Samstag, 04. Mai 2024: »Point of no return«, Jesaja 55,7

Das ist der Punkt, von dem aus man nicht mehr zurückkehren kann, von dem aus es nur noch ins Verderben geht. Schilder mit einer solchen Aufschrift stehen an Strömen und Flüssen, deren Wasser in einiger Entfernung in einem Wasserfall hinabstürzen. Wer sie missachtet, wird schließlich mit solcher Kraft vorwärts gerissen, dass keine Ruderkraft, kein Motor stark genug ist, dem zu widerstehen. Bei den Niagarafällen in Nordamerika geht es dann 57 Meter senkrecht in die Tiefe. Bei den Victoriafällen in Afrika sind es 110 Meter und bei den Angel Falls in Südamerika sogar 979 Meter.

Der Point of no return ist also ein deutliches Bild für die Warnung vor einem todsicheren Untergang. Dabei fängt alles langsam an. Doch mit der Zeit wird die Strömung immer schneller, bis ihr nicht mehr zu widerstehen ist. So ist es besonders mit den Versuchungen aller Art, denen wir überall ausgesetzt sind. Da mag es um Pornographie gehen, um Alkohol oder Drogenkonsum usw. Allem wäre anfangs leicht zu widerstehen, wenn man es denn wollte; doch zunächst fühlt man sich noch stark genug und wird dadurch verleitet, nicht auf das besagte Warnschild zu achten. Wagemut und Stolz tun ihr Übriges, um den Versuchten ins Verderben zu ziehen.

Doch was macht man, wenn man schlagartig für sich erkennt, dass man diesen »Punkt ohne Wiederkehr« in seinem Leben bereits überschritten hat? Dass das eigene Leben unrettbar auf den tödlichen Abgrund zurast. Muss man dann alle Hoffnung fahren lassen?

Wenn scheinbar nichts und niemand mehr helfen kann – dann gibt es doch einen, dessen starke Hand aus jeder Not retten kann, solange man lebt: Gott. Nicht als Ausrede für ein »weiter so«, sondern als (letzte?) Chance für alle Hoffnungslosen!

Hermann Grabe
Frage
An welchem Punkt stehen Sie?
Tipp
Ergreifen Sie Gottes Hand! Er kann Sie aus dem Abgrund reißen.
Bibellese
Psalm 32

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen
Neu: Jetzt als Podcast

Freitag, 03. Mai 2024: Photovoltaik, Johannes 8,12

Das Licht der Sonne ist unglaublich: Ich staune nach wie vor, dass man mit Solarzellen aus dem Sonnenlicht, das uns zur Verfügung steht, tatsächlich elektrische Energie erzeugen kann. Natürlich ist die Investition in diese Technik nicht billig, aber die Energiequelle selbst ist für uns Menschen kostenfrei zugänglich. Ich habe bei Wikipedia gelesen, dass die auf die Erdatmosphäre jährlich auftreffende Sonnenenergie knapp dem 12 000-fachen (!) des Primärenergieverbrauchs der Menschheit (Stand 2005) entspricht. Etwa die Hälfte davon erreicht die Erdoberfläche und könnte entsprechend genutzt werden. Was für eine Chance!

Oder man denke an die Photosynthese. Durch dieses System wandeln Pflanzen durch Sonnenlicht Wasser und Kohlendioxid in Kohlenhydrate (für das eigene Wachstum) und Sauerstoff um. Durch das auf diese Weise entstehende Pflanzenmaterial haben Menschen und Tiere eine Nahrungsgrundlage. Und der produzierte Sauerstoff gibt uns die Luft zum Atmen. Mit dem Sonnenlicht hat Gott uns also die wesentlichen Grundlagen unseres Lebens geschenkt, ganz zu schweigen von der Schönheit eines Sonnenaufgangs und der Wärme eines Sommertages.

Doch über dieses Licht hinaus hat Gott uns ein viel wesentlicheres lebensnotwendiges Licht geschenkt: Jesus Christus, seinen Sohn. Er bezeichnet sich nicht umsonst als das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, erhält die notwendige Kraft, ein gelungenes Leben nach Gottes Maßstäben zu führen. Dieses Licht gibt uns Orientierung. Durch ihn kann auch die kälteste Seele warm werden. Es scheint auch dann, wenn die Wolken des Todes unser Leben verdunkeln wollen. Diese Lebensquelle ist ebenfalls frei verfügbar, für jeden Menschen. Doch nutzbar machen muss sie jeder für sich persönlich.

Markus Majonica
Frage
Was wären wir ohne Licht?
Tipp
Nutzen Sie Gottes Licht!
Bibellese
Johannes 3,16-21

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen
Neu: Jetzt als Podcast

Donnerstag, 02. Mai 2024: Einfach so – zehn Euro!, Römer 3,24

Als Ausländer hat man es nicht immer leicht mit der deutschen Bürokratie. Auch nach zwölf Jahren im schönen Deutschland darf ich noch immer verschiedenste Ämter aufsuchen, sei es, um meinen ausländischen Führerschein umzuschreiben oder um meine Aufenthaltsgenehmigung zu erneuern. So saß ich wieder einmal im Ausländeramt und sollte für ein Dokument, das mir gerade ausgestellt wurde, zehn Euro bezahlen. Doch in diesem Moment realisierte ich, dass ich meinen Geldbeutel zu Hause vergessen hatte. Wie ärgerlich und peinlich! Obendrein war ich noch mit dem Fahrrad da und hatte keine Zeit, nochmals nach Hause zu fahren, um den Geldbeutel zu holen, denn ich musste die Kinder vom Kindergarten abholen. Frustriert nahm ich eine Sprachnachricht für meine Frau auf, um ihr die Lage kurz zu schildern. Als ich mich danach auf mein Fahrrad setzen wollte, sprach mich eine ältere Dame an, die mir anscheinend zugehört hatte. »Hier sind zehn Euro, damit Sie Ihr Dokument abholen können – schenke ich Ihnen«, sagte sie. Ich war so verblüfft, dass ich zuerst gar nicht wusste, wie ich darauf reagieren sollte. Schlussendlich nahm ich es dankbar an.

An diesem Tag hörten alle, die mir über den Weg liefen, von der Großzügigkeit dieser Frau. Auch die Beamtin war erstaunt, als ich nur fünf Minuten später mit den zehn Euro wieder vor ihr stand. Als sie die Geschichte hörte, war ihr Kommentar: »Ja! Wo gibtʼs denn so was!«

Die Beamtin hatte völlig recht, »so was« gibt es eigentlich nicht! Doch selbst die unglaublichste menschliche Großzügigkeit wird von Gott weit übertroffen: Als Gott sich entschied, seinen Sohn der Welt zu schenken, hat ihn das alles gekostet. Solche Großzügigkeit gab es nie mehr! Doch auch das großzügigste Geschenk will angenommen sein.

Tony Keller
Frage
Wie würden Sie auf ein unverdientes, großzügiges Geschenk reagieren?
Tipp
Wer Gottes Gnadengeschenk angenommen hat, kann nicht für sich behalten, was ihm widerfahren ist.
Bibellese
Römer 8,32

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen
Neu: Jetzt als Podcast

Mittwoch, 01. Mai 2024: Tag der Arbeit, Jesaja 43,24-25

Der 1. Mai ist seit langer Zeit eng mit der Arbeit verbunden. Als »Tag der Arbeiterbewegung« zeugt er von dem Streit um bessere Arbeitsbedingungen. Doch welches Bild von der Arbeit hat die Bibel? Bereits zu Beginn der Menschheit lässt Gott den Menschen nicht »arbeitslos«, sondern betraut ihn damit, den Garten Eden zu bebauen. Unter paradiesischen Arbeitsbedingungen stand die kreative Aufgabe im Vordergrund – und nicht Mühe und Last. Dies änderte sich schlagartig, als Adam und Eva die Verbindung zu ihrem himmlischen Arbeitgeber zerstörten, indem sie sein Vertrauen missbrauchten und sich an ihm schuldig machten.

Seitdem sind die irdischen Arbeitsverhältnisse mit Mühsal und Last verbunden (vgl. 1. Mose 3,17-19). Mühe und Arbeit kennzeichnen unser Leben (vgl. Psalm 90,10). Um diesen vom Menschen verursachten Zustand für den Einzelnen abzumildern und den Arbeiter zu schützen, hat Gott viele Anordnungen getroffen: Arbeitsruhe am siebten Tag der Woche für alle (vgl. 2. Mose 23,12), gerechte Bezahlung (ein Arbeiter ist seinen Lohn wert, vgl. 1. Timotheus 5,18), Schutz vor Ausbeutung (vgl. Jakobus 5,4) usw.

Doch das eigentliche Problem, warum wir Menschen trotz aller Arbeit nicht zur Ruhe kommen, ist nicht gelöst: Unser zerstörtes Verhältnis zu Gott, unserem Schöpfer. Hierzu muss allerdings das Trennende, unsere Schuld, beseitigt werden. Wer wäre für diese Aufgabe geeignet? Im Tagesvers macht Gott dies zur Chefsache. Und diese Arbeit war tatsächlich mit schrecklichster Mühe und Last, mit Blut, Schweiß und Tränen verbunden. Umgesetzt hat sie Gottes Sohn, indem er durch seinen Tod am Kreuz das Trennende zwischen Gott und Menschen ausräumte. Wer sich diesem Jesus anvertraut, hat die Perspektive ewiger Ruhe von jeder Arbeit.

Markus Majonica
Frage
Ist Ihr Verhältnis zu Gott geklärt?
Tipp
Gott möchte jeden Menschen zu seinem Mitarbeiter machen.
Bibellese
Johannes 19,16-30

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen
Neu: Jetzt als Podcast

Dienstag, 30. April 2024: Wie ein Kind!, Lukas 18,16

Menschen bringen hier Kinder zu Jesus. Seinen Begleitern, den Jüngern, missfällt dies. Sie sind unfreundlich zu den Kindern. Offenkundig waren diese in der damaligen Gesellschaft nicht hoch angesehen. Wertschätzung für und Freude über Kinder ist nach meiner Beobachtung auch heute nicht selbstverständlich. Wie leicht fühlen wir uns von Kindern gestört und sind deshalb ebenfalls unfreundlich zu ihnen.

Wie reagiert Jesus? Im Markusevangelium wird diese Szene ebenfalls beschrieben (Markus 10,13ff.). Danach wird er unwillig über die unwilligen Jünger. Er nimmt die Kinder in den Arm, legt ihnen die Hände auf und segnet sie. Und er fügt hinzu: »Wahrlich, ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen« (Lukas 18,17). Was können wir daraus lernen? In den Augen Gottes sind Kinder wichtig. Sie sind unbedingt schützenswert. Wer Kinder gering achtet, handelt nicht im Sinne Jesu. Allerdings dürfen wir aus dieser Schilderung nicht entnehmen, Kinder seien die besseren Menschen. Auch Kinder können böse Dinge tun. Auch sie müssen den Herrn Jesus annehmen, um zum Reich Gottes zu gehören. Doch gleichwohl hält Jesus uns gerade in diesem Punkt die Kinder als Vorbilder vor: Jeder Mensch muss das Reich Gottes wie ein Kind annehmen. Denn Kinder haben eine wichtige Eigenschaft: Sie können ein Geschenk annehmen. Einfach so. Ein Kind denkt, anders als die Erwachsenen, nicht sofort an eine Gegenleistung, sondern freut sich an dem Geschenkten.

Kein Mensch kann sich das Reich Gottes verdienen. Es muss angenommen werden als das, was es ist: ein Geschenk an Sünder, die Jesus vertrauen, von jeder eigenen Leistung absehen und sich daran freuen, dass Jesus alles getan hat.

Markus Majonica
Frage
Wie gehen Sie mit Kindern um?
Tipp
Für Jesus hat jeder Mensch Wert und Bedeutung.
Bibellese
Markus 10,17-31

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen
Neu: Jetzt als Podcast

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login