Montag, 22. Februar 2021: Ruheloses Gebetsleben

Schüler können hartnäckig sein, deren Eltern ebenso. Mitunter sind sie der Ansicht, dass die eine oder andere Antwort in der Klassenarbeit oder Klausur nicht mit der entsprechenden Anzahl von Punkten bewertet worden ist, insbesondere dann, wenn nur ein Punkt zur besseren Note fehlt. Manchmal geht es auch um die Bewilligung von zusätzlichen Geldern für Klassenreisen oder um die Erlaubnis, zwei Tage eher in die Sommerferien fahren zu dürfen. Die Durchsetzung der Anliegen wird von einer steigenden Anzahl von Besuchen, Briefen oder Anrufen begleitet, getreu dem Motto, dass vielleicht steter Tropfen den Stein endlich höhlt.
Nicht viel anders zu werten ist das Gleichnis der Witwe aus Lukas 18,1-8. Sie belästigte den Richter der Stadt so lange mit ihrem Anliegen, bis der völlig entnervt nachgab und der Frau Recht verschaffte. Jesus verknüpft das Gleichnis ausdrücklich mit der Aufforderung zur Nachahmung im Gebetsleben und ermuntert, im flehentlichen Bitten keinesfalls nachlässig zu werden.
Der Prophet Jesaja weist in die gleiche Richtung. Wer Gott kennt, soll Tag und Nacht nicht schweigen, sondern ihn an seine Verheißungen »erinnern«. Es ist offensichtlich, dass es hier nicht um das egoistische Erzwingen der Umsetzung eigener Wünsche geht, sondern um die Bitten, die sich an den Zusagen des Wortes Gottes orientieren. Auch den Zeitpunkt, wann man aufhören soll, zu beten, liefert Jesaja gleich mit: Bis Gott auf die eine oder andere Weise handelt und eingreift. Ähnlich muss es wohl Martin Luther erlebt und erfahren haben, als er schrieb: »In allem [Gebet] müssen wir anhalten, festhalten und dranbleiben, bis der Segen gekommen ist.«

Martin von der Mühlen
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Frage
Praktizieren Sie ein solches Eintreten vor Gott in Bezug auf Anliegen, die Sie hätten?
Tipp
Wir sind uns oftmals zu wenig bewusst, wie sehr und gerne Gott sich bitten lässt.
Bibellese
Lukas 18,1-8

Sonntag, 21. Februar 2021: Ich zahle für dich

Am Ende des 17. Kapitels des Matthäusevangeliums wird eine kleine Episode aus dem Leben Jesu berichtet: Ein Tempelbeamter aus Jerusalem tritt an Petrus, einen Jünger Jesu, heran und fragt ihn, ob sein Lehrer auch die Tempelsteuer entrichtet. Petrus bejaht und geht in das Haus, in dem Jesus sich aufhält. Als Sohn Gottes weiß Jesus schon von der Frage, die an Petrus gerichtet war, und befragt ihn, von wem die Herrscher der Welt ihre Steuern einfordern, von ihren Kindern oder von Fremden? Zutreffend antwortet Petrus: Natürlich nicht von den eigenen Kindern. Damit bezeugt Petrus, dass Jesus, der Sohn Gottes, an sich nicht verpflichtet wäre, die Abgabe für den Dienst im Hause Gottes, seines Vaters, zu zahlen. Um jedoch keinen Anstoß zu geben, beauftragt er den Fischer Petrus, mit einer Angel einen Fisch aus dem See zu fangen. In diesem würde sich eine Münze befinden, mit der er die Tempelsteuer für sie beide begleichen konnte.
Spannend an diesem Text ist für mich nicht in erster Linie, dass Jesus hier seine Allwissenheit offenbart. Tatsächlich hätte er ohne diese Fähigkeit kaum voraussehen können, welcher von all den Fischen den passenden Betrag in sich trug und auch an Petrus* Angel anbeißen würde.
Berührend finde ich vielmehr, dass Jesus eine Forderung, die die religiösen Gesetze seiner Zeit mit sich brachte, nicht nur für sich, sondern auch für seinen Jünger erfüllt. Damit gibt der Sohn Gottes ein kleines Beispiel dafür, was durch sein Leben und seinen Tod am Kreuz insgesamt geschieht: Die Forderungen und Ansprüche des Gesetzes Gottes, an denen wir Menschen scheitern, erfüllt Jesus nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend für jeden, der es annehmen mag!

Markus Majonica
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Frage
Was blieb dem Petrus nun noch zu tun übrig?
Tipp
Auch für Sie bezahlt Christus alle Ihre Schulden, wenn Sie zu seinen Jüngern gehören.
Bibellese
Matthäus 17,24-27

Samstag, 20. Februar 2021: Freundschaft

3.25 Uhr. Ich habe eine Panne auf der A8! Wen soll ich jetzt anrufen? Den ADAC? Ich entschließe mich, meinen Freund Hans-Jörg anzurufen. Ich wähle seine Nummer – und warte. Keiner geht dran. Ich versuche es erneut und nach langem Warten – »Hallo, hier ist Hans-Jörg. Wer ist da? Hast du mal auf die Uhr geschaut?« Ich schildere ihm mein Problem, und eine Stunde später ist er bei mir und schleppt mich ab.
So habe ich Freundschaft erlebt. Freunde gehen mit uns durch dick und dünn. Freunde sind Menschen, die auch in schweren Tagen zu uns stehen. Geboren für die Zeit der Krise. Freunde sind ehrlich und authentisch, kritisieren, weil sie uns lieben. Freunde schmeicheln nicht, reden nicht um den heißen Brei herum. Freunde sind empathisch, haben Weitblick und lieben den Moment des Zusammenseins. Freunde haben immer Zeit füreinander. Du kannst sie nachts um 3 Uhr anrufen, und sie helfen dir. Freunde wollen mich, mein Innerstes, nicht meine wahrgenommene Erscheinung. Sie schauen tiefer, in die Seele. Freunde tragen mit, beraten, dienen, wollen das Glück des Freundes. Sie freuen sich mit, wenn es gut läuft, und leiden mit, wenn es einem schlecht geht. Das Merkmal echter Freundschaft besteht nicht darin, dass man einander hilft, wo Not am Mann ist, denn das versteht sich von selbst. Freundschaft ist nicht nur ein Zwischenfall, ein Ausnahmezustand, eine bedauerliche Verschwendung der ohnehin immer zu kurzen gemeinsamen Zeit, sondern ein Füreinander-Dasein, auf das man sich immer verlassen kann.
Jesus nennt mich seinen Freund. Er hat mich noch nie verlassen. Sein Rat ist erprobt, sehr gut, nicht immer angenehm, aber immer ehrlich, gerecht und liebevoll. Ich wünsche Ihnen solch einen Freund!

Peter Lüling
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Frage
Wie würden Sie Freundschaft definieren?
Tipp
Um Jesus zum Freund zu haben, muss man sein Nachfolger werden.
Bibellese
Johannes 15,11-17

Freitag, 19. Februar 2021: Das ganze Leben – nur ein Strich?

Wer sich die Grabsteine auf einem Friedhof anschaut, stellt fest, dass sie bei aller Unterschiedlichkeit fast alle eins gemeinsam haben: Zwischen jedem Geburts- und Todesdatum steht ein kurzer Strich. Mancher hat schon mehr oder weniger erschrocken darüber nachgedacht, was dieser Strich besagt: Zwischen den zwei Datumsangaben hat ein ganzes Leben stattgefunden mit all seinen Höhen und Tiefen, mit all seinen Schmerzen und Freuden, mit allen Erfolgen und Pleiten und auch mit all seinen gelungenen und misslungenen Beziehungen.
»Friedhöfe« nennt man solche Gräberfelder meistens. Damit soll gesagt sein, dass die hier Liegenden nun ausgekämpft haben und in Ruhe gelassen werden von all dem, womit sie sich im Leben herumschlagen mussten.
Lesen wir aber den Bibelabschnitt, dem unser Tagesvers entnommen ist, so sehen wir, dass es für alle eine Auferstehung gibt. Hier in Offenbarung 20 geht es um die Auferstehung derer, die nicht zu Lebzeiten Frieden mit Gott gesucht hatten, deren Schulden, deren Werke also nicht vergeben wurden. Sie werden alle zusammengezählt, und unter dem Strich steht dann das Endresultat.
Man mag es gar nicht hinschreiben, so schrecklich ist es. Aber das muss durchaus nicht das letzte Wort zu diesem Thema sein, denn Gott bietet auch heute wieder seine Gnade an und vergibt alle Schuld, weil Christus dafür am Kreuz bezahlt hat. Was Gott fordert, ist nur ein ehrliches Eingeständnis. Das sollte doch angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, wirklich nicht zu viel verlangt sein.
Für alle, deren Schuld durch Gottes Gnade vergeben ist, bleibt unter dem Strich nur ewige Freude in Gottes herrlichem Reich.

Hermann Grabe
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Frage
Was bedeutet für Sie das Wort »Friedhof«?
Tipp
Frieden hat man nur, wenn man mit seinem Schöpfer Frieden gefunden hat. Alles andere ist nur vorläufig.
Bibellese
Offenbarung 20,1-15; 1. Thessalon. 4,13-18

Donnerstag, 18. Februar 2021: Wenn die Erde bebt

Erdbeben können einem wirklich Angst einjagen. Es ist einfach unheimlich, wenn der immer stabile Erdboden unter einem plötzlich bedrohlich schwankt. Ungewiss steht man sekundenlang da und überlegt verzweifelt, wohin man fliehen könnte.
2018 war ich in Taiwan, wo ich dieses Naturereignis hautnah miterlebte. Während eines Zeitraumes von zwei Wochen kam es immer wieder zu stärkeren Beben. Hotels stürzten in unmittelbarer Nähe ein, die Prognosen beliefen sich auf ein »Mega-Beben«, was Gott sei Dank dann aber doch nicht eintraf.
Was konnte ich in dieser Situation tun? Im Prinzip gar nichts. Jedenfalls nichts, was meine äußeren Umstände irgendwie verändern konnte. Aber ich durfte lernen, was es heißt, sich in den Armen eines liebenden himmlischen Vaters zu bergen. Ich klagte Gott meine Ängste und Sorgen, manchmal weinte ich auch, weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. Doch die Zusage, dass Gott da ist, rief ich mir immer wieder ins Gedächtnis. Ich glaubte bewusst seinem Wort, dass er unveränderlich gut ist, so wie es der Tagesvers sagt. Dass er alle Umstände gebrauchen will, um mich näher zu sich zu ziehen. Und wirklich erlebte ich Gottes Nähe inmitten der Not auf ganz besondere Art und Weise. Ich lernte, im Beben ruhig zu schlafen, weil für Gott nichts unmöglich ist.
Was können Sie tun, wenn Stürme und Beben in Ihrem Leben Furcht aufkommen lassen? Wenn Sie Nacht um Nacht wach liegen, nicht zur Ruhe finden und sich hilflos und klein fühlen? Vertrauen Sie sich Gott an! Er kann jeden Sturm, sei er innerlich oder äußerlich, stillen! Ja, Gott möchte wirklich ein »Zufluchtsort am Tag der Bedrängnis« für Sie sein!

Jana Herrmann


Frage
Wohin gehen Sie in der Not?
Tipp
Nur Gott kann Ruhe im Sturm schenken.
Bibellese
Matthäus 8,23-27

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