Mittwoch, 06. Mai 2020: Die Geschichte vom Truthahn

Es war einmal ein Truthahn, der lebte auf einem großen Hof. So lange er denken konnte, erschien jeden Tag ein Mensch und schüttete Futter in die Tröge. Es konnte eigentlich nicht besser sein. So blieb es, bis eines Tages der Mensch sich den Truthahn schnappte und ihn kurzerhand schlachtete, denn das Erntedankfest stand vor der Tür, und Truthahnessen war angesagt. Das hatte der Truthahn nicht gewusst.
Der reiche Mann in dem Gleichnis Jesu und der Truthahn haben eines gemeinsam. Beide rechnen damit, dass alles so weitergeht wie bisher, und sie bauen darauf ihre Zukunftsplanungen. So ergeht es auch heute immer wieder Menschen an den Finanzplätzen der Welt. Nachdem sie gestern noch Milliardensummen von einem Ort zum anderen schoben, packen sie manchmal schon am nächsten Tag ihre Habseligkeiten in einen Pappkarton und machen sich auf den Heimweg. Ihre Bank ging über Nacht bankrott.
So vergeht der Ruhm der Welt. Doch Schadenfreude ist nicht angebracht. Wir alle müssen uns fragen, wie weit wir unsere Lebensplanungen mit Zukunftshoffnungen unterfüttern, von denen absolut nicht feststeht, dass sie eintreffen. Wie stehen wir da, wenn es anders kommt? Was ist dann mit unserem Lebensplan? Verlieren wir den Boden unter den Füßen? Wir sollten uns der Gebrechlichkeit alles Irdischen stets bewusst sein.
Ein Mensch, der sich in guten wie in bösen Tagen in der Hand Gottes geborgen weiß, hat ein Fundament, das seinesgleichen nicht findet. Das Leben in der Hand Gottes geborgen zu wissen, ist kein Talisman, der vor den Widrigkeiten des Lebens schützt, aber eine Kraftquelle, aus der wir immer wieder neu schöpfen dürfen, um die Tage unseres Lebens zu bestehen.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Welche Rolle spielt Gott in Ihrer Lebensplanung?
Tipp
Nur er überblickt alles und vermag alles. Deshalb sollte man ihm stets alles anbefehlen.
Bibellese
Matthäus 6,24-34

Dienstag, 05. Mai 2020: Erziehungsrecht und Erziehungspflicht

Außer dem Sabbatgebot, das vor allem dem Volk Israel als Bundeszeichen gilt, gibt es nur noch ein Gebot, das als direkter Befehl ausgedrückt ist, und außerdem ist es das erste Gebot, das eine Verheißung enthält, wie unser Tagesvers zeigt. Die anderen acht der sogenannten Zehn Gebote lauten wörtlich so: Nicht mordest du! Nicht ehebrichst du! Nicht stiehlst du!, usw. Es ist, als ob Gott damit sagen will: Meine Leute werden doch solche Bosheiten nicht ausüben. Weil wir es aber doch massenweise tun, haben unsere Bibelübersetzer diese Gebote gleich als Befehle übersetzt: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, stehlen, usw. Schlimm, dass wir so sind!
Ich glaube, der Befehl ist bei dem Gebot in unserem Tagesvers deshalb so deutlich, weil Gott weiß, dass wir Eltern uns sehr oft höchst wenig ehrenwert verhalten; und doch müssen uns alle Kinder unbedingt ehren, wenn sie die angekündigte Verheißung erhalten wollen. Damit ist allerdings nicht jedem Einzelnen ein langes Leben versprochen, vielmehr ist das Gebot jedem Volk in seiner Gesamtheit gesagt. Es wird nur auf die Dauer Bestand haben, wenn Kinder die Eltern ehren, also ihnen gehorchen und dadurch aus deren Lebenserfahrungen effektiven Nutzen ziehen.
Heute glauben viele Menschen, sie könnten ihre Erziehungspflicht so gestalten, dass sie die Kinder entweder sich selbst überlassen oder anderen, die ihnen diese Last abnehmen. Darum fehlt es Kindern oft an Bezugspersonen, bei denen sie Liebe und gleichzeitig Autorität erfahren, sodass sie den Nutzen erkennen, wenn sie sich unterordnen. Nach Gottes Ordnung stehen die Eltern immer über den Kindern, nicht neben oder gar unter ihnen. Sie sind gefordert, ihnen den rechten Weg zu Gott und zu ihrem Glück zu zeigen.

Hermann Grabe
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Frage
Wodurch machen Sie es Ihren Kindern schwer, gehorsam zu sein?
Tipp
Eltern dürfen nicht machen, was sie wollen. Sie stehen unter weit höherer Autorität.
Bibellese
3. Mose 26,3-13

Montag, 04. Mai 2020: Ganz schön sparsam

Ein ehemaliger Kollege hatte sich vorgenommen, sein Wohnzimmer mit einer neuen Holzdecke zu verschönern. Nachdem er alles Nötige besorgt hatte, machte er sich an die Arbeit. Leider war er aber beim Befestigungsmaterial etwas zu sparsam. Hinzu kam auch, dass er nicht allzu weit entfernt von einem Steinbruch wohnt, in dem immer wieder einmal gesprengt wurde. Beides blieb nicht ohne Folgen, denn in der folgenden Nacht war die neue Decke heruntergestürzt. Ganz bestimmt musste er seine Pläne für die nächsten Tage ändern. Ihm war sicher auch klar, dass er das Befestigungsmaterial wesentlich großzügiger kalkulieren musste als beim ersten missglückten Versuch.
Es gibt Lebenssituationen und -fragen, in denen wir uns oft ähnlich verhalten. Ganz naiv glauben wir, dass unsere Schludrigkeit, Bequemlichkeit, unser Geiz oder unser Desinteresse keine nachteiligen Konsequenzen haben werden. Wie ärgerlich ist es dann, wenn wir eines Besseren belehrt werden, häufig auch noch teures Lehrgeld bezahlen müssen. Wie leicht hätte sich der ganze Schaden verhindern lassen!
Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung als grundlegendes, von Gott bestimmtes Lebensprinzip wird uns im oben angeführten Bibelvers aufgezeigt. Saat und Ernte hängen zusammen. Bei dem wichtigsten Thema unseres Daseins ist diese Kausalität zwischen Saat und Ernte am brisantesten. Es geht um den Preis unserer Seele! Vielleicht glauben Sie weder an einen allmächtigen Gott noch an ein Leben nach dem Tod. Aber wenn Sie sich den Glauben an Gott »einsparen« und sein Erlösungswerk aus Liebe zu uns Sündern ignorieren, dann werden Sie Gottes Gericht für alle Ewigkeit auf sich bringen. Sie sind dann ewig verloren!
Aber: Gott bietet Ihnen heute noch seine Gnade an!

Martin Price


Frage
Was ist, wenn es keine Gelegenheit mehr gibt nachzubessern?
Tipp
Mein Kollege konnte ein zweites Mal alles richtig machen. Tun Sie es auch rechtzeitig!
Bibellese
Hebräer 2,1-4

Sonntag, 03. Mai 2020: Die wichtigste Information meines Lebens

In Deutschland gibt es eine Fülle von regionalen und überregionalen Tageszeitungen. Einer von Wikipedia erstellten Auflistung zufolge liegt der aktuelle Stand (Mai 2019) bei 511 Tageszeitungen zuzüglich 34 Wochen- oder Sonntagszeitungen. Seit meinen frühen Jugendjahren bin ich es gewohnt, täglich in die Zeitung zu schauen und möglichst viele Nachrichten darin wenigstens zur Kenntnis zu nehmen oder ggf. ausführlicher zu lesen. Darüber hinaus erhalte ich online einen von Google nach meinen Prioritäten zusammengestellten Nachrichtenüberblick, über den ich ggf. Artikel mit detaillierten Informationen aufrufen kann.
Als ich den oben zitierten Bibelvers las, wurde mir bewusst, dass es eine noch viel wichtigere Nachrichtenquelle gibt, die Gott persönlich für uns alle zusammengestellt hat: die Bibel. Anders als bei den Tageszeitungen sind die Nachrichten darin nicht schon nach einem Tag überholt, sondern behalten nun schon über viele Jahrhunderte hinweg ihre Gültigkeit. Und sie alle wurden mit dem Zweck übermittelt, dass ich (täglich) mein Vertrauen auf den HERRN setze, der mich beraten und mir Erkenntnisse schenken will, die zu guten Entscheidungen führen.
Die wohl wichtigste Nachricht für uns Menschen darin ist, dass Gott uns seinen Sohn gesandt hat, damit wir ihn kennenlernen, mit ihm versöhnt werden und Gemeinschaft mit ihm haben können. Jeder kann seine Schuld vor Gott ein für alle Mal klären und bereinigen. Das ist dann der Startpunkt in ein neues Leben, in dem es Heilung in Bezug auf Vergangenes, Segen und Erfüllung im Blick auf die Gegenwart und Hoffnung auf eine ewig sichere und herrliche Zukunft gibt. Durch Jesus gibt es für mich jeden Tag jede Menge gute Nachrichten, die mich immer wieder froh und erwartungsvoll machen.

Joachim Pletsch
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Frage
Wie viel Zeit verwenden Sie täglich, um sich zu informieren?
Tipp
Verpassen Sie nicht die wichtigste Nachricht Ihres Lebens und die Veränderung, die dadurch geschieht.
Bibellese
Hebräer 1,1-3; 2,1-4

Samstag, 02. Mai 2020: Ein würdiger Meister

»Ein würdiger Meister« – so urteilte Fußballexperte Günter Netzer vor ein paar Jahren über den damals neuen Fußballmeister in der Bundesliga. Gemeint war, dass eine Mannschaft nicht durch Zufälle oder glückliche Umstände Erster der Abschlusstabelle geworden war, sondern dies mit Würde erreicht hat, z. B. durch viele Siege, wenige Gegentore, mitreißenden Fußball usw.
Szenenwechel: In der Bibelstunde unserer Gemeinde lasen wir vor einiger Zeit das Markusevangelium durch. Beim ersten Kapitel hatten wir uns auch über »Würde« Gedanken gemacht. Denn da sagt Johannes der Täufer: »Es kommt nach mir, der stärker ist als ich, dessen ich nicht würdig bin, ihm gebückt den Riemen seiner Sandalen zu lösen.« Da sagt also jemand, dass er unwürdig ist, selbst diese Sklavenarbeit an Jesus auszuüben. Dabei sagt Jesus später von Johannes dem Täufer, er sei der Größte von allen, die bis zu seiner Zeit jemals auf Erden gelebt hatten.
Wenn der aber selbst sagt, er sei nicht würdig genug, für Jesus Christus den geringsten Sklavendienst zu tun, dann muss Johannes entweder an hochgradig krankhafter Selbst-Geringschätzung gelitten haben, oder aber dieser Jesus Christus ist das, was er immer wieder von sich selbst sagte: der aus dem Himmel gekommene Sohn Gottes, des Höchsten. Und das hat er während seines gesamten Erdenlebens immer wieder unter Beweis gestellt. Er öffnete Blinden die Augen, heilte Gelähmte, trieb bei übel geplagten Menschen böse Geister aus, weckte Tote auf und führte bei allem ein so vollkommenes Leben, dass er sagen durfte, keiner könne ihm auch nur eine Sünde nachsagen.
Tatsächlich: Er ist aller denkbaren Würde wert!

Martin Reitz
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Frage
Wen kennen Sie, den Sie seines Amtes für würdig halten?
Tipp
Würde hängt nicht von der Höhe einer Position ab, sondern davon, wie man diese ausfüllt.
Bibellese
2. Könige 2,1-14

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