Mittwoch, 04. Februar 2026: Leben mit Krebs, Psalm 139,16

Von Mai bis Dezember 2007 musste ich mich aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemo- und Strahlentherapie unterziehen. Ein Satz, den ich immer wieder hörte, war: »Der informierte Patient (über)lebt länger.« Also begann ich, einiges über meine Erkrankung und die »beste« Therapie zu recherchieren. Es war sehr schwierig, aus der Informationenflut das für mich Relevante herauszufiltern. Manche Behandlungsmethoden waren bereits veraltet und durch neue ersetzt worden. Zudem war die Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit der jeweiligen Informationsquelle nicht leicht. Außerdem stellt sich die Frage: Wie sicher ist es, dass man durch diese Therapie länger (über)lebt? Woher hat derjenige, der diese Informationen weitergibt, die Gewissheit, dass sie zuverlässig sind? Wer bestimmt, wie lange mein Leben dauert?

Besonders in Bezug auf die letzte Frage habe ich mich dann an die Bibel gewandt. Sie gibt zuverlässige Auskunft über das Woher und Wohin des Lebens. In Psalm 139 steht, dass Gott mich gemacht hat. Deshalb kennt er mich und auch jedes meiner Organe. Er sah mich, noch ehe ich das Licht der Welt erblickt habe. Er kennt alle meine Tage – nicht nur ihre Anzahl, sondern auch das, was an jedem einzelnen Tag geschehen wird. Diese Aussagen sind wahr und veralten auch nicht, sodass sie durch neuere Erkenntnisse ersetzt werden müssten. Das gibt mir echten Trost. Gott ist der Urheber und auch der Erhalter meines Lebens.

Außerdem zeigt die Bibel noch eine weitere Dimension des Lebens: ewiges Leben. Es überdauert die Zeit auf der Erde. Das ist mir der größte Trost (gewesen). Mein Leben hier auf der Erde wird zu Ende gehen, vielleicht durch eine (Krebs-)Erkrankung oder erst in »gutem Alter«. In jedem Fall aber habe ich die Gewissheit des ewiges Lebens bei Gott.

Stefanie Himmelmann

Dienstag, 03. Februar 2026: Quality Time, Markus 1,35

Was mich an Kindern beeindruckt, ist ihre Zeitlosigkeit. Sie befinden sich stets völlig im Hier und Jetzt. Wenn sie ins gemeinsame Spielen vertieft sind, würden sie die Essens- und die Zu-Bett-Geh-Zeit ganz vergessen, wenn sie nicht von ihren Eltern daran erinnert würden. Solche Zeiten, wenigstens für eine halbe Stunde am Tag, die wir Erwachsenen als Quality Time bezeichnen, sind doch das, wonach wir uns sehnen, oder?

In der heutigen Gesellschaft, die sich permanent im Schneller-höher-weiter-Modus zu befinden scheint, löst ein Spannungszustand den nächsten ab, und die Entspannung kommt meistens zu kurz. Den Lebensrhythmus früherer Zeiten, der von den wechselnden Jahreszeiten mitbestimmt wurde, gibt es kaum mehr. Dem arbeitsintensiven Ernte-Herbst folgte die Winterruhe, dem frühjährlichen Aufbruch folgte der genussreiche Sommer. Stattdessen fordert die moderne Arbeitswelt immerwährende Leistungsbereitschaft, die vom Wettbewerb geprägt ist.

Umso mehr brauchen wir Quality Time, bei der die Zeit keine Rolle spielt, der Terminkalender zugeklappt und das Smartphone ausgeschaltet ist. Wir nehmen uns bewusst Zeit für unseren Partner, die Familie, Freunde, ohne schon an den nächsten Termin zu denken. Durch das Schenken von Wertschätzung, ungeteilter Aufmerksamkeit und Zuneigung werden die Beziehungen gepflegt und gefestigt.

Das Gleiche gilt auch für die Beziehung zu Gott. Von Jesus, der doch Gottes Sohn und selbst Gott ist, lesen wir, dass er sich oft zum Gebet zurückzog. Diese Quality Time gab ihm Kraft und Weisheit. Gebet ist also Beziehungspflege. Es vertieft die Beziehung und das Vertrauen zu Gott. Wenn man dabei wie ein Kind die Zeit vergisst, bekommt man einen kleinen Vorgeschmack auf Gottes Ewigkeit.

Daniela Bernhard

Montag, 02. Februar 2026: Terminvergabe, Johannes 6,37

Nach der Halbjahreszeugnis-Vergabe sollte Anfang Februar der jährliche Elternsprechtag stattfinden. Um daran teilnehmen zu können, müssen sich Eltern rechtzeitig um Termine bemühen, da sie schnell ausgebucht sind. Die Buchung konnte ausschließlich über das Online-Portal der Schule zu einem Stichtag erfolgen. Als ich mich an diesem Abend kurz nach Freischaltung anmeldete, waren bereits fast alle Termine ausgebucht! Am Elternsprechtag selbst kam es dann zu Verzögerungen, oder Eltern verpassten ihren Termin. Diese Internetbuchung ist zwar komfortabel, führt jedoch aufgrund der Terminverschiebungen vor Ort regelmäßig zu großer Unzufriedenheit. Diese Regelung lässt deutlich erkennen, wie begrenzt unsere Zeit und Möglichkeiten doch sind.

Das gilt jedoch nicht für die Begegnung mit Jesus in meinem Leben. Bei ihm gibt es keine festen Termine, keine Wartelisten und keine Hektik. Um mit Jesus ins Gespräch zu kommen, muss auch kein Portal freigeschaltet werden. Es gibt keine Überschneidungen, Verschiebungen oder zeitliche Gesprächsbegrenzungen. Rund um die Uhr, Tag und Nacht ist er für mich da.

Ist das nicht herrlich? Er versichert uns im heutigen Bibelvers, dass er uns nicht abweisen wird, wenn wir uns an ihn wenden. Das ist eine kraftvolle, ermutigende Aussage. Mehr noch, er lädt uns ein, Gemeinschaft mit ihm zu haben. Aber wie oft nehmen wir das tatsächlich in Anspruch? Er ist jederzeit bereit, uns zuzuhören. Jesus ist an unserem Leben interessiert. Ohne Zeitdruck können wir mit ihm über alles reden, ob es sich um persönliche Anliegen handelt, oder ob es der Tagesablauf ist, in den wir ihn mit einbeziehen möchten. Er ist verlässlich für uns da! Er nimmt uns auf, egal, wie viel Ballast und Schuld wir mit uns schleppen. Er befreit uns davon.

Manuela Basista

Sonntag, 01. Februar 2026: Der »Glücksgott«, Psalm 32,1-2

Ich kenne keine Beziehung, in der die eine Seite immer und uneingeschränkt gutheißen muss, was die andere Seite will oder tut. Nehmen wir die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern: Wenn ich stets alles begrüßen und ermöglichen soll, was meine Kinder sich wünschen, werde ich sehr schnell kleine Tyrannen haben. Hier ist Korrektur erforderlich, um Kinder lebens- und gesellschaftsfähig zu machen. Oder nehmen wir eine Partnerbeziehung: Wenn sich der eine stets kritiklos nach dem anderen richten soll, wird das auf Dauer keine harmonische Beziehung sein. Denn das wäre Ausnutzung. Und auch im Berufsleben muss ein Mitarbeiter akzeptieren, dass der Arbeitgeber Vorgaben macht und Dinge korrigiert, damit das Miteinander funktionieren kann.

Der »liebe« Gott hingegen soll uns am besten stets alles geben, was wir uns wünschen. Und hierbei gilt für viele die Doktrin: »Gott will ja, dass ich glücklich bin. Deswegen ist auch alles, was mich glücklich macht, Gottes Wille.« Wenn ich also beispielsweise eine Entscheidung treffe, weil ich meine, dass diese mich glücklich mache, dann muss das auch Gottes Wille sein. Ein Hinterfragen, ob meine Entscheidung nach göttlich-moralischen Maßstäben gut und richtig ist, findet nicht mehr statt. Macht mich etwas glücklich, dann ist es eben richtig, dann muss Gott dazu auch »Ja« sagen. Eine Korrektur durch Gott gibt es dann nicht mehr, oder aber sie wird ignoriert.

Doch so ist Gott nicht. Zwar hat er in der Tat unser (ewiges) Glück im Sinn. Doch echtes Glück liegt darin, dass unsere Schuld von ihm vergeben ist. Um Schuld aber überhaupt erst einmal zu erkennen, muss der Mensch seine Verantwortung vor Gott akzeptieren und seinen Lebenskompass nach ihm ausrichten – nicht umgekehrt.

Markus Majonica

Samstag, 31. Januar 2026: Was wissen Sie Schlechtes über Jesus?, Apostelgeschichte 10,38

Wer war Jesus? Sind seine Lehren glaubwürdig? Ist er vertrauenswürdig? Mit diesen Fragen kam einmal eine Frau zu Spurgeon, einem Pfarrer aus England († 31. Januar 1892). Sie sagte: »Ich kann Jesus nicht vertrauen.« Daraufhin entgegnete er: »Und warum nicht? Was hat er getan, dass Sie so schlecht von ihm sprechen sollten? Ich habe ihm alles anvertraut, und ich glaube, dass er sehr vertrauenswürdig ist. Was wissen Sie Schlechtes über ihn?«

Stellen wir uns diese Frage einmal selbst: Was weiß ich Schlechtes über Jesus? Leider machen viele Menschen schlechte Erfahrungen mit dem Christentum bzw. einzelnen Christen und schließen daraus, dass Christus ebenfalls schlecht ist. Doch es ist prinzipiell ein Trugschluss, von einem (schlechten) Ergebnis auf seinen (schlechten) Ursprung zu schließen. Deshalb möchte ich dieser Annahme widersprechen und dazu ein Beispiel geben:

Mein Chef ist ein guter Chef und behandelt seine Mitarbeiter hervorragend. Doch leider verhalten sich seine Mitarbeiter nicht immer richtig. Sie machen Fehler. Nun wäre es jedoch falsch, zu behaupten, dass der Chef schlecht sei, nur weil die Mitarbeiter Fehler machen. Genauso ist es auch in Bezug auf Jesus. Jesus ist wirklich vertrauenswürdig.

Manche Meinungen über Jesus kommen auch daher, dass man sich noch nie persönlich mit ihm beschäftigt hat. So wie jemand, der nur die Mitarbeiter kennenlernt, schlecht über den Chef denken wird, bis er ihn eines Tages persönlich trifft, kann es auch mit Jesus sein: Man liest seine Biografie in der Bibel vielleicht nur oberflächlich, entdeckt manch gute Ideen und Lehren und hält ihn ansonsten für einen Wanderprediger längst vergangener Zeiten. Doch Jesus lebt, und er hat in seinem Wort noch viel mehr über sich zu sagen. Er möchte uns persönlich begegnen.

Johannes Unger

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