wir haben das bekommen, was wir verdient haben, aber dieser Jesus hat nichts Unrechtes getan.« Dann wendet er sich zu Jesus: »Herr, gedenke an mich, wenn du in deine Königsherrschaft kommst!« Seine einzige Hoffnung ist Jesus. Jesus spricht zu ihm: »Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!«
Für den Verbrecher war ein Platz im Paradies frei, weil er seine Schuld erkannte und sich an den Einzigen wandte, der Sünde vergeben kann. Wer allerdings denkt, dass er gut genug ist für den Himmel, der wird eine böse Überraschung erleben.

Daniel Zach


Frage
Haben Sie sich schon mit Ihrer Schuld an Jesus gewandt?
Tipp
Tun Sie es, bevor es zu spät ist!
Bibellese
Lukas 23,39-43

Montag, 02. August 2021: Zur Ruhe gebracht

Das Auge wird nie satt vom Sehen. Der herrliche Sonnenuntergang, der Spaziergang am Meer, die Bergtour – wir bekommen nicht genug davon. Nach dem Sattsein stellt sich bald wieder Hunger ein. Der Durst scheint gestillt, nur um sich später am Tag wieder einzustellen. – Die Schule haben wir erfolgreich abgeschlossen. Der Beruf ist erlernt, die Karriere läuft, das Häuschen gebaut, wir haben Kinder bekommen und gut in die Rente eingezahlt. Der Start ins Leben beginnt mit einem kleinen Horizont, Kleinkinder sind mit so wenig zufrieden. Und am Ende des Lebens erfahren die meisten von uns, dass der Sichtkreis klein und kleiner wird: der Blick aus dem Fenster eines Altenheims? Und doch bleiben wir alle auf der Suche. Auf der Suche nach Erfüllung, Sinn, Zweck, Bestimmung. Nichts, was wir ausprobiert haben, macht uns dauerhaft wirklich glücklich. Immer kommen die Gewöhnung und die Abstumpfung.
Warum ist das so? Warum ist das bei allen Menschen mehr oder weniger gleich? Liegt es vielleicht daran, dass wir alle einen tiefen Wunsch nach mehr haben, was nicht von dieser Welt oder bereits in uns ist? Haben wir die Ewigkeit und Unvergänglichkeit in uns verankert? Wer oder was sollte die letzte Sehnsucht stillen können?
Jesus sagte zu einer Frau, die genau diese Sehnsucht hatte und an einem Brunnen Wasser schöpfte: »Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt« (Johannes 4,13-14). Jesus bietet uns ein Leben im Überfluss, in Fülle an, sodass unser Suchen ein Ende hat.

Peter Lüling
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Frage
Was hat Sie bisher dauerhaft zufriedengestellt?
Tipp
Ein Leben mit dauerhafter Sinnhaftigkeit ist keine Utopie, sondern durch Jesus Realität.
Bibellese
Prediger 1

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