Freitag, 10. Januar 2025: Was nichts kostet, ist nichts wert?, Römer 8,32

Wenn bei uns zu Hause mal wieder ausgemistet werden muss, nutze ich manchmal Ebay-Kleinanzeigen dafür. Ich stelle Dinge, die wir nicht mehr brauchen, die aber noch in einem guten Zustand sind, unter der Rubrik »zu verschenken« ein. Meistens folgt dann eine Flut von Nachrichten und Anfragen von den verschiedensten Leuten. Ärgerlich ist nur, dass einige der Personen, mit denen man einen Abholtermin ausmacht, doch nicht erscheinen, den Termin mehrmals verschieben oder sich allgemein einfach unverschämt verhalten. Da dachte ich schon öfters: »Ich verschenke hier etwas, der andere sollte dankbar sein, dass er etwas gratis bekommt!« Aber mir scheint, dass hier eher das Sprichwort gilt: »Was nichts kostet, ist nichts wert.« Bei Ebay-Kleinanzeigen jedenfalls ist die Wertschätzung für geschenkte Dinge oft nicht sehr hoch.

Gott hält für uns auch ein Angebot bereit, das für uns Menschen kostenlos ist – ein echtes Geschenk. Gottes eigener Sohn, Jesus, wurde auf die Erde geschickt, damit wir, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen, wieder mit Gott in Beziehung treten können. Gott macht uns das Angebot, unsere Schuld zu vergeben und uns wieder mit ihm zu versöhnen.

Doch leider sind wir Menschen oft geprägt von der Devise »Was nichts kostet, ist nichts wert!« Es fällt uns schwer, etwas als reines Geschenk anzusehen und trotzdem wertzuschätzen. Deshalb haben wir den Drang, für Gottes unglaubliches Angebot bezahlen zu wollen: mit guten Taten, einem Leben in Nächstenliebe oder dem Gang in die Kirche. Damit wollen wir uns unsere Rettung und das Heil »erkaufen«, obwohl der Preis dafür unerreichbar hoch ist. Tatsächlich bleibt für uns nichts anders zu tun, als Gottes Geschenk wirklich demütig und dankbar anzunehmen.

Michaja Franz

Donnerstag, 09. Januar 2025: Blindes Vertrauen, 2. Timotheus 2,13

Eine Bekannte von uns, nennen wir sie hier Maxi, liebt es, an der Stange zu turnen. Für ihre Wohnung hatte sie sich extra eine Klimmzugstange gekauft, die man ohne Bohren einfach zwischen den Türrahmen klemmen konnte. Mit dieser Stange hatte sie gute Erfahrungen gemacht, auf sie war offenbar Verlass. Doch eines Tages, Maxi hing gerade kopfüber an der Stange (!), ließ die Haftung plötzlich nach und Maxi landete empfindlich auf dem Boden. Bis heute, Monate später, hat sie noch mit den schmerzhaften Langzeitfolgen dieses Sturzes zu kämpfen.

Maxis Vertrauen in die Stange war so weit gegangen, dass sie sich kopfüber an sie hängte. Doch in einem riskanten Moment ließ die Klimmzugstange sie im Stich. Solche Momente, in denen unser Vertrauen sich als haltlos erweist, kennen wir alle, wenn auch aus anderen (vielleicht weniger schmerzhaften) Kontexten. Du verlässt dich auf einen Kollegen, der dir einen wichtigen Termin zugesagt hat; kurzfristig sagt er ab. Du verlässt dich auf das gerade erst reparierte Auto; kurz darauf macht sich schon wieder eine Warnleuchte bemerkbar. Worauf ist überhaupt Verlass?

Ich glaube, dass blindes Vertrauen nur bei einem nie und nimmer enttäuscht werden wird: Jesus. Unbedingte Vertrauenswürdigkeit gehört zu seinem Wesen, und dieses Wesen müsste er verleugnen, um untreu sein zu können. Doch wie unser Tagesvers zeigt, ist es ihm unmöglich, sich selbst zu verleugnen! Darum bleibt er immer treu – auf seine Zusagen, die er in der Bibel gegeben hat, ist stets und ständig Verlass. Wenn er also z. B. sagt: »Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!« (Johannes 6,37), dann ist das eine zu einhundert Prozent garantierte Zusage. Diese Gewissheit macht ruhig!

Jacob Ameis

Mittwoch, 08. Januar 2025: Das Laster vom Lästern, Jakobus 4,11

»Hast du schon gehört?« – »Nein, wirklich?!« – »Schon seit Wochen läuft das so!« – »Tz! Typisch …« Wahrscheinlich haben Sie in der letzten Woche den ein oder anderen Satz gehört, der in diese Richtung ging. Entweder über den Chef, den Kollegen, oder die Schwiegermutter. Es scheint fast ein Naturgesetz zu sein: Dort, wo Menschen zusammen sind, gibt es sie, diese heimlichen, verbalen Schlammschlachten. Es ist so leicht mitzumachen. Und nicht selten ist an dem Gerede ja auch etwas dran. Man fühlt sich gut dabei, irgendwie stärker, besser als derjenige, über den gelästert wird. Seltsam ruhig wird es, wenn plötzlich ein Unbeteiligter oder gar die Zielscheibe selbst den Raum betritt.

Das Laster vom Lästern vergiftet Beziehungen, zerstört Teamgeist und schafft unsichtbare, aber unüberwindbare Mauern zwischen Kollegen, Freunden und Familien. Aber vor allem zeigt die schlechte Angewohnheit des abfälligen Redens zwei entlarvende Dinge über uns selbst. Erstens haben wir Menschen ein hochsensibles Radar für das Fehlverhalten anderer, aber ein oft völlig betriebsgestörtes Radar für unsere eigenen Verfehlungen. Zweitens ziehen wir eine unheimliche Energie aus dem Verbreiten übler Nachrede, brauchen aber für eine direkte, ehrliche Aussprache mit dem- oder derjenigen eine gewaltige innerliche Überwindung. Im Zweifelsfall sind wir Feiglinge, beziehungstechnische Drückeberger. Das steckt in uns drin.

Auch die in dem Tagesvers angesprochenen Christen hatten mit Lästern ein Problem. Gott weiß, wie destruktiv Lästern ist, und ist deshalb auch so strikt: »Hört auf damit!« Wie befreiend eine ehrliche, konstruktive Aussprache ist, hat hoffentlich jeder von uns schon einmal erlebt. So viel an Ihnen liegt, tun Sie den ersten Schritt!

Jan Klein

Dienstag, 07. Januar 2025: Durcheinandertal, Matthäus 14,29

Der letzte Roman des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) trägt den Titel Durcheinandertal und erschien 1989. Der Titel ist Programm, auch für unsere Tage. Krieg in Europa und an anderen Orten, Flüchtlingsströme auf dem gesamten Globus, steigende Inflationsraten, unerklärliche Entwicklungen, unfassbare Gewalttaten, religiöse Kämpfe, rapide zunehmende Ängste vor der Zukunft usw.

Als Gott sich Mose im brennenden Dornbusch vorstellt, sagt er zu ihm: »Ich bin, der ich bin! Ich bin da!« (2. Mose 3,14). Das ist das so gewaltige wie einfache Geheimnis, wie unsere aufgewühlten Seelen Ruhe und Frieden finden können: Gott ist da! Jesus ist da! Bei uns und mit uns und für uns ist der Schöpfer des Universums, der Erste und der Letzte, das Alpha und das Omega, der Herr aller Herren, der König aller Könige, der Mann von Golgatha, der Sohn Gottes, Gott selbst! Mehr geht nicht. Charles Wesley (1703-1791), der Mitbegründer des Methodismus, rief auf seinem Sterbebett zweimal aus: »Das Beste von allem ist, dass Gott mit uns ist!«

Jesus ist unsere Rettungsinsel inmitten einer stürmischen See. Das Kreuz von Golgatha steht fest, mag auch der Erdball wanken. Jesus sieht die Menschen und Völker, und er ist »innerlich bewegt über sie, weil sie wie Schafe sind, die keinen Hirten haben« (Markus 6,34). Er sieht Sie in Ihren Nöten. Er ist innerlich bewegt über Sie. Er ruft Sie zum Kreuz. Er gibt stellvertretend für Sie sein Leben im göttlichen Gerichtssturm über die Sünde auf Golgatha, und ruft in das tosende Meer des Durcheinandertals jedem Suchenden zu: »Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben« (Matthäus 11,28).

Martin von der Mühlen

Montag, 06. Januar 2025: »Heilige drei Könige«, Matthäus 2,10

Der Tagesvers spricht über die Männer, die häufig als »Heilige drei Könige« bezeichnet werden. Die Bibel nennt sie schlicht »Magier« und nicht Könige. Dass es drei waren, steht auch nicht in der Bibel. Diese Männer kamen jedenfalls aus dem Osten (von Israel gesehen), wohl aus einer Gegend, die von der babylonischen Sternenkunde geprägt war. Diese Magier hatten ein kosmisches Ereignis wahrgenommen: Ein Stern war erschienen, den sie zuvor noch nie gesehen hatten. Offenkundig waren sie Fachleute und folgerten, dieser Stern müsse die Geburt eines Königs ankündigen, des Königs der Juden. Sie folgten dem Stern und kamen nach Jerusalem, wo sie über Herodes und dessen Berater Näheres zum Geburtsort des neuen Königs erfuhren: Betlehem. Dorthin zogen sie, unter der Leitung des Sterns. Am Ziel fanden sie Jesus Christus, verehrten ihn als den neuen König Israels und brachten Geschenke.

Was können wir aus dieser Begebenheit lernen? 1. Gott spricht zu diesen Menschen, und zwar in einer ihnen verständlichen Sprache. 2. Er führt sie durch den erscheinenden Stern zu Jesus. 3. Sie machen sich auf den Weg und folgen Gottes Hinweis. 4. Sie anerkennen Jesus als König und beten ihn an.

Darin sind diese Männer uns allen ein Vorbild. Denn: 1. Gott spricht heute auch noch, sehr deutlich, nämlich in erster Linie durch die Bibel. Wir alle haben heute eine Bibel in der Übersetzung in eine uns verständliche Sprache. 2. Wenn wir den Hinweisen der Bibel folgen, führt sie uns notgedrungen zu Jesus. Denn er ist das zentrale Thema der Bibel.

Nur mit den Punkten 3 und 4 hapert es oft: Wer macht sich trotz der deutlichen Sprache Gottes wirklich auf den Weg? Und wer anerkennt Jesus als König und betet ihn an?

Markus Majonica

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