Mittwoch, 19. Juni 2024: Wunderkind, Psalm 104,24

Man kann sich schon wundern, wenn ein Kind in jungen Jahren ganz außergewöhnliche Fähigkeiten zeigt. Blaise Pascal war so eines. Er wurde am 19. Juni 1623, also vor über 400 Jahren, geboren. Mit zwölf entwickelte er selbstständig die euklidische Geometrie bis zum 32. Lehrsatz. Er erstellte das nach ihm benannte Pascalsche Dreieck. Mit 16 schrieb er über die Kegelschnitte und erlangte große Bekanntheit in der wissenschaftlichen Welt. Als er 19 Jahre alt war, wollte er seinen Vater, einen Kaufmann, bei dessen Berechnungen unterstützen und begann, eine Rechenmaschine zu entwickeln: Die Pascaline war die erste mechanische Rechenmaschine für Grundrechenarten und damit der Vorläufer des Computers. Pascal war der Auffassung, mathematische Theorie müsse etwas mit der Lebenspraxis zu tun haben. Später beschäftigte er sich mit dem Phänomen des Luftdrucks und entwickelte das erste Barometer; nach ihm ist auch die Einheit des Luftdrucks benannt.

Pascal lebte in der Zeit der Renaissance, der Aufklärung – einer Epoche der Abwendung von kirchlichen Traditionen und darüber hinaus grundsätzlich vom Glauben an Gott. Blaise Pascal hingegen hat sich trotz (oder: gerade wegen?) seiner hohen wissenschaftlichen Kompetenz sehr konsequent zum christlichen Glauben bekannt. Er zeigte auf, dass die Wissenschaft nur erkennen kann, was Gott geschaffen hat.

Pascal hatte eine persönliche Beziehung zu Gott. Für ihn war Jesus Christus sein Retter und Herr. In seinen Pensées (einer Gedankensammlung über Glaube und Wissenschaft) formuliert er geniale und scharfsinnige Gedanken, die die Verlorenheit des Menschen ohne Gott und die Notwendigkeit der Erlösung belegen. Er hat vorgelebt, dass Glaube und Wissenschaft vereinbar sind.

Bernhard Volkmann
Frage
Wie denken Sie über die Erkenntnisse und Erfolge der Wissenschaft?
Tipp
Gott gibt sich auch unserem Verstand zu erkennen, wenn wir ihn suchen.
Bibellese
Psalm 14

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Dienstag, 18. Juni 2024: Chancenlos?, Johannes 5,7

Dass Chancen häufig nicht gleich verteilt sind, ist eine traurige, aber beinahe banale Tatsache. Wir haben heute so viele Möglichkeiten, aber nicht jedem stehen diese offen. In der Pandemiezeit, in der die Schule häufig online lief, hat sich gezeigt, dass wirtschaftlich schwächer aufgestellte Familien oft nicht über die Möglichkeiten verfügten, mit ihren Kindern dem Unterrichtsgeschehen ungestört zu folgen. Soziale Teilhabe ist eben oft eine Frage des Geldes. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Chance und tatsächlicher Teilhabe bei Menschen, die durch eine Behinderung die Möglichkeiten, die scheinbar allen offenstehen, nicht nutzen können. Jede Treppe zum Klo in einem Restaurant stellt für einen Rollstuhlfahrer ein unüberwindliches Hindernis dar. Ohne Hilfe bleibt die offene Chance unerreichbar.

So ging es auch dem Gelähmten im heutigen Bibelvers. Die Chance auf Heilung durch ein Bad im Teich Betesda war in greifbarer Nähe, aber der Weg dahin nicht barrierefrei. Und selbst wenn der Betroffene sich auf den Weg gemacht hätte, wären andere schneller gewesen. Auf sich allein gestellt war dieser Mann ohne jede Hoffnung. Chancenlos.

Jesus Christus sieht diese Hilflosigkeit und heilt den Chancenlosen. Dabei geht es dem Sohn Gottes aber nicht um Teilhabe im Hier und Jetzt, denn die Welt bleibt ungerecht. Jesus sieht vor allem die Hilflosigkeit der Menschen in Bezug auf die himmlische Ewigkeit, wie die des Gelähmten, in das heilende Wasser zu kommen. Ohne seine Hilfe bleibt uns diese Teilhabe verwehrt. Doch mit dem Beispiel des für sich chancenlosen Gelähmten macht er deutlich, dass jeder, der sich ihm anvertraut, bei ihm die gleiche Chance hat, an das Ziel des ewigen Lebens zu kommen.

Markus Majonica
Frage
Haben sich Ihnen schon einmal Lebenschancen verschlossen?
Tipp
Jetzt ist die beste Gelegenheit, Jesu Angebot anzunehmen!
Bibellese
Matthäus 9,1-8

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Montag, 17. Juni 2024: Was macht das Leben lebenswert?, Markus 8,35-36

Die Goldsucher in Alaska baggern ganze Landschaften um, und manchmal finden sie in einer Schaufel ein winziges kleines Klümpchen – Gold. Sie freuen sich dann riesig und baggern weiter. Wenn man sich die Internetseiten der Presse anschaut, geht es uns oft ähnlich: Hurra, da ist endlich etwas Lesenswertes in diesem ganzen Informationsschutt. Eine ähnliche Erfahrung machte ich vor einiger Zeit auch, und ich zitiere aus dem Schlussteil eines Artikels über Reinhold Messner, den Extrembergsteiger, der ohne Sauerstoffgerät als erster den Mount Everest bestieg:

»Mitgebracht hat Messner aber nicht nur trübe Prognosen, sondern auch noch ein paar metaphysische Weisheiten aus seinem Leben, auch wenn er die Besteigung der höchsten Berge heute als ›nutzloses Erobern‹ einordnet. Doch ›dieses unnütze Tun hat mich zur Erkenntnis gebracht, dass nicht die Nützlichkeit das Wichtige ist, sondern die Sinnhaftigkeit‹.« Die Sinnhaftigkeit müsse gegeben sein, »wenn ich etwas Unnützes mit derartiger Vehemenz betreibe«. Er, der demnächst 80 wird, erkenne nun, »dass das Leben im Grund absurd war«.

Alles Irdische ist tatsächlich »sinnlos«, wenn ihm der Rahmen fehlt, den die biblische Botschaft für die Menschen bereitstellt. Gott will uns in Jesus Frieden bringen, eine Ruhe der Seele, die allen Verstand übersteigt und eine Hoffnung, die Bestand hat auch in den Tagen, die wir gegenwärtig erleben. Dann werden wir mit 80 Jahren keineswegs zu dem Schluss kommen, dass das Leben absurd war. Ein Leben, das für Gott gelebt wurde, zu seiner Ehre, das vergeht nicht und behält seinen Sinn auch über den Tod hinaus. »Gott sucht das Entschwundene wieder hervor«, heißt es im Buch Prediger (3,5). Das betrifft jeden von uns.

Karl-Otto Herhaus
Frage
Welcher Eindruck entsteht bei Ihnen im Rückblick auf Ihr Leben?
Tipp
Der Blick auf Vergangenes verändert sich, wenn man eine Zukunft hat.
Bibellese
Markus 8,31-38

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Sonntag, 16. Juni 2024: Socken sortieren, Johannes 17,12

Es ist doch erstaunlich! Nach jeder Wäsche, bei der in unserer fünfköpfigen Familie so einiges zusammenkommt, geht es ans Falten und Sortieren. Am spannendsten dabei ist das Zusammenbringen der Socken und Strümpfe, die zueinander gehören. Auf wundersame Weise gehen immer wieder welche verloren, obwohl sie doch niemand vorher weggeworfen hat. Irgendwie ist das kein schönes Gefühl, wenn ein Paar nicht mehr vollständig vorhanden ist. Und wer will sich schon mit nur einer Socke zufrieden geben?! Eigentlich eher eine Bagatelle, aber der Verlust selbst nur einer Socke schmerzt doch jedes Mal ein bisschen.

Verloren gegangen … Kann man das auch von Menschen sagen? Ja, gewiss! Und das ist um einiges ernster als der Verlust eines Kleidungsstücks, das wir leicht durch ein neues ersetzen können. Denn der Verlust eines Menschen ist nicht zu ersetzen, weil jeder Mensch einmalig ist.

Jesus spricht im Tagesvers von solchen, die nicht verloren gegangen sind. Er meinte damit seine Jünger, die mit ihm gegangen und ihm nachgefolgt waren. Er hatte sie »gefunden« und zu sich gerufen, um ihnen immerwährenden Schutz zu bieten. Dazu hat er ihnen das genommen, was ihnen zum Schaden war und ihr Leben bedrohte – ihre Sünden. Und weil sie dem zugestimmt und es dankbar angenommen hatten, war nun ein Band zwischen ihnen geknüpft, das in Ewigkeit nicht mehr gelöst werden wird. Und so etwas kann auch heute noch jeder erleben, der an Jesus glaubt, sich ihm anschließt und seine Vergebung und Liebe dankbar in Anspruch nimmt. Doch alle, die das als vermeintlich unnötig verschmähen, werden verloren gehen. Nicht, weil Gott das so wollte, sondern weil sie sich ihren eigenen Weg gesucht haben, der zuletzt ins Verderben führt.

Joachim Pletsch
Frage
Gehören Sie schon zu denen, die Jesus behütet?
Tipp
Lassen Sie sich von ihm finden und ergreifen, um nicht verloren zu gehen!
Bibellese
Johannes 17,6-26

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Samstag, 15. Juni 2024: Verstecken?, 1. Mose 3,9-10

Als Spiel ist es vermutlich schon seit Jahrtausenden bekannt: Verstecken! Ein kleines Kind zählt 1, 2, 3 … 10 und ruft: »Ich komme!« Dann werden die anderen Kinder, die sich in der Zwischenzeit versteckt haben, gesucht. Dass Menschen sich vor Menschen verstecken, hat aber nicht immer nur spielerische Gründe. Oft genug müssen sich Menschen aus Todesangst verstecken. Viele Juden beispielsweise haben sich in der Zeit des Nationalsozialismus verborgen oder wurden von barmherzigen Mitbürgern heimlich aufgenommen und versteckt!

Doch es gibt nicht nur ein Verstecken aus Angst vor Menschen, sondern auch aus Angst vor Gott. Zu Beginn seiner Geschichte hatte der Mensch eine offene, enge Gemeinschaft mit Gott. Doch dann brachen Adam und Eva die einzige von Gott vorgegebene Regel. Damit luden sie Schuld auf sich. Plötzlich kamen Scham und Furcht auf, und vorbei war es mit dem ungetrübten Miteinander. Damit wurde Adam der erste Mensch, der versuchte, sich vor Gott zu verstecken. Und das ist bis heute bei vielen weiteren Menschen so geblieben. Sogar für die Zukunft wird in der Bibel beschrieben, wie sich die Großen, Reichen und Mächtigen, aber auch die einfachen Menschen in Höhlen und Felsklüften vor den Augen Gottes verstecken wollen, aus Furcht vor dem gerechten Zorn Gottes über all ihre Ungerechtigkeit (vgl. Offenbarung 6,15-17). Doch dieses Verstecken hilft nicht.

Der Ausweg ist ein ganz anderer: Um die Trennung von Gott zu überwinden, darf man seine Lebensschuld nicht weiter verheimlichen, sondern muss sie Gott bekennen. Damit tritt man aus der Finsternis in das Licht Gottes hinein. Und weil Gott zur Vergebung bereit ist, ist Verstecken unnötig und ungetrübte Gemeinschaft wieder möglich geworden.

Martin Reitz
Frage
Kennen Sie das Bedürfnis, sich zu verstecken?
Tipp
Bekennen ist die Voraussetzung für die Gemeinschaft mit Gott.
Bibellese
1. Johannes 1,5-9

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