Samstag, 10. Januar 2026: Außen hui, innen pfui?, Matthäus 23,28

»Ist das widerlich!«, entfährt es meinem Freund David, während er einen großzügigen Schluck Protein-Shake trinkt. Er hat mich eingeladen, ihn zu einem Probetraining ins Fitnessstudio zu begleiten. Bodybuilding ist Davids große Leidenschaft. Wohlgeformt reihen sich die massiven Muskelpakete seines Körpers aneinander. Immer mehr Leute kommen zur Tür herein und beginnen ihr Training. Das Fitnessstudio erfreut sich großer Beliebtheit. Einige Besucher wollen überflüssige Pfunde verlieren, andere ihren Rücken stärken, Selbstbewusstsein gewinnen oder an Muskelmasse zunehmen.

Am Abend muss ich über dieses Erlebnis nachdenken. Es stimmt: Körperliche Fitness hat viele positive Effekte. Sie trägt unter anderem zu einer gesunden Körperfunktion bei, erhöht die Attraktivität und beugt Krankheiten vor. Kein Wunder, dass der Körperkult an Bedeutung gewinnt. Aber besitzt auch die Pflege des »inneren Menschen« in unserer Gesellschaft noch den richtigen Stellenwert?

Ich werde an einen Bibelvers erinnert. Darin heißt es, dass Menschen oft auf das Äußere ihrer Mitmenschen achten, Gott aber das innere Wesen jedes Menschen ansieht und bewertet (1. Samuel 16,7). Während Menschen ihr Gegenüber nur durch ihre fünf Sinne erfassen können, dringt Gott in die innersten Gefühle, Gedanken und Wünsche der Menschen vor. Menschen beachten das Äußere, den Körper. Gott sieht auf das Innerste, das Herz. Es steht in der Bibel für die ganze Persönlichkeit des Menschen. Leider ist mein Herz oft mit Sünde gefüllt. Mir wird klar, dass ich mehr auf mein Herz als auf meinen Körper achten muss. Ich bitte Gott im Gebet, dass er mir die Bosheit in meinem Herzen vergibt. Gott möchte seine Gedanken, Wünsche und Ziele in unser Herz legen. Das beginnt mit der ehrlichen Hinwendung zu ihm.

Timo Cestonaro

Freitag, 09. Januar 2026: Der Meisterweber, 1. Mose 29,31-32

Teppiche sind wahre Meisterwerke. Tausende, teils sogar Millionen von Fäden fügen sich zu einem komplexen, farbenfrohen Muster zusammen. Dreht man das Ganze aber herum, sieht man nichts als ein wirres Durcheinander. Wie kann daraus ein Bild entstehen? Trotz des Chaos ist jeder einzelne Faden genau dort, wo er sein soll. Selbst wenn sich die Fäden augenscheinlich an der falschen Stelle befinden und nichts einen Sinn ergibt, ist das Ganze doch sorgfältig durchdacht. Aus der richtigen Perspektive betrachtet, ergibt sich ein wunderschönes Muster.

Manchmal fühlt sich unser Leben genauso an wie die Rückseite eines Teppichs. Wir befinden uns an Orten, von denen wir meinen, dass wir nicht dazugehören. Ähnlich wird sich auch Lea aus der Geschichte zum heutigen Tagesvers gefühlt haben. Als Teil einer Abmachung mit ihrem Vater wurde sie an Jakob verheiratet, obwohl dieser in Wahrheit ihre Schwester Rahel liebte. Gebunden an einen Mann, für den sie nur die zweite Wahl war, wird sie sich oft gefragt haben: »Gott, warum hast du das zugelassen? Wohin führt dein Weg?« Schließlich schenkte Gott ihr jedoch viele Söhne und machte sie damit, genau wie Rahel, zu einer Stammmutter seines auserwählten Volkes Israel. Tatsächlich taucht sie später sogar im Stammbaum Jesu auf.

Gott hat einen Plan, auch wenn wir das nicht immer sofort verstehen. Genauso wie sich die Fäden in einem Teppich perfekt zusammenfügen, hat jeder Umweg, jede Herausforderung in unserem Leben ihren Platz. Gott ist der Meisterweber, auch wenn wir in unseren Chaos-Momenten nicht sofort das ganze Kunstwerk erkennen, das Gott aus unserem Leben machen möchte. Es lohnt sich deshalb, ihm zu vertrauen.

Klara Herhaus

Donnerstag, 08. Januar 2026: Zeit, Matthäus 7,13

Wieder einmal stehen wir am Anfang eines neuen Jahres – und doch ist es für viele Menschen der letzte Tag in ihrem Leben. So ereignete sich am Abend des 8. Januar 2025 auf der B 401 ein folgenschwerer Unfall mit fünf Toten. Nur ein Beispiel von vielen, die uns die Plötzlichkeit und Unvorhersehbarkeit des Todes vor Augen stellen. Eine Statistik von 2023 zeigt darüber hinaus, dass pro Tag etwa 2800 Menschen in Deutschland und etwa 160 000 Menschen weltweit sterben. Doch diese Menschen sind nicht einfach weg, nein, sie wachen in einer anderen Dimension auf. Man könnte auch sagen: in einer anderen Welt.

Es gab einmal eine Zeit, da gab es weder mich noch Sie. Doch diese Zeit ist vergangen, sie ist unwiederholbar. In der Gegenwart können wir nur die Zukunft beeinflussen. Unsere wichtigste Entscheidung dabei ist die, wo wir die Zeit nach unserem Tod verbringen werden.

Die Bibel berichtet von zwei Orten, die zur Auswahl stehen. Der eine Ort wird »Hölle«, »Ort der Qual« oder auch »Feuersee« genannt. Schon an diesen Bezeichnungen können wir sehr gut erkennen, dass dieser Ort nicht erstrebenswert ist. Denn dort »wird das Weinen und Zähneknirschen sein« (Matthäus 13,50). Doch es gibt noch einen anderen Ort. Er wird »Himmel«, »die neue Erde« oder auch »Paradies« genannt. Das weckt ganz andere Emotionen! Dort gibt es keine Krankheit, kein Leid, keine Trauer und keine Tränen mehr.

Es steht nun allein bei Ihnen, wo Sie die Zeit nach Ihrem Tod verbringen möchten. Heute haben Sie noch die Möglichkeit, die richtige Entscheidung zu treffen. Vielleicht sollten Sie sich gerade jetzt einmal die Zeit nehmen, darüber nachzudenken. Jesus Christus fordert auch Sie auf, den schmalen Weg in Richtung Himmel zu wählen.

Robert Rusitschka

Mittwoch, 07. Januar 2026: Frohbotschaft oder Drohbotschaft?, Römer 1,16

»Wo ist da die Frohbotschaft?«, wetterte mein Bekannter. »Das ist doch eine Drohbotschaft!« Ich hatte ihm erzählt, dass Jesus alle Menschen einlädt, an sein Evangelium zu glauben. Er will, dass alle Menschen gerettet werden und nicht nach dem Tod ins ewige Verderben gehen. Dabei stellt er klar, dass alle Menschen Sünder sind und die Herrlichkeit Gottes nicht erreichen können. Darum lädt er alle Menschen zu sich ein und warnt sie gleichzeitig vor den Folgen, wenn sie dieser Einladung nicht folgen.

»Du weißt doch, dass ich bei der Lawinenwarnkommission arbeite«, ging ich auf die Reaktion meines Bekannten ein. »Was denkst du: Warnen wir vor Lawinen, oder drohen wir mit ihnen?« – »Ist doch klar«, antwortete er, »niemand kann mit Lawinen drohen.« – »Genau, darum analysieren wir regelmäßig die Lawinensituation, schätzen das Risiko ein und sperren bei Bedarf die Piste, damit alle Skifahrer wieder heil nach Hause kommen. Trotzdem lassen sich einige nicht warnen, klettern über die Absperrung und fahren über die gesperrte Piste ins Tal. Auf diese Weise verunglücken im Alpenraum fast jedes Jahr ein paar Menschen. Tragisch, oder?« Mein Bekannter nickte.

Ganz ähnlich ist es mit dem Evangelium von Jesus Christus: Er will, dass die Menschen nach dem Tod bei ihm ankommen. Doch er weiß auch um die »Lawine« – unsere Schuld, aufgrund derer wir in der Hölle ewig sterben müssen. Davor will Jesus uns retten und uns stattdessen ewiges Leben schenken. Damit das möglich ist, war er aus Liebe bereit, am Kreuz für die Sünden aller Menschen zu sterben. Wer sich als Sünder erkennt und Jesus von ganzem Herzen vertraut, für den wird die frohe Botschaft des Evangeliums wirksam. Wer sich aber nicht warnen lässt, über den ist das Urteil Gottes schon gesprochen.

Hias Schreder

Dienstag, 06. Januar 2026: Brandmauer, Joel 2,13

Zu Beginn des vergangenen Jahres kam es im Zuge des bundesweiten Wahlkampfes zu heftiger Auseinandersetzung, bei der das Schlagwort »Brandmauer« in den Mittelpunkt rückte. Damit wurde die von vielen als notwendig erachtete Abgrenzung innerhalb der Parteienlandschaft insbesondere zur Rechten hin auf den Punkt gebracht. Diese »Brandmauer« – ein Begriff aus dem Bereich der Brandschutzsicherung – sollte unbedingt bestehen bleiben und verhindern, dass Gedankengut, welches der Demokratie – also der Grundlage der Bundesrepublik Deutschland – empfindlichen Schaden zufügt, in den Bereich der Regierungsverantwortung übergreift.

Auch in der Bibel finden wir ein sehr starkes Bewusstsein dafür, dass bestimmte Denkweisen und Handlungen dem Menschen empfindlich schaden, ja, ihn letztendlich zerstören. Indirekt sind dafür die Gebote Gottes ein starkes Indiz. Sie verbieten und gebieten – zu dem Zweck, dass das Böse nicht ausufert und überall um sich greift: »Du sollst nicht töten!« – »Du sollst nicht ehebrechen!« – »Du sollst nicht als Lügenzeuge aussagen!« usw. (siehe 2. Mose 20). Wenn man die »Brandmauer« der Gebote Gottes aufgibt oder gar niederreißt, fügt man sich selbst und anderen großen Schaden zu. Das hat sich im Laufe der Geschichte und jedes einzelnen Menschenlebens immer wieder – und oft auf ganz schlimme und nachhaltige Weise – erwiesen.

Doch wie kommt es trotzdem so häufig dazu? Der Grund liegt in der Abwendung von Gott und der Hinwendung zu falschen Göttern – letztlich zu uns selbst. Wir selbst treten an die Stelle Gottes und handeln in der Folge auch nach unserem Gutdünken – mit allen Folgen. Die Lösung: Umkehr und Neuausrichtung auf Gott, der uns vergeben und helfen will, wieder nach seinen guten Maßstäben zu leben.

Joachim Pletsch

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