Montag, 30. Juni 2025: Vollkommene Heilung, Matthäus 8,2-3

Wenn solche Ereignisse in der Bibel geschildert werden, mag es für den einen oder anderen surreal klingen. Es hört sich an wie eine Fiktion, denn es wird uns etwas mitgeteilt, das nach menschlichem Ermessen eigentlich gar nicht sein kann. Natürlich gibt es unzählige Menschen, die das einfach nicht glauben und solche belächeln, die es tun. Die Frage ist auch, warum Jesus heute, wenn er existent ist und lebt, nicht weiterhin Menschen heilt, wenn sie ihn darum bitten.

Ich denke, dass Jesus zur damaligen Zeit als Mensch unter Menschen gelebt hat und diese Wunder als Zeichen seiner Göttlichkeit getan hatte. Alle Heilungen durch ihn waren vollkommen, d. h., die Menschen wurden vollständig wiederhergestellt. Aber alle diese Menschen mussten irgendwann trotzdem sterben. Vielleicht hat so ein Geheilter später erneut eine unheilbare Krankheit bekommen. Wir wissen es nicht.

Jesus machte uns durch sein Wirken hier auf Erden klar, dass es letztlich nicht auf körperliche Heilung ankommt. Das ist nicht das wirkliche Problem des Menschen, auch wenn der Mensch selbst meint, dass seine Gesundheit das höchste Gut ist. Unser Körper funktioniert irgendwann nicht mehr, aber die unsterbliche Seele schreit nach Heilung und Rettung. Jesus ist gekommen, um Menschen auf ihre schlimmste Krankheit hinzuweisen: die in uns wohnende Sünde, unser Handeln gegen Gottes Willen.

Das Wichtigste für jeden Menschen ist, mit seinen Sünden zu Jesus zu kommen, Buße zu tun und um Vergebung zu bitten. Der Glaube heilt jeden von seinen Sünden – durch die Gnade Gottes – und das zu 100 %! Dem Aussätzigen war klar, dass er krank war, deshalb bat er um Heilung. So muss jedem von uns klar sein, dass wir krank an Sünde sind und einer Heilung bedürfen.

Axel Schneider

Sonntag, 29. Juni 2025: Der Wert des Menschen (2), Jesaja 43,4

Mein Opa war leidenschaftlicher Briefmarkensammler und bewahrte sogar Alben im Tresor auf, weil sie sehr viel wert waren. Obwohl man mit diesen Briefmarken heute nicht mal mehr einen Brief frankieren kann, haben sie einen hohen Sammlerwert. Heute vor 175 Jahren, am 29. Juni 1850, wurde der Sachsendreier, die erste Briefmarke im Königreich Sachsen, ausgegeben. Er trägt die offizielle Bezeichnung »Sachsen, Drei Pfennig rot«. Damals hat er 3 Pfennig gekostet. Heute kann man bei ebay diese Briefmarke für 4000 Euro kaufen.

Gestern haben wir in unserer Andacht davon gelesen, dass wir wertvoll sind, weil Gott uns liebt! Er möchte eine Beziehung zu uns Menschen haben. Dabei kommt es ihm wie bei einem Sammler auf jeden einzelnen Menschen an, denn jeder von uns ist ein Unikat (Psalm 139,14). Der Kirchenvater Augustinus beschreibt Gottes Sammlerleidenschaft treffend: »Gott liebt jeden einzelnen Menschen so, als gäbe es außer ihm niemanden, dem er seine Liebe schenken könnte.«

Doch wie viel sind wir Gott wirklich wert? Wie sehr er uns liebt, zeigt und beweist uns Gott durch Jesus Christus. Gott war bereit, seinen geliebten Sohn auf die Erde zu schicken. Dieser hat am Kreuz den Preis für unsere Sünden – das ist der Tod (Römer 6,23) – bezahlt und unseren Schuldschein zerrissen (Kolosser 2,14). Wir waren unter die Sünde verkauft (Römer 7,14) und von dem heiligen Gott getrennt, dessen Augen zu rein sind, um Böses auch nur ansehen (Habakuk 1,13). Aber Jesus hat mit seinem Leben das Lösegeld gezahlt (Matthäus 20,28), damit alle, die an ihn als ihren Retter glauben, Vergebung bekommen und mit Gott in einer ewigen Beziehung leben können. Gottes Liebe ist umso unbegreiflicher, weil wir sie nicht verdient haben.

Thomas Pommer

Samstag, 28. Juni 2025: Der Wert des Menschen (1), 1. Mose 1,27

»Die Würde des Menschen ist unantastbar!«, so lautet Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Diese Aussage ist damit Ausgangspunkt und Grundlage für die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Aus ihr kann man ableiten, dass der Mensch einen Wert hat. Was aber ist so wertvoll an einem Menschen? Mein Chemielehrer in der Schule hat uns gesagt, dass der Materialwert ca. 20 DM betragen würde, wenn man die chemischen Bestandteile, aus denen ein Mensch besteht, im Laden kauft. Zu über 50 % bestehen wir nur aus Wasser. Man könnte sich deshalb fragen, warum Gott überhaupt einen Gedanken an uns verschwendet (vgl. Psalm 144,3).

Das christliche Weltbild, das auch die Gründerväter der Bundesrepublik anerkannten, setzt voraus, dass jeder Mensch nicht nur einen materiellen, sondern auch einen ideellen Wert hat, der auf der Ebenbildlichkeit mit Gott beruht. Gott, der allein Wert in sich selbst hat und von dem alle Wertsetzung ausgeht, spricht uns einen Wert zu. Er hat uns seinem Wesen ähnlich gemacht, damit wir ihm ein Gegenüber sein können. Er ist allwissend, gerecht und souverän – und hat uns einen Verstand, ein Gewissen und einen Willen gegeben. Er möchte eine persönliche Beziehung zu uns Menschen haben, in der wir ihm unsere Gedanken und Gefühle mitteilen. Wir sind wertvoll, aber Gott erwartet von uns, dass auch wir ihn wertschätzen, hochschätzen, ja, anbeten für seine Liebe zu uns. Seinem Volk lässt Gott mitteilen: »Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte« (Jeremia 31,3).

Es ist fatal, wenn Regierungen Gott aus ihrer Erklärung oder Verfassung ausschließen. Damit leugnet man den Bezug des Menschen zu Gott. Doch ohne Gott beraubt sich der Mensch seiner Würde!

Thomas Pommer

Freitag, 27. Juni 2025: Dosenöffner gesucht!, Apostelgeschichte 11,26

Ich war von Jugend auf als katholischer Christ engagiert, doch stets hungrig. Ich fühlte meinen Hunger nach Gott und nach Leben nie wirklich gesättigt. Mit 43 Jahren habe ich dann zu meinem HERRN gefunden. Das hätte auch schneller gehen können. Denn auch in meiner Jugend war ich schon echten Christen begegnet, zumindest durch Bücher. Ich hatte das Buch Wahre Jüngerschaft von William Mac Donald gelesen. Doch damals konnte ich die Ratschläge dieses Buches nicht umsetzen, weil mir mein katholischer Glaube den Weg dazu versperrte. Ich hätte jemanden gebraucht, der mir den Weg dazu geöffnet hätte – einen »Dosenöffner«.

Einfache Fragen hätten mein vermeintliches Christsein ins Wanken bringen können: Warum erfahre ich mich als Sünder, und kann doch nicht aufhören zu sündigen? Warum habe ich Hunger nach Gott, doch all meine Anstrengungen helfen mir nicht, ihn wirklich zu besitzen? Warum ist das Leben in der Kirche so wenig deckungsgleich mit dem, wie es im Neuen Testament beschrieben wird? Jemand hätte mir den Glauben noch einmal von Grund auf neu erklären müssen, wie das Neue Testament ihn klipp und klar zeigt. Dann hätte ich verstanden, warum wir leben: Um Gott die Ehre zu geben! Wie wir die Errettung erlangen: Indem wir Jesus Christus in einem persönlichen Akt des Glaubens als unseren Heiland annehmen!

Wie ist es bei Ihnen, finden Sie Zugang zu den Betrachtungen in diesem Andachtsbuch? Brauchen Sie einen »Dosenöffner«, um Zugang zu der Botschaft zu erlangen, die auf diesen Seiten vermittelt werden soll? Wenn es solche Fragen wie oben beschrieben sind, die Sie beschäftigen, dann schreiben Sie doch eine E-Mail an die Redaktion dieses Kalenders, dann können Sie mit den Autoren ins Gespräch kommen.

Thomas Müller

Donnerstag, 26. Juni 2025: Schwere Zeiten, 2. Timotheus 3,1-2

Dass der Tagesvers zutrifft, erlebt eine Frau in meinem Umfeld, nennen wir sie Frau M., jeden Tag: Sie kümmert sich mit Hingabe um Kinder aus schwierigen Verhältnissen, wie z. B. Theo. In seiner eigenen Familie erlebte dieser Junge keine Geborgenheit. Er lernte kein Vertrauen zu seiner leiblichen Mutter. Sein Vater erfüllte nicht die Verantwortung, die er gegenüber seinem Sohn hätte wahrnehmen müssen. Er gab ihm weder Liebe, noch sorgte er für ihn.

Frau M. hatte großes Mitleid mit Theo. Daher nahm sie ihn im Alter von etwa vier Jahren in ihre eigene Familie auf. Sie tat alles, um ihm ein gutes Zuhause zu bieten und die Defizite auszufüllen. Jahrelang kümmerte sie sich aufopferungsvoll um ihn. Tatsächlich schien es, als könne so alles gut werden. Theo ist ein aufgewecktes Kind und wurde oft wegen seiner Klugheit und Begabung gelobt. In der Grundschulzeit blühte er regelrecht auf.

Dann kam der Wechsel ins Gymnasium und die Pubertät. Seine Respektlosigkeit gegenüber den Lehrern lässt ihn anecken. Er wird ermahnt. Doch das fruchtet nicht. Er wird immer wieder frech, ist ungehorsam, hat immer Ausreden. Wird er zur Rechenschaft gezogen, wird er laut und verteidigt sich, dass der Eintrag im Klassenbuch doch für »gar nichts war«. Andererseits hat das viele Lob wegen seiner Klugheit ihn stolz und überheblich gemacht. Frau M. möchte ihm gern helfen. Auch die Lehrer versuchen ihr Bestes. Theo ist auf die abschüssige Bahn geraten, die der Tagesvers für unsere Zeit vorhersagt.

Was hilft? Für Theo – und für uns alle – ist eine echte Umkehr nötig: das Anerkennen der Verantwortung für das eigene Handeln und eine konsequente Ausrichtung nach dem guten Willen Gottes. Geschieht diese Umkehr nicht, drohen schwere Zeiten!

Anna Schulz

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