Samstag, 17. April 2021: Eine kurze Palindrom-Predigt

Man findet die frühchristliche Inschrift auf Brunnen, Bassins und Bottichen: Νίψον ἀνομήματα, μὴ μόναν ὄψιν (Nipson anomemata, me monan opsin). Auch an Trinkbrunnen und Taufbecken bei der Kirche Hagia Sophia in Konstantinopel. Übersetzt ins Deutsche lauten die Worte: Die Sünden abwaschen – nicht nur das Gesicht! Das Kuriose: Dieser Satz lässt sich vorwärts und rückwärts lesen! Er ist also ein sogenanntes Palindrom.
Auch im Deutschen kennen wir solche originellen Satzgebilde: Die Liebe ist Sieger; stets rege ist sie bei Leid. Oder: Ein Esel lese nie. … Reit nie ein Tier! Etwas einfacher ist diese Spiegelachse bei kurzen Worten zu erkennen: Retter; Rotor; Rentner; Reittier oder Marktkram. Scherzhaft sagte mal ein Engländer: Als Eva geschaffen und zu ihrem Mann gebracht wurde, stellte der sich mit den Worten vor: »Madam, I’m Adam!« Dieser Satz reimt sich nicht nur – er ist zugleich ein Palindrom.
Doch bei aller Originalität wollen wir noch mal auf die griechische Inschrift zurückkommen: Wasche deine Sünden ab, nicht nur dein Gesicht! Gottes Wort, die Bibel, ist wie ein Spiegel: Dabei zeigt sie uns nicht unsere äußere Beschaffenheit, sondern möchte unseren inneren Zustand offenlegen. Dieser Satz fordert den Leser auf, sich nicht nur äußerlich zu waschen, sondern auch sein Innenleben nicht zu vernachlässigen.
In seinem Brief mahnt Jakobus: »Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen! Denn wer sich Gottes Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat« (Jakobus 1,23-24, NGÜ).

Andreas Fett
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
»Was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!« (Apostelgeschichte 22,16)
Tipp
»Das Leben wird immer vorwärts gelebt und rückwärts verstanden« (Selma Lagerlöf)
Bibellese
Johannes 13,1-17

Freitag, 16. April 2021: »Keine Werbung, keine kostenlosen Zeitungen!«

Haben Sie auch so einen Aufkleber auf Ihrem Briefkasten? Das kann ich gut verstehen, wenn vor lauter Werbung von Supermärkten und Pizzabäckern oder Wochenzeitungen die wichtige Post nicht mehr in den Briefkasten passt oder halb heraushängt. Als ich mit 14 Jahren in meiner Heimatstadt Zeitungen verteilte, freute ich mich immer über dieses rote »Stop-Symbol«. Man konnte sich dann den Weg durch einige Vorgärten sparen. Allgemein machte ich die Erfahrung: Je nobler die Gegend, je schicker die Häuser, desto häufiger wollten die Leute keine Werbung oder meine kostenlose Zeitung haben.
Woran lag das? Wahrscheinlich konnten sich die Leute eh alles leisten und waren deshalb auch auf Schnäppchen nicht so angewiesen. Wahrscheinlich bekamen sie eine richtige Tageszeitung und hatten daher weder Zeit noch Lust, zusätzlich noch mein Käseblatt zu lesen. Sie vermittelten den Eindruck: Hier passt alles. Der Vorgarten ist gepflegt, das Auto bestens in Schuss, alle Versicherungen abgeschlossen.
Wenn ich darüber nachdenke, muss ich an ein Bild denken, dass Jesus gebraucht. Eher würde ein Kamel durch ein Nadelöhr passen, als dass ein Reicher in den Himmel komme. Wer auf nichts angewiesen ist, wer schon alles hat, wem man nie einen Gefallen tun muss, der kann auch zu dem Schluss kommen, dass er Gott nicht braucht. Und gerade dieser Gedanke ist die große Gefahr! Kein Mensch kann sich selbst erlösen! Wer niemals jemanden um etwas bitten muss, weil er alles hat, der beugt auch seine Knie vor Gott, dem Höchsten, nur sehr schwerlich. Der Wohlstand kann zu Unabhängigkeit von Gott führen – und damit zum Getrenntsein von ihm. Dieser Zustand jedoch ist im Blick auf die Ewigkeit etwas Höchstgefährliches.

Thomas Bühne


Frage
Streben Sie nach Wohlstand?
Tipp
Sorgen Sie sich lieber darum, mit Gott versöhnt zu werden!
Bibellese
Matthäus 6,33

Donnerstag, 15. April 2021: Klimawandel

An unserem Wohnort gab es 2018 und 2019 sehr trockene und heiße Sommer. An mehreren aufeinander folgenden Monaten fiel nur ca. die Hälfte des sonst üblichen Niederschlages. Die Talsperren waren ziemlich leer, die großen Flüsse nur noch mit Einschränkungen schiffbar, der Borkenkäfer befiel insbesondere viele Nadelbäume, und durch die bis zu 1,80 Meter Tiefe ausgetrockneten Waldböden boten insbesondere die Flachwurzler den Herbststürmen wenig Widerstand. Die Schäden an der Natur und auch die wirtschaftlichen Folgen waren und sind noch immer immens hoch. Beim Schreiben dieses Beitrages (Mitte April 2020) hat es hier in mehr als 4 Wochen gerade einmal 5 mm Regen gegeben. Wenn nicht andere, noch schlimmere Ereignisse wie Pandemie und Kriege dieses Problem überlagern würden, wären die Nachrichten sicher schon wieder voll von der Sorge um den Klimawandel und darum, wie diesem zu begegnen sei. Gibt es nun in unseren Breitengraden keine Winter mehr und nur noch Sommerdürre statt Getreideernten?
Nein, Gott steht zu seinem Wort, das er Noah und seinen Nachkommen nach der Sintflut gegeben hat. Das durften auch wir Naturliebhaber erkennen. Durch starke Niederschläge im Winter füllten sich die Trinkwassertalsperren wieder. Bis Mitte März 2020 war alles zunächst wieder saftig grün. Es gab ein wenig Schnee und im Januar einen zugefrorenen Gartenteich. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit Gott gegenüber. In einer Zeit, in der sich Menschen immer mehr von seinen Geboten abwenden, zeigt er ihnen, dass nicht der Mensch, sondern Gott alles in der Hand hat. Gott lässt es zu, dass der Mensch dem globalen Klima Schaden zufügt, ist aber so gnädig, dass wir noch immer säen und ernten dürfen, solange diese Erde existiert.

Hartmut Ulrich
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Machen Sie sich Sorgen darüber, dass der Klimawandel auch uns in Mitteleuropa mehr und mehr schadet?
Tipp
Horchen Sie auf, wenn Gott hierdurch zu Ihnen redet! Kehren Sie um zu ihm und seinen Geboten!
Bibellese
Apostelgeschichte 17,22-31

Mittwoch, 14. April 2021: Gerechtigkeit

Im April 2019 musste sich im Münchner Amtsgericht ein Schwarzfahrer wegen dreimaligen Fahrens ohne Fahrschein verantworten. Der Schaden betrug stolze 8,70 Euro. Reumütig gab der Mann sein Vergehen zu und erklärte seine Notlage: Seit einem Unfall sei er arbeitsunfähig und vergesslich, weshalb er nicht immer an das Lösen des Tickets für die Bahn denken würde. Er gab auch unaufgefordert eine Fortsetzung seiner Vergehen zu: Da er zurzeit kein Geld hätte, sei er selbst zu dieser Gerichtsverhandlung ohne Fahrschein gefahren. Die reumütige Erklärung des Angeklagten war offenbar echt und glaubwürdig. Das Verfahren wurde eingestellt, und etliche Zuhörer schenkten dem Mann ungenutzte Tickets und Geld.
In einem Rechtsstaat müssen auch kleine Vergehen geahndet werden, auch wenn dies manchmal lächerlich erscheint und einen immensen bürokratischen Aufwand bedeutet. Doch wo kämen wir hin, würden Richter anfangen, bei einem die Augen zuzudrücken, beim nächsten aber buchstabengetreu nach dem Gesetz zu urteilen? Das wäre ungerecht. Genauso kann auch Gott seine Augen nicht verschließen und »fünf gerade sein lassen«, wenn er Sünde sieht. Gesetzesübertretung kann er einfach nicht dulden. Jede Sünde, ob groß oder klein, widerspricht seiner absoluten Heiligkeit und Gerechtigkeit. Zu unserem Glück aber handelt Gott wie die Zuschauer im Gerichtssaal. Er zeigt Mitgefühl und Barmherzigkeit, wenn Schuld aufrichtig zugegeben wird.
Jeder Mensch ist schuldig vor Gott. Es gibt niemanden, der völlig untadelig leben kann (siehe Römer 3,12). Deshalb sind wir alle auf Gottes Barmherzigkeit und Gnade angewiesen, selbst wenn wir meinen, unsere Sünde sei vergleichsweise klein.

Daniela Bernhard
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Wie wollen Sie vor dem Richterstuhl Gottes bestehen?
Tipp
Wenn Sie sich auf Jesu Werk am Kreuz berufen, wird Gott Ihr »Verfahren« nicht nur einstellen, sondern Sie sogar freisprechen.
Bibellese
Lukas 18,9-14

Dienstag, 13. April 2021: Alles wird gut!

Während sich das Corona-Virus in Deutschland ausbreitete, sah man auf Profilbildern sozialer Netzwerke und in den Fenstern vieler Wohnhäuser Bilder, die von Kindern gemalt waren: Sie zeigten einen Regenbogen, verbunden mit der Botschaft »Alles wird gut!«.
In der Bibel spielt der Regenbogen eine wichtige Rolle. Sie berichtet, dass die Menschen vor mehreren tausend Jahren moralisch so verderbt waren, dass Gott, um dieses Problem einzudämmen, eine globale Strafe vollziehen musste: die Sintflut. Doch bevor diese kam, gab er den Menschen 100 Jahre lang die Gelegenheit, ihr Handeln zu korrigieren und sich Gott zuzuwenden.
In dieser Zeit baute Noah ein großes Schiff, die Arche, in der die Menschen vor der kommenden Flut sicher gewesen wären. Doch nur Noahs Familie nahm dieses Rettungsangebot wahr und überlebte. Nachdem das Wasser sich verzogen hatte, machte Gott ein Versprechen: Er würde nie mehr durch eine Flut die Menschheit vernichten. Daran sollte ihn der Regenbogen erinnern, der jedes Mal sichtbar wurde, wenn die Sonne durch Regenwolken schien. Damit ist dieser Bogen ein Zeichen für die Geduld Gottes.
Doch auch dieses Zeichen ist endlich: Die Bibel macht deutlich, dass Gott zu einem bestimmten Zeitpunkt die Erde durch Feuer vernichten und die Menschheit für jede Boshaftigkeit zur Rechenschaft ziehen wird. Doch wie damals mit der Arche gibt Gott auch heute die Möglichkeit, von diesem Gericht verschont zu werden. An die Stelle der Arche tritt das Kreuz. Dort hat Gott an seinem Sohn das Gericht über die Sünden der Menschheit vollzogen. Wer dies für sich in Anspruch nimmt, ist so sicher vor diesem letzten Gericht, wie Noah es in der Arche war. Für ihn wird tatsächlich alles gut!

Markus Majonica
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Was hindert Sie daran, in Gottes »Arche« Jesus Christus Rettung zu finden?
Tipp
Gäbe es einen Impfstoff gegen ein tödliches Virus, wäre es fahrlässig, es nicht zu nehmen!
Bibellese
2. Petrus 2,4-9

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login