Freitag, 17. April 2026: »Oh Gott«, 2. Mose 20,7

»Ach, du lieber Gott!« – »Oh mein Gott!« – »Oh Gottogott!« usw. Solche Floskeln drücken je nach Umständen und Verwender Entsetzen, Verwunderung oder Ablehnung aus. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Es geht um Gott. Doch warum rufen die Leute, die solche Worte aussprechen, ausgerechnet den Namen Gottes an? Ich vermute, das geschieht oft aus Unüberlegtheit, aus Tradition oder weil es in einer Community so üblich ist. Stattdessen könnte man auch zwanglos rufen: »Unglaublich!« – »Ach, du grüne Neune!« – »Ach, du liebes bisschen!«, oder was auch immer.

Warum ist das wichtig? Der Tagesvers zeigt, dass es Gott überhaupt nicht gleichgültig ist, wozu sein Name verwendet wird. Ich selbst fände es auch merkwürdig, wenn man meinen Namen immer nutzen würde, sobald man sich z. B. erschrickt oder über etwas Abscheu empfindet: »Ach, du lieber Markus!« Doch Gott geht hier noch einen Schritt weiter: Er will den Missbrauch seines Namens nicht nur unterbinden, sondern er wird ihn auch bestrafen.

Warum diese ernste Mahnung? Die inflationäre Nutzung des Gottesnamens birgt für uns eine große Gefahr: Wir stumpfen ab gegenüber der Größe Gottes. Wir ignorieren seine Heiligkeit. Wer dauernd gedankenlos Gott im Munde führt, macht deutlich, dass er ihn nicht ernst nimmt. Und das ist fatal: Denn Gott ist ein Richter der Gedanken, des Herzens und jedes Wortes. Ihn zu verletzen hat ernste Konsequenzen.

Dabei kann man den Namen Gottes sehr wohl in einer Weise anrufen, die Gott nichts von seiner Ehre nimmt und ihn zugleich für uns einnimmt: »Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen« (Psalm 145,18). Wer sich ernstlich an Gott wendet, mit seiner Not und seinen Lebensfragen, dem ist er von Herzen nahe!


Markus Majonica

Donnerstag, 16. April 2026: Genau!, Johannes 5,24

Wenn ich Gespräche, Diskussionen oder Vorträge verfolge, kann ich fast auf ein »Genau« am Ende des einen oder anderen Satzes warten. Wie ein Pfahl rammt sich das »Genau« in den Sprach-Fluss einer beliebigen Konversation. Wollen die Redenden etwa das Gesagte bestätigen und sich selbst zustimmen? Oder nutzen sie das »Genau« zum Luftholen und Nachdenken, was sie als Nächstes sagen wollen?

Doch auch so etwas geschieht: Zwei Menschen haben gemeinsam etwas erlebt und erzählen abwechselnd, was geschehen ist. Einer beginnt, und der andere setzt die Erzählung fort. Er bestätigt das, was der andere gerade gesagt hat, mit den Worten: »Ja, genau, und dann …« In solchen Fällen kann ich verstehen, dass wir Menschen unsere Aussagen immer wieder mit Nachdruck bestätigen müssen. Genau!

Vor diesem Hintergrund staune ich, dass auch Jesus oft mit einer bekräftigenden Redewendung beginnt: »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch …« Das verwendete hebräische Wort entspricht unserem Wort »Amen«. Jesus kündigt damit an, dass etwas sehr Wichtiges und Erstaunliches folgt. Etwas, das vorher noch nie jemand gewagt hatte auszusprechen. Weil seine Zuhörer aber so »schwerhörig« waren, musste Jesus seine Aussagen oftmals doppelt bestätigen und bekräftigen. Ich denke, nicht nur zu seiner Zeit war das notwendig. So wurde diese Bekräftigung auch uns überliefert. Jesus liegt nämlich viel daran – egal, wie seltsam, erschütternd und unglaublich seine Worte auch klingen mögen -, dass die Zuhörer oder Leser sie als Wahrheit anerkennen.

Damals wie heute versichert uns Jesus durch die Worte »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch«, dass wir uns auf seine Aussagen bedingungslos verlassen können. Durch sein Leben und Sterben hat er bewiesen, dass wir ihm vertrauen können.


Herbert Laupichler

Mittwoch, 15. April 2026: Entlassen auf See, Lukas 12,20

Der 15. April soll an den Untergang der Titanic im Jahr 1912 erinnern, denn einen Tag zuvor – gegen 23.45 Uhr – kollidierte sie mit einem Eisberg. Das damals größte Passagierschiff sank innerhalb von zweieinhalb Stunden und riss rund 1500 Menschen mit in den Tod. Ein Stewart überlebte und trug in seinem Seefahrtsbuch ein: 15. April 1912 – Entlassen auf See. Reportern erzählte er später, wie er die Passagiere der 1. Klasse weckte und warnte. Wie z. B. Isidor Straus, den Politiker und Mitinhaber einer New Yorker Kaufhauskette. »Was ist, Stewart?«, soll Straus gefragt haben, als der Bedienstete kurz nach dem Zusammenstoß an die Kabinentür klopfte. »Wir haben einen starken Wassereinbruch. Das Schiff sinkt«, so der Stewart. Die Antwort: »Ich werde aufstehen, aber ich denke nicht, dass es so ernst ist.« Straus überlebte nicht.

In der Bibel erzählt Jesus von einem reichen Bauern, der sein rasches Ende nicht für möglich gehalten hatte. Vier Fehler machte dieser Bauer: 1) Er dachte nur an sich. 2) Er hängte sein Herz an sein Vermögen. 3) Er fragte nicht nach Gott, und 4) er plante sein Leben an Gott vorbei. »Du Narr!«, ist Gottes Urteil über diesen Menschen. Nun musste dieser nämlich vor ihn treten, ohne die Frage seiner Schuld vor Gott geregelt zu haben. Für Vergebung und Versöhnung war es nun zu spät.

In seiner Güte setzt uns Gott vier Tatsachen entgegen, durch die wir einen Totalverlust vermeiden können. 1) Gott liebt uns. Er hat uns geschaffen und will, dass wir eine persönliche Beziehung zu ihm haben. 2) Die Gemeinschaft mit Gott ist durch die Sünde des Menschen zerstört. 3) Jesus ist Gottes Weg heraus aus der Sünde. Unverzichtbar ist dann Schritt 4): Wir dürfen auf ewig Gemeinschaft mit Gott haben, wenn wir Jesus als unseren Herrn und Erlöser annehmen.


Herbert Laupichler

Dienstag, 14. April 2026: Gigantischer Stolz der Menschheit, Sprüche 3,5-6

Der 14. April 1912 war ein Tag, an dem die Menschheit den Atem anhielt. Es war ein großer Meilenstein in der Geschichte. Die Menschheit hatte etwas Großes geschaffen, und dafür brauchten sie keinen Gott. Die Anzahl der Rettungsboote blieb begrenzt, weil man die Titanic für unsinkbar hielt. Doch dann geschah das, womit keiner gerechnet hatte. Kurz nachdem John Phillips, der Funkoffizier dieses damals größten Schiffes, der in der Nähe weilenden California nach der sechsten Eisbergwarnung »Shut up!« zurief, was so viel bedeutet wie »Halt den Mund!«, rammte dieser gigantische Stolz der Menschheit einen Eisberg. Das Ergebnis? 1495 Menschen starben. Welche Dramen sich dabei abspielten, zeigen diverse Filme drastisch und anschaulich.

Natürlich müssen wir aufpassen, solche Geschehnisse nicht zu missbrauchen, dennoch möchte ich auf eine Sache hinweisen: Wenn wir unser Leben ohne Gott bauen und ohne ihn unterwegs sind, kommen wir niemals in Gottes »neuer Welt« an, die er für uns Menschen vorgesehen und vorbereitet hat. Der sicherste Weg, damit unser Lebensschiff ans Ziel kommt, ist, wenn wir auf dem Kurs unterwegs sind, den Gott uns weist. Und wo finden wir diesen Hinweis? In seinem Buch, der Bibel. Darin zeigt er uns den Weg zum ewigen Leben.

Um den richtigen Kurs zu halten, brauchen wir Jesus als den Kapitän unseres Lebens. Er hat den Weg von allem frei gemacht, was unseren Untergang besiegeln könnte: von unserem Hochmut und Stolz, unserem Eigenwillen und Aufbegehren, unserem Egoismus und unserer Maßlosigkeit. All das findet ein Ende, wenn wir ihn um Vergebung unserer Schuld und Sünde bitten und uns von ihm neu ausrichten lassen. Dann geschieht genau das, was unser Tagesvers beschreibt. Und dann werden wir auch sicher am Ziel ankommen.


Johannes Unger

Montag, 13. April 2026: Mitleid, Hebräer 4,15

»Du kannst doch gar nicht mitreden!« Wer einem anderen in dessen Leid Trost spenden will, wird leicht mit diesem Vorwurf konfrontiert, wenn man die konkrete Not noch nie selbst erlitten hat. Man kann zwar Mitleid haben, aber die Schwere der Lage nicht wirklich nachvollziehen.

Anders ist es bei Jesus Christus. Der Mensch gewordene Sohn Gottes hat menschliches Leid in seiner extremsten Form erlebt: Sein Leid – vor und während seiner Kreuzigung – war kein Leid, das er mit anderen teilen konnte. Oft ist es leichter, Not zu ertragen in der Gemeinschaft der Familie, mit Freunden oder Gleichgesinnten. Christus aber litt ganz allein und verlassen. Manches Leid wird dadurch gelindert, dass es verbunden ist mit Ehre, etwa, wenn man dabei wie ein Held gefeiert wird. Doch Jesus litt in Schande, unter Hohn und Verachtung. Manche Menschen leiden körperlich, und das ist schwer. Aber Jesus Christus litt nicht nur unglaubliche physische Schmerzen, sondern auch an Geist und Seele, um die Sündenlast der ganzen Welt zu tragen und zu sühnen.

Vielleicht kennen Sie auch schweres Leid: einsam, verlassen, vergessen, ohne jede Wertschätzung. Vielleicht kennen Sie neben körperlichen Leiden auch die Schmerzen an Geist und Seele. Und vielleicht finden Sie keinen, der Sie in Ihrer Not begleitet und wirklich versteht, was Sie erleiden. Dann wissen Sie ab heute, dass es doch einen gibt, der jede Schwere menschlichen Leids selbst durchlebt hat. Jesus versteht Sie und hat echtes, tiefes Mitleid. Denn er hat unser Leid zu seinem eigenen gemacht.

Für mich ist dabei das Größte, dass Jesus Christus all dieses Leid nicht aus Zwang getragen hat, sondern freiwillig, um jedem Menschen in seinem Leid ganz nahe sein zu können.


Markus Majonica

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