Dienstag, 03. Oktober 2023: Gib mir Musik!, Psalm 96,1

Das Radio im Auto, der Soundtrack im Hollywood-Streifen, die Kopfhörer im Bus: Ständig werden wir von Musik beschallt. Musste man in vergangenen Zeiten extra dorthin gehen, wo Musiker, Orchester und Opernsänger auftraten, kommt die Musik heute zu uns. Ein Abo bei einem der großen Musik-Streamingdienste verschafft uns per Fingertip Zugriff auf Millionen von Titeln aus aller Welt. Dauerbeschallung ist angesagt. In der Stadt begegne ich oft Leuten, die mit zwei kabellosen Knöpfen im Ohr herumlaufen, in ihrer Musik-Blase abgekapselt vom Rest der Welt. Der Musikgeschmack wandelt sich über die Zeit. Doch die besondere Wirkung, die von Musik ausgeht, nicht. Ein fröhlicher Song hebt unsere Stimmung, ein melancholisches Lied macht uns traurig. Und ein tiefer, wummernder Bass bringt Zehntausende von Menschen auf einmal zum Tanzen.

Seit jeher haben Menschen musiziert. Die vielleicht ausführlichste Aufzeichnung über Musik aus alter Zeit finden wir in der Bibel im Buch der Psalmen. Die Psalmen sind eine Sammlung von 150 Liedern über Gottes Größe, Freude und Trauer, Hoffnung und Verzweiflung. Da das längste Buch in der Bibel eine Liedersammlung ist, ist es Gott offenbar wichtig, dass wir Musik wertschätzen. Sie ist ein Geschenk Gottes an uns. Doch allzu oft macht man sich von der modernen Musik-Dauerbeschallung abhängig. Konzentriert arbeiten geht ohne Hintergrundmusik kaum noch. Ruhe zum Nachdenken und Innehalten wird uns fremd. Daher mein Vorschlag an Sie, bevor Sie den nächsten Titel einschalten: Lesen Sie stattdessen einmal einen Psalm. Sie können ganz vorne bei Psalm 1 anfangen. Halten Sie dabei bewusst inne vor Gott, der uns das Geschenk der Musik gemacht hat, damit wir ihm in unseren Herzen etwas vorsingen können.

Jan Klein
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Frage
Haben Sie ein absolutes Lieblingslied? Wenn ja, warum?
Tipp
Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten von der Dauerbeschallung!
Bibellese
Psalm 1

Montag, 02. Oktober 2023: Offline, Jeremia 33,3

Ob Verabredung, Einkaufsliste oder Standortmitteilung, ob Bilder, Sprachnachrichten oder Telefonate: Wir verschicken eine Menge Nachrichten und Informationen mit unserem Handy. Die verschiedenen Nachrichtendienste sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Am 4. Oktober 2021 allerdings konnten plötzlich keine Whatsapp-Nachrichten mehr empfangen und verschickt werden. Die kleine graue Uhr in der rechten unteren Ecke zeigte an, dass das Gegenüber die Mitteilung nicht erhalten hatte. Gar nicht so einfach, diese eingeschränkte Erreichbarkeit und Kommunikationsfähigkeit hinzunehmen und zu akzeptieren! Nach einiger Zeit war damals klar, dass der Nachrichtendienst offline war und ein technisches Problem vorlag. Nichts ging mehr.

Später erinnerte ich mich an diesen Vorfall und musste an meine Beziehung zu Gott denken. Gott hat uns Menschen erschaffen. Er liebt uns und möchte mit uns Gemeinschaft haben. Viele Erlebnisse, die Menschen mit Gott hatten, können wir in der Bibel nachlesen und daran sehen, wie Gott ist. Wir stellen dabei fest, dass Gott sich um jeden einzelnen Menschen bemüht und mit ihm eine persönliche Beziehung haben möchte.

Sind Sie gerade offline? Vielleicht haben Sie die Sorge, dass Gottes Angebot nicht für Sie, sondern nur für die anderen gelten würde. Oder Sie haben kein Interesse an Gott und seine Nachricht, im übertragenen Sinn, einfach weggeklickt. Wie wunderbar ist es, dass Gott niemals offline ist, sondern dass wir ihn jederzeit ansprechen dürfen! Mit jedem Thema dürfen wir zu ihm kommen.

Wie gut, dass Gott so anders ist als unsere technischen Hilfsmittel und es von seiner Seite keine Kommunikationsprobleme gibt!

Ann-Christin Bernack


Frage
Sind Sie bereit, Gottes Nachrichten zu empfangen, oder sind Sie gerade offline?
Tipp
Gott kennt keine Offline-Zeiten. Er ist immer erreichbar.
Bibellese
Psalm 50,7-15

Sonntag, 01. Oktober 2023: Erntedankfest – so etwas gibt es?, Philipper 4,4

In der Schweiz nennen wir diesen Tag schlicht Dank-, Buß- und Bettag. Als meine Tochter, während ich diese Zeilen schrieb, mitbekam, dass am morgigen Sonntag dieser Tag gefeiert wird, war sie ganz erstaunt, dass es so etwas gibt. Ich habe sie dann daran erinnert, dass wir an der deutschsprachigen evangelischen Kirche in Addis Abeba Erntedank gefeiert haben und immer noch feiern. Dabei werden allerhand Gemüse, Früchte und Getreide, Teigwaren, Speiseöl etc. von den Kirchgängern mitgebracht und vor den Altar gelegt. Am folgenden Montag werden diese Gaben dann an die Familien der Kinder in der Schule der Gemeinde verteilt. Ich finde, das ist ein sehr schöner Brauch. Der Erntedank-Gottesdienst, angesichts all dieser Gaben, macht uns so richtig bewusst, wie dankbar wir sein können für all diesen Segen Gottes, den wir das ganze Jahr über empfangen dürfen – und der nicht selbstverständlich ist.

Womit haben wir diesen Segen verdient? Gott hat seinem Volk Israel den Segen landwirtschaftlichen Ertrags, der Vermehrung des Viehs und der Existenzsicherung durch ausreichende Vorräte an Nahrungsmitteln versprochen, wenn es ihm gehorchen würde. Wenn sie sich jedoch von ihm abwenden würden, würde sie statt Segen der Fluch treffen. Doch Gottes Gnade ist so groß, dass er auch allen übrigen Menschen seit jeher viel Gutes zukommen ließ (vgl. Apostelgeschichte 14,17), obwohl sie sich diesen Segen nicht verdient haben.

Gott hat in seiner unendlichen Gnade noch viel mehr getan: Er hat unsere Schuld am Kreuz auf seinen Sohn geladen, der für uns gestorben ist, und damit allen Fluch von uns abgewendet. Wenn wir Jesus Christus in unser Leben aufnehmen, werden wir zu Kindern Gottes gemacht und können allen Segen Gottes dankbar in Anspruch nehmen.

Martin Grunder


Frage
Feiern Sie Erntedank? Nur an einem Tag im Jahr oder immer wieder?
Tipp
Wir haben allen Grund, das ganze Jahr über Gott dankbar zu sein.
Bibellese
Psalm 103,1-5

Samstag, 30. September 2023: »Danke!« sagen, Kolosser 1,12

Wer beim Bäcker eingekauft hat, sagt der Verkäuferin auch wohl: »Dankeschön!« Aber so richtig dankbar ist man nur, wenn man etwas bekommt, was man nicht erwartet hat und für das man nichts bezahlte oder das man überhaupt nicht bezahlen konnte – wenigstens sollte man dankbar dafür sein.

Leider ist Dankbarkeit heute keine Selbstverständlichkeit mehr; eher steht sie auf der »Roten Liste aussterbender Arten« wie die Blauwale und die Goldregenpfeifer. Besonders in Wohlstandszeiten kommt man je länger, je mehr zu der Ansicht, täglich leckeres Essen, schicke Kleidung, eine großzügige Wohnung und ein flottes Auto ständen einem zu. Wieso sollte man dann dankbar dafür sein? Ja, man kann bei allem Wohlergehen sogar zum notorischen Nörgler werden. So gab es einmal nach Jahren mäßiger Ernten endlich auch wieder eine reiche Kartoffelernte mit vielen großen Kartoffeln. Ein Bauer stand vor dem riesigen Berg großer »Erdäpfel« und wusste nichts Besseres zu sagen als: »Was für ein Jammer. Jetzt fehlen die Kleinen für die Schweine!«

Aber unser Tagesvers bleibt nicht beim Sichtbaren stehen, sondern spannt den Rahmen noch viel weiter. Gott, der allmächtige Schöpfer aller irdischen Reichtümer, hat für die an ihn Glaubenden noch weit Besseres vorgesehen. Er hat ihnen ein Erbteil in seinem Himmel versprochen. Das ist nun wirklich ein völlig unverdientes, riesengroßes Geschenk, zu dem wir nicht das kleinste bisschen zugezahlt haben und es auch gar nicht konnten, und das Gottes Sohn, Jesus Christus, uns erworben hat. Bei dem Dank dafür sollten wir es nicht bei Worten belassen, sondern ihm in Gehorsam zu dienen versuchen. – Möge Gott uns allen die Augen dafür öffnen, sodass wir tief dankbare Menschen werden!

Hermann Grabe
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Frage
Wem danken Sie, wenn es Ihnen gut geht?
Tipp
Dankbarkeit ist die beste Arznei gegen Trübsinn.
Bibellese
Psalm 136

Freitag, 29. September 2023: Die »Virtuelle Maschine«, Galater 2,20

Bei manchen Aufgaben im Arbeitsalltag stößt mein Arbeitscomputer an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Wenn das passiert, nutze ich eine sogenannte »Virtuelle Maschine«, die mir erlaubt, auf die Ressourcen eines leistungsstärkeren Gerätes an einem anderen Ort zuzugreifen. Mein eigener Computer dient in diesem Moment lediglich als physisches Hilfsmittel und Schnittstelle. Und so können Probleme gelöst werden, mit denen mein Gerät eigentlich überfordert ist.

In meinem persönlichen Leben geht es mir manchmal genau so wie meinem Rechner. Auch ich stoße immer wieder an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit. Im Umgang mit bestimmten Menschen oder Situationen fehlt mir zum Beispiel oft die nötige Liebe und Geduld. Egal, wie sehr ich mich auch bemühe, ich schaffe es einfach nicht, so zu reagieren, wie es eigentlich richtig wäre. Die »Virtuelle Maschine« aus meinem Arbeitsalltag erinnert mich dann aber immer wieder daran, dass ich als Christ nicht auf meine eigenen Kräfte und Tugenden beschränkt bin. Als Kind Gottes kann ich auf übernatürliche, göttliche Kräfte zugreifen! Ich muss meine Probleme nicht alleine lösen, sondern kann von dem unendlichen Gott Weisheit, Liebe und Geduld bekommen.

Situationen, in denen wir überfordert sind und spüren, dass unsere eigenen Kräfte nicht ausreichen, sind eine Chance, uns nach Gott auszustrecken. Es ist gut, wenn wir merken, dass wir ihn brauchen. Wenn Sie Jesus Christus Ihre Schuld bekennen und glauben, dass er für Sie am Kreuz gestorben ist, dann stehen Sie Ihren Problemen, Begrenzungen und Herausforderungen nicht mehr allein gegenüber. Sie können dann Gottes übernatürliche Kraft in Ihrem Leben erfahren. Etwas Besseres gibt es nicht!

Kathrin Stöbener
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Frage
Steht Ihnen diese übernatürliche Kraft schon zur Verfügung?
Tipp
Treten Sie durch Jesus in Verbindung zu Gott und bitten Sie ihn ganz bewusst um seine Kraft, wenn Sie an eigene Grenzen stoßen.
Bibellese
2. Korinther 12,7-10

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