Donnerstag, 15. Juni 2023: In ständiger Lebensgefahr

Der tote Fuchs am Fahrbahnrand war wahrscheinlich von einem Fahrzeug überrollt worden. Dieser an sich nicht ungewöhnliche Anblick brachte mich zum Nachdenken: Wie nahe liegen Tod und Leben beieinander! Eben noch ist der Fuchs »kerngesund« durch die Büsche gesprungen, und im nächsten Augenblick ist alles Leben erloschen.

Bei Licht betrachtet ist auch der Mensch mitten im Leben vom Tod umgeben. Dennoch ist der Tod eher ein Tabuthema. Keiner redet gerne darüber. Selbst bei hochbetagten Menschen wird er verdrängt. Der Tod scheint noch weit, weit weg. Doch bereits mit dem Tag Ihrer Geburt ist eines sicher: Sie werden sterben. Wie das Leben »dazwischen« wird, hängt sicher auch von Ihnen selbst ab, aber es gibt unzählige Faktoren, die keiner von uns beeinflussen kann. Irgendwie befinden wir uns alle auf unwägbaren Lebenswegen, die jederzeit enden können. Trotzdem wollen wir von Gott, der uns das Leben geschenkt hat und es tatsächlich in seiner Hand hält, nichts wissen. Wir lehnen seine Führung ab und wollen unser Leben lieber (scheinbar) selbstbestimmt führen. Das ist völlig absurd, weil Gott doch viel besser weiß, was für mich richtig oder falsch ist. Und er weiß genau, wann unser Leben endet.

Wenn sich ein Mensch für Jesus als seinen Herrn und Retter entscheidet, ändern sich hinsichtlich des Todes (mindestens) zwei Dinge grundlegend. Natürlich haben auch Christen mit Alter und abnehmenden Kräften zu kämpfen. Auch für sie ist der physische Tod ein Stachel, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Aber zum einen steht uns der Herr des Lebens im Tod zur Seite. Und zum anderen kann mit Jesus unser Blick zuversichtlich über den Tod hinausgehen, unabhängig davon, wann er eintritt.

Axel Schneider
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Frage
Haben Sie Angst vor dem Tod?
Tipp
Verdrängen Sie nicht, was auf jeden Fall eintreten wird!
Bibellese
1. Korinther 15,12-20

Mittwoch, 14. Juni 2023: A. Grypius – Dichter und Dramatiker

»Wir sind doch nunmehr gantz, ja, mehr denn gantz verheeret!«, so beginnt der schlesische Dichter Andreas Gryphius ein Sonett, das er anlässlich der Zerstörung seiner Vaterstadt Glogau im Dreißigjährigen Krieg schrieb. Diese Aussage und die Geschichte seines Lebens haben scheinbar mit Zuversicht – wie sie der Tagesvers thematisiert – wenig zu tun: Als Kind aus lutherischem Hause hatte er erleben müssen, wie die katholisch-kaiserlichen Truppen die Stadt eroberten. Sein Vater war bereits früh gestorben. Seine Mutter erlag – nach erneuter Heirat – der Schwindsucht. Als die kaiserliche Armee mit der Zwangsrekatholisierung der Stadt begann, musste sein evangelischer Stiefvater fliehen; die Kinder unter 15 Jahren – darunter Gryphius – mussten zurückbleiben. Gryphius gelang es nach ungefähr zwei Jahren doch noch, zu seinem Stiefvater zu fliehen. Tatsächlich wurde er später als Dichter über Deutschland hinaus bekannt und machte als Jurist Karriere. Doch er geriet immer wieder in Konflikt mit der Politik des Kaisers. Zudem überschatteten der Tod seiner Geschwister und eigene Krankheit sein Leben.

Für uns ist heute schwer zu beurteilen, warum Gryphius dennoch seinen Lebensmut nicht verlor. Aber vielleicht geben folgende Zeilen aus einem seiner Gedichte doch einen Aufschluss: »Mich soll von Christi Kreuz kein Tod noch Teufel dringen. Ob mich gleich Ach und Not, Angst, Weh und Leid umbringen … doch will ich fröhlich singen … Herr Jesu, neig herab dein blutig Angesicht: Und heiß durch deinen Tod im Tod mich ewig leben.«

Tatsächlich hat der, der sich ganz an Jesus Christus festhält, trotz der widrigsten Lebensumstände jeden Grund zu einer klaren Zuversicht auf ein ewiges Leben.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Was gibt Ihnen Zuversicht?
Tipp
Halten Sie sich an dem fest, der alles in seiner Hand hat!
Bibellese
Psalm 62

Dienstag, 13. Juni 2023: VIPs für Gott

VIPs, »very important persons», sehr wichtige Leute, kennen wir alle. Die werden auf Erden überall herumgereicht und hofiert und fotografiert, und ihnen wird oft eine »Extrawurst gebraten«.

Gott hat auch Leute, die er für besonders wertvoll hält und um die er sich in ausnehmender Weise kümmert. Die haben sich diese Ehre allerdings nicht selbst verdient. Gott, der allmächtige Schöpfer von Himmel und Erde, hat sie aus reiner Gnade und Barmherzigkeit dazu gemacht, weil sie seine Vergebung in Jesus Christus in Anspruch genommen haben.

Den meisten Leuten rings um uns her ist diese Ehre bei Gott leider überhaupt nichts wert, und andere halten Gott für ungerecht und parteiisch. Dadurch fühlen sie sich berechtigt, ihn abzulehnen oder gar seine Existenz zu leugnen. Aber wie klug ist ein solches Verhalten? Wir können Gott nicht sehen; aber seine gewaltige, höchst komplexe Schöpfung setzt für jeden vorurteilslos denkenden Menschen schon jahrtausendelang einen überaus klugen Schöpfer voraus. Und im Neuen Testament wird uns Jesus Christus vorgestellt, der sich jedem unvoreingenommen Urteilenden in seinem gesamten Verhalten und in dem, was er sagte und tat, als das Bild des heiligen Gottes darbietet.

Weil es nicht den geringsten Beweis dafür gibt, dass mit unserem leiblichen Tod auch unsere Seele und unser Geist ausgelöscht werden, ist es doch höchst fahrlässig, nicht alles zu versuchen, von Gott in Gnaden angenommen und so eine »very important person« in Gottes Augen zu werden. Gott selbst fordert uns Menschen auf: »Trachtet nach dem HERRN und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!« (1. Chronik 16,11). Er hat versprochen, sich dann auch von uns finden zu lassen.

Hermann Grabe
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Frage
Für wie wichtig und bedeutend halten Sie sich?
Tipp
Bei Gott wird der erhöht, der sich vor ihm demütigt.
Bibellese
2. Chronik 29,1-17

Montag, 12. Juni 2023: Gott weiß alles

Gottes Weisheit ist allumfassend, nichts ist vor ihm verborgen. Er kennt unsere Wege. Er kennt auch unsere Worte. Der Tagesvers geht aber noch einen Schritt weiter. Gott hört nicht nur unsere Worte, er hat unsere Worte schon vernommen, bevor wir sie ausgesprochen haben. Denn er kennt alle unsere Gedanken.

Diese Tatsache hat weitreichende Konsequenzen. Wenn ich mit Gott reden möchte, muss ich nicht weit laufen. Ich muss kein Kirchengebäude aufsuchen. Ich muss auch nicht einen stillen Platz aufsuchen (obwohl das schon sehr nützlich sein kann). Ich kann zu ihm reden in der Hektik des Alltags, mitten im Gespräch mit Vorgesetzten oder Mitarbeitern. ln solchen Situationen sind es sicher keine langen Gebete, die ich an Gott richte. Manchmal ist es nur ein Satz oder nur ein Seufzer.

Denken wir an Nehemia, den Diener des Königs Artasasta (Artaxerxes). Er gibt uns ein eindrucksvolles Beispiel. Der König fragt Nehemia: »Warum ist dein Angesicht traurig?« (Nehemia 2,2). Und Nehemia antwortete: »Warum sollte mein Angesicht nicht traurig sein, da die Stadt, die Begräbnisstätte meiner Väter, wüst liegt …?« Und der König sprach: »Um was bittest du denn?« Da betete ich zu dem Gott des Himmels; und ich sprach zum König …« Zwischen Frage und Antwort blieben für Nehemia nur Sekunden. Aber diese kurze Zeit reichte aus, um ein Gebet zu Gott zu schicken. »Da betete ich zu dem Gott des Himmels.« Erst danach heißt es »… und ich sprach zum König.« Das weitere Gespräch beweist das Wohlwollen des Königs. Nehemias Gebet war also erhört worden, obwohl es nur kurz war. Das Verhalten Nehemias kann für uns eine Ermutigung sein, uns jederzeit an Gott zu wenden und mit seinem Eingreifen zu rechnen.

Rudolf Koch


Frage
Kennen Sie Situationen, wie sie Nehemia erlebte?
Tipp
Fassen Sie Mut, auch in den Situationen des Alltags Gott anzurufen!
Bibellese
Matthäus 6,5-15

Sonntag, 11. Juni 2023: Stiftung

Stiftungen sind eine feine Sache: Hierdurch wird Geld (häufig viel Geld) dauerhaft einem bestimmten, in der Regel gemeinnützigen Zweck gewidmet (also »gestiftet«). Durch die Erträge der gestifteten Vermögenswerte werden andere gefördert. So gelangen Notleidende in den Genuss des Geldes anderer, in der Regel wohlhabender Leute.

Stiftungen haben eine lange Tradition: Man kennt sie schon aus dem Altertum, und in Deutschland sind viele »Stifte« aus dem Mittelalter bekannt und existieren zum Teil bis heute fort.

Stiftungen sind in Mode: Seit den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts kann man bis heute im Durchschnitt einen stetigen Anstieg der jährlichen Stiftungsgründungen verzeichnen. Erstaunlich ist, dass die meisten privaten Stiftungen (4 von 5) zu Lebzeiten der Stifter gegründet werden, und nicht erst mit deren Tod. Durch eine solche Stiftung, die in der Regel an den Namen der Stifter gebunden ist, möchte man noch zu Lebzeiten – und über den Tod hinaus – dauerhaft ein Andenken schaffen und langfristig Gutes tun.

Eine viel größere, wirklich existenzielle Stiftung hat allerdings Gott eingerichtet. Er hat kein Geld gegeben, um uns in unserer Not zu helfen. Das hätte auch nicht ausgereicht, um Menschen von ihrem wirklichen Problem, der Sünde und dem Tod, zu erlösen. Er gab seinen eigenen, einzigen Sohn, Jesus Christus. An diesem hat Gott – anstatt an uns – sein gerechtes Urteil vollzogen, indem er das Todesurteil am Kreuz vollstreckte. Die Bibel macht deutlich: Der, der seine eigene Lebensschuld bekennt und glaubt, dass dieser Jesus auch für ihn jede Schuld gesühnt hat, hat ewiges Leben! Gottes Stiftungszweck ist also erreicht, wenn Menschen seine Gabe annehmen.

Markus Majonica
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Frage
Halten Sie sich in dem Sinne der göttlichen Stiftung für bedürftig?
Tipp
Ohne Gottes Gabe wären wir alle rettungslos verloren.
Bibellese
Römer 5,12-19

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