Montag, 20. Januar 2025: Dschungel-Erlebnisse (1), 1. Mose 8,4

Seit einigen Jahren leben wir als Familie mit vier Kindern in einem recht abenteuerlichen Umfeld: Wir wohnen mitten in einem undurchdringlichen Dschungel, wobei der Fluss vor unserem Haus die einzige Verbindung mit der Zivilisation darstellt. Internet und Strom gibt es nicht. An so einem Ort erlebt man natürlich viele Abenteuer! Die folgenden Erlebnisse haben eine Sache gemeinsam, nämlich, dass wir durch sie die Realität Gottes erfahren haben.

In der Regenzeit regnet es bei uns manchmal so heftig, dass unser Fluss um 3-4 Meter anschwillt. In jener Nacht regnete es wie aus Eimern. Mehrere Male wachte ich auf und beobachtete besorgt den steigenden Wasserstand. Unser Holzboot trieb wie ein Pingpongball in den Wasserströmen hin und her. Als ich in der Morgendämmerung erneut nach dem Boot schauen wollte, war der Schock groß: Es war weg, das Seil war gerissen! Panik und Hilfslosigkeit stieg in mir auf. Was jetzt? Ich weckte meine Frau und die Kinder, erklärte ihnen die Situation, und wir fingen an, gemeinsam zu beten. Während des Gebets kam mir die Geschichte von Noah in den Sinn und so betete ich: »Herr, du bist der Gott, der bei der Sintflut die Arche bewahrt hat und sie sicher auf dem Berg stranden ließ. Herr, du kannst doch auch unser Boot bewahren!« Doch gleich, nachdem ich so gebetet hatte, stiegen Zweifel in mir auf, denn weggeschwemmte Boote erleben hier oft kein Happy End. Sie verschwinden einfach spurlos.

Wie groß aber war unsere Dankbarkeit, als am Nachmittag der Suchtrupp zurückkam und freudestrahlend berichtete, dass sich unser Boot wie durch ein Wunder flussabwärts in einem Busch verfangen und die Karussellfahrt völlig unbeschadet überstanden hatte. Wieder einmal haben wir erlebt: Gott tut Wunder und erhöht Gebet – auch noch heute!

Tony Keller

Sonntag, 19. Januar 2025: »House of One«, Johannes 17,11

In Berlin soll dieses Jahr das »House of One« (»Haus des Einen«) eröffnet werden – ein allererstes Bet- und Lehrhaus für Christen, Juden und Muslime zugleich. Unter einem Dach können so alle drei Religionen ihre Gottesdienste abhalten und vor allem den interreligiösen Dialog suchen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Hoffnung, dass durch einen intensiveren Austausch über die jeweiligen religiösen Ansichten die Gemeinsamkeiten hervortreten, die Unterschiedene marginalisiert werden und dadurch das Konfliktpotenzial verschwindet.

Wenn es um die Einheit der drei monotheistischen (mono = eins; theistisch = göttlich) Religionen geht, wird häufig der Tagesvers angeführt. Wird hier denn nicht darauf verwiesen, dass es um den einen Gott geht und alle Konflikte über alles, was darüber hianusgeht, abgelegt werden sollen? Nun, unabdingbar für das richtige Verständnis einer Aussage ist die Information über den Sprecher. Dieser ist hier Jesus (Johannes 17,1). Er spricht als Gottes Sohn zu Gott als seinem Vater: »Heiliger Vater!« Und er verweist darauf, dass Gott seinen Namen – also seine Göttlichkeit – ihm, Jesus, gegeben hat. Nur dadurch konnte Jesus die Schuld der Menschen tragen und eine Rettung schaffen, auf deren Grundlage eine perfekte Einheit möglich ist.

Darin liegt nun aber der Knackpunkt im Blick auf die »Religionen des Einen«: Im Islam wird Jesus die Gottessohnschaft und damit die Göttlichkeit aberkannt, er ist ein Prophet (Isa). Die Juden ordnen ihn als Gelehrten ein und warten weiterhin auf den Messias. Kein interreligiöser Dialog und kein House of One kann das vereinen, was sich widerspricht, und eine Rettung schaffen, die nicht durch Jesus geschieht. Denn er sagt: »Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Johannes 14,6).

Joel Höfflin

Samstag, 18. Januar 2025: Ist das echt?, Galater 2,20

Inmitten des hektischen Alltags, in dem wir oft von Sorgen und Stress überwältigt sind, vergessen wir manchmal, dass es immer Hoffnung gibt. Wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit kann uns Glaube an etwas Größeres Kraft und Trost spenden …

Okay – bis hierhin. Diese Sätze habe ich nicht selbst geschrieben, sondern der Computer. Genauer gesagt eine KI, nämlich der Chatbot »General Pretrained Transformer« der Firma OpenAI, kurz »ChatGPT«. Mit der KI kann man sich schriftlich wie mit einem menschlichen Gegenüber unterhalten, Fragen stellen und dabei Zugang zu (fast) dem gesamten online verfügbaren Wissen erhalten. Ein unglaublich vielseitiges Werkzeug, das einem beim Benutzen mitunter unheimlich vorkommt – so echt, so menschlich klingen die Antworten. Wie viele Schüler und Studenten sich ChatGPT bei Hausaufgaben und -arbeiten zunutze machen, können Ihnen Lehrer und Dozenten aus erster Hand berichten.

Zwar lässt sich manche Hausaufgabe so scheinbar erledigen, doch wird ein KI-Produkt im Vergleich zu einem menschlichen Text eines niemals leisten können: persönliche Liebe und Wertschätzung. Stellen Sie sich einmal vor, ein rührender Liebesbrief – aber kein bisschen Herzblut darin. Per Mausklick in vier Sekunden von ChatGPT geschrieben. Doch wir Menschen sehnen uns zutiefst nach individueller Liebe und Wertschätzung, die sich in ganz persönlicher Kreativität ausdrücken. Echte Liebe wird sichtbar an echtem Einsatz, nicht an einem KI-Algorithmus.

Jesus legte großen Wert auf diese Wahrheit. Authentische Liebe ist laut der Bibel auch immer Liebe mit Einsatz, Liebe mit Opfer. Und das hat Jesus wie kein anderer vorgelebt, wie es im Tagesvers heute heißt. Echte Liebe opfert etwas! Ganz so wie Jesus.

Jan Klein

Freitag, 17. Januar 2025: »Das macht doch jeder!«, 1. Mose 31,20

Gewiss haben Sie eine klare Vorstellung von fairem Verhalten. Oft wissen wir genau, welches Verhalten wir von unserem Gegenüber je nach Situation erwarten. Doch folgen wir auch selbst diesen Vorstellungen? Ein Beispiel dazu:

Ihr Fahrrad wurde vor Ihrer Haustür gestohlen, und Sie dachten entspannt an Ihre Hausratversicherung. Doch der Versicherungsvertreter holte Sie schnell in die Realität zurück: »Nach Ziffer 13 b ist ein Fahrrad (nur) dann mitversichert, wenn es in Haus oder Garage verschlossen abgestellt ist.« Was nun? Ihr Rad war nicht abgeschlossen! Sollen Sie das korrekt angeben? Wie ehrlich sind Sie dann?

Ein anderes Beispiel: Vor einigen Jahren stand bei uns der Abschluss einer Gebäudeversicherung gegen Feuer-, Wasser- und Sturmschäden an. Aus meinem Beruf ist mir die häufige Unterversicherung von Eigentümern bekannt. Sie freuen sich über einen niedrigen Jahresbeitrag. Doch das ist ein großer Schwindel. Man übersieht, dass im Schadensfall der Gebäudewert noch einmal nachgerechnet wird. Kommt dabei eine Unterbewertung heraus, wird die Erstattungssumme drastisch gekürzt. Wenn Sie also über die Jahre nur den halben Wert eingezahlt haben, wird auch nur die Hälfte des vielleicht großen Schadens erstattet. Der Schwindel fliegt auf und schadet Ihnen. Wie ehrlich sind Sie hier?

Jakob, ein Stammvater des Volkes Israel, setzte in seinem Verhalten oftmals auf Täuschung und listigen Betrug. Er war nicht ehrlich! Doch erst spät bemerkte er, dass damit keine Probleme gelöst werden. Schlimmer noch: In späteren Jahren holte ihn sein eigener Schwindel ein. Die engste Familie betrog ihn, jegliches Vertrauen war zerstört. Mehrmals musste er deshalb sogar fliehen.

Klaus Spieker

Donnerstag, 16. Januar 2025: Mein Haushaltsplan und Gott, Matthäus 6,21

»Erzähle mir nicht, was du wichtig findest, sondern zeige mir deinen Haushaltsplan. Dann sage ich dir, was du wichtig findest!« US-Präsident Joe Biden erzählte, dass er diesen Tipp von seinem Vater erhalten habe. Er hat dadurch gelernt, dass ein politisches Ziel ohne die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel lediglich ein kraftloses Lippenbekenntnis bleibt. Die Höhe des Investitionsbudgets ist daher ein Gradmesser, ob jemand dieses Ziel wirklich erreichen will.

Viele Menschen sagen, sie glauben an Gott. Doch in ihrem Leben ist nichts davon zu sehen, dass sie in die Beziehung zu Gott investieren. Sie nehmen sich kaum Zeit, über seine Person und seinen Willen nachzudenken, in der Bibel zu lesen oder zu beten. Auch ihr Umgang mit Geld und Besitz zeigt, dass sie sich vorrangig für diesseitige Dinge interessieren.

Jesus fordert uns in Matthäus 6 auf, uns lieber einen Schatz im Himmel statt auf der Erde zu sammeln – denn dort garantiert Gott für dessen Sicherheit. Schätze auf der Erde sind dagegen durch Inflation, Diebstahl usw. gefährdet und müssen spätestens mit dem Tod zurückgelassen werden. Wenn wir an erster Stelle die bestmögliche Versorgung unserer irdischen Lebensumstände anstreben und uns um gutes Essen, modische Kleidung usw. sorgen, räumen wir Gott damit automatisch eine nachrangige Priorität ein. Unser Leben zeigt dann, dass wir nicht daran glauben, dass er uns mit allem Nötigen versorgen möchte. Wenn wir dagegen wirklich an Jesus Christus glauben, wird man das auch an unserem Zeit- und Haushaltsplan ablesen können. Gott geht es dabei nicht um unser Geld – aber er möchte unser Herz zu sich ziehen, um uns mit einem Schatz im Himmel zu beschenken.

Andreas Droese

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