Dienstag, 16. März 2021: Im Sog der Nachrichten

Eine Verhaltensweise, die die »Corona-Krise« bei einigen Menschen hervorgerufen oder gefördert hat, ist das frenetische Checken der Nachrichten. Jeden Tag gab es neue Infektionszahlen, neue Einschätzungen von Experten und Laien oder Augenzeugenberichte aus anderen Ländern. Viel Zeit und Aufmerksamkeit wurde dafür investiert, möglichst umfassend informiert zu sein.
Aber auch abseits großer Krisen neigen viele Menschen dazu, sich beständig »auf dem neuesten Stand« zu halten. Es passiert täglich so viel in Politik und Gesellschaft, dass es scheinbar immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Warum verspüren viele Menschen den Impuls, die »News« so häufig zu konsumieren? Wollen wir nur gut informierte Bürger sein? Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ist mein beständiger Nachrichtenkonsum nicht selten eine Art Fluchtmechanismus. Statt mich meinen eigenen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, schweife ich lieber nochmals in die Ferne. Statt mich in die Menschen um mich herum zu investieren, lese ich über Skandale von Menschen, die ich niemals treffen werde. Statt ruhig vor Gott und vor mir selbst zu werden, suche ich die Zerstreuung in den neuesten Berichten, Tweets oder Videos.
Doch als Christ darf ich mich immer wieder vergewissern, dass ich nicht fliehen brauche. Gott schenkt jedem, der ihn kennt, Mut, da zu sein und zu wirken, wo man ist. Wir brauchen uns nicht in fremde Dramen zu flüchten, sondern können unsere ganz eigene Geschichte mit Gott erleben. Natürlich können wir auch weiterhin mitfühlend und betend Anteil nehmen an den Weltereignissen. Aber dazu bedarf es keiner stündlichen News-Updates, die uns mehr in die Passivität als ins Handeln führen.

Sebastian Lüling


Frage
Beobachten Sie mehr das Geschehen woanders, als Ihr eigenes Leben zu gestalten?
Tipp
Vertrauen Sie sich Gott an und lassen Sie ihn genau dort wirken, wo Sie gerade stehen!
Bibellese
2. Mose 3,1-22

Montag, 15. März 2021: Unverkäuflich

Fußball-Bundesliga-Spieler sind vertraglich befristet an Vereine gebunden. Je nach Leistung, Verletzungen usw. rentieren sich ihre Kosten für den Verein. Mancher Spieler schießt von Saison zu Saison mehr Tore oder wird zu einer Festung in der Abwehr, was seinen Marktwert erhöht. Dann lässt ihn der Verein eventuell zu einem internationalen Top-Verein vor Vertragsende gegen eine hohe Ablösesumme gehen. Er »verkauft« den Spieler.
So ein Jung-Star, der zum Spekulationsobjekt wurde, ist Kai Havertz, ein Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen, der im März 2020 gerade einmal 20 Jahre alt war. Zu dem Zeitpunkt spekulierte sein Trainer Peter Bosz öffentlich: »Er kann im nächsten Sommer nicht gehalten werden. Das gibt eine Überweisung von über 100 Mio. Euro.« Der Geschäftsführer Carro von Bayer Leverkusen taxierte den Wert des Nationalspielers gar auf mindestens 126 Mio. Euro.
Nur zwei Wochen später fielen wegen der »Corona-Krise« und der Absage aller Bundesligaspiele sowie der Fußball-EM die Werte solcher Spieler rapide. Ein kleines Virus senkte den Marktwert der Spieler und verhinderte viele Transfers.
Was für einen Gegensatz dazu finden wir in unserem Tagesvers! Da ist auch jemand, der Menschen gekauft hat, jedoch nicht mit Millionen Euro, sondern dadurch, dass er stellvertretend für sie die Todesstrafe erduldete. Der Sohn Gottes wurde Mensch und kaufte jeden frei, der sich Gott gegenüber in der Schuld sah und anerkannte, dass Jesus Christus für ihn sterben musste. Jeder so befreite Mensch darf wissen: »Jesus Christus hat mich gekauft. Ich bin nun unverkäuflich und bleibe auch über den Tod hinaus das wertvolle Eigentum meines Erlösers.« Was für eine gute und feste Gewissheit!

Hartmut Ulrich
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Frage
Gehören auch Sie zu den Menschen, die sich durch Jesus Christus haben von der Schuld ihrer Sünde freikaufen lassen?
Tipp
Übergeben Sie Ihr Leben IHM! Dann ist es keinem Werteverfall mehr unterworfen.
Bibellese
Titus 3,4-7

Sonntag, 14. März 2021: Frühlingserwachen

Es ist wieder Frühling, und die Natur beginnt zu sprießen. Überall kommen die Frühlingsblumen aus dem Boden, und die Bäume werden wieder grün. Bei näherem Hinsehen beobachten wir, wie aus den Blattknospen neue Blätter wachsen. Erst ganz klein und zart, dann immer kräftiger und größer. An jedem Baum entstehen so mehrere Kilogramm neuen Pflanzenmaterials. Bezogen auf einen ganzen Wald sind es Hunderte oder gar Tausende von Tonnen an neuer Blattmasse.
Als Chemiker denke ich weiter über die Zusammensetzung dieser Blattmasse nach. Sie besteht aus hochkomplexen chemischen Verbindungen. Allein der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll, der den Pflanzen die Fotosynthese ermöglicht, ist ein kompliziertes Molekül, bestehend aus 137 Atomen. Diese Atome sind in einer ganz bestimmten Anordnung verbunden. Nur in dieser Anordnung können sie ihre Aufgabe im Prozess der Fotosynthese erfüllen. Würde man dieses Molekül im Labor herstellen – die erste Synthese im Labor gelang 1960 -, so müsste man tagelang mit vielen Reaktionsschritten daran arbeiten und hätte zum Schluss nur einige Milligramm davon im Reagenzglas. Diese wenigen Milligramm hätten einen Wert von mehreren Tausend Euro. Im Frühjahr produziert jeder Laubbaum das Chlorophyll grammweise.
Ich staune immer wieder über die Wunder der Schöpfung. Das, was uns Menschen nur ganz mühsam gelingt, hat Gott in seiner Weisheit in jeden Laubbaum implementiert. Gesteuert über die DNA werden viele Enzyme gebildet, die dann in kurzer Zeit diese Glanzleistung vollbringen. Wir sehen darin Gottes Weisheit und seinen schöpferischen Einfallsreichtum. Wir können einmal mehr erkennen, dass Gott sich in der Schöpfung offenbart und seine Genialität sichtbar wird. Diesen Gott gilt es kennen zu lernen und zu verehren.

Bernhard Volkmann
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Frage
Haben Sie auch schon darüber gestaunt, wie vielfältig und komplex die Natur ist?
Tipp
Machen Sie sich auf den Weg, den Urheber dieser Natur näher kennenzulernen.
Bibellese
Psalm 19

Samstag, 13. März 2021: Anlaufstelle für Außenseiter

Schon der erste Blick genügte, um zu festzustellen, dass dieser Mann nicht auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs war: abgetragene Hose, schmierige Jacke, ungepflegtes Haar. Mit angeschwipster Stimme bestellte er ein Heißgetränk und setzte sich torkelnd auf einen der freien Plätze in unserem Bäckerei-Café. Meine Kollegin warf einen skeptischen Blick auf den Kunden: »Ach, der schon wieder …!« Auch ich erkannte ihn wieder. Der offensichtlich Obdachlose schlenderte immer wieder vor unserer Ladentür vorbei die Hauptstraße entlang – ein bemitleidenswerter Anblick. Gleichzeitig fühlte ich mich innerlich abgestoßen. Instinktiv will man mit so jemandem nicht gerne zu tun haben.
Als Jesus vor 2000 Jahren auf dieser Erde war und mit seinen Predigten zahlreiche Volksmengen anzog, klagten die Frommen und Feinen der damaligen Zeit: »Er gibt sich mit Zöllnern und Sündern ab!« Zöllner und Sünder, das sind auf gut Deutsch Halsabschneider und Rotlichtbetreiber! Eigentlich sollte das eine Anklage sein. Doch diese Kritiker Jesu sprachen ungewollt ein großes Lob über Jesus aus: Er war tatsächlich ein Freund derer, welche die etablierte Gesellschaft ausgrenzte. Er verbrachte Zeit mit ihnen, schätzte sie wert, war ihnen willkommen, da sie bei ihm Gehör fanden und seine unverdiente Zuwendung dankbar in Anspruch nehmen konnten. Also derart ungeliebte Leute wie dieser übel riechende, angetrunkene Mann, der den einen Morgen zu uns in die Bäckerei hereinkam.
Ist das nicht beeindruckend? Jesus liebt Menschen unabhängig von Berufsstand, Bankkonto oder Kleidermarken. Egal, wer Sie sind, wie wertvoll oder wertlos Sie sich fühlen oder für wie wertvoll oder wertlos andere Menschen Sie halten – dieser Jesus liebt auch Sie!

Jan Klein
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Frage
Wie ist Ihre spontane Reaktion, wenn Sie »sozialen Außenseitern« begegnen?
Tipp
Jesus ist so anziehend anders; es lohnt sich, ihn in der Bibel kennenzulernen.
Bibellese
Lukas 14,16-24

Freitag, 12. März 2021: Rituale

Manche mögen sie für unnütz und langweilig halten, andere lieben sie – die festen Gewohnheiten im Alltagsablauf: die kurze Morgengymnastik, die Tasse Tee mit der bestimmten Zubereitung, das ungestörte Frühstück oder das Lesen des Lokalteils der Zeitung. Die feste Reihenfolge in Abläufen bringt einen guten Rhythmus in den persönlichen Tagesablauf und hilft uns, spätere Stressmomente besser zu bewältigen.
Meinen erwachsenen Söhnen wird erst jetzt durch den Umgang mit ihren eigenen Kindern klar, wie schön und wie prägend unsere Familienrituale in ihrer Kindheit waren: Wenn sie zum Frühstück kamen, hatte ich schon den Tisch gedeckt. Meist war das wegen Beruf und Schule unsere einzige Familienmahlzeit. Alle liebten diese Zeit – mit den Gesprächen (auch schwierigen) und einer kleinen Morgenandacht. Je nach Alter unserer Kinder wurden die gelesenen Texte von meiner Frau und mir angepasst. Abwechselnd dankte jemand aus der kleinen Runde für die Speisen und betete für die bevorstehenden Herausforderungen des Tages. Wir fanden auch wichtig, Fürbitte für kranke Nachbarn, Verwandte und Freunde an Jesus zu richten. Solche Gewohnheiten geben Ruhe und Geborgenheit. Wie viele Familien hatten wir auch Abendrituale. Egal wie spät ich von der Arbeit nach Hause kam – aus den Kinderzimmern drang der Ruf: »Papa, jetzt noch die Abendgeschichte!«
Von Jesus wird berichtet, dass er die Gewohnheit hatte, morgens in aller Frühe alleine zu beten. Bevor er anderen Menschen begegnete, trat er mit Gott, seinem Vater, in Kontakt und wurde dadurch ausgerichtet und ermutigt. Das gab ihm Kraft, auch den schweren Weg bis ans Kreuz zu gehen, wo er unvorstellbares Leid erduldete und starb, um unsere Sünden zu sühnen.

Klaus Spieker


Frage
Könnte ein Morgengebet auch zu Ihrem Ritual werden?
Tipp
Eine morgendliche Stille Zeit mit Gebet und Bibellesen wird sich heilsam auf Ihr Leben auswirken.
Bibellese
Lukas 22,39-46

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