Sonntag, 01. Februar 2026: Der »Glücksgott«, Psalm 32,1-2

Ich kenne keine Beziehung, in der die eine Seite immer und uneingeschränkt gutheißen muss, was die andere Seite will oder tut. Nehmen wir die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern: Wenn ich stets alles begrüßen und ermöglichen soll, was meine Kinder sich wünschen, werde ich sehr schnell kleine Tyrannen haben. Hier ist Korrektur erforderlich, um Kinder lebens- und gesellschaftsfähig zu machen. Oder nehmen wir eine Partnerbeziehung: Wenn sich der eine stets kritiklos nach dem anderen richten soll, wird das auf Dauer keine harmonische Beziehung sein. Denn das wäre Ausnutzung. Und auch im Berufsleben muss ein Mitarbeiter akzeptieren, dass der Arbeitgeber Vorgaben macht und Dinge korrigiert, damit das Miteinander funktionieren kann.

Der »liebe« Gott hingegen soll uns am besten stets alles geben, was wir uns wünschen. Und hierbei gilt für viele die Doktrin: »Gott will ja, dass ich glücklich bin. Deswegen ist auch alles, was mich glücklich macht, Gottes Wille.« Wenn ich also beispielsweise eine Entscheidung treffe, weil ich meine, dass diese mich glücklich mache, dann muss das auch Gottes Wille sein. Ein Hinterfragen, ob meine Entscheidung nach göttlich-moralischen Maßstäben gut und richtig ist, findet nicht mehr statt. Macht mich etwas glücklich, dann ist es eben richtig, dann muss Gott dazu auch »Ja« sagen. Eine Korrektur durch Gott gibt es dann nicht mehr, oder aber sie wird ignoriert.

Doch so ist Gott nicht. Zwar hat er in der Tat unser (ewiges) Glück im Sinn. Doch echtes Glück liegt darin, dass unsere Schuld von ihm vergeben ist. Um Schuld aber überhaupt erst einmal zu erkennen, muss der Mensch seine Verantwortung vor Gott akzeptieren und seinen Lebenskompass nach ihm ausrichten – nicht umgekehrt.

Markus Majonica

Samstag, 31. Januar 2026: Was wissen Sie Schlechtes über Jesus?, Apostelgeschichte 10,38

Wer war Jesus? Sind seine Lehren glaubwürdig? Ist er vertrauenswürdig? Mit diesen Fragen kam einmal eine Frau zu Spurgeon, einem Pfarrer aus England († 31. Januar 1892). Sie sagte: »Ich kann Jesus nicht vertrauen.« Daraufhin entgegnete er: »Und warum nicht? Was hat er getan, dass Sie so schlecht von ihm sprechen sollten? Ich habe ihm alles anvertraut, und ich glaube, dass er sehr vertrauenswürdig ist. Was wissen Sie Schlechtes über ihn?«

Stellen wir uns diese Frage einmal selbst: Was weiß ich Schlechtes über Jesus? Leider machen viele Menschen schlechte Erfahrungen mit dem Christentum bzw. einzelnen Christen und schließen daraus, dass Christus ebenfalls schlecht ist. Doch es ist prinzipiell ein Trugschluss, von einem (schlechten) Ergebnis auf seinen (schlechten) Ursprung zu schließen. Deshalb möchte ich dieser Annahme widersprechen und dazu ein Beispiel geben:

Mein Chef ist ein guter Chef und behandelt seine Mitarbeiter hervorragend. Doch leider verhalten sich seine Mitarbeiter nicht immer richtig. Sie machen Fehler. Nun wäre es jedoch falsch, zu behaupten, dass der Chef schlecht sei, nur weil die Mitarbeiter Fehler machen. Genauso ist es auch in Bezug auf Jesus. Jesus ist wirklich vertrauenswürdig.

Manche Meinungen über Jesus kommen auch daher, dass man sich noch nie persönlich mit ihm beschäftigt hat. So wie jemand, der nur die Mitarbeiter kennenlernt, schlecht über den Chef denken wird, bis er ihn eines Tages persönlich trifft, kann es auch mit Jesus sein: Man liest seine Biografie in der Bibel vielleicht nur oberflächlich, entdeckt manch gute Ideen und Lehren und hält ihn ansonsten für einen Wanderprediger längst vergangener Zeiten. Doch Jesus lebt, und er hat in seinem Wort noch viel mehr über sich zu sagen. Er möchte uns persönlich begegnen.

Johannes Unger

Freitag, 30. Januar 2026: Samuel Loyd, der Rätselkönig, Prediger 1,14

Samuel Loyd, genannt »der Rätselkönig«, wurde am 30. Januar 1841 als jüngstes von acht Kindern in Philadelphia geboren. Bereits mit zehn Jahren beschäftigte er sich mit Schach- und Logikfragen. Obwohl er Ingenieurwissenschaften studierte und eine Lizenz als Dampf- und Maschinenbauingenieur erwarb, war er irgendwann in der Lage, seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit Schachrätseln zu verdienen. In späteren Jahren verlor er jedoch das Interesse am »Spiel der Könige« und widmete sich fortan der Erfindung mathematischer Denkspiele. »Der Mensch liebt Rätsel«, stellte er fest, »und nichts befriedigt ihn mehr als das Wissen, dass es immer etwas gibt, das er nicht versteht.«

Auch der biblische König Salomo ist als »Rätselkönig« bekannt. So kam die Königin von Saba nach Jerusalem, um ihn, den weisesten Mann auf Erden, mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. »Und Salomo beantwortete ihr alle ihre Fragen. Nichts war vor dem König verborgen, das er ihr nicht hätte beantworten können« (1. Könige 10,3).

Doch was bringt all der Spaß am Lösen von Rätseln, am Anhäufen von Wissen? Was bleibt? Der weise König Salomo beschreibt im biblischen Buch Prediger, dass angesichts unserer Endlichkeit alles Streben nach Wissen, Erfolg, Anerkennung oder Genuss wie ein Haschen nach Wind ist. Und so kommt Salomo zu dem Fazit: »Alles ist Nichtigkeit!«

Doch Gott sei Dank ist diese Erkenntnis nur eine vorläufige. Wenn wir den bleibenden Sinn des Lebens finden wollen, müssen wir über den begrenzten Horizont dieses irdischen Lebens »unter der Sonne« hinausblicken. In der Erkenntnis Jesu Christi liegt der Schlüssel für ein Leben, dessen Sinn diese Erde überdauert und uns eine Ewigkeit bei Gott eröffnet!

Peter Güthler

Donnerstag, 29. Januar 2026: Auf Kollisionskurs, Psalm 119,105

Heute vor einem Jahr kam es in Washington D. C. zu einer folgenschweren Kollision eines im Landeanflug begriffenen Passagierflugzeugs mit einem Militärhubschrauber, bei der alle Passagiere starben. Im Nachgang wurden Untersuchungen über die Unfallursache angestellt, wobei herauskam: Das Ortungssystem des Hubschraubers war ausgeschaltet gewesen. Dass dieses sogenannte ADS-B-System deaktiviert war, verhinderte, dass die Flugsicherung am Boden aktuelle Positions-, Geschwindigkeits- und Höheninformationen des Hubschraubers erhielt. Die Fluglotsen wussten nicht, wo der Hubschrauber war, und konnten eine Kollision deshalb nicht verhindern.

Diese Tragödie zeigt, wie unvorstellbar wichtig Lotsen für die Sicherheit im Luftraum sind. Doch auch im alltäglichen Leben fühlen wir uns manchmal orientierungslos und wünschen uns einen Lotsen, der uns durch schwierige Entscheidungsprozesse navigiert und uns vor größeren und kleineren Katastrophen warnt.

Und so ein Lotse existiert bereits: Wie der Tagesvers sagt, ist Gottes Wort für unser Leben ein Licht, das uns den Weg weist. Die Bibel hat zwar nicht für jede denkbare Situation konkrete Anweisungen, dafür aber die wichtigen Richtlinien, anhand derer jede konkrete Entscheidung getroffen werden kann. Und am wichtigsten: Sie warnt uns auch vor einer drohenden Kollision mit Gott selbst. Ein unvorbereitetes Zusammentreffen eines sündigen Menschen mit dem durch und durch Heiligen kann nur als Kollision bezeichnet werden. Zu solch einer Situation sagt die Bibel: »Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!« (Hebräer 10,31). Die Zeit zur Vorbereitung ist genau jetzt, da wir noch leben – wenn wir gestorben sind, ist es zu spät. Jetzt können wir noch auf den Lotsen hören! Denn Gott hat uns immer und stets im Blick!

Jacob Ameis

Mittwoch, 28. Januar 2026: Postkarte auf Umwegen, Lukas 15,7

Ende Januar 2025, unmittelbar vor dem Geburtstag unserer ältesten Tochter, lag ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk für sie im Briefkasten. Es war eine längst verloren geglaubte Postkarte aus Südafrika, die sie während einer Rundreise neun Monate vorher abgeschickt hatte. Wir dachten, die Karte wäre längst verloren gegangen, aber nun lag sie doch tatsächlich in unserem Briefkasten – wenn auch völlig verknickt, eingerissen und beschmiert. Sie hatte den weiten Weg von Johannesburg nach Deutschland doch noch gefunden. Gerade weil wir sie schon längst aufgegeben hatten, fühlte es sich wie ein kleines Wunder an, sie dann doch noch in den Händen zu halten.

Durch die Geschichte mit der Karte wurde ich an einen schönen Vers aus dem Lukasevangelium erinnert: »So wird auch im Himmel Freude herrschen über einen Sünder, der zu Gott umkehrt – mehr als über neunundneunzig andere, die nach Gottes Willen leben und es deshalb gar nicht nötig haben, zu ihm umzukehren.«

Die verloren geglaubte Karte löste in unserer Familie eine besonders große Freude aus, mehr als alle anderen Postkarten, die wir bis dahin bekommen hatten. Denn die Karte war verloren geglaubt und dann doch noch angekommen. Bei Gott ist es genauso: In seinen Augen ist niemand endgültig verloren. Seine Sehnsucht gilt jedem einzelnen Menschen, ganz gleich, wie zerknittert oder beschädigt vom Leben er inzwischen ist. Und wenn einer umkehrt und nach Hause findet, dann ist die Freude im Himmel unermesslich groß. Noch viel mehr, als wir über die Ankunft dieser kleinen Karte staunten, freut sich Gott über jeden, der zu ihm umkehrt, um errettet zu werden. Wie gut, dass es noch immer Gelegenheit dazu gibt!

Manuela Basista

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