Mittwoch, 23. Dezember 2020: Mein größter Wunsch

Eine Lehrerin gab ihren Schülern die Aufgabe, einen Aufsatz zu dem Thema »Mein größter Wunsch« zu schreiben. In einem der Aufsätze las sie: »Meine Eltern lieben ihre Smartphones sehr. Sie kümmern sich so sehr um ihre Smartphones, dass sie mich manchmal vergessen. Wenn mein Vater müde von der Arbeit kommt, hat er Zeit für sein Smartphone, aber nicht für mich. Wenn meine Eltern eine wichtige Arbeit tun und das Handy klingelt, beantworten sie den Anruf sofort, aber mir antworten sie nicht. Auch nicht, wenn ich weine. Sie spielen auf ihren Smartphone, aber nicht mit mir. Wenn sie mit jemandem telefonieren, hören sie mich nicht, auch nicht, wenn ich etwas Wichtiges zu sagen habe. Deshalb ist mein größter Wunsch, ein Smartphone zu werden.«
Mich hat diese Geschichte sehr betroffen gemacht. Schon seit Langem hat das Smartphone bei vielen von uns den ersten Platz im Leben eingenommen. Unsere Familie, unsere Kinder und Mitmenschen bekommen nur noch selten unsere ganze Aufmerksamkeit, denn mindestens ein Auge richten wir während eines Gesprächs immer auf das Smartphone. Es kontrolliert uns, und wir opfern ihm immer mehr von unserer Zeit und unseren Beziehungen. Das bleibt unserem Gegenüber dann nicht verborgen und enttäuscht ihn.
Gott sei Dank ist es nie zu spät, etwas zu ändern! Gott möchte uns dabei helfen. Denn Gott ist ein Gott, der uns sieht, so sagt es die Bibel. Das heißt, er ist Ihnen zugewandt, Sie sind ihm nicht lästig, im Gegenteil: Er hört Ihr Rufen. Er fordert uns sogar auf, alle unsere Sorge auf ihn zu werfen, und verheißt uns, auf unser Rufen zu antworten. Gleichzeitig hilft er uns, aufeinander achtzugeben und schlechte Gewohnheiten zu ändern.

Silvia Gußmann
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Frage
Was würden Ihre Kinder zu Ihren Handy-Gewohnheiten sagen?
Tipp
Richten Sie Ihren Blick weniger nach unten und mehr nach oben!
Bibellese
1. Mose 16,1-14

Dienstag, 22. Dezember 2020: FOMO

»Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.« Diesen prägnanten Satz haben meine Eltern immer gesagt, wenn ich als Kind versucht habe, mehrere Dinge gleichzeitig unter einen Hut zu bringen. Ich hatte die Angst, etwas zu verpassen, wenn ich das eine machte, aber das andere dafür lassen musste.
Diese Angst gibt es schon lange, heute allerdings in verstärktem Maße, und diese Angst hat sogar einen Namen: FOMO (fear of missing out) – Angst, etwas zu verpassen. Diese Angst hat sich in den letzten Jahren unter dem Einfluss der digitalen Medien noch sehr verstärkt. Diese Medien sind jederzeit zugänglich und machen die Gesellschaft zeit- und ortsunabhängig erreichbar. Soziale Medien geben schneller und tiefer Einblick in das Leben von Freunden und Bekannten, als das sonst möglich wäre. Über ständige Status-Updates lassen sich Nutzer von Facebook, Instagram und Co. über die Aktivitäten ihrer Freunde und Bekannten informieren. Außerdem werden wir ständig bombardiert mit Einladungen zu Veranstaltungen und Sonderangeboten. Alles schreit danach: Komm zu uns! Kauf dir das! Das musst du unbedingt mal ausprobieren! Das darfst du auf keinen Fall verpassen! So wird unablässig das Gefühl genährt, etwas zu verpassen.
Auch ohne Handy erkannte Salomo das schon vor ca. 3000 Jahren, wie unser Tagesvers aufzeigt. Es lohnt nicht, dauernd hinter vergänglichen Dingen herzujagen. In den Psalmen werden wir auf eine Lösung hingewiesen: »Nur bei Gott wird meine Seele still, von ihm kommt meine Hoffnung« (Psalm 62,6). Manchmal müssen wir bewusst die Stille vor Gott suchen. Das ist nicht leicht, aber es lohnt sich. In seiner Gegenwart verpassen wir nichts, sondern wir finden dort die Ruhe, die wir brauchen.

Thomas Kröckertskothen
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Frage
Was tun Sie gegen die schreckliche Krankheit FOMO?
Tipp
Vesuchen Sie, mit Gott Kontakt aufzunehmen!
Bibellese
Psalm 62

Montag, 21. Dezember 2020: Ausweiskontrolle

1997 nahm ich an einer Studienfahrt nach Prag, der Hauptstadt der tschechischen Republik, teil. Dieses Land gehörte seinerzeit noch nicht zur EU. Deswegen benötigte man zum Grenzübertritt einen Reisepass oder Personalausweis. Als wir gemeinsam im Zug saßen und uns der deutsch-tschechischen Grenze näherten, packte eine Mitreisende ein Portemonnaie aus, das sehr klein war. Daher fragte jemand, wo sie denn ihren Ausweis hätte. Seinerzeit besaß der Personalausweis nämlich noch kein Scheckkartenformat, und der Reisepass war noch größer. Keines von beidem hätte in diesen Mini-Geldbeutel gepasst. Die Kollegin fragte erstaunt: »Wofür brauche ich denn einen Ausweis?« Sie hatte übersehen, dass auch auf einer Zugreise an der Grenze eine Kontrolle stattfinden würde. So kam es auch. Grenzpolizisten überprüften alle Passagiere. Ein Ausweichen oder Verstecken war nicht möglich. Als sie keine Papiere vorweisen konnte, verweigerte man ihr den Grenzübertritt. An der Grenzstation war auch die Beschaffung eines provisorischen Ausweises nicht möglich. Also musste sie unverrichteter Dinge die Heimreise antreten. Natürlich war ihr das sehr peinlich. Allerdings war das eben ein Fehler, der passiert, und eine Prag-Tour kann man nachholen.
Die Bibelverse heute sprechen auch von einer Art Grenzübertritt: Wenn Jesus Christus wieder sichtbar erscheinen wird, hat nur derjenige Zutritt zu seiner Ewigkeit, der sich hier, in der Zeit davor, für ein neues Leben mit ihm bewusst entschieden hat. Wer diese Entscheidung nicht getroffen hat, kommt nicht hinein. Er verlebt die Ewigkeit getrennt von Gott. Doch anders als bei einer Prag-Reise kann man dann nichts mehr nachholen. Dann gibt es ein unumkehrbares »zu spät«.

Markus Majonica
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Frage
Können Sie sich ausweisen?
Tipp
Dazu muss man rechtzeitig mit Jesus Christus in Verbindung treten.
Bibellese
Matthäus 25,1-13

Sonntag, 20. Dezember 2020: Geburtswehen der Schöpfung

Heute vor zwei Jahren kehrte Astronaut Alexander Gerst von seiner zweiten Weltraummission auf die Erde zurück. In einem Interview beschrieb er, wie dünn und zerbrechlich die Atmosphäre von außen wirkt. Hunderte von Waldbränden sah er auf einen Blick, als er Afrika oder das Amazonasgebiet überquerte. Über Krisengebieten erkannten er und die anderen Astronauten zerstörerische Raketen, die als kleine, leuchtende Punkte nach links oder nach rechts flogen. Grotesk war dieser Anblick auf die Erde. Und wo war Gott?
Wie oft haben wir das schon zu hören bekommen: »Wenn es einen Gott gäbe, dann würde er dafür sorgen, dass solche Ungeheuer wie Hitler oder Stalin nicht Millionen von Opfern fordern durften!« Oder: »Das soll ein liebender Gott sein, der mehr als 200 000 Menschen durch einen Tsunami umbringt?« »Warum gibt es so viel Grausamkeit im Tierreich und so viel Erbarmungslosigkeit im Kampf um »den Platz an der Sonne« im Reich der Pflanzen?«
Ja, dieses Elend gibt es tatsächlich auf der Welt, wohin man auch blickt, ob aus der ISS oder in die Tagesschau oder einfach rings um uns her. Aber das war nicht immer so. Gott überließ die wunderschöne und völlig leidfreie Schöpfung ihrem schrecklichen Schicksal, als wir Menschen uns als die vor Gott für die Schöpfung Verantwortlichen gegen seinen Willen entschieden. Jetzt seufzen Menschen, Tiere und Pflanzen, ja, die ganze Schöpfung, wie es im Tagesvers heißt.
Aber Gott hat für alle, die ihn um Vergebung bitten, einen herrlichen Ausweg geschaffen. Und auch die gesamte Schöpfung wird von dem auf ihr lastenden Fluch befreit. Denn in der Person seines Sohnes hat Gott selbst alle Schuld auf sich genommen und vergibt sie allen, die ihn darum bitten.

Stefan Taube
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Frage
Wann wollen Sie Gott um Frieden bitten?
Tipp
Eigentlich müsste doch jeder Mensch gern teilhaben wollen an Gottes neuer Welt.
Bibellese
Römer 8,18-39

Samstag, 19. Dezember 2020: »Schäfchen« ist wieder da!

Vor etwa drei Jahren war unsere zweite Tochter von der Schule aus ein paar Tage in Hastings (Süd-England) gewesen. Mit ein paar Mitschülern war sie bei einer gastgebenden Frau untergebracht. Als sie wieder nach Hause kam, war ihr geliebtes Schäfchen weg. Obwohl sie sicher war, dass sie alles eingepackt hatte, war ihr Schäfchen nicht in ihrer Tasche. Es war ein Geschenk zu ihrer Geburt, und sie hing an ihm; es hatte seine Bedeutung. Meine Frau und ich versuchten, Kontakt mit der Gastgeberin aufzunehmen. Die Verständigung war schwierig. So schickten wir ihr zweimal einen Brief, legten Britische Pfund (die noch übrig gewesen waren) für das Porto bei und baten darum, dass uns das »sheep« geschickt würde.
Nach einigen Wochen kam das Schäfchen – in einer recht dünnen Verpackung. Es roch stark nach Zigarettenqualm, aber es war wieder da! Das Schäfchen wurde gewaschen, und unsere Tochter, die sich schon damit abgefunden hatte, ihr Schäfchen nie wiederzusehen, war überglücklich! Wir dankten Gott für die Erhörung unserer Gebete und schickten als Dankeschön zwei christliche Bücher in englischer Sprache zu der Gastgeberin in England.
Wenn ein wiedererhaltenes Kuscheltier schon so viel Freude auslösen kann – wie ist es dann erst, wenn ein Mensch wieder auftaucht, der vermisst wurde. Jesus Christus erzählt in der Bibel (Lukas 15) von einem Hirten, der eines von hundert Schafen vermisst und sich aufmacht, um dieses eine verlorene Schaf zu suchen, »bis er es findet«. Weshalb steht diese Geschichte in der Bibel? Er meinte damit uns verlorene Menschen, die er zu Gott zurückholen wollte. Allerdings ist es bei den Menschen anders als bei einem Tier. Man muss einverstanden sein, um zurückgeholt zu werden.

Martin Reitz
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Frage
Was bedeutet es Ihnen, dass Gott auf der Suche nach Ihnen ist?
Tipp
Der Verlust bewegt den Finder mehr als den Verlorenen. Deshalb hat Gott uns seinen Sohn geschickt.
Bibellese
Lukas 15,1-10

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