Donnerstag, 20. Februar 2020: Wie ich dir, so du mir

»Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht«, das ist ein hintersinniger Spruch, den man heute hin und wieder zu hören bekommt, wenn es darum geht, zuallererst die eigenen Interessen zu wahren. Die Aussage ist theoretisch richtig, bei genauem Hinsehen jedoch zynisch, denn sie unterschlägt die Tatsache, dass es schon immer Menschen gab und gibt, die gar nicht in der Lage waren und sind, »an sich zu denken« im Sinne der Fähigkeit, sich selbst zu helfen. Die Wahrheit lautet vielmehr so: »Wenn jeder nur an sich denkt, geraten viele ins totale Abseits.«
Unser Tagesvers »denkt« in umgekehrter Richtung. Da geht es darum, zunächst anderen wohlzutun, sie zu versorgen und ihnen an dem teilhaben zu lassen, was man selbst zur Verfügung hat. Wer so handelt, dem wird versprochen, dass er auch selbst gesättigt wird und seinen Durst gestillt bekommt. Was in dem Bibelvers ganz buchstäblich gemeint ist und sich auf die tägliche Versorgung mit Nahrung bezieht, kann man getrost auf alle Bereiche des Lebens ausweiten. Es geht nämlich um ein Prinzip, das bei vielen Gelegenheiten angewendet werden soll.
Nach diesem Prinzip handelt auch Gott selbst. In der Sendung seines Sohnes Jesus Christus auf diese Erde wird das deutlich. Dieser war um die Menschen besorgt, um ihr äußeres Wohl – z. B. Gesundheit und Nahrungsversorgung -, vor allem aber um ihr Seelenheil. Dazu musste er unsere Sünden auf sich nehmen und die gerechte Strafe dafür, den Tod, ertragen. Das brachte ihm also erst einmal nur Verlust und gar keinen Gewinn. Aber dann, nach seiner Auferstehung, erwies sich Letzterer als so hoch, dass er für ewig Freude daran findet: Unzählige wurden schon durch den Glauben an ihn gerettet und bringen ihm in alle Ewigkeit Ehre und Dank dafür.

Joachim Pletsch
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Frage
An wen wollen Sie heute »denken«, bevor Sie sich um Ihre eigenen Dinge kümmern?
Tipp
Verzicht kann sich auf erstaunliche Weise in Gewinn verwandeln, ob es nun um Materielles wie z. B. Geld geht oder um Zuwendung und Liebe.
Bibellese
2. Korinther 8,7-9.13-15

Mittwoch, 19. Februar 2020: Der Welt abhandengekommen

Karl Lagerfeld wurde der »Alleinherrscher der Modewelt« genannt. Frankreichs Presse nannte den gebürtigen Hamburger, der Paris zu seiner Wahlheimat gemacht hatte, »König der Maßlosigkeit« oder »Karl den Großen« in Anspielung auf den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreiches war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung gelangte. Heute vor einem Jahr ging auch die »Regierungszeit« von Karl Lagerfeld zu Ende.
Um seine Exzentrik machte der Mann mit Stehkragen, Mozartzopf und Sonnenbrille nie einen Hehl. So sagte er 2002 in einem Interview: »I’m very much down to earth. Just not this earth.« (»Ich stehe fest mit beiden Beinen auf der Erde, allerdings nicht auf dieser Erde.«) Er bezog sich dabei auf das Rückert-Lied von Gustav Mahler (1860-1911), in dem es heißt: »… der Welt abhandengekommen«.
Karl der Große (742-814) und Karl Lagerfeld (1933-2019) waren beide streitbare Geister. Extrem, mitunter auch extrem gegensätzlich. Karl der Große war bemüht, die Sachsen gewaltsam zu christianisieren (»Taufe oder Tod« hieß es damals), während Karl Lagerfeld zitiert wird: »Ich wünschte mir, all die Geschichten mit den Christen, Moslems, Juden würden aufhören, und wir könnten wieder zur griechischen Mythologie zurückkehren.« In diesen jeweiligen Bestrebungen oder Wünschen dürften beide »der Welt abhandengekommen« sein. Denn wirkliches Christsein kann man weder erzwingen, noch kann man es einfach so abschaffen. Ersteres, weil Jesus Christus nur Freiwillige folgen – aus Überzeugung. Und Letzteres, weil 2000 Jahre biblische Geschichte nun einmal das Gegenteil beweisen: Gottes Wirken in seiner Kirche oder Gemeinde hört nicht auf.

Markus Wäsch


Frage
Wie geht es diesen beiden großen Karls jetzt?
Tipp
Auch das interessanteste Leben hat letztlich nur Sinn gemacht, wenn man in die Ewigkeit bei Gott investiert hat.
Bibellese
Psalm 73,1-16

Dienstag, 18. Februar 2020: Ausreden

Wenn wir in unserer Schulzeit am Gymnasium morgens zu spät die Schule erreichten, kamen wir nur selten gegenüber dem Lehrer an einer Erklärung vorbei, warum das schon wieder passiert war. Die Kunst der Ausrede bestand darin, eine möglichst glaubwürdige Erklärung zu finden, ohne dabei direkt zu lügen. Meistens ließ sich der Lehrer davon kaum beeindrucken, und es gab einen Eintrag ins Klassenbuch. Das eigentlich Unangenehme war aber, dass man sich vor der ganzen Klasse bloßgestellt fühlte. Es war eben peinlich.
Für Ausreden gibt es manche Anlässe, z. B. auch so einen wie in unserem Tagesvers. Da findet jemand eine Ausrede, um nicht arbeiten gehen zu müssen. Ein Löwe ist natürlich gefährlich, dem möchte man lieber nicht begegnen. Aber man weiß auch, dass Löwen nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit vor der Tür lauern – selbst damals vor 3000 Jahren nicht, als dieser Spruch aufgeschrieben wurde. Aber dem Faulen ist es egal, wie glaubwürdig seine Ausrede tatsächlich ist. Sie genügt ihm, sie ist ihm Grund genug, um auf Arbeit zu verzichten.
Vor schwierigen Aufgaben möchte man sich schon mal lieber drücken, da ist einem dann selbst eine nur halbwegs glaubwürdige Ausrede schon recht. Aber was wäre das, wenn sich alle gegenseitig im Stich lassen, weil sie entweder zu faul, zu gleichgültig oder auch zu kleingläubig sind, um sich einer Sache zu widmen, die getan werden muss. Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat jedenfalls keine Ausrede gesucht, um sogar den Sühnetod an unserer Stelle zu erdulden, obwohl damit Ängste, Folter, Spott und Hohn in unverstellbarem Ausmaß verbunden waren. Wie froh bin ich darüber, denn dadurch bin ich nun versöhnt mit Gott und kann mich freudig und dankbar dafür einsetzen, dass auch andere von dieser Rettungstat erfahren.

Joachim Pletsch
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Frage
Wofür hatten Sie schon Ausreden parat?
Tipp
Jesus Christus hat wie ein Löwe für uns gekämpft (vgl. Offenbarung 5,5), damit wir ewiges Leben gewinnen können.
Bibellese
Johannes 18,1-11

Montag, 17. Februar 2020: Höchster Ehre würdig

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht in Tageszeitungen, Boulevard-Blättern, Magazinen und sonstigen Medien prominente Personen wie z. B. Regierende, berühmte Schauspieler oder erfolgreiche Sportler präsentiert bekommen. Unser Blick wird beständig auf sie gelenkt, und unsere Wahrnehmung und Gedanken werden von ihnen beherrscht. Aber sind das wirklich immer die Menschen, die etwas für unser Wohlergehen geleistet haben oder dafür einstehen?
Im Tagesvers werden wir aufgefordert, einem bestimmten Typ Mensch unsere Aufmerksamkeit zu widmen, nämlich jemandem, der geschickt ist in seiner Tätigkeit. Von diesem wird gesagt, dass er vor Könige treten wird. Das bewahrheitet sich wirklich hin und wieder, wenn »ganz normale« Menschen von höchster Stelle für ihre Verdienste geehrt werden, z. B. mit dem Bundesverdienstkreuz. Der Grund ist klar: Sie haben sich intensiv einer Sache gewidmet, die für viele zum Nutzen wurde. Das ist wahrlich einer Ehrenbezeugung wert.
Heute will ich Ihren Blick aber auf jemanden lenken, der noch viel mehr unser aller Aufmerksamkeit verdient hat, denn er hat sein Leben einer Sache gewidmet, die zur Rettung aller Menschen aus ihrem Todesschicksal dienen sollte. Es ist Jesus Christus, der Sohn Gottes, der ganz unscheinbar in unsere Welt hineingeboren wurde, ganz ohne Auf- und Ansehen heranwuchs und dann sein Leben gemäß seinem Auftrag von Gott dem Werk der Erlösung widmete. Er war als Einziger dazu fähig, den Weg zu bahnen, damit wir Menschen mit Gott versöhnt werden konnten. Und nachdem er sogar sein Leben dafür am Kreuz geopfert hatte, fuhr er in den Himmel auf und empfing dort Ehre und Herrlichkeit für das, was er getan hatte. Und eines Tages werden ausnahmslos alle ihre Knie vor ihm beugen.

Joachim Pletsch
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Frage
Welche Menschen bewundern und verehren Sie?
Tipp
Der Sohn Gottes hat täglich unseren Dank und unsere Ehrenbezeugung verdient, weil wir durch ihn den höchsten Nutzen überhaupt haben können – ewiges Leben bei Gott.
Bibellese
Philipper 2,5-11

Sonntag, 16. Februar 2020: Gerechtigkeit

Schon manch einer hat versucht, sich von seiner Schuld freizukaufen oder seine Richter zugunsten eines milden Urteils zu bestechen. Doch wenn »Justitia« wirklich dem geforderten Ideal entspricht, dann ist sie für keinerlei Vorteilsnahme empfänglich und sieht auch die Person nicht an. Deshalb wird sie ja auch als Frau mit verbundenen Augen dargestellt, und ihre Hand hält sie nicht hin, um ein Bestechungsgeld zu erhalten, sondern sie hält damit eine Waage, die unerbittlich das Ausmaß der Schuld anzeigt, über die ein Urteil gesprochen werden muss.
Auch wenn menschliche Justiz schon mal versagt, bei Gott geht es absolut gerecht zu. Ihm als Schöpfer aller Dinge könnte man ja auch gar nichts geben, was ihm nicht schon gehört, um ihn damit milder zu stimmen und von seiner Gerechtigkeit auch nur ein kleines Stück abzurücken. Umso mehr sollten Menschen ihn fürchten und nach der Gerechtigkeit streben, die vor Gott gilt. Nur das rettet sie »am Tag des Zornes«, wenn Gott Gericht hält über alle Menschen. Aber ist Gott wirklich nur der unerbittliche Richter, der sich durch nichts von seinem Urteil abbringen lässt?
An dieser Stelle ist es unbedingt notwendig, auch von Gottes Gnade zu reden, die uns vor diesem Gericht bewahren will. Aus Gnade und Barmherzigkeit hat er nämlich für das Problem, dass es uns an seiner Gerechtigkeit mangelt, eine Lösung geschaffen. Er hat alle unsere Schuld auf seinen Sohn Jesus Christus gelegt, der dann mit seinem absolut gerechten Leben dafür bezahlte. Jeder, der das für sich persönlich in Anspruch nimmt, wird freigesprochen von seiner Schuld, wenn er Gott darum bittet, und er wird damit gerettet vor seiner gerechten Strafe, vom Tod.

Joachim Pletsch
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Frage
Sind Sie schon fröhlicher Nutznießer dieser von Gott geschenkten Gerechtigkeit?
Tipp
Danken Sie Jesus Christus für das, was er auch für Sie getan hat. Dann ist Gott nicht mehr Ihr Richter, sondern Ihr Vater.
Bibellese
Römer 3,21-26

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