Donnerstag, 26. März 2026: »Was soll ich denn mit Jesus tun?«, Johannes 19,22

Widerwillig und mit schlechtem Gewissen hatte Pilatus ein Todesurteil unterschrieben. Wieder einmal war ihm bewusst geworden, dass die Juden ihn in der Hand hatten. Sie hatten auch ihre Beziehungen nach Rom. Die »Straftaten«, die man Jesus vorwarf – Gotteslästerung, Tempelschändung, er habe sich als König der Juden ausgegeben -, erwiesen sich schnell als haltlos, nachdem er Jesus verhört hatte. Doch dann hatte Pilatus eine glänzende Idee: Ein lang gesuchter und verurteilter Mörder sollte gegen Jesus ausgetauscht und getötet werden. Der vermeintlich »kluge Schachzug« ging nach hinten los. Die aufgehetzte Menge wollte den Mörder frei haben.

Alle Versuche, den Angeklagten für unschuldig zu erklären, gingen unter in dem Geschrei: »Weg mit ihm, lass ihn kreuzigen!« Die Volksmenge drohte ihm sogar: »Wenn du diesen freisprichst, bist du des Kaisers Freund nicht mehr!« Damit hatten sie ihn an seiner Schwachstelle getroffen, sodass er nachgab und das Urteil unterschrieb.

So schrieb er auf das Schild über dem Kreuz »Jesus von Nazareth, König der Juden«. Prompt protestierten die Juden. »König der Juden« sei nicht zutreffend, sagten sie, es müsse heißen: »Er hat behauptet, König der Juden zu sein.« Für Pilatus war das Maß voll, jetzt zeigte er Stärke und antwortete: »Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.« Ob Pilatus danach noch eine Nacht mit einem guten Gewissen schlafen konnte, wissen wir nicht.

Was zunächst aussah wie eine Verkettung von durch Menschen verursachten Umstände, war von Gott schon von Anfang der Schöpfung so geplant. Jesus kam auf diese Erde mit der Absicht, durch diesen qualvollen Tod am Kreuz eine verlorene Menschheit zu erlösen und die Macht des Bösen und den Hass durch Liebe zu besiegen.

Günter Seibert

Mittwoch, 25. März 2026: Gesucht und gefunden, Jesaja 65,1

Das ist schon merkwürdig und auch etwas kompliziert: (1) Man sucht etwas, das einen gar nicht interessiert; (2) man findet etwas, das man gar nicht gesucht hat. Könnte das etwas mit Ihrem Leben zu tun haben? Als ich den oben stehenden Satz in der Bibel las, musste ich an meine Bekehrung denken. Davor hatte ich mit Gott gar nichts zu schaffen. Ich machte mir auch keine Gedanken um eine mögliche Existenz Gottes. Das Leben nahm ich so hin, wie es war, und fühlte mich zu 100 Prozent selbst verantwortlich. »Herr Glück«, »Frau Pech«, »Mister Zufall« und die Devise »Jedem das Seine« prägten meinen Alltag.

Ich hatte nicht nach Gott gefragt – dennoch hatte ich angefangen, nach ihm zu suchen. Ich hatte Gott nicht gesucht – dennoch hatte ich ihn gefunden. Oder vielmehr: Er hat mich gefunden! Wie ist so etwas möglich? Die Antwort ist einfach und doch komplex: Es ist Gnade! Das heißt, diese etwas merkwürdig klingende Aussage in unserem Tagesvers ist eine Definition der Gnade Gottes.

So hält Gott Ausschau nach Menschen, die nicht nach ihm fragen und ihn nicht suchen, sondern ignorieren. Ich würde das nie tun, ich hätte nichts übrig für Menschen, die kein Interesse an mir haben und mir offensichtlich nicht wohlgesonnen sind. Welch große Leidenschaft muss Gott für uns Menschen haben, dass er sich von Ignoranten, Spöttern und Desinteressierten finden lässt?

Nun lese ich schon seit vielen Jahren in der Bibel, und Jesus ist mir in seiner unendlichen Liebe schon mehrfach begegnet. Aber gerade unter diesem Aspekt der Ablehnung Gottes durch den Menschen wird mir Gottes beständige und suchende Liebe immer größer. Ich lerne immer wieder aufs Neue, dass ich die wahre Liebe Gottes mit meinem Verstand niemals begreifen kann.

Axel Schneider

Dienstag, 24. März 2026: Gott wartet auf unsere Reaktion, Jakobus 1,22

Irgendein kluger Mensch hat zu der Aussage des Tagesverses einmal gesagt: »Dauernde Impression ohne entsprechende Expression führt zu schwerwiegender Depression.« Das heißt wohl auf Deutsch: Wer dauernd nur (fromme) Predigten hört und das Gehörte nicht im Umgang mit seinen Mitmenschen anwendet, der wird bald alle Verbindung zu Gott verlieren und von Zweifeln geplagt herumlaufen. Das ist auch sehr einleuchtend, denn bereits aus der Pädagogik wissen wir, dass nicht angewandtes Wissen im Sande verlaufen muss und Lernen bestmöglich an eigene Erfahrung gekoppelt ist.

Wenn wir Predigten hören oder Kalenderzettel lesen, dann sind es nicht die menschlichen Worte, die zu unserem Herzen reden wollen. Gott redet durch den Heiligen Geist zu uns. Das bedeutet aber auch, dass es dem höchsten und allmächtigen Wesen kaum egal sein kann, wenn die Menschen seine heilsamen Anweisungen stolz ignorieren und stattdessen die Hände in den Schoß legen oder aber einfach machen, was sie wollen.

Gleichzeitig liebt Gott die Menschen und will sie nicht blindlings ins Verderben rennen lassen. Darum redet er dann nicht mehr mit Worten, sondern mit Taten zu uns. So nimmt er beispielsweise den Frieden von der Erde und lässt uns in Form von Kriegen und anderen Gräueltaten einen Vorgeschmack auf die Hölle erleben. Denn dort, in der Verdammnis, wird alles Böse an einem Ort versammelt sein. Es wird ein furchtbarer Ort mit ewiger Qual, unendlichem Leid und Unglück sein.

Darum ist der Tagesvers so überaus wichtig für uns alle. Gottes Geduld reicht bist heute – Sie können diese Kalenderandacht lesen. Sie haben noch die Möglichkeit, umzukehren und seine Vergebung anzunehmen, um gerettet zu werden. Aber eines Tages wird es zu spät sein.

Hermann Grabe

Montag, 23. März 2026: Wunderwerk Wolke, Hiob 26,8

Keine Wolke gleicht der anderen. Es gibt Cumuluswolken, die aussehen wie Zuckerwatte; Cirruswolken, die wie mit dem Pinsel getupft sind; Cumulonimbuswolken, die wie ein Amboss bis zu 15 Kilometer hoch in die Atmosphäre wachsen; und Stratuswolken, die bedrohlich wie eine bleierne Decke auf uns lasten.

Der italienische Wolkenphysiker Vicenzo Levizzani (* 1957) forscht über Wetterphänomene und Wasserkreisläufe. Über das Geheimnis der Wolken, das Menschen seit Jahrtausenden fasziniert, hat er ein umfassendes Handbuch geschrieben. Nach eigener Aussage steht er mit beiden Beinen auf dem Boden. Dennoch: »Das größte Wunder ist, dass es sie überhaupt gibt! Damit Wolken entstehen können, müsste die Erdatmosphäre eigentlich drei- bis viermal feuchter sein, als es tatsächlich der Fall ist. In der Luft braucht es daher zusätzliche Partikel, an denen Wasserdampf zu Tröpfchen kondensieren kann und aus denen sich dann Wolken am Himmel formen. Bei diesen Partikeln handelt es sich um Staub, Salz und Rußpartikel. Nur deshalb bilden sich Regenwolken. Sie haben einen schwer fassbaren Charakter. Wir sind weit davon entfernt, Wolken wirklich zu verstehen«, sagt er. Lesen Sie, was die Bibel dazu sagt:

»Ja, Gott ist erhaben, wir fassen es nicht: Er zieht Wassertropfen herauf, treibt seine Wolken zusammen zum Regen, der dann aus ihnen rieselt und viele Menschen benetzt. Versteht man gar das Ausbreiten der Wolken?« (Hiob 36,26-29)

»Er belädt die Wolken mit Wasser und schickt sie mit Blitzen umher.« (Hiob 37,11)

»Steh auf und betrachte Gottes Wunder! Weißt du, wie Gott ihnen Befehl erteilt? Verstehst du das Schweben der Wolken, die Wunder dessen, der alles weiß?« (Hiob 37,14-16)

Andreas Fett

Sonntag, 22. März 2026: Wasser – unser Lebenselixier, Johannes 4,13

Wasser ist ein kostbares Gut auf dieser Erde. Es ist die Grundlage allen Lebens. Daher sucht man auf dem Mond oder anderen Planeten nach Wasservorkommen, um abzuschätzen, ob dort Leben möglich ist. Jeder Mensch sollte am Tag zwei Liter Wasser trinken, damit seine Körperfunktionen nicht beeinträchtigt sind.

Um dieser Bedeutung des Wassers Aufmerksamkeit zu schenken, wird heute der Tag des Wassers begangen. Und das sehr zu Recht! Bedingt durch die Klimaerwärmung haben manche Regionen der Erde schon deutliche Schwierigkeiten, die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherzustellen. Selbst in Europa – besonders in Osteuropa – stehen einige Länder vor der Herausforderung, für genügend Trinkwasser zu sorgen. Auch in Deutschland ergeben sich Probleme, da die durchschnittliche Wassertemperatur in unseren Seen und Talsperren ansteigt. Dadurch können mehr Mikroorganismen und Algen wachsen, was die Wasserqualität erheblich beeinträchtigt. Die Aufbereitung zu Trinkwasser wird dadurch erschwert.

Diese unsere Abhängigkeit von sauberem Trinkwasser benutzt Jesus für einen Vergleich. Er redet mit einer Frau an einem Brunnen, aus dem diese Wasser schöpfen will, und erklärt ihr: »Wenn du Wasser trinkst, hast du immer wieder Durst und musst wieder zum Brunnen gehen, um neues Wasser zu holen. Es gibt aber ein Wasser, das dieses Problem für immer löst. Man bekommt nie wieder Durst. Dieses Wasser ist das ewige Leben.« Wer dieses Wasser hat, dessen Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit ist gestillt. Sein Leben hat fortan volle Genüge und ist ganz erfüllend. Jesus bietet uns dieses Wasser an. Er möchte uns Leben in einer innigen Beziehung zu ihm schenken. So lädt er jeden ein: »Komm und trinke von diesem Lebenselixier!«

Bernhard Volkmann

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