Sonntag, 04. Juli 2021: Begnadigung abgelehnt

1829 wurden George Wilson und James Porter in den USA wegen Postraub zum Tod durch den Strang verurteilt. Porter wurde am 2. Juli des folgenden Jahres gehängt. Einflussreiche Freunde von Wilson setzten sich für ihn bei Präsident Andrew Jackson ein mit dem Erfolg, dass er begnadigt wurde. Jedoch lehnte Wilson die Begnadigung ab. Er entschied, »auf jeden Vorteil und Schutz zu verzichten, der sich aus der Begnadigung ergeben könnte«. Wilson erklärte auch, dass er in keiner Weise davon Gebrauch machen wollte. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied: »Das Gericht kann dem Gefangenen keine Begnadigung gewähren, es sei denn, er beansprucht sie. Er kann sie akzeptieren oder nicht, wie es ihm gefällt.« Der Oberste Richter John Marshall schrieb: »Eine Begnadigung ist ein Gnadenakt, der von der Macht ausgeht, die mit der Ausführung der Gesetze betraut ist. Aber die Ausführung wird nicht ohne Annahme gewährt. Sie kann von der Person abgelehnt werden, an die sie gerichtet wurde. Wir haben keine gerichtliche Befugnis, sie ihm aufzuzwingen.« – Die Ablehnung der Begnadigung kostete George Wilson das Leben.
Die Gnade Gottes ist in der Bibel ein zentraler Begriff. Sie wird über 200-mal erwähnt. Das Wort wird in verschiedenen Bedeutungsnuancen gebraucht. Meistens bedeutet es »unverdiente Gunst oder Freundlichkeit«. So war es auch bei Wilson. Er war nicht besser als sein Mit-Ganove. Aber er hatte einflussreiche Fürsprecher.
Für uns alle gibt es einen sehr machtvollen Fürsprecher beim höchsten, nämlich göttlichen Gericht, den wir in Anspruch nehmen können. Sein Name ist Jesus Christus. Aufgrund dessen, wer er ist und was er getan hat, gewährt Gott uns Begnadigung. Aber wir müssen sie auch annehmen. Sonst ist sie wirkungslos.

Gerrit Alberts
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Frage
Was könnten Sie ohne den Fürsprecher Jesus Christus als Entschuldigung bei Gott vorbringen?
Tipp
Gott bietet allen Gnade an, die sie annehmen wollen.
Bibellese
Apostelgeschichte 16,19-34

Samstag, 03. Juli 2021: Der Sonntag wird Feiertag

Die UNO hat vor einigen Jahren beschlossen, den Sonntag als letzten Tag der Woche rund um den Erdball festzuschreiben. Das hatte gute Gründe. Auch bei der ersten Festschreibung des Sonntags als gesetzlichem Feiertag spielten politische Überlegungen eine Rolle. Es war im Jahr 321, heute vor 1700 Jahren. Der Kaiser Konstantin regierte, und viele seiner Untertanen waren keineswegs Christen. Auch sie brauchten eine vernünftige Regelung ihrer Lebensverhältnisse. Eine Gruppe war für den Kaiser besonders relevant, die Legionäre. In der Truppe gab es sehr viele Anhänger des Mithraskultes. Die durfte man keineswegs vor den Kopf stoßen.
Die kaiserliche Regierung fand eine praktische Lösung: Der erste Tag der Woche wurde zum Feiertag erklärt. Da freuten sich die Soldaten, denn sie feierten an diesem Tag ihren Mithras. Und die Christen freuten sich auch, denn bei ihnen hatte sich dieser Tag auch als Feiertag durchgesetzt, weil Jesus nach der Überlieferung des Neuen Testamentes am ersten Tag der Woche auferstanden war. Für den Kaiser war damit die Sache erledigt. In der damaligen Christenheit war das noch nicht bei allen Gläubigen üblich. Viele jüdisch geprägte Christen hielten an der Feier des Sabbats fest und beachteten die Regelungen des Alten Testaments zum Ruhetag.
Eigentlich war Ruhe von der Arbeit für den ersten Tag der Woche für die Christen nicht zwingend vorgesehen. Dass sie sich aber durchsetzte, war gut und entspricht durchaus dem Geist der Bibel. Gott schätzt die Arbeit, das Tun, aber er schätzt auch das Ausruhen, die Zeit, in der die Menschen die Möglichkeit haben, zu sich selbst zurückzufinden und neue geistliche Kraft zu gewinnen. Dieser Wechsel ist, wie das Ein- und Ausatmen, Teil unseres Lebens und insbesondere unseres Christenlebens.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Was machen Sie am Sonntag?
Tipp
Der eigentliche Urheber des Ruhetages ist Gott. Deshalb sollte man an diesem Tag vor allem an ihn denken.
Bibellese
Hesekiel 20,20

Freitag, 02. Juli 2021: Pendeln (2)

Dieselbe Bibel, die Ehebruch, Hurerei, Diebstahl und Mord kompromisslos verurteilt, berichtet von Ehebrechern, Hurern, Dieben und Mördern, die bei Gott Gnade und Vergebung und ein neues Leben in Gemeinschaft mit IHM gefunden haben. – Im heutigen Tagesvers lesen wir von Glaubenden, die sich früher mit dem Pendeln und Ähnlichem abgegeben hatten. Was hier mit »Zaubereien« übersetzt ist, wird in anderen Übersetzungen »vorwitzige Künste« genannt und meint okkulte Praktiken. Das sind Dinge, durch die man mit finsteren Mächten in Verbindung kommt. Sogar in unserer »aufgeklärten« Gesellschaft heute sind solche Dinge mehr verbreitet, als man zunächst denkt.
Durch Neugier ist schon mancher da hineingeraten. In unserem Text, in dem vorher auch die direkte Verbindung zu den Dämonen beschrieben wurde, wird berichtet, wie die Zauber-Utensilien verbrannt wurden. Es reichte nicht, einfach zu sagen: »Ich mache das nicht mehr«, sondern eine radikale Trennung war nötig, um zukünftigen Versuchungen widerstehen zu können. Die freiwillig verbrannten Bücher hatten den Wert von 50 000 Tageslöhnen eines Arbeiters. Wirtschaftlich gesehen ein hoher Verlust.
Meine Frau und ich haben seit vielen Jahren Kontakte zu dem Volk der Sinti, wo es so etwas wie Pendeln, Kartenlegen, Wahrsagen u. Ä. fast in jeder Familie gibt. Öfter haben uns einige von ihnen erzählt, sie würden an Jesus glauben, jeden Abend beten und in der Bibel lesen. Und trotzdem hätten sie jede Nacht Albträume, in denen ihnen dämonische Gestalten erschienen und sie ängstigten. Immer war Okkultismus in der Vergangenheit die Ursache, immer haben wir lange mit den Personen darüber gesprochen und gebetet. Sie wurden danach nie wieder von dämonischen Angriffen geplagt.

Erwin Kramer
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Frage
Meinen Sie, dass Jesus heute weniger stark ist als damals?
Tipp
»Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht!«
Bibellese
Apostelgeschichte 8,4-25

Donnerstag, 01. Juli 2021: Pendeln (1)

Sie war eine nette Patientin. Fünf vollkeramische Frontzahnkronen hatten wir für sie hergestellt, offensichtlich sehr gelungen. Sie schrieb, sie sei glücklich, endlich wieder lachen zu können. Jetzt, nach über zehn Jahren, musste eine Krone erneuert werden, die Patientin wünschte aber eine Neuanfertigung aller Kronen, genauso schön wie die bisherigen. Sie bat um einen Termin und kam mit einem alten Mann, der angeblich von allen infrage kommenden Werkstoffen nur auf meine Aufzählung hin die für sie »unschädlichen« erpendeln könnte. Der Mann machte einen ungehaltenen Eindruck, wobei er immer wieder nervös zu dem Tisch mit der Bibel und christlicher Literatur in meiner Praxis blickte und dann alles, was ich aufzählte, ablehnte. Eine von ihm nachgereichte Liste mit Materialvorschlägen, die so niemals miteinander kombiniert werden dürfen, musste aus fachlichen und auch gesetzlichen Gründen entschieden abgelehnt werden; die Patientin sagte schließlich die Behandlung auf sein Anraten hin ab.
Was für eine Macht haben diese Dinge auf die Frau ausgeübt, dass sie ihre ehemalige begeisterte Überzeugung diesem Diktat unterordnete? Hätte der Mann vielleicht ohne meine Gegenwart bessere Ergebnisse »erpendelt«? Pendeln ist nicht harmlos! Wer zum ersten Mal pendelt, muss die dahinterstehende Macht zunächst um ein Zeichen für »Ja« oder »Nein« bitten und dann fragen, ob er oder sie überhaupt pendeln darf. Erst danach funktioniert das Pendeln, aber die Person hat sich bereits einer dämonischen Macht unterworfen – mit verheerenden Folgen, die spätestens dann deutlich werden, wenn man damit aufhören möchte. Man kann nur durch eine größere Macht wirklich frei davon werden, indem man sich für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet.

Erwin Kramer
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Frage
Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Richtung gemacht?
Tipp
Lassen Sie sich von einem gläubigen Christen Ihres Vertrauens seelsorgerlich helfen!
Bibellese
2. Könige 17,1-18

Mittwoch, 30. Juni 2021: Leihgaben

Stellen Sie sich vor, Ihnen würde aus einem großen Museum eine riesige, kostbare chinesische Porzellanvase aus der Zeit der Ming-Kaiser als Leihgabe überlassen. Die einzige Auflage wäre, dass sie am Ende des Lebens völlig unbeschädigt zurückgegeben werden müsste.
Würden Sie nicht alles tun, um das gute Stück ganz vorsichtig und überaus schonend zu behandeln? Sie würden alle scharfen Ecken auspolstern und die Vase vor ätzenden Säuren und Farben beschützen und sie hinter Panzerglas stellen und die Schranktür mit einem Sicherheitsschloss versehen!
Nun sagt die Bibel, wie aus unserem Tagesvers ersichtlich, dass alles, was wir hier auf Erden sind und haben, göttliche Leihgaben sind, für deren Behandlung wir einmal Rechenschaft geben müssen. Zu diesen Leihgaben gehören z. B. auch der Ehepartner, die Eltern und die Kinder, und jeder wird sogleich zugeben, dass all diese Menschen viel mehr wert sind als eine Ming-Vase, sei sie noch so kunstvoll und wegen ihrer Herkunft berühmt.
Oben steht nun, was man alles machen würde, um eine solche Vase unversehrt wieder abgeben zu können; aber wie gehen wir oft mit unseren Liebsten um? Wie oft stoßen sie sich wund an den scharfen Ecken unserer Lieblosigkeit und unseres Egoismus? Wie oft leiden sie unter unserem ätzenden Spott? Wie sorglos setzen wir unsere Kinder den verheerenden Einflüssen verantwortungsloser Medien aus? Haben wir denn ganz vergessen, dass wir am Ende für sie Rechenschaft abgeben müssen?
Wer beten kann, sollte Gott um Hilfe bitten, und wer es nicht kann, sollte es schleunigst lernen! Möge Gott uns das rechte Verantwortungsbewusstsein schenken! Er will es gern geben, wenn es uns wirklich darum geht.

Hermann Grabe
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Frage
An welchem Punkt hätten Sie Änderungsbedarf?
Tipp
Gott ist sehr daran interessiert, seine Leihgaben unversehrt zurückzuerhalten.
Bibellese
Lukas 16,10-13

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