Montag, 01. Juni 2020: Wo wohnt Gott?

Die Antwort auf diese vielleicht etwas merkwürdige Frage erscheint angesichts des Tagesverses recht einfach: Gott wohnt in der Höhe. Damit ist aber nicht der sichtbare Himmel oder das Weltall gemeint. Dort suchten schon Kosmonauten vergeblich nach Gott. Zudem ist alles Sichtbare vergänglich und nicht ewig. Gott aber ist nach dem Zeugnis der Bibel ewig. Er bewohnt also eine Sphäre ewiger Unvergänglichkeit. Deswegen spricht das Neue Testament zuweilen auch – wörtlich aus dem Griechischen übersetzt – von »über«-himmlischen Dingen (z. B. in Johannes 3,12). Dieser Wohnsitz Gottes ist für den Menschen aber nicht zugänglich. Denn Gott ist auch der Heilige, der Erhabene, der im Heiligtum wohnt. Wir Menschen hingegen sind weder heilig noch ewig. So, wie wir sind, sind wir nicht für die Gegenwart Gottes geeignet. Das ist zunächst einmal eine desillusionierende Tatsache, und vielleicht passt sie zu den Vorstellungen vieler Menschen von dem fernen Gott, der an einer Beziehung zu uns Menschen kein Interesse hätte.
Doch der Tagesvers endet nicht mit dieser Aussage, sondern es heißt dort weiter: »Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum … und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.«
Welch ein Gegensatz! Auf der einen Seite der hohe und erhabene Gott und auf der anderen Seite der schwache und vergängliche Mensch. Vielleicht könnte man sich noch vorstellen, dass Gott, wenn er sich schon für Menschen interessiert, die strahlenden Sieger aussucht. Doch der Gott der Bibel sucht Menschen, die unter ihrer Lebenslast, unter ihrer Schuld leiden und deren Herz zerschlagen und gebeugt ist. Bei einem solchen Menschen will er wohnen und ihm neues ewiges Leben geben!

Markus Majonica
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Frage
Ist Ihnen Gott nahe oder fern?
Tipp
Das hängt davon ab, welche innere Haltung Sie ihm gegenüber einnehmen.
Bibellese
Jesaja 57,15-21

Sonntag, 31. Mai 2020: Was geschah Pfingsten?

Eine Umfrage von Emnid ergab: Die Hälfte der Deutschen weiß nicht, was Pfingsten gefeiert wird. Aber wenn für dieses Fest sogar zwei Feiertage festgelegt wurden, dann sollten wir wissen, was an Pfingsten geschah.
Wir fragen daher den Zeitzeugen Lukas, der die Apostelgeschichte geschrieben hat: Da lesen wir, dass fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu Christi von den Toten der Heilige Geist über die versammelten Nachfolger Christi ausgegossen wurde. Das bedeutet: Die bis dahin ängstlichen Jünger Christi wurden mit Mut und großer Freudigkeit ausgestattet, um von da an tapfer die gute Botschaft von der Vergebung der Sünden allen Menschen zu verkünden.
Als der Heilige Geist, der Geist Gottes, auf die Jünger kam, konnten sie plötzlich in vielen verschiedenen Sprachen reden, ohne es gelernt zu haben. So waren sie in der Lage, allen Menschen in Jerusalem die wunderbare Botschaft zu verkünden, dass es jetzt einen Weg gibt, Frieden mit Gott zu finden, weil Christus für die Sünden der Welt gestorben und nun als Sieger wieder lebendig geworden war.
Der Heilige Geist ist eine der drei göttlichen Personen: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Wer nun aufrichtig um Vergebung seiner Sünden bittet, dem gibt der Heilige Geist den Glauben, dass Gott ihm vergeben hat und dass er von nun an zu den Kindern Gottes gehört.
In Jerusalem hörten damals sehr viele Menschen die Predigten der von Gottes Geist erfüllten Apostel. Sie begriffen, dass sie sich an dem Tod Jesu Christi mitschuldig gemacht hatten und bereuten das zutiefst, und etwa 3000 Leute wurden gläubig, ließen sich taufen und bildeten so die erste Christengemeinde der Welt.

Detlef Kranzmann
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Frage
Wie gehen Sie mit dieser Pfingstbotschaft um?
Tipp
Als Antwort auf unseren Glauben schenkt Gott die Gabe des Heiligen Geistes, der dann in uns wohnt.
Bibellese
Apostelgeschichte 2

Samstag, 30. Mai 2020: Ajax und die »Totenstille« …

… so überschrieb der Journalist Frank van der Velden seinen Artikel, als im vergangenen Jahr die Fußballmannschaft von Ajax Amsterdam doch noch den Einzug ins Finale der Champions League verpasste. Erst in der 6. Minute der Nachspielzeit fiel der entscheidende Treffer, der das Aus brachte. Wie tragisch!
So ein Erleben gibt es im Fußball immer wieder. Die Spieler waren so geschockt über das vorzeitige Ausscheiden, dass sie ihre Gesichter im Rasen vergruben und nichts mehr sehen und hören wollten. Der Kapitän berichtete von einer »Totenstille in der Kabine. Es fühlt sich an, als habe uns jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Das Spiel hat fünf Sekunden zu lange gedauert.« Die Unerbittlichkeit des Ausscheidens wurde zu einem emotionalen Schockerlebnis, das noch lange nachwirkte.
Eine solche Erfahrung ist nicht nur im Sport möglich, wo die Folgen in der Regel nicht wirklich dramatisch sind. Aber im Leben kann zum Beispiel die Diagnose einer tödlichen Krankheit oder die Nachricht vom Verlust des Partners durch Unfall zu einem ähnlichen Schock führen. Das war nicht einkalkuliert, aber so kann es kommen, und – was den Tod angeht – so wird er für uns alle kommen.
Zum Glück ist das Leben kein Spiel mit unkalkulierbaren Ausgang, und man kann sich auf das vorbereiten, was kommt. Der Tod kann seinen Schrecken verlieren, wenn wir uns dem übergeben, der ihn vor 2000 Jahre am Kreuz besiegt hat und auferstanden ist. Für die, die das glauben, gibt es nämlich ein Danach, das alles übertrifft, was sie im Leben an Freude, Erfolg und Glück jemals gefunden haben. Sie wissen: Das Eigentliche kommt noch, und weil sie ihre Hoffnung darauf setzen, können Sie von den Unwägbarkeiten im Leben nicht mehr nachhaltig enttäuscht werden.

Joachim Pletsch
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Frage
Was fürchten Sie, was auf Sie zukommen könnte?
Tipp
Machen Sie Gott zu Ihrer Zuflucht, damit Sie dann nicht ohne Halt und Rettung sind!
Bibellese
Hebräer 2,14-18

Freitag, 29. Mai 2020: Rettungsanker »Hoffnung«

Viele Menschen fühlen sich heutzutage einsam und verlassen. Sie sind von ihren Mitmenschen enttäuscht und meinen, nur noch auf sich selbst vertrauen zu können. Wenn wir unseren Tagesvers betrachten, ist es so, als wollten solche Menschen den Anker der Hoffnung ins eigene Boot werfen. Dass er dort nichts für sie tun kann, ist allen Zuschauern sofort klar.
Andere wieder sind so verbittert oder enttäuscht, dass sie auf gar nichts mehr hoffen. Sie lassen sich einfach treiben und versuchen, sich von den Unterhaltungsmedien über Wasser halten zu lassen, einerlei in welche Richtung diese sie auch bringen mögen. Sie gleichen Menschen, die ihre Verbindung zu dem Anker der Hoffnung gelöst und ihn einfach über Bord geworfen haben. Sie halten ihn für unnütz, und außerdem wollen sie durch ihn nicht an frühere Überzeugungen oder an die Mahnungen besorgter Beobachter erinnert werden.
Beiden Gruppen möchten wir raten, den Tagesvers doch einmal genau anzusehen, weil schon viele Millionen die besten Erfahrungen mit diesem Anker der Seele gemacht haben. Sie haben ihn in schwierigen Lebenslagen »ausgeworfen« und sicheren Halt gefunden. Denn der Felsengrund, an dem er sich festhakt, besteht nicht aus Gestein, sondern aus den Verheißungen, die Gott unter Eid denen gegeben hat, die ihr Vertrauen auf ihn setzen.
Denken Sie doch bitte nicht, Ihre Lage sei zu hoffnungslos und vielleicht auch zu sehr selbst verschuldet. Gerade für solche Menschen hat Gott Rettung in Aussicht gestellt. Versuchen Sie es einfach mal! Wenn Sei es ehrlich tun, werden auch Sie bald zu denen gehören, die unseren Tagesvers anderen als Hilfe weiterempfehlen werden.

Hermann Grabe
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Frage
Was könnten Sie verlieren, als höchstens Ihre Not?
Tipp
In einem Lied heißt es: »Größer als der Helfer ist die Not ja nicht.«
Bibellese
Psalm 46

Donnerstag, 28. Mai 2020: Gesucht – gefunden

Kinder lieben es, Verstecken zu spielen. Immer und immer wieder wollen sie sich verstecken und können es kaum erwarten, gefunden zu werden. Suchen ist weniger beliebt, doch braucht es auch immer einen, der sucht, sonst kann das Spiel ja nicht stattfinden. Wenn Erwachsene mit kleinen Kindern Verstecken spielen, werden sie manchmal so tun, als ob sie suchen, obwohl sie das Versteck längst kennen. Dann, wenn sie schließlich den kleinen Kameraden »entdeckt« haben, ist die Freude groß auf beiden Seiten. In diesem Spiel, das bestimmt so alt ist wie die Menschheit selbst und das von Kindern unterschiedlichster Kulturen gespielt wird, offenbart sich ein menschliches Grundbedürfnis: Wir möchten alle gerne gesucht werden, wenn wir verloren gegangen sind. Und wir möchten, dass der Suchende sich freut, wenn er uns findet.
In unserem Tagesvers sehen wir, dass Gott sich mit einem Hirten vergleicht, der das eine Schaf sucht, obwohl er ja noch neunundneunzig in seinem Stall hat. Nun ist ein suchender Gott eigentlich unlogisch. Denn wenn Gott allwissend ist, hat er das Suchen ja gar nicht nötig. Er weiß sowieso, wo wir sind. Doch gleicht er vielleicht dem Erwachsenen in unserem Beispiel. Gott sucht, um uns seine Liebe zu zeigen. Er sucht, damit wir erkennen, dass wir im Zentrum seines Interesses stehen.
Wer sucht, kann nicht gleichzeitig etwas anderes tun. Und so überlässt der Hirte im Gleichnis die anderen Schafe erst einmal sich selbst. Im Text heißt es dann weiter: »Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude« (Lukas 15,5). Die Freude ist auf beiden Seiten: Gott, der uns letztlich uns zuliebe gesucht hat, freut sich mit uns, gefunden worden zu sein.

Gabi Singer


Frage
Haben Sie sich schon von Gott finden lassen?
Tipp
Wer beim Hirten ist, dem geht es gut.
Bibellese
Johannes 10,11-18

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