Sonntag, 12. Oktober 2025: Nervenkitzel oder Todesstoß?, Apostelgeschichte 8,12

Im Oktober 2023 sprang Dorothy Hoffner aus Chicago ins Bodenlose. Im Tandem mit Derek Baxter wagte die Greisin den Fallschirmsprung aus 4100 Metern Höhe ins Guinessbuch der Rekorde – mit 104 Jahren! Die BILD-Zeitung wollte die Seniorin später interviewen, doch da war Dorothy bereits verstorben; und das nur eine Woche nach ihrem historischen Fallschirmsprung. Sie gilt damit offiziell als älteste Fallschirmspringerin der Welt.

Im Juli 2023 stieg Osvaldo Pereira de Souza aus Brasilien ins Taufbecken. Sein Pastor Rosalvo Macauba führte den steinalten Mann nicht nur zum Glauben an Jesus, sondern dann auch Richtung Wasser – mit 104 Jahren! Osvaldo wollte seinen Glauben an Jesus so gern noch öffentlich bezeugen. Dafür sei es nicht zu spät, sagte der Witwer, Vater von vier Kindern, dazu zahlreiche Enkel und Urenkel. Er wollte seinen Nachfahren zeigen, dass keine Ausrede gelte, um dem Leben eine neue Richtung zu geben und Jesus nachzufolgen.

Dorothy suchte den »Thrill« und setzte die Bestmarke fürs Guinessbuch. »Das hat so viel Spaß gemacht«, sagte sie den Reportern und Kameraleuten am Boden. Osvaldo begehrte die Taufe und setzte die Wendemarke seiner Umkehr. »Es ist so wichtig, sein Vertrauen ganz auf Jesus zu setzen!«, sagte er seinen Urenkeln am Beckenrand.

Osvaldo, Chapeau! Du bekamst letztes Jahr nicht so viel Beifall wie Dorothy, auf dich waren keine Live-Kameras gerichtet; aber du hast es genau richtig gemacht. Und du ähnelst deinem Meister: Christus sprang nicht von der Tempelzinne (Matthäus 4,5-7), sondern ließ sich bescheiden im Jordan taufen (Matthäus 3,13). Ganz ohne Effekthascherei. Jesus ließ sich nicht auf Händen tragen (Matthäus 4,6), sondern ans Kreuz schlagen! Für dich und mich.

Andreas Fett

Samstag, 11. Oktober 2025: Glaube, 1. Johannes 5,13

Im vergangenen Jahr waren wir im Schwarzwald auf der neuen Hängebrücke an den »Todtnauer Wasserfällen«. Sie ist 450 m lang und 120 m hoch; nach unten geht es in die Tiefe und über einem wartet der Himmel. Es war sehr interessant zu beobachten, wie die Menschen anfangs unsicher die Brücke betraten. Bis zu 350 Menschen gleichzeitig können sie nutzen, sie ist sogar für das Gewicht von ca. Tausend Menschen ausgelegt. Eine enorme Ingenieursleistung, die ich gern bestaunt habe.

Mitten auf der Brücke stellte ich mir die Frage, ob dem Ingenieur bei der Berechnung evtl. ein Fehler unterlaufen sein könnte. Auch schaute ich mir die einzelnen Schraubverbindungen an und machte mir über die Monteure ähnliche Gedanken. Im Grunde hatte ich mein Vertrauen aber bereits ganz in die Hände dieser Menschen gelegt, ebenso taten es die vielen anderen Besucher (wenn auch nicht bewusst). In diesem Moment glaubten all diese Menschen und auch ich daran, dass die Brücke uns hält, obwohl wir die Konstrukteure und deren Berechnungen nicht kannten. Das bedeutet Glauben: zu vertrauen, ohne einen Beweis zu haben.

Der Glaube an Gott ist im Grunde nichts anderes, man glaubt an etwas oder vertraut auf etwas, das man nicht sehen kann. Aber was macht den Glauben so gewiss? Er bewährt sich. Wenn ich beim Auto auf die Bremse trete, fährt es langsamer. Wenn ich mich auf einen Stuhl setze, mache ich mir im Normalfall keine Sorgen, ob dieser hält. Wenn ich mit dem Bus oder dem Zug unterwegs bin, vertraue ich fremden Menschen mein Leben an. Und wenn ich mich auf Gott verlasse, erlebe ich, dass es ihn gibt. Wenn ich mich an das halte, was er in der Bibel sagt, erleben ich, dass er hält, was er verspricht. Ähnlich wie die statischen Berechnungen der Hängebrücke halten, was sie versprechen.

Gabriel Herbert

Freitag, 10. Oktober 2025: Stigmatisierung, Lukas 15,1-2

In letzter Zeit kommt Stigmatisierung in Deutschland verstärkt vor. Menschen, die nicht dem Mainstream entsprechen, eine abweichende Meinung zu gesellschaftlichen Themen vertreten oder Kritik an Entscheidungen üben, werden ausgegrenzt, z. T. auf ganz subtile Weise. Z. B. wird in die Welt gesetzt, Person xy sei umstritten. Dieses Eigenschaftswort haftet diesem Menschen nun an. Ob es stimmt oder nicht, er wird diese Kennzeichnung nicht mehr los. Oder eine andere Person hat mit jemandem ein Gespräch geführt, vielleicht in einem Café. Weil der Gesprächspartner schon vorher als »non grata« eingestuft worden ist, erlebt der Gesprächspartner nun einen Shitstorm sondergleichen.

Von Stigmatisierung spricht man, wenn eine Person oder eine Gruppe aufgrund eines bestimmten Merkmals, einer Eigenschaft oder eines Zustandes in negativer Weise von anderen abgegrenzt oder unterschieden wird. In sozialer Hinsicht wird sie dadurch diskriminiert, von vielem ausgeschlossen. Bei solchen Ausgrenzungen geht es gar nicht darum, ob die Person oder die Menschengruppe tatsächlich etwas Unehrenhaftes darstellt. Es geht darum, sie auszugrenzen – und das funktioniert!

So ein Verhalten und so eine Diskriminierung kommen auch in der Bibel vor. Die Zöllner und Sünder waren eine Gruppe, um die die Pharisäer und Schriftgelehrten einen großen Bogen machten, diesen »Abschaum der Gesellschaft«. Von Jesus lesen wir, dass er ganz anders ist! Er schämte sich nicht, mit solchen Menschen gesehen zu werden, ja, mit ihnen sogar zu essen! Er ist sogar in erster Linie für solche Abgeschriebenen der Gesellschaft gekommen. Wie weit abseits sie auch immer sind, Jesus bietet ihnen Reinigung von ihren Sünden, Gemeinschaft mit ihm und ewiges Leben an.

Martin Reitz

Donnerstag, 09. Oktober 2025: Ich kann wieder sehen, Psalm 94,9

Eines Tages merkte ich, dass meine Sehkraft auf dem rechten Auge immer schlechter wurde. Wenn ich das linke Auge zuhielt, sah ich nur noch verschwommen. Auch stärkere Brillengläser führten nicht zur Verbesserung. Die Augenärztin stellte die Diagnose: grauer Star. Ein Eingriff war unumgänglich. Drei Monate später wurde das Auge operiert. Dabei wurde die trübe Linse mit Ultraschall zerkleinert, abgesaugt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Und tatsächlich, ich kann wieder klar sehen. Auch ohne Brille sind die Konturen scharf und deutlich. Das Auge ist wirklich eine geniale Erfindung unseres Schöpfers. Es ist ein sehr komplexes Organ. Die Linse sorgt für die richtige Lichtbrechung und das entstehende Bild liefert unserem Gehirn die nötigen Informationen, um unsere Umwelt zu erkennen.

Der Tagesvers macht nun deutlich, dass Gott, der dieses wunderbare Organ erschaffen hat, am allerbesten sieht. Die Augen des Ewigen unterliegen keiner Linsentrübung. Gott sieht jeden von uns stets ganz klar. Er sieht unsere Lebensumstände, Sorgen und Nöte, und sogar das Verborgene ist für ihn nicht unsichtbar.

Wenn wir als endliche Menschen den Durchblick für das Leben haben wollen, müssen wir uns diesem Gott anvertrauen. Er möchte uns einen klaren Blick nicht nur für die sichtbaren Dinge geben, sondern auch für die unsichtbare Welt, die wir mit unseren menschlichen Augen nicht wahrnehmen. Er möchte uns zur Erkenntnis der Wahrheit führen. Dazu gehört es, unser Leben mit Gottes Augen zu betrachten, um uns von ihm korrigieren und leiten zu lassen. Dazu wird es aber auch gehören, das Reich Gottes und die Ewigkeit zu sehen, ja, Gott selbst und seinen Sohn Jesus Christus, der jetzt schon als der Auferstandene zur Rechten des Vaters im Himmel ist.

Uwe Harald Böhm

Mittwoch, 08. Oktober 2025: Aus dem Feuer gerettet, Daniel 3,27

Nach einem Brandeinsatz müssen wir bei der Feuerwehr alle für den Einsatz benutzten Geräte sowie auch die Ausrüstung, die durch Feuer oder Brandrauch kontaminiert wurde, sehr gründlich reinigen oder durch neue ersetzen. Warum? Bei einem Brand fliegen kleine giftige Partikel durch die Luft und setzen sich in den kleinsten Poren ab, sodass man sie anschließend kaum entfernen kann. Selbst die Löschfahrzeuge, die nur in der Nähe des Einsatzortes stehen, riechen noch tagelang nach Rauch.

Ganz anders war es bei diesen drei jungen Männern in der Geschichte zur Zeit des babylonischen Königs Nebukadnezar. Er wollte sie bestrafen, weil sie sich weigerten, sein aus Gold errichtetes Götzenbild anzubeten. Er befahl, sie in einen Feuerofen zu stecken, und um sicherzugehen, dass sie auch wirklich sterben würden, ließ er den Ofen noch einmal richtig einheizen. Schon auf dem Weg dorthin war es so heiß, dass die Bewacher der drei Männer das nicht überlebten. Diese aber rührte das Feuer nicht an. Sie stanken nicht einmal nach Rauch! Das konnte nur durch ein Wunder geschehen sein. Nebukadnezar und seine Zeugen trauten ihren Augen nicht. Schließlich musste der König zugeben: »Es gibt keinen anderen Gott, der so retten kann.« Gott rettete diese drei jungen Männer, weil sie ihm treu blieben. Sie hatten keine Angst vor dem Feuer, weil sie wussten, dass ihr Gott Wunder tun und sie aus dem Feuer retten kann, wenn es ihm gefällt.

Gott rettet auch heute noch durch Wunder. Das größte Wunder aber hat er vor rund 2000 Jahren in die Wege geleitet. Er hat seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde geschickt, um für unsere Sünden am Kreuz zu sterben. Wer daran glaubt, ist vor dem ewigen Tod gerettet und darf einmal unbeschadet bei ihm im Himmel sein. So kann nur Gott retten.

Christian Driesner

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