Donnerstag, 25. Februar 2021: Gott spricht zu uns (1) – durch die Schöpfung

Nanu, drei WhatsApp-Nachrichten so früh am Morgen? Als ich die Nachrichten anschaue, bemerke ich etwas Interessantes: Drei verschiedene Leute haben mir quasi denselben Inhalt geschickt – das Bild eines unglaublich schönen Morgenrots! Auch bei der Arbeit spricht man später darüber: Hast du den Himmel heute Morgen gesehen? Jeder ist begeistert von dieser herrlichen Morgenstimmung.
Unser Tagesvers sagt, dass die Himmel die Herrlichkeit Gottes »erzählen«. Und nicht nur die Himmel, sondern die ganze Schöpfung führt uns die Herrlichkeit Gottes vor Augen: majestätische Berge, malerische Strände, farbenprächtige Blumen, einzigartige Tiere – alles zeugt von der Macht, Größe, Weisheit und Kreativität des Schöpfers. Auf diese Weise spricht Gott zu jedem Menschen auf der Welt. Der Apostel Paulus formuliert es so: »Denn seine unsichtbare Wirklichkeit, seine ewige Macht und sein göttliches Wesen sind seit Erschaffung der Welt in seinen Werken zu erkennen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung« (Römer 1,20; NeÜ). Das klingt einleuchtend. Niemand würde den Fahrzeugingenieur hinter dem VW Golf verneinen, nur weil man ihn noch nie gesehen hat. Es ist intuitiv offensichtlich, dass es schlaue Tüftler gegeben hat, die den Wagen geplant, konstruiert und getestet haben. So verhält es sich auch mit allem um uns herum, was wir sehen und hören, schmecken und riechen können. Das Gemachte verweist auf einen Macher. Niemand kann also sagen, dass er von Gott nichts hätte ahnen können.
Warum hat Gott alles so wunderbar gemacht? Warum ist die Welt so schön? Er möchte, dass wir nach ihm fragen und ihn kennenlernen. Er möchte, dass wir ihm danken, über ihn staunen und mit ihm leben. Das wäre doch angebracht, oder nicht?

Stefan Hasewend
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Frage
Was in Gottes Schöpfung begeistert Sie?
Tipp
Wenn die Schöpfung so wunderbar ist, wie wunderbar muss dann der Schöpfer sein!
Bibellese
Psalm 104

Mittwoch, 24. Februar 2021: Bitterkeit

»Können Sie nicht Platz machen? Ihre Kinder sind eine Zumutung für das ganze Haus!«, schimpfte die alte Frau mal wieder lautstark, als meine Freundin mit drei kleinen Kindern und ihrem Kinderwagen kurzfristig den Eingangsbereich des gemeinsamen Wohnhauses blockierte. Immer wieder Vorwürfe, plötzliche Schimpftiraden, dann wieder betonte Freundlichkeit. Die Nachbarin war ungewollt kinderlos. Eine verbitterte, einsame Frau, die ihrer Umgebung und am meisten sich selbst das Leben schwer machte. Weil sie nicht glücklich war, durfte es auch niemand anders sein.
Bitterkeit. Vielleicht hervorgerufen durch eine herbe Enttäuschung, dass etwas in unserem Leben nicht so gelaufen ist, wie wir uns das gewünscht haben. Vielleicht ausgelöst durch die unabsichtliche Verletzung eines anderen. Ungesehen im Herzen kultiviert und gepflegt, bricht Bitterkeit auf einmal hervor, schädigt Beziehungen, raubt die Freude und richtet viel Schaden an. Irgendwann läuft das Fass unweigerlich über, schafft der Teppich es nicht mehr, die Dinge, die wir unter ihn gekehrt haben, vor dem Rest der Welt zu verbergen. Unsere Bitterkeit wird offensichtlich. Leute trauen sich nicht mehr, über bestimmte Themen mit uns zu sprechen, fangen an, unsere scharfen Reaktionen zu fürchten. Was tun?
Wer sich darauf fixiert, was andere ihm angetan haben oder Gott ihm vermeintlich vorenthalten hat, wird seine Bitterkeit nie loswerden. Wer sich aber bewusst ist, dass er selbst ein Sünder ist, der Vergebung braucht, dem wird es leichter fallen, anderen Gutes zu gönnen, ihre unbedachten Bemerkungen nicht auf die Goldwaage zu legen und mit dem zufrieden zu sein, was Gott ihm schenkt. Mit solchen Menschen ist jeder gern zusammen.

Elisabeth Weise
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Frage
Wohin bringen Sie Ihre Enttäuschungen und Verletzungen?
Tipp
Es ist schwer, gleichzeitig dankbar und bitter zu sein.
Bibellese
Hebräer 12,14-17

Dienstag, 23. Februar 2021: Fundstücke

In meinem Beruf als Immobilienmakler bat mich kürzlich eine auswärtige Erbengemeinschaft, den Erwerbern die Ausräumung eines voll möblierten Hauses zuzumuten. Auch ich könne mitnehmen, was ich wolle. Wertgegenstände wie z. B. Schmuck und Sparbücher wären bereits entfernt. Bei mehreren Besuchen in dem unbewohnten Objekt gewann ich nach und nach einen Eindruck vom Lebensstil der Verstorbenen. In einem Buchregal im Schlafzimmer fand sich ein dickes Buch mit dem Titel »Das Leben Jesu«. Interessiert schlug ich es auf. Dabei fiel mir ein Briefumschlag entgegen. Zu meiner Überraschung enthielt er einen großen Bargeldbetrag. Niemand hatte in dieses Buch hineingeschaut. Niemand hatte in so einem Buch »irdische« Werte vermutet. Niemandem war das Thema des Buches »wertvoll genug«. Wie groß war die Überraschung der Eigentümer, als ich ihnen den Umschlag übergab!
So sind wir Menschen gestrickt: Immer auf dem direkten Weg zum Ziel, dabei alles im Moment Nebensächliche einfach liegenlassen. Sich mit dem Leben Jesu beschäften? Gedanken rund um Gott und Glauben? Später vielleicht mal, als Rentner. Aber jetzt hat man keine Zeit. (Obwohl es doch sprichwörtlich ist, dass gerade Rentner niemals Zeit haben.)
Die im obigen Bibelvers von Jesus beschriebene Person handelt anders. Sie hat etwas verloren, ein Geldstück. Sie sucht energisch ihre Wohnung danach ab. Sie weiß: Wenn ich es jetzt nicht suche, finde ich es nie. Und wirklich – sie findet es! Sie ruft voller Freude die Nachbarn und lässt sie ihre Freude teilen. So soll es auch sein, wenn man Werte sucht, die mit der Ewigkeit zu tun haben. Diese Suche erfordert Entschlossenheit und: Die Suche lohnt sich! Jesus hat versprochen, dass er sich von denen finden lässt, die ihn suchen.

Klaus Spieker


Frage
Was suchen Sie in Ihrem Leben?
Tipp
Wagen Sie den Schritt, Jesus jetzt zu suchen und ihn um Hilfe zu bitten!
Bibellese
Lukas 15,8-10

Montag, 22. Februar 2021: Ruheloses Gebetsleben

Schüler können hartnäckig sein, deren Eltern ebenso. Mitunter sind sie der Ansicht, dass die eine oder andere Antwort in der Klassenarbeit oder Klausur nicht mit der entsprechenden Anzahl von Punkten bewertet worden ist, insbesondere dann, wenn nur ein Punkt zur besseren Note fehlt. Manchmal geht es auch um die Bewilligung von zusätzlichen Geldern für Klassenreisen oder um die Erlaubnis, zwei Tage eher in die Sommerferien fahren zu dürfen. Die Durchsetzung der Anliegen wird von einer steigenden Anzahl von Besuchen, Briefen oder Anrufen begleitet, getreu dem Motto, dass vielleicht steter Tropfen den Stein endlich höhlt.
Nicht viel anders zu werten ist das Gleichnis der Witwe aus Lukas 18,1-8. Sie belästigte den Richter der Stadt so lange mit ihrem Anliegen, bis der völlig entnervt nachgab und der Frau Recht verschaffte. Jesus verknüpft das Gleichnis ausdrücklich mit der Aufforderung zur Nachahmung im Gebetsleben und ermuntert, im flehentlichen Bitten keinesfalls nachlässig zu werden.
Der Prophet Jesaja weist in die gleiche Richtung. Wer Gott kennt, soll Tag und Nacht nicht schweigen, sondern ihn an seine Verheißungen »erinnern«. Es ist offensichtlich, dass es hier nicht um das egoistische Erzwingen der Umsetzung eigener Wünsche geht, sondern um die Bitten, die sich an den Zusagen des Wortes Gottes orientieren. Auch den Zeitpunkt, wann man aufhören soll, zu beten, liefert Jesaja gleich mit: Bis Gott auf die eine oder andere Weise handelt und eingreift. Ähnlich muss es wohl Martin Luther erlebt und erfahren haben, als er schrieb: »In allem [Gebet] müssen wir anhalten, festhalten und dranbleiben, bis der Segen gekommen ist.«

Martin von der Mühlen
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Frage
Praktizieren Sie ein solches Eintreten vor Gott in Bezug auf Anliegen, die Sie hätten?
Tipp
Wir sind uns oftmals zu wenig bewusst, wie sehr und gerne Gott sich bitten lässt.
Bibellese
Lukas 18,1-8

Sonntag, 21. Februar 2021: Ich zahle für dich

Am Ende des 17. Kapitels des Matthäusevangeliums wird eine kleine Episode aus dem Leben Jesu berichtet: Ein Tempelbeamter aus Jerusalem tritt an Petrus, einen Jünger Jesu, heran und fragt ihn, ob sein Lehrer auch die Tempelsteuer entrichtet. Petrus bejaht und geht in das Haus, in dem Jesus sich aufhält. Als Sohn Gottes weiß Jesus schon von der Frage, die an Petrus gerichtet war, und befragt ihn, von wem die Herrscher der Welt ihre Steuern einfordern, von ihren Kindern oder von Fremden? Zutreffend antwortet Petrus: Natürlich nicht von den eigenen Kindern. Damit bezeugt Petrus, dass Jesus, der Sohn Gottes, an sich nicht verpflichtet wäre, die Abgabe für den Dienst im Hause Gottes, seines Vaters, zu zahlen. Um jedoch keinen Anstoß zu geben, beauftragt er den Fischer Petrus, mit einer Angel einen Fisch aus dem See zu fangen. In diesem würde sich eine Münze befinden, mit der er die Tempelsteuer für sie beide begleichen konnte.
Spannend an diesem Text ist für mich nicht in erster Linie, dass Jesus hier seine Allwissenheit offenbart. Tatsächlich hätte er ohne diese Fähigkeit kaum voraussehen können, welcher von all den Fischen den passenden Betrag in sich trug und auch an Petrus* Angel anbeißen würde.
Berührend finde ich vielmehr, dass Jesus eine Forderung, die die religiösen Gesetze seiner Zeit mit sich brachte, nicht nur für sich, sondern auch für seinen Jünger erfüllt. Damit gibt der Sohn Gottes ein kleines Beispiel dafür, was durch sein Leben und seinen Tod am Kreuz insgesamt geschieht: Die Forderungen und Ansprüche des Gesetzes Gottes, an denen wir Menschen scheitern, erfüllt Jesus nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend für jeden, der es annehmen mag!

Markus Majonica
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Frage
Was blieb dem Petrus nun noch zu tun übrig?
Tipp
Auch für Sie bezahlt Christus alle Ihre Schulden, wenn Sie zu seinen Jüngern gehören.
Bibellese
Matthäus 17,24-27

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