Freitag, 30. Oktober 2020: Luther fordert den Papst heraus

Im Juni 1520 wird die Bannandrohungsbulle »Exsurge Domine« in der päpstlichen Kanzlei ausgefertigt. Widerruft Luther, so wird ihn der Papst wieder in den Schoß der Kirche aufnehmen. Widerruft er nicht, so verfällt er dem Bann. Der Stein ist im Rollen. Im November erscheint Luthers Schrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen«. Luther legt dar, dass die Freiheit der Kinder Gottes auf dem Evangelium ruht. Christus macht die Gläubigen frei vom Werk, vom Gesetz, von der Welt und ihren Mächten. Durch die ganze Schrift hindurch zieht sich eine Frage: Muss wirklich diese Lehre, die nichts anderes enthält als das Evangelium, als bösartige Ketzerei, als Ausgeburt der Hölle verdammt werden? Luther ruft die gefallene Kirche zur Umkehr, doch weder Papst noch Kaiser hören auf ihn. Der Bann ist immer noch eine furchtbare Waffe. Auch die Staatsmänner und Gelehrten, welche die Durchführung verzögern oder verweigern, wagen es nicht, die Bulle grundsätzlich abzulehnen. Da tut Luther den Schritt, den er schon im Juli angekündigt hat. Am Morgen des 10. Dezembers drängen sich in Wittenberg Studenten und Professoren um einen brennenden Scheiterhaufen. Die Werke des päpstlichen Kirchenrechts und einige scholastische Bücher werden ins Feuer geworfen. Dann tritt Luther, zitternd und betend, hinzu und wirft mit den fast unhörbar gesprochenen Worten »Weil du den Heiligen Gottes verderbt hast, deshalb verderbe dich das ewige Feuer« ein dünnes Heft ins Feuer – die Bannbulle. Außer ihm ahnt wohl keiner der Teilnehmer die Tragweite dieses Schritts. Luther hat im Namen Gottes Hand an die gesamte kirchliche Ordnung seiner Zeit gelegt. – Für die Wahrheit einzustehen, ist manchmal so wichtig, dass man um anderer willen sogar sein Leben aufs Spiel setzen muss.

Gabi Singer


Frage
Was würden Sie im Einsatz für die Wahrheit wagen?
Tipp
Wir versagen oft schon, wenn es um viel weniger geht als damals bei Luther.
Bibellese
Apostelgeschichte 19,23-40

Donnerstag, 29. Oktober 2020: Wegwerfen

Es gibt Dinge, die kein Mensch gebrauchen kann. Schmerzende Zähne, Rheuma, das Piepsen im Ohr … Manchmal würde man sich ein »schwarzes Loch« wünschen, in dem man all die unliebsamen Begleiterscheinungen des Lebens verschwinden lassen könnte. Aber diese Beispielliste ist natürlich längst nicht vollständig. Ein weiteres unliebsames Nebenprodukt des Lebens sind z. B. »Sorgen«, d. h. kraftraubende Gedanken über alle möglichen, subjektiv erwarteten Notzustände. Bei vielen Menschen dreht sich insbesondere in der Nacht das Gedankenkarussell, und selbst die kleinsten Probleme können im Dunkeln zu übermäßigen und unmittelbar bevorstehenden Katastrophen werden. Und ist die Nacht vorbei, heißt es dann für manche (gemäß dem alten Schlager von Jürgen von der Lippe): »Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da …« Dabei weiß man: Sorgen rauben Kraft und ändern normalerweise nichts an der Realität.
Der obige Vers beinhaltet sowohl eine Aufforderung als auch einen Hinweis darauf, wo man seine Sorgen loswerden kann. Zum einen werden wir aufgefordert, unsere Sorgen »wegzuwerfen«. Das erscheint leichter gesagt als getan. Gemeint ist hiermit, dass wir im Gebet unsere Nöte und Unsicherheiten dem allmächtigen Herrn übergeben sollen. Um das, was uns bedrückt, dadurch wirklich loszuwerden, ist es natürlich erforderlich, den Glauben und das Vertrauen zu haben, dass Jesus wirklich derjenige ist, der Macht über alle Dinge unseres Lebens und unseres Daseins hat. Und diesen Glauben schenkt uns Gott, wenn wir es ehrlich meinen und Gott demütig darum bitten. Dazu gibt er uns Einsicht, Kraft und Weisheit, das vor uns Liegende mutig anzupacken. Und um das, was für uns unmöglich ist, wird er sich kümmern.

Stefan Nietzke


Frage
Woran denken Sie zuerst, wenn Sie ein Problem haben?
Tipp
Denken Sie zuerst an den, der Ihnen helfen kann, und sagen Sie ihm, wo Sie »der Schuh drückt«!
Bibellese
Psalm 13

Mittwoch, 28. Oktober 2020: Lebenskämpfe

Vor Kurzem las ich das Buch der Könige im Alten Testament und ertappte mich dabei, wie ich die einzelnen Könige verurteilte. Einer nach dem anderen baute sich nämlich Götzenbilder und betete diese an. ›Wie kann man nur so offensichtlich irgendwelche aus Holz geschnitzte Figuren anbeten und erwarten, dass diese einem Sieg, Ruhm und Frieden bringen?‹, so fragte ich mich.
König Ahas ging sogar so weit, sich den Göttern seiner Feinde anzubiedern, weil er seine eigenen kriegerischen Niederlagen den überlegenen Göttern der Feinde zuschrieb. Für ihn war der Sieg seiner Feinde ein klarer Beweis für die Macht dieser Götzenfiguren. Für uns in der westlichen Welt ist dies zunächst eine völlig naive Vorstellung.
Doch als ich weiter darüber nachdachte, musste ich erschrocken feststellen, dass ich oft ganz ähnlich denke. Auch wenn ich mir natürlich keinen inneren Frieden von hölzernen, steinernen oder metallenen Figuren erhoffe, so glaube ich doch oft, dass mir die Traumfigur, das eigene Haus oder der gut bezahlte Job Sieg über die Unruhe, die Sorgen und die Ängste in meinem Leben geben könnten. Dinge und Zustände werden meine selbst ernannten Götter, denen ich nachjage.
Dabei ist doch ganz klar, dass die Erfüllung dieser Sehnsüchte meine Seele immer nur für begrenzte Zeit befriedigen kann. Ich muss also immer wieder nach neuen Göttern, neuen Heilsbringern Ausschau halten. Lasse ich jedoch Jesus Christus mein Leben bestimmen, so darf ich gewiss sein, dass ich wahren Frieden und Freiheit erlange. Derjenige, der den Tod besiegte, ist mächtig genug, alle meine Probleme zu überwinden. Er wird mir auch helfen, die anderen Götter von mir zu weisen und mich schließlich in sein Himmelreich bringen.

Kathrin Stöbener
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Frage
Von wem oder was erhoffen Sie sich den Sieg über die Probleme, Sorgen und Ängste in Ihrem Leben?
Tipp
Wagen Sie den Schritt und vertrauen Sie Jesus Christus, der den Tod besiegte.
Bibellese
2. Könige 5,1-17

Dienstag, 27. Oktober 2020: Mann will Garage vergrößern – Haus stürzt ein

Vor einigen Monaten passierte hier in Italien ein folgenschwerer Unfall. Ein Mann hatte beim Versuch, seine Garage zu vergrößern, einfach eine tragende Säule seines Hauses entfernt. Das war ein folgenschwerer Fehler, der den Mann das Leben kostete. Das Haus hatte keine Stütze mehr, fiel ein und begrub den Mann unter den Trümmern.
In unserem Tagesvers wird auch von einer tragenden Säule gesprochen. Dort wird von der Gemeinde, also von Christen, als einer Säule und als Fundament der Wahrheit gesprochen. Das heißt, sie stützt die Wahrheit, so wie eine Säule ein Gebäude stützt. Würde man die Gemeinde entfernen, würde keine Stütze für die Wahrheit da sein. Die Gemeinde hält die Wahrheit hoch, sie verbreitet die Wahrheit, und sie verteidigt die Wahrheit.
Die Welt, in der wir leben, braucht die Wahrheit. In einer Zeit, in der Philosophien und Denksysteme eine allein gültige Wahrheit immer mehr ablehnen, ist es eine wichtige Aufgabe der Christen, von der Wahrheit der Bibel zu reden und sie den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen – durch das, wie sie leben, und durch das, was sie sagen. Was für eine große Verantwortung und was für eine große Zusage, die Gott der Gemeinde gegeben hat! An anderer Stelle im Neuen Testament finden wir die Aussage, dass Jesus Christus das Fundament der Gemeinde ist (1. Korinther 3,11). Er ist die lebendige Wahrheit (Johannes 14,6), und er hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wir Menschen diese Wahrheit brauchen. Wenn Sie also denken: Was kümmert mich das alles, dann vergessen Sie nicht, dass auch Ihr Leben ein Fundament braucht, damit es bestehen kann – auch über den Tod hinaus. Und dazu brauchen wir Jesus Christus, alles andere reicht nicht.

Thomas Kröckertskothen
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Frage
Stehen Sie kurz davor, die Wahrheit preiszugeben?
Tipp
Vermeiden Sie es, indem Sie Jesus Christus und seine Gemeinde kennenlernen.
Bibellese
Apostelgeschichte 2,41-47

Montag, 26. Oktober 2020: An welchen Jesus glauben Sie?

Mancher wird sich wundern, was ich mit dieser Frage meine. Nun, es gibt fast so viele Meinungen über Gott, wie es Menschen gibt. Und beinahe ebenso viele verschiedene Meinungen existieren über die Person von Jesus. Deshalb ist die Frage berechtigt.
Stellen wir einmal zwei unterschiedliche Sichtweisen gegenüber:
Glauben wir an Jesus als einen ehrbaren Mann, der Wunder vollbrachte, Blinde wieder sehend und die Tauben hörend machte? Ist er für uns der Mann, der herausfordernd lehrte, einander zu lieben, sogar die Feinde, und der an einem Kreuz starb? Aber eben nicht mehr als jemand, der vor 2000 Jahren lebte? Bei dem man nicht viel mehr als die Tatsache akzeptiert, dass er eben ein guter Mensch war, den man, wenn man will, so gut es eben geht, nachahmen kann. Das mag dann vielleicht moralische und ethische Auswirkungen auf unser Leben haben. Aber mehr auch nicht.
Oder ist Jesus Christus für uns der, den man im Glauben als Herrn annehmen kann, als Gott selbst, der Mensch wurde und von den Toten auferstand? Ist dieser Jesus für uns der Christus, der König über alle Könige, der ewig lebt? Der uns anbietet, in uns zu leben und uns sein eigenes ewiges Leben zu schenken?
Nur diese letztere Sicht von Jesus macht den Unterschied! Dann nämlich akzeptieren wir die Tatsache, dass dieser Mann das war und ist, was er von sich selbst behauptet und mit vielen übernatürlichen Zeichen und Wundern bewiesen hat: dass in ihm der eine lebendige, unsichtbare Gott greifbar wurde und gezeigt hat, dass er uns Menschen von unserer Sünde retten will. Ausschließlich mit dem Vertrauen in diesen Jesus wird unser sündiges Leben verwandelt und für das Heute und für die Ewigkeit brauchbar für Gott.

Sebastian Weißbacher
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Frage
Wer ist Jesus für Sie? Nur ein guter Mensch oder ewiger Gott und HERR Ihres Lebens?
Tipp
Setzen Sie Ihr ganzes Vertrauen in Jesus Christus als Herrn und Gott!
Bibellese
Lukas 3,21-23; 4,14-23

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