Montag, 06. Juli 2020: Der Verräterkuss

Der 6. Juli ist internationaler Tag des Kusses. Ein Grund, um diese Art des Körperkontakts einmal näher zu betrachten. Fakt ist: Küssen ist gesund. Beim Küssen steigt nachweislich die Pulsfrequenz, der Stoffwechsel wird angekurbelt, und Gesichtsfalten wird vorgebeugt. Forscher fanden heraus, dass Vielküsser im Schnitt fünf Jahre länger leben als Wenigküsser. Küssen erzeugt einen Wohlfühleffekt, ähnlich wie Schokolade – ohne allerdings dick zu machen. Das Zusammenspiel mehrerer Hormone, die vor und während des Küssens ausgeschüttet werden, können Schmerzempfindungen reduzieren, Hirnnerven aktivieren, Stress abbauen, für Entspannung sorgen sowie die Durchblutung und den Energieverbrauch steigern. Es gibt verschiedene, kulturell unterschiedlich ausgeprägte Arten des Küssens. Angefangen vom »Begrüßungsbussi« auf die Wange über Bruderküsse, die Zusammengehörigkeit ausdrücken, bis hin zu Politikerküssen, die friedliche Absichten unterstreichen.
Dass Judas ausgerechnet einen Kuss als Zeichen des Verrats wählte, erscheint deshalb besonders dreist, denn ein Kuss ist doch eigentlich ein Ausdruck von Freundschaft, Wohlwollen, Zuneigung oder Liebe. In diesem Fall aber sorgte Judas damit für Jesu Auslieferung an die Römer, die ihn wenig später brutal hinrichteten. Wie muss es Jesus geschmerzt haben, dass Judas ihn gerade mit dieser Geste verriet! Doch er wehrte den Kuss nicht ab und demonstrierte damit seine unerschütterliche Liebe selbst für seinen Verräter und für alle anderen, die für seinen Tod verantwortlich waren. Jesu Frage »Verrätst du mich mit einem Kuss?« war vielleicht die letzte Möglichkeit für Judas, die Bosheit seines Herzens zu erkennen und um Vergebung zu bitten.

Daniela Bernhard
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Frage
Warum hat Jesus sich nicht abgewendet, als er Judas auf sich zukommen sah?
Tipp
Wir wissen nie, wann uns Jesus die letzte Möglichkeit zur Umkehr gibt.
Bibellese
Johannes 13,21-30

Sonntag, 05. Juli 2020: Echte Hilfe?

Endlich wurde es geliefert. Schon vor Monaten hatte ich das Fahrrad für meine Tochter bestellt. Ich hatte Zweifel, ob es überhaupt kommt. Und nun stand diese Riesenkiste vor der Tür! Einfach auspacken und losfahren. Aber diese Riesenkiste beinhaltete gefühlte 1000 Einzelteile und eine fremdsprachige, kurz gehaltene Aufbauanleitung. Das erzeugte echten Frust! Wie sollte ich zum Beispiel diese Gangschaltung auseinander- und zusammenbauen, sodass sie funktionierte? Ich hätte mir jetzt einen Monteur von dieser Fahrradfirma an meiner Seite gewünscht.
Genauso empfinden manche die Bibel: als eine oft unverständliche, stellenweise bizarre und erst recht nicht hilfreiche Lektüre. Es erscheint derart kompliziert, sie zu lesen, und der Erfolg ist ja nicht greifbar wie bei meinem Fahrrad. Dies nahm allmählich Gestalt an. Aber das Bibellesen? Das Wunderbare an der Bibel ist: Es gibt einen unsichtbaren Mentor, wenn man sie liest. In dem oben zitierten Bibeltext geht es auch um jemanden, der versucht, in der Bibel zu lesen, und nicht klarkommt. Doch Gott schickte ihm einen Helfer, der ihm alles erklärte. Auch ich erlebe das immer wieder! Der Geist Gottes ist der unsichtbare Mentor, der uns hilft, die Bibel zu verstehen. Nicht immer auf die gleiche Art und Weise. Aber schon öfter dachte ich während einer Predigt im Gottesdienst: Das ist ja genau die Antwort auf meine Frage! So benutzt er auch heute immer wieder Menschen, die sein Wort erklären können, sodass ich es verstehen kann.
Und wenn ich alleine in der Bibel lese? Dann werde ich auch immer mehr davon verstehen, wenn ich Gott darum bitte. Denn er kann durch seinen Geist auch selbst zu meinem Herzen reden, sodass mir klar wird, was er mir sagen möchte.

Dr. Marcus Nicko


Frage
Was hält Sie vom Bibellesen ab?
Tipp
Lesen Sie und bitten Sie Gott um das richtige Verständnis!
Bibellese
Apostelgeschichte 8,26-40

Samstag, 04. Juli 2020: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist!

Der heutige Tagesvers ist einer meiner Lieblingsverse in der Bibel. Denn er gibt eine ganz einfache Gebrauchsanweisung, nach der menschliches Zusammenleben gut funktioniert.
Ich glaube, Sie stimmen mir zu, dass wir eine tolle Gesellschaft hätten, wenn sich alle daran hielten, Recht zu tun und Liebe zu üben. Was wäre es für eine wunderbare Welt, in der alle Menschen immer das Richtige täten und liebevoll miteinander umgingen. Aber Moment! Was steht da noch? Demütig wandeln mit meinem Gott? Da regt sich Widerspruch. Demut ist keine Eigenschaft, die wir fördern wollen. Das hat doch etwas mit Unterwerfung zu tun. Unterwürfig sein und duckmäuserisch den Kopf einziehen – das ist etwas Schlechtes.
Wenn man etwas gelten will, muss man die Ellenbogen gebrauchen. Sehen Sie, ich glaube, genau da liegt unser Denkfehler. Denn wenn man in der Welt etwas gelten will, dann steht man allzu leicht in der Versuchung, nicht mehr Recht zu tun und Liebe zu üben.
Wenn uns in dem Tagesvers gesagt wird, dass wir demütig mit Gott wandeln sollen, dann gehört dazu, dass wir danach trachten, seinen Geboten zu folgen, und das wiederum bedeutet, Gott und unseren Nächsten zu lieben. Dann halten wir uns nicht mehr für den Mittelpunkt der Welt. Dann geht es uns darum, Gott die ihm zukommende Ehre zu erweisen und das Wohl unserer Nächsten sogar über unsere eigenen Interessen zu stellen.
Mancher mag jetzt denken, dass so leben zu wollen, reine Utopie ist und dass es in dieser Welt einfach nicht ohne Selbstbehauptung geht. Aber hier setzt der Glaube ein, dass Gott alles in der Hand hat und dass er hier und in Ewigkeit nur unser Bestes will und es uns auch schenken wird, wenn wir uns ihm überlassen.

Anne Paschke
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Frage
Wie sähe unsere Welt aus, wenn wir alle das glauben könnten?
Tipp
Wir können nicht alle Welt umkrempeln, wir können aber bei uns anfangen.
Bibellese
Psalm 145

Freitag, 03. Juli 2020: Einheitlich oder einzigartig?

In meiner Kindheit hat meine Großmutter für mich jeden Sommer neue Holzpantoffel mit Lederband anfertigen lassen. Ich habe mich immer sehr darüber gefreut, da sie genau auf mich angepasst wurden. Das Lederband durfte ich sogar selbst aussuchen. Diese Holzpantoffel waren wertvolle Einzelstücke. Genauso wie wir Menschen auch »Einzelstücke« sind. In der heutigen Zeit wird überall über Einheitlichkeit und Gleichheit gesprochen. Die Modeindustrie produziert jährlich Millionen gleiche Jeans, Millionen gleiche Schuhe und andere gleiche Kleidungsstücke. Viele wollen genauso aussehen wie die Stars, sie lassen sogar ihre Gesichter »neu schneiden« und vergrößern oder verkleinern ihre Körperteile, um das Mode-Ideal zu erfüllen. Man kann alles gleichmachen.
Die Gentechnik ermöglicht mittlerweile, dass genetisch identische Tiere geboren werden. Das erste erfolgreich geklonte Tier war das Hausschaf »Dolly« im Jahr 1996. In den folgenden Jahren wurden noch weitere Tierarten geklont wie Hausrind, Hausziege, Hausschwein und viele andere. Im Jahr 2017 gelang es schließlich, Javaneraffen zu klonen. Wie wir wissen, sind die Affen dem Menschen anatomisch sehr ähnlich. Da scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der Mensch so etwas auch mit Menschen macht.
Wie aber stellte Gott sich das vor? In 1. Mose 1,27 steht: »So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau.« Also nicht gleich, sondern unterschiedlich. Gott hat nie die Absicht gehabt, gleiche Menschen zu erschaffen. Jeder Mensch ist von seinem Schöpfer für etwas anderes geplant, deshalb sehen wir auch alle anders aus und haben unterschiedliche Talente und Gaben.

Beatrix Weißbacher


Frage
Welche Einzigartigkeiten haben Sie?
Tipp
Nehmen Sie Ihre Talente und Gaben von Gott an und setzen Sie diese für ihn ein.
Bibellese
1. Mose 2,18-25

Donnerstag, 02. Juli 2020: Geburt eines Märchens, der Zeppelin

Die Sehnsucht nach der Ferne durch Fliegen zu stillen, hat die Menschen stets erfüllt. Deswegen war es, wie man heute sagen würde, ein riesiges Event, als sich heute vor 120 Jahren bei Friedrichshafen unter den Augen von etwa 12000 Zuschauern erstmals ein »Zeppelin« in die Luft erhob. An diesem Sommertag am Bodensee begann ein großes Abenteuer der Technikgeschichte. Die Faszination, die von diesen Luftschiffen ausging, war so gewaltig, dass Spenden (!) aus der begeisterten deutschen Bevölkerung dem Grafen Zeppelin die technische Weiterentwicklung ermöglichten.
Schließlich stellten sich – übrigens nach zahllosen großen und kleinen Unglücken – echte Erfolge ein, und die Deutschen jubelten, wenn sie diese Giganten am Horizont entdeckten. Im Ersten Weltkrieg hatten diese auch schon eine Rolle gespielt. Doch unter dem Strich war der Einsatz wenig ermutigend gewesen. Als dann aber die Luftschiffe anfingen, den Atlantik zu überqueren, mit 50 und mehr Personen an Bord, waren auch die Amerikaner ganz aus dem Häuschen. Zu Tausenden sammelten sie sich in Lakehurst, wenn eines dieser majestätischen Gebilde am Horizont erschien.
Ja, – und dann kam das Unglück von Lakehurst, und LZ-129 ging in Flammen auf. Es gab sehr viele Tote. Das Ende dieser Riesen war gekommen. In den Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit löste sich der Mythos dieser Technik auf wie Rauch im Wind. Wie manches andere Großunternehmen der Menschheit wurde es eingereiht unter der Rubrik: Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand. Sie muss immer wieder akzeptieren, dass ihr Grenzen gesetzt sind. Es gibt nur einen, dem keine Grenzen gesetzt sind: Gott, unserem Schöpfer. Sein Schöpfungswerk besteht länger als alles, was Menschen je geschaffen haben.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Wofür lassen Sie sich begeistern?
Tipp
Den Weg zu Gott, unserem Schöpfer, kann man ganz ohne technischen Aufwand finden.
Bibellese
Hebräer 1,1-10

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