Freitag, 19. Februar 2021: Das ganze Leben – nur ein Strich?

Wer sich die Grabsteine auf einem Friedhof anschaut, stellt fest, dass sie bei aller Unterschiedlichkeit fast alle eins gemeinsam haben: Zwischen jedem Geburts- und Todesdatum steht ein kurzer Strich. Mancher hat schon mehr oder weniger erschrocken darüber nachgedacht, was dieser Strich besagt: Zwischen den zwei Datumsangaben hat ein ganzes Leben stattgefunden mit all seinen Höhen und Tiefen, mit all seinen Schmerzen und Freuden, mit allen Erfolgen und Pleiten und auch mit all seinen gelungenen und misslungenen Beziehungen.
»Friedhöfe« nennt man solche Gräberfelder meistens. Damit soll gesagt sein, dass die hier Liegenden nun ausgekämpft haben und in Ruhe gelassen werden von all dem, womit sie sich im Leben herumschlagen mussten.
Lesen wir aber den Bibelabschnitt, dem unser Tagesvers entnommen ist, so sehen wir, dass es für alle eine Auferstehung gibt. Hier in Offenbarung 20 geht es um die Auferstehung derer, die nicht zu Lebzeiten Frieden mit Gott gesucht hatten, deren Schulden, deren Werke also nicht vergeben wurden. Sie werden alle zusammengezählt, und unter dem Strich steht dann das Endresultat.
Man mag es gar nicht hinschreiben, so schrecklich ist es. Aber das muss durchaus nicht das letzte Wort zu diesem Thema sein, denn Gott bietet auch heute wieder seine Gnade an und vergibt alle Schuld, weil Christus dafür am Kreuz bezahlt hat. Was Gott fordert, ist nur ein ehrliches Eingeständnis. Das sollte doch angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, wirklich nicht zu viel verlangt sein.
Für alle, deren Schuld durch Gottes Gnade vergeben ist, bleibt unter dem Strich nur ewige Freude in Gottes herrlichem Reich.

Hermann Grabe
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Frage
Was bedeutet für Sie das Wort »Friedhof«?
Tipp
Frieden hat man nur, wenn man mit seinem Schöpfer Frieden gefunden hat. Alles andere ist nur vorläufig.
Bibellese
Offenbarung 20,1-15; 1. Thessalon. 4,13-18

Donnerstag, 18. Februar 2021: Wenn die Erde bebt

Erdbeben können einem wirklich Angst einjagen. Es ist einfach unheimlich, wenn der immer stabile Erdboden unter einem plötzlich bedrohlich schwankt. Ungewiss steht man sekundenlang da und überlegt verzweifelt, wohin man fliehen könnte.
2018 war ich in Taiwan, wo ich dieses Naturereignis hautnah miterlebte. Während eines Zeitraumes von zwei Wochen kam es immer wieder zu stärkeren Beben. Hotels stürzten in unmittelbarer Nähe ein, die Prognosen beliefen sich auf ein »Mega-Beben«, was Gott sei Dank dann aber doch nicht eintraf.
Was konnte ich in dieser Situation tun? Im Prinzip gar nichts. Jedenfalls nichts, was meine äußeren Umstände irgendwie verändern konnte. Aber ich durfte lernen, was es heißt, sich in den Armen eines liebenden himmlischen Vaters zu bergen. Ich klagte Gott meine Ängste und Sorgen, manchmal weinte ich auch, weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. Doch die Zusage, dass Gott da ist, rief ich mir immer wieder ins Gedächtnis. Ich glaubte bewusst seinem Wort, dass er unveränderlich gut ist, so wie es der Tagesvers sagt. Dass er alle Umstände gebrauchen will, um mich näher zu sich zu ziehen. Und wirklich erlebte ich Gottes Nähe inmitten der Not auf ganz besondere Art und Weise. Ich lernte, im Beben ruhig zu schlafen, weil für Gott nichts unmöglich ist.
Was können Sie tun, wenn Stürme und Beben in Ihrem Leben Furcht aufkommen lassen? Wenn Sie Nacht um Nacht wach liegen, nicht zur Ruhe finden und sich hilflos und klein fühlen? Vertrauen Sie sich Gott an! Er kann jeden Sturm, sei er innerlich oder äußerlich, stillen! Ja, Gott möchte wirklich ein »Zufluchtsort am Tag der Bedrängnis« für Sie sein!

Jana Herrmann


Frage
Wohin gehen Sie in der Not?
Tipp
Nur Gott kann Ruhe im Sturm schenken.
Bibellese
Matthäus 8,23-27

Mittwoch, 17. Februar 2021: Im Grunde gut?

In den Medien sprang mir im Frühjahr 2020 ein Buch eines niederländischen Journalisten mit dem Titel »Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit« in die Augen. Ohne das Buch gelesen zu haben, war es allein der Titel, der meine Aufmerksamkeit erregte. Der Klappentext des Buches schreibt über den Inhalt Folgendes: »Anders, als in der westlichen Denktradition angenommen, ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: von Grund auf gut.«
Kann es wirklich sein, dass der Mensch im Grunde gut ist, trotz so vieler Kriege, Nöte, Streitigkeiten und Verbrechen? Ist da vielleicht doch irgendwo ein Funken Gutes im Menschen, der hier und da im sozialen Handeln erkennbar wird? Und vor allem, reicht es, ein guter Mensch zu sein, um vor dem allwissenden Gott bestehen zu können?
An meinen eigenen Kindern merke ich immer wieder, dass dieser Buchtitel nicht stimmen kann. Keiner hat ihnen beigebracht, wie man lügt. Keiner hat ihnen beigebracht, wie man den anderen haut und fies zu ihm ist. Keiner hat ihnen beigebracht, freche Widerworte zu geben. Und doch ist all das immer wieder bei ihnen zu bemerken.
Die Bibel vermittelt uns ein anderes, realistischeres Bild von uns Menschen. Nach ihrem Urteil ist da keiner, der Gutes tut, kein Gerechter, keiner, der ohne Sünde ist. Auch wenn wir meinen, in unseren Augen doch recht passabel zu sein, sind wir in den Augen Gottes doch ganz anders zu bewerten. Denn dem Maßstab Gottes genügt kein Mensch. Wir brauchen keine Verbesserung unseres im Grunde doch bösen Herzens, sondern wir brauchen ein neues Herz, das nur Jesus Christus schenken kann. Dafür ist er gekommen. Dafür ist er gestorben und von den Toten auferstanden.

Joel Wjst
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Frage
Wie würden Sie den Buchtitel bewerten?
Tipp
Unfassbar: Trotzdem, dass wir böse sind, liebt uns Gott bedingungslos!
Bibellese
Epheser 2,1-10

Dienstag, 16. Februar 2021: Ein trügerisches Fundament

»Ihr Körper ist ein Wunder der Baukunst«, sagte ein Verliebter am Anfang seiner Beziehung über seine Herzensdame aus der Filmbranche. Als nicht lange danach die Beziehung zerbrochen war, fiel sein Urteil so aus: »Sie ist zu fett und hat zu kurze Beine.« Noch krasser war der Wechsel der Gefühle bei Kronprinz Amnon, dem Sohn von König David. Total verknallt in seine Halbschwester Tamar, lockte er sie in sein Zimmer und vergewaltigte sie. Wahrscheinlich belastet von einem schlechten Gewissen und einem Verlust an Selbstachtung, verwandelte sich seine Begierde in Ablehnung und Hass. Er wollte sie nie wieder sehen.
Ähnliche Geschichten vom Wechsel des unsterblichen Verliebtseins in Gleichgültigkeit oder Aversion ereignen sich täglich. In unserer freien Gesellschaft sind sexualethische Maßstäbe im biblischen Sinn weitgehend abgeschafft. Nur Sonderlinge und Hinterwäldler haben etwas gegen vorehelichen Geschlechtsverkehr einzuwenden. Prostitution ist zu einem anerkannten Beruf geworden. Die Ehe für alle steht nicht nur für heterosexuelle Paare offen. Also stürzt man sich, getrieben vom sexuellen Verlangen, in das amouröse Abenteuer. Aber was zunächst so schön aussieht, stellt sich im Nachhinein nicht selten als Problem heraus. Schuldgefühle werden zwar abgestritten, aber lassen sich auf Dauer nicht verdrängen. Der beiderseitige Verlust an Achtung führt zu Verbitterung. Diese macht sich in Streitigkeiten Luft und verdichtet sich zu Hass, Rechtsstreit und Rosenkrieg. Sexuelles Verlangen ist ein zu wackeliges Fundament, um darauf eine erfüllende Beziehung aufzubauen. Wer Gottes Gebote für Reinheit missachtet, schadet sich damit selbst und anderen. Allein Gottes Gnade kann Vergebung und Heilung bringen.

Gerrit Alberts
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Frage
Wie sortieren Sie das?
Tipp
Liebe und Sexualität gehören zusammen.
Bibellese
2. Samuel 13

Montag, 15. Februar 2021: Todesangst

Die Menschheit hat in den letzten Jahrhunderten unzählige Wunder vollbracht. Wir haben Atome gespalten, den Mount Everest bezwungen und die Grenzen unseres eigenen Planeten überschritten. Es wurde manches geschafft, was von vorherigen Generationen als unmöglich erachtet wurde. Trotzdem gibt es ein Problem, für das auch heute die klügsten Köpfe keine Lösung finden, nämlich den Tod. Ganz egal, wie wir die uns gegebene Zeit nutzen, unser Leben endet immer tödlich. Manchmal gerät diese Tatsache durch die Ablenkungen unserer Zeit in den Hintergrund, doch das macht sie nicht weniger wahr. Dass der Tod oft unerwartet zuschlägt, macht den meisten Menschen Angst und nimmt ihnen sogar teilweise die Freude am Leben. Doch noch furchteinflößender ist es, wenn wir nicht wissen, was nach dem Sterben passiert. Billiger Trost wie »Wir kommen alle, alle in den Himmel«, wie es in einem beliebten Karnevalsschlager heißt, hilft uns da nicht weiter.
Gott weiß, dass wir alle unserer Sünden wegen sterben werden und vor dem Tod große Angst haben. Deshalb ließ er seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde kommen und am Kreuz für unsere Sünden sterben. Alle, die dabei waren, dachten, dass der Tod auch ihn besiegt hätte. Doch sie irrten sich: Nach drei Tagen stand Jesus von den Toten auf. Damit bewies er, dass der Tod besiegt ist. Jetzt will er jedem, der an ihn glaubt, nicht nur die Todesfurcht nehmen, sondern ihm auch die Gewissheit geben, dass er nach seinem Lebensende ewig bei ihm im Himmel sein wird. Mit dieser festen Zuversicht kann man fröhlich leben und ruhig sterben.
Lassen Sie sich nicht von der Angst vom Tod leiten, sondern von der Hoffnung auf das ewige Leben, das Gott Ihnen schenken möchte!

Carolin Nietzke


Frage
Was tun Sie gegen die Angst, zu sterben?
Tipp
Die beste Medizin ist die begründete Hoffnung auf ein ewiges Leben im Himmel durch den Glauben an den Auferstandenen.
Bibellese
1. Korinther 15,20-28

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