Dienstag, 03. März 2026: Robbenbaby, Psalm 139,15

Abends auf dem Weg nach Hause: Vor mir steht ein Lkw. Auf der Tür seines Aufliegers ist das Foto eines süßen, kleinen Robbenbabys zu sehen. Schneeweiß liegt es da, sieht mich aus schwarzen Knopfaugen an und zeigt seine kleine schwarze Schnauze. Der Inbegriff von Schutzbedürftigkeit und Wehrlosigkeit. Wer würde solch einem niedlichen Geschöpf Gewalt antun?

Darunter steht ein Spruch von Mahatma Gandhi: »Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.« Ein wirkungsvolles Statement. Und wichtig. Denn wie vielen anderen schützenswerten Lebewesen droht auch Robbenbabys oft der gewaltsame Tod. Tierschutzorganisationen beklagen, dass noch heute, etwa in Kanada, jährlich Zehntausende dieser Tiere, oft erst wenige Wochen oder Monate alt, grausam erschlagen oder erschossen werden, um ihre Felle verkaufen zu können. Die Felle werden den Tieren oft noch bei lebendigem Leib abgezogen. Je größer die Hilflosigkeit eines Lebewesens, desto größer ist der Anspruch auf Schutz vor Gewalt!

Was mich allerdings erstaunt und fassungslos zurücklässt, ist der Umstand, dass mit solch einem Spruch (allein) für den (sicherlich wichtigen) Schutz von Tieren geworben wird. Viel hilfloser als jedes (für sich bereits lebensfähige) Robbenbaby ist doch ein menschlicher Embryo! Dieser befindet sich völlig arg- und wehrlos im Körper seiner Mutter. Dort erwartet dieses Lebewesen keinen Angriff. Das wäre undenkbar. Nehmen wir Gandhis Aussage – je hilfloser ein Lebewesen, desto schutzbedürftiger – ernst, dann müsste dies doch erst recht hier gelten. Dennoch werden jedes Jahr allein in Deutschland über 100 000 Kinder abgetrieben!

Markus Majonica

Montag, 02. März 2026: Blackout, Johannes 12,46

Wenn es bei uns in Italien stark regnet, kann es vorkommen, dass es plötzlich einen Knall in der Nachbarschaft gibt und der Strom in allen Wohnungen in unserem Gebäude weg ist. Blackout. Wenn das in der Nacht passiert, haben wir völlige Dunkelheit um uns herum. Da helfen dann nur noch Taschenlampen oder Kerzen. Ohne diese Hilfsmittel sehen wir fast nichts, da auch die Straßenbeleuchtung nicht funktioniert. Eine unangenehme Situation, die glücklicherweise nur ein paar Stunden anhält. Es ist dann immer wieder eine Erleichterung, wenn das Licht plötzlich wieder angeht.

Ich habe mich gefragt, wie es wäre, wenn das Licht nicht mehr angehen würde, wenn der Blackout nicht nur temporär, sondern für immer wäre. Eine beklemmende und beängstigende Vorstellung.

Einen »Blackout« noch weit vor der Entdeckung der Elektrizität beschreibt auch die Bibel. Er ereignet sich am Anfang der Menschheitsgeschichte: der Sündenfall. Seit diesem Ereignis liegt die Welt in der Dunkelheit, da die Verbindung zu Gott durchtrennt ist. Der Mensch kann diese Dunkelheit von sich aus nicht beseitigen. Da hilft auch keine rosarote Brille, um dieser Realität zu entfliehen. Das »Licht« muss von außen angemacht werden.

Unser Tagesvers spricht von diesem alles verändernden Ereignis. Jesus Christus ist als Licht in unsere Welt gekommen und hat den Blackout beendet. Er hat durch seinen stellvertretenden Opfertod am Kreuz Vergebung und damit die Verbindung zu Gott wieder möglich gemacht. Der Mensch muss also nicht in der Dunkelheit bleiben, sondern kann im Glauben an Jesus Christus aus der Dunkelheit ins Licht treten. Jesus Christus ist das strahlende Licht des Lebens, das die Dunkelheit vertreibt. Was für eine wunderbare Wahrheit!

Thomas Kröckertskothen

Sonntag, 01. März 2026: Der wichtigste Maßstab fürs Leben, 1. Thessalonicher 5,21

Die Aufforderung von Paulus ist heute wichtiger denn je. Wir erleben rasante Veränderungen, bekommen verlockende Angebote und werden überschüttet mit den unterschiedlichsten Nachrichten. Was ist wahr? Was ist gut? Worauf kann ich mich verlassen? Wir stehen laufend unter dem Druck, diese Fragen zu beantworten und richtige Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig nimmt die Orientierungslosigkeit zu. Christliche Werte, die noch vor wenigen Jahren die westliche Welt geprägt haben, werden mehr und mehr demoliert und bewusst infrage gestellt. Umso wichtiger ist Paulus’ Hinweis, den er vor ca. 2000 Jahren an die Christen in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki schrieb.

»Prüft alles« bewahrt vor naiver Leichtgläubigkeit; »das Gute behaltet« schützt vor radikaler Abgrenzung von allen neuen Gedanken. Der Tagesvers ist der Schlüssel, um in diesem Spannungsfeld ausgewogen und nüchtern zu reagieren.

Wenn wir aber alles prüfen und das Gute behalten sollen, dann brauchen wir einen verlässlichen Maßstab. Eine Wasserwaage dient dazu, die genaue Ausrichtung eines Objekts zu prüfen. Um zu prüfen, was richtig und falsch ist, hat Gott uns sein Wort, die Bibel, gegeben. Sie ist zeitlos gültig und absolut zuverlässig. Jesus Christus, der Sohn Gottes, sagt: »Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen« (Matthäus 24,35).

Es geht bei unseren Entscheidungen also nicht um unser Bauchgefühl oder um Mehrheiten, sondern um das, was geschrieben steht. Wenn wir die Bibel als Maßstab verlieren, werden wir maßlos. Das fühlt sich im ersten Moment befreiend an, führt aber auf lange Sicht zum Niedergang. Deshalb wollen wir den biblischen Maßstab besser kennenlernen.

Hartmut Jaeger

Samstag, 28. Februar 2026: Der Nächste, bitte!, Psalm 90,12

Sepp Maier (* 28. Februar 1944) ist eine Fußballlegende und wohl einer der erfolgreichsten Torwarte der deutschen Fußballgeschichte. Zahlreiche Spiele bestritt er für den FC Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft und gewann in den 1970er-Jahren fast alles, was es zu gewinnen gab. Der Höhepunkt war der WM-Titel 1974 im eigenen Land. Seine Mitspieler trugen glorreiche Namen wie Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Berti Vogts und Gerd Müller.

Gerd Müller starb 2021 im Alter von 75 Jahren, Franz Beckenbauer 2024 mit 78 Jahren. In einem Interview meinte Sepp Maier im Februar 2024 kurz vor seinem 80. Geburtstag: »Den Tod muss man nicht rufen. Nach Gerd und Franz bin ich der Nächste.«

Das ist eine nüchterne Einschätzung, die der Realität ins Auge blickt! Schon die Bibel besagt, dass sich die Zahl unserer Lebensjahre auf etwa 70 bis 80 Jahre beläuft, was durch die derzeitige durchschnittliche Lebenserwartung von 78,2 Jahren für Männer bestätigt wird. Der Tod macht auch vor glorreichen Fußballlegenden keinen Halt. Das gilt auch für Sepp Maier und genauso für Sie und mich. Die Frage ist: Wie reagieren wir auf diese Tatsache? Ist mit dem Tod wirklich alles aus? Gibt es ein ewiges Leben? Was wird vor Gott Bestand haben?

Gott gibt uns in der Bibel Antworten auf diese Fragen: Mit dem Tod ist nicht alles aus. Jeder wird danach weiterleben – unabhängig davon, ob er an Gott geglaubt hat oder nicht. Wer geglaubt hat, wird bei Gott sein und ewige Freude erleben. Wer Gott abgelehnt hat, wird fern von ihm sein und leiden. Bestand haben nicht unsere Taten, sondern unser Glaube. Deshalb sind wir heute eingeladen, Jesu Auferstehung und Sieg über den Tod im Glauben anzunehmen. Wir dürfen ein Leben leben, das die Realität des Todes nicht ignoriert, aber eine hoffnungsvolle Perspektive darauf hat.

Joel Wjst

Freitag, 27. Februar 2026: Glücklichster Mensch auf Erden?, Johannes 14,6

Der »World Happiness Report 2024« zeigt: Trotz Krisen wie Kriegen, Inflation und Klimawandel bleibt das globale Glücksniveau erstaunlich stabil. Soziale Unterstützung, Freiheit, Großzügigkeit und geringe Korruption sind entscheidender für das Glücksempfinden als bloßer materieller Wohlstand. Besonders psychische Gesundheit und starke Beziehungen stehen im Fokus. Erneut belegt Finnland den ersten Platz als glücklichstes Land der Welt. Die Studie verdeutlicht: Menschen sehnen sich nach echter Verbundenheit, Sinn und Beständigkeit. Trotz technischer Fortschritte bleibt die Suche nach wahrem, tiefem Glück bestehen – denn äußere Umstände allein können das Herz des Menschen nicht dauerhaft erfüllen.

Diese tiefe Sehnsucht greift die Bibel auf und weist uns in Sachen Glück auf Überraschendes hin: Wahres Glück findet sich nicht in vergänglichen Dingen, sondern in der Beziehung zu Gott. Das verdeutlicht in überzeugender Weise Jesus Christus. Er lebte in Abhängigkeit von Gott, zeigte vollkommene Liebe, trug am Kreuz die Schuld der Menschheit und öffnete durch seine Auferstehung den Zugang zu ewigem Leben. In Johannes 14,6 sagt Jesus: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.« Wer sich auf ihn einlässt, der erlebt: In Jesus liegt ein Friede, den diese Welt nicht geben kann. Wer nur an irdische Quellen des Glücks glaubt, wird letztlich enttäuscht und verpasst Entscheidendes. Nicht nur für das Leben hier, sondern auch im Blick auf die Ewigkeit. Doch wer sich Jesus zuwendet, erfährt wahre Erfüllung, unvergängliche Hoffnung und ein neues Leben, das selbst Leid und Tod überwinden kann. Das »Glücksniveau« ist dann ziemlich unabhängig von den Umständen, in denen man lebt. Die Sehnsucht richtet sich vielmehr auf den, der sie tatsächlich erfüllen kann.

Tim Petkau

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