Samstag, 04. Februar 2023: Auf der Suche nach Befriedigung

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich fahre mit meinem Snowboard auf die Sprungschanze zu. Je näher ich der Schanze komme, um so mehr steigert sich meine Nervosität. Dann merke ich, wie es nicht mehr bergab, sondern bergauf geht. Ich sehe nicht mehr weißen Schnee, sondern blauen Himmel. Spätestens jetzt wird mir klar: Es gibt kein Zurück mehr! Ich fliege! Die Zeit scheint kurz stehen zu bleiben, für einen Moment nehme ich meine Außenwelt nicht mehr wahr. Nach der Landung sind es das Adrenalin und die Euphorie, die in mir ganz laut schreien: Nochmal! Nochmal! Es ist ein tolles Gefühl, ein geradezu euphorischer Zustand. Kein Wunder, dass viele Sportler immer wieder an ihr Limit gehen, um diesen Kick zu erfahren. Es macht süchtig.

In der Bibel wird von einem ganz anderen Gefühl oder Zustand geredet, das oder den ich nur schwer beschreiben kann: Frieden. Gott sagt, dass wir Menschen uns um nichts Sorgen machen müssen, stattdessen sollen wir unsere Sorgen und Ängste Gott bringen. Wenn wir das tun, verspricht die Bibel, dass der Friede Gottes unser Herz und unsere Seele in Christus bewahren wird (Philipper 4,6-7).

Dieser Friede von oben ist ein innerer Zustand, den unser Verstand nicht begreifen kann. Wenn um mich herum alles Kopf steht, wenn ich Rechnungen nicht bezahlen kann, wenn meine Liebsten schwer krank werden, wenn Sorgen mich quälen, dann darf ich erleben, wie mich ein tiefer Friede in der Hoffnung auf Christus bewahrt. Dieser Friede macht nicht süchtig wie das Snowboarden, sondern er erfüllt mich und lässt mich zur Ruhe kommen. Diesen Frieden finde ich nur bei Gott. Gott lässt mich Ruhe finden und gibt mir das, wonach meine unruhige Seele schreit.

Theo Schelenberg


Frage
Kennen Sie diesen Frieden?
Tipp
Nur bei Gott finden wir wahre Erfüllung und können wir dauerhaft Frieden finden.
Bibellese
Philipper 4,4-7

Freitag, 03. Februar 2023: Ein guter Schnitt

Etwa alle drei bis vier Monate treibt mich der Blick in den Spiegel mal wieder zum Friseur. Darauf freue ich mich eigentlich, denn mit meinem Friseur komme ich immer gut ins Gespräch. Meist über die aktuellen Themen der Woche. Das ist fast jedes Mal auch eine gute Gelegenheit, meinen Glauben zur Sprache zu bringen. Der Punkt war diesmal: Wenn ich zu meinem Friseur gehe, dann vertraue ich darauf, dass er mir einen guten Schnitt verpasst, sodass ich wieder ein gepflegtes Bild abgebe. Seine Schere könnte mir bei falschem Gebrauch zwar durchaus Schaden zufügen, aber er weiß ja, damit umzugehen.

Bildlich übertragen auf mein Verhältnis zu Gott bedeutet das: Ich muss mich von Zeit zu Zeit von ihm »zurechtstutzen« lassen, weil ich mich immer wieder auf falschen Wegen verrenne und in falsche Handlungsmuster verfalle, die zu Problemen führen und obendrein auch mein »Erscheinungsbild« zum Schlechten verändern: ein böser Gedanke, ein unbedachtes Wort, eine unüberlegte Tat – und schon ist das innere Gleichgewicht gestört und der Friede aus dem Herzen gewichen. Dann hilft nur noch, Gott wieder einmal seine »Schere« ansetzen und all das abschneiden zu lassen, was unkontrolliert und wenig schön gewachsen ist. Aus der Begegnung mit ihm gehe ich dann gereinigt und geläutert hervor und fühle mich »wie neugeboren«. Angst davor habe ich schon lange nicht mehr, denn es ist am Ende immer nur gut für mich ausgegangen.

Ach, wenn die Menschen doch begreifen würden, dass sie ohne Gott hoffnungslos ins Verderben rennen, weil ihnen die Orientierung an seinem guten und gerechten Maßstab fehlt. Dieser gute Gott will ihnen ja nur wegnehmen, was ihnen schadet, und ihnen dafür geben, was in Ewigkeit bleibt.

Joachim Pletsch
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Frage
Welches Bild haben Sie von Gott?
Tipp
Wir alle haben es nötig, uns von ihm »zurechtstutzen« zu lassen.
Bibellese
Psalm 66,8-12

Donnerstag, 02. Februar 2023: Glaube und Wirklichkeit

Mir sind viele Menschen begegnet, die meinen, dass mein Glaube an Jesus Christus so eine Art Religion ist, die man zu bestimmten Zeiten in der Woche, meistens am Sonntagmorgen, ausübt, so ähnlich wie ein Hobby, das man hat. Meine Besuche in der »Gemeinde« (was auch immer das ist) würden mir bestimmt guttun, und alles, was einem selbst guttut, sollte man auch machen. Wahrer Glaube wird mit eifriger Religionsausübung gleichgesetzt und als psychologisch positives Element gesehen. Ich bin den Menschen, die so etwas denken, überhaupt nicht böse, im Gegenteil, ich denke, sie meinen es oft gut mit mir.

Doch der Glaube an Jesus Christus ist weder nur eine fromme Freizeitbeschäftigung noch der hilflose Versuch einer Selbsttherapie. Mein fester Glaube ist, dass Jesus Christus tatsächlich für meine Sünden am Kreuz gestorben ist. Ich selbst bin Sünder und wäre auf ewig verloren, wenn Jesus mir nicht meine Sünden durch den Glauben nähme. Er hat für mich als Stellvertreter den Tod als Strafe für die Sünde auf sich genommen. Damit hat der Glaube einen knallharten Realitätsbezug: Meine Sünden sind real. Jesu Tod am Kreuz ist ein historisches Faktum. Dass er dort stellvertretend für meine Sünden starb, ist eine Tatsache. Und auch die Vergebung der Sünden durch den Glauben ist Wirklichkeit. Es handelt sich um objektiv wirksame und erfahrbare Wahrheit.

Und genau deswegen ist dieser Glaube Mittel- und Ausgangspunkt für mein komplettes Leben. Das mag für Menschen widersinnig, ja, geradezu grotesk sein, die meinen, Glaube und Wirklichkeit seien zwei Paar Schuhe. Doch das ist nicht die Wahrheit. Durch meinen Glauben an Jesus Christus bin ich kein religiöser Utopist, sondern dankbarer Realist.

Axel Schneider
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Frage
Sind Sie auch ein Realist?
Tipp
In einer »unwahren« Welt gibt es nur eine Wahrheit.
Bibellese
Johannes 8,31-36

Mittwoch, 01. Februar 2023: Hakuna Matata

Kennen Sie Simba, den süßen Löwenjungen aus »Der König der Löwen«, dessen Onkel Scar den Löwenvater tötet, um den Thron im Königreich der Tiere zu besteigen? Der rechtmäßige Thronfolger Simba wird von Scar ins Exil gejagt, doch im tiefsten Dschungel von Timon und Pumbaa als Pflegekind aufgenommen. Das zackige Erdmännchen und das tollpatschige Warzenschwein leben genüsslich getreu ihrer Lebensphilosophie Hakuna Matata: »Hakuna Matata gilt stets als modern! Es heißt, die Sorgen bleiben dir immer fern. Keiner nimmt uns die Philosophie.«

In unserer Gesellschaft ist Hakuna Matata tatsächlich modern: schnelles Vergnügen, sofortige Bedürfnisbefriedigung, Genusssucht, gleichgültiger Egoismus. Sich Sorgen machen? Warum denn? Einfach leben nach dem Motto: »Ach, passt schon. Wird schon wieder. Mach dir keinen Kopf – Hakuna Matata!« Doch steigende Preise, Krieg vor der Haustür, schwere Krankheiten, Existenzängste, fehlende Rentenaussichten können plötzlich alles ändern. Keine Sorgen? Pustekuchen! Sorry Pumbaa, deine Aussage passt doch nicht in unsere Zeit. Die Philosophie ist uns genommen worden.

Die Bibel ist realistisch. Sie redet nichts schön und beschreibt das Leben mit all seinen Facetten. Aber sie bleibt nicht dabei stehen. Sie zeigt uns konkrete Handlungsmöglichkeiten, den Krisen des Lebens zu begegnen. Die Quintessenz aller Tipps lautet, vertrauensvoll zu Gott zu beten und alle Sorgen auf ihn zu werfen, weil er für uns sorgen möchte. Aber dazu müssen wir eingestehen, dass wir unser Leben nicht im Griff haben und Gott brauchen. Ohne ihn sind wir sogar in höchster Gefahr. – »Hakuna Matata«? Die bessere Lebensphilosophie ist eindeutig: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch!

Dina Wiens


Frage
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Tipp
Gottes Fürsorge für uns gründet sich auf die Versöhnung mit ihm durch Jesus Christus, seinen Sohn.
Bibellese
1. Petrus 1,3-9

Dienstag, 31. Januar 2023: Zugeschneit

Herrlich! Keine Schule, Winterurlaub und ab in die Berge! Zielort: Maloja, Schweiz! Bereits bei der Anreise lag schon ordentlich Schnee auf den Alpenpässen, sodass wir links und rechts nur die ausgefrästen Schneewände sahen. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr freuten wir Kinder uns auf eine Woche in der weißen Pracht. Was wir bei der Ankunft allerdings noch nicht wussten: Wir würden bei diesem Urlaub voll auf unsere Kosten kommen, mehr als unseren Eltern lieb war …

Gegen Ende der Urlaubswoche hörten meine Eltern mit besorgten Gesichtern den Wetterbericht: Es hörte nicht mehr auf zu schneien. Der nächste Morgen kam, und wir trauten unseren Augen kaum. Es lag so viel Schnee, dass man auf dem Parkplatz kein einziges Auto mehr erkennen konnte! Am Frühstückstisch hörten wir dann die tolle (nicht so für meine Eltern) Nachricht: Eingeschneit, Maloja war von der Außenwelt völlig abgeschnitten wegen Lawinengefahr und zwei Metern Neuschnee! Wir mussten, ja, durften eine Woche länger im Urlaub bleiben! Alles war lahmgelegt, keine Straßen mehr befahrbar, jedermanns Pläne gestoppt!

Diese und ähnliche Naturereignisse zwingen uns zuweilen – völlig unerwartet – zu Untätigkeit und Abwarten. In diesen Situationen können wir allerdings etwas sehr Wichtiges lernen: Zum einen haben wir Menschen, anders als wir oft denken, bei Weitem nicht alles in der Hand. Schon gar nicht das Wetter. Das ist und bleibt allein Gottes Werk. Das ist die eine Lektion. Eine solche Auszeit bietet darüber hinaus aber auch eine existenzielle Chance: Denn wenn alles zum Stillstand kommt, haben wir plötzlich Zeit, über das Wichtigste nachzudenken, nämlich über den allmächtigen Gott und unser Verhältnis zu ihm.

Tony Keller
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Frage
Wer kontrolliert Ihrer Meinung nach das Wetter?
Tipp
Nutzen Sie Zeiten des Stillstands, um mit Gott ins Reine zu kommen!
Bibellese
Apostelgeschichte 9,1-18

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