Donnerstag, 01. Oktober 2020: Volkskrankheit Depression

Nach einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) aus dem Jahr 2015 leiden weltweit über 322 Millionen Menschen an einer Depression, 18% mehr als im Jahr 2005. Das entspricht 4,4% der Weltbevölkerung (zum Vergleich: 35 Millionen leiden an Krebs). In Deutschland wurde bei 4,1 Millionen Menschen eine Depression diagnostiziert. Das sind 5,1% der Bevölkerung. Hinzu kommen 4,1 Millionen mit einer Angststörung (Quelle: Dt. Ärzteblatt vom 23.2.2017). Fachleute sprechen zu Recht von einer Volkskrankheit, die zudem mit Blick auf die mögliche Schwere der Erkrankung häufig unterschätzt wird.
Es ist normal, dass jeder Mensch traurige, auch deprimierende Zeiten durchmacht. Wenn die Niedergeschlagenheit allerdings chronisch wird, sollte der Betroffene Hilfe suchen. Ich maße mir nicht an, psychisch leidenden Menschen, die in einer schweren Lebenskrise stecken und vielleicht sogar Selbstmordgedanken hegen, schlaue Ratschläge zu geben. Denn Leidgeplagte, die sich in seelischer Dunkelheit befinden, empfinden die Ratschläge derjenigen, die von der »Licht-Seite« des Lebens her urteilen, oft eher als Schläge denn als Rat.
Ähnlich erging es dem biblischen Hiob, der nach schweren Schicksalsschlägen todkrank die klugen Reden seiner Freunde anhören musste. Hiob klagte und wollte sterben. Was ihm letztlich half, war der Blick weg von sich selbst und seinem elenden Zustand hin zu Gott dem Schöpfer, der gerecht und allmächtig ist. Echte Seelsorge ist für depressive Menschen nur dann nachhaltig, wenn die Patienten daran erinnert werden, dass Gott auch ihr Leben in seinen liebenden Händen hält. Die Botschaft der Bibel gibt echte Hoffnung!

Daniela Bernhard
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Haben Sie Ihren »Lebensrucksack« voller Schuld und Mühsal bereits bei Jesus Christus abgeladen?
Tipp
Auch ein Christ wird im Leben mit Leid konfrontiert. Er hat jedoch einen wahren Tröster und Ermutiger an seiner Seite.
Bibellese
Hiob 42,1-6

Mittwoch, 30. September 2020: Besserwisser

Ein altes englisches Gedicht erzählt von einer Frau, die eines Tages durch die Wiesen spazierte. Als sie so entlangschlenderte und über die Natur nachdachte, kam sie an ein Feld mit golden leuchtenden Kürbissen. An der Ecke des Feldes stand eine majestätische, riesige Eiche. Die Frau setze sich unter die Eiche und begann, über die seltsamen Ungereimtheiten in der Natur nachzusinnen. Warum hängen winzige Eicheln an riesigen starken Ästen und riesige, schwere Kürbisse an schwachen Ranken? Sie dachte, Gott hätte wohl Fehler beim Einrichten der Natur gemacht. Er hätte die kleinen Eicheln an die schwachen Ranken und die großen Kürbisse an die starken Ästen hängen sollen. Nach kurzer Zeit nickte die Frau in der warmen Herbstsonne ein. Eine kleine Eichel, die auf ihre Nase plumpste, weckte sie wieder auf. Sie musste schmunzeln und berichtigte ihre vorherigen Gedanken. Vielleicht lag Gott doch richtig damit, wie er es gemacht hatte.
Diese Geschichte illustriert humorvoll, wie kurzsichtig oftmals unser Denken ist und dass es immer wieder revidiert werden muss. Wir übersehen nämlich, dass unser schnelles Urteil nie das Ganze überblickt und nicht sämtliche Hintergründe und Zusammenhänge kennt. Gott weiß jedoch in jeder Situation weit mehr über uns Menschen und unsere Umstände, die bedacht werden müssen. Er kennt den Anfang und das Ende. Wir dürfen es ihm zutrauen, dass er alles wohl geordnet hat, auch wenn uns der Sinn nicht immer gleich zugänglich ist. Er allein weiß, wie man einen vollkommenen Plan entwirft, der am Ende alles gut werden lässt für solche, die ihm vertrauen. Vor einem vorschnellen Urteil sollte man sich daher hüten. Noch besser wäre es, ihm in allem zu vertrauen. Dann beweist er uns täglich seine Liebe und Fürsorge.

Manfred Herbst


Frage
Geht es uns nicht oft ähnlich, dass wir meinen, wir wüssten es besser?
Tipp
Bitten Sie Gott um mehr Einsicht und Vertrauen!
Bibellese
Psalm 33

Dienstag, 29. September 2020: Nichts ist unmöglich

Da soll doch noch mal einer behaupten, die Bibel sei ein Märchenbuch und völlig unglaubwürdig! Wie oft schon wurde beispielsweise über die Story von Jona und dem Wal gespottet und gesagt, dass diese Geschichte mal wieder ein Beleg dafür sei, dass die Bibel lauter Märchen enthalte. Weil Jona Gott ungehorsam war, wurde er von einem Wal verschluckt und durfte drei Tage lang im Bauch des Tieres nachdenken. Nachdem er wieder zur Besinnung kam, spuckte ihn der Wal körperlich unversehrt, aber geistig geläutert wieder aus. Ob so etwas tatsächlich möglich ist?
Doch fast dasselbe ist Rainer Schimpf, einem Taucher, in Südafrika passiert. Allerdings wurde er gleich wieder ausgespuckt und musste nicht drei Tage lang in dem Wal bleiben. Die Zeitungen waren voll mit seiner Story, und als Beweis gibt es sogar ein Video. Auch dieser Mann blieb körperlich unversehrt. Er sagt aber, dass er nach diesem Erlebnis nicht mehr derselbe sei und so etwas nicht noch einmal erleben möchte.
Ich weiß nicht, ob dieser Mann auch eine Lektion erteilt bekam, aber immerhin ist seine Geschichte ein Beweis dafür, dass bei Gott tatsächlich nichts unmöglich ist. Zumindest hat dieser Mann mit dem Wal das größte Abenteuer seines Lebens erlebt und ist durch die Medien auch noch berühmt geworden. Die Bibel ist voll von Abenteuern und berühmten Menschen. Es lohnt sich wirklich, sie zu lesen. Allerdings steht fest, dass nicht einmal die Auferweckung eines Toten einen Menschen von der Existenz und Allmacht Gottes überzeugen kann, wenn er beschlossen hat, ein Gottesleugner zu bleiben. Das ist schrecklich, denn Gott lässt solche Wunder ja nicht um ihrer selbst willen geschehen, sondern damit wir zu ihm umkehren.

Sabine Stabrey


Frage
Wie hat Gott schon mal bei Ihnen angeklopft?
Tipp
Jeder von uns hat schon Unerklärliches und Bewahrendes erlebt.
Bibellese
Jona 1 ; Jona 2

Montag, 28. September 2020: Versöhnung

Der heutige Tag ist im israelischen Kalender ein besonders wichtiger Feiertag. Er bildet den Abschluss von insgesamt 10 Bußtagen, die den Beginn eines neuen Jahres (Rosch ha-Schana) markieren. In dieser Zeit denkt man an seine Sünden, die man im vergangenen Jahr begangen hat, bittet Gott um Vergebung und versöhnt sich mit allen, mit denen man Streit hatte. Denn nach jüdischem Glauben vergibt einem Gott erst dann, wenn man sich vorher mit Menschen versöhnt hat (vgl. Matthäus 6,14-15). Am Jom Kippur, so nennen die Juden ihren Versöhnungstag, dem letzten in dieser Reihe von Tagen, schränkt man sich in vielem ein (Arbeit, Essen, Trinken, Vergnügen), um sich ganz auf seine innere Reinigung zu konzentrieren.
Auch für Christen ist Versöhnung wichtig. Unser Tagesvers spricht von einer Versöhnung, die Gott ein für alle Mal als Grundlage legte, indem er seinen Sohn auf diese Erde sandte und ihn für uns zur Sünde machte, damit wir zur Gerechtigkeit werden konnten, die vor Gott Bestand hat. Das ist eine vollkommen sichere Basis für Vergebung, man kann sich keine bessere vorstellen. Denn wenn der Sohn Gottes selbst für uns die Strafe der Sünde trägt, dann sind wir – wenn wir das glauben und in Anspruch nehmen – für immer freigesprochen von unserer Sünde.
Das beschränkt sich nicht auf die Sünde in der Vergangenheit, sondern gilt auch für die Sünden, die wir als Gottes Kinder zwar gerne vermeiden wollen, aber doch noch des Öfteren tun werden. Und was die Versöhnung mit anderen Menschen angeht, so können wir nicht nur um Vergebung bitten oder diese anbieten, sondern wir können auch darauf hinweisen, dass man mit Gott in Christus versöhnt werden kann, um Frieden zu schließen und ewiges Leben zu bekommen.

Joachim Pletsch
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Kennen Sie auch Zeiten der Besinnung, um Fehler und Sünden der Vergangenheit zu bereinigen?
Tipp
Nehmen Sie sich doch heute Zeit dafür, mit Menschen und Gott ins Reine zu kommen!
Bibellese
3. Mose 23,27-32

Sonntag, 27. September 2020: Der ist für mich gestorben!

Wenn ich zum Ausdruck bringen will, dass ich jeden Kontakt zu einem anderen Menschen abgebrochen habe, gibt es kaum einen krasseren Ausdruck, als zu sagen: Der ist für mich gestorben! Damit sage ich: Der ist für mich wie tot. Und mit diesem Toten kann (und will) ich keine Beziehung mehr haben.
Obwohl dieser Satz sehr hart ist, habe ich ihn schon häufiger gehört, wenn Menschen über einen anderen berichten. Die Gründe für eine solche Aussage sind sehr verschieden. Manchmal beruht sie auf einer tiefen Enttäuschung, zum Teil aber auch auf Wut oder gar Hass auf einen Menschen. Mit einer solchen Motivation hat vielleicht auch mancher Pharisäer gedacht, als etwa 30 Jahre nach Beginn unserer christlichen Zeitrechnung der Mensch Jesus am Kreuz hingerichtet wurde: »Endlich ist Ruhe. Endlich ist der tot. Der ist für mich gestorben.«
Doch diese Wendung kann man auch anders betonen: Der ist für mich, also an meiner Stelle, gestorben. Statt seiner hätte ich eigentlich diesen Tod erleiden müssen. Tatsächlich steht bei Gott auf jede Form von Schuld nur eine Strafe: Der Tod. Wenn wir sündigen – und irgendwann tun wir das alle -, haben wir den Tod verdient. Das ist die gerechte Strafe für jedes Vergehen gegen Gottes Gebote, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Deswegen ereilt der Tod jeden irgendwann: Manchmal als unmittelbare Folge einer bestimmten Sünde, manchmal erst Jahre später. Das ist unser Dilemma: Wenn jeder, der sündigt, dafür den Tod erleidet, und wenn jeder sündigt, wie kann ich diesem Schicksal entgehen? Das geht nur, wenn jemand anderes meine Schuld auf sich nimmt, meine Strafe dafür trägt und für mich den Tod erleidet. Wohl dem, der in diesem Sinne sagen kann: Der (Christus) ist für mich gestorben.

Markus Majonica
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Können Sie das aus tiefer Überzeugung sagen: Christus ist für mich, d. h. an meiner Stelle, gestorben?
Tipp
Jesus drängt sich niemandem auf, aber er weist auch keinen zurück, der zu ihm kommt, um Ruhe von seinen Sünden zu finden.
Bibellese
Römer 5,1-11

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login