Sonntag, 18. Januar 2026: »Wer glaubt, Christ zu sein …, Römer 10,9

… nur weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.«

Dieses treffende Zitat wird häufig Albert Einstein zugeschrieben. So fand ich es z. B. auf einer Postkarte in unserem örtlichen Buchladen. Tatsächlich stammt es aber wohl von dem berühmten Baseballspieler und späteren Evangelisten William Ashley (»Billy«) Sunday (1862-1935).

Billy Sunday sprach zwar in seinen Predigten (noch) nicht von Garage und Auto, sondern von Pferdestall und Pferd: »In die Kirche zu gehen macht einen Mann nicht zum Christen, genauso wenig wie in einen Pferdestall zu gehen einen Mann zu einem Pferd macht.«

Doch die Botschaft dieses Vergleichs ist – unabhängig von Quelle, Zeit, Auto oder Pferd – dieselbe, und sie bleibt auch so oder so gleich wahr: Nicht ein äußeres Verhalten, nicht der Aufenthalt in einer bestimmten Umgebung, noch nicht einmal der Umgang mit bestimmten Personen macht einen Menschen zum Christen. Damit räumt dieses Zitat treffend mit dem weitverbreiteten Irrtum auf, die Befolgung bestimmter religiöser Pflichten und ein paar gute Taten würden das Christsein ausmachen.

Denn tatsächlich ist Christsein zuallererst Herzensangelegenheit. Die Bibel überführt den Menschen in seinem Innersten davon, dass er im Licht der Heiligkeit Gottes schuldig ist. Doch zugleich leuchtet in diese schwere Erkenntnis der Lichtglanz des Evangeliums: Jesus Christus hat jede Schuld auf sich genommen und für uns mit seinem Leben bezahlt. Wer dies in seinem Herzen glaubt – und dann auch fröhlich mit dem Mund bekennt -, ist Christ. Dass sich dann in der Regel auch das äußere Verhalten ändert, belegt nur den vorangegangenen Herzensschritt.

Markus Majonica

Samstag, 17. Januar 2026: Unerreichbares Idol?, Epheser 5,1

»Eines Tages möchte ich auch so erfolgreich sein wie …« Als Mitglied einer volkstümlichen Band in Österreich sah ich zu den erfolgreichen Bands auf, deren Songs auf und ab gespielt wurden. Sie waren unsere Idole, und wir strebten dasselbe an wie sie: viel Geld zu verdienen und berühmt zu sein.

Ob Schauspieler, Sänger, Erfinder, Mediziner, Sportler oder Influencer: Für jeden Lebensbereich finden wir Idole. Ihr Erfolg, Talent oder Reichtum zieht uns an. Wir versuchen, sie nachzuahmen. Ihre Stile (Kleidung, Verhalten), ihre Sprache (neue Wortschöpfungen) und ihre Weltanschauungen werden zu Modeerscheinungen. Für eine bestimmte Zeit können sie ganze Generationen in ihren Bann ziehen. Aber im Laufe der Zeit verblassen sie, viele geraten völlig in Vergessenheit.

Dass wir uns Vorbilder suchen und zu ihnen aufschauen, weist meines Erachtens auf eine grundsätzliche Sehnsucht von uns Menschen hin. Wir wünschen uns den perfekten Partner, den perfekten Beruf, ideale Körpermaße oder Schönheit. Der Sinn für Perfektion ist in uns angelegt – weil der Mensch ursprünglich von Gott perfekt geschaffen wurde. Mit Adam hatte Gott den vollkommenen Menschen geschaffen, ehe dieses Urbild durch Misstrauen und Ungehorsam zerstört wurde.

Doch Gott hat uns nicht aufgegeben. Damit wir wieder unsere Aufgabe erfüllen und den uns ursprünglich zugedachten Zustand erreichen können, ist Jesus Christus auf diese Welt gekommen. Er war der Inbegriff des vollkommenen Menschen und zugleich vollkommen Gott. Dadurch ist er ein Vorbild wie kein anderes, nämlich ein Vorbild, das seine Nachfolger einlädt und befähigt, ihm nachzueifern. Jesus ist der einzige Retter, der uns von der Zerstörung durch die Sünde befreien kann. Nur durch ihn können wir verändert und selbst zum Vorbild werden.

Sebastian Weißbacher

Freitag, 16. Januar 2026: Wenn die Seele keinen Ausweg mehr sieht, Matthäus 11,28

Sotohiko Matsuzaki (* 1892) suchte verzweifelt nach dem Lebenssinn. Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben, und ihr letzter Wunsch war, dass er ein buddhistischer Priester würde. So kam er schon mit sechs Jahren in eine Tempelschule, wo er unter strengen Regeln lebte und meditierte – doch die innere Leere blieb. Um ihr zu entfliehen, hatte er vor seinem 16. Geburtstag bereits sechs Selbstmordversuche unternommen. Auf seinem letzten Weg ans Meer, um sein Leben endgültig zu beenden, hörte Sotohiko plötzlich christliche Lieder. Verärgert wollte er vorbeieilen, stolperte aber und hörte die Worte aus dem Tagesvers: »Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!« Diese Einladung traf ihn tief im Herzen. Voller Erschöpfung brach er vor dem Prediger zusammen und rief: »Ich bin so müde! Diese Last erdrückt mich!« An diesem Tag fand Sotohiko Frieden und Sinn in Jesus Christus. Die Leere, die keine Meditation füllen konnte, wurde von Gottes Liebe ausgefüllt. Fortan widmete Sotohiko sein Leben dem Dienst für Jesus und brachte vielen Menschen in Japan die rettende Botschaft von Jesus Christus.

Einsamkeit, die Suche nach Sinn und Wertlosigkeit sind häufig auftretende Gefühle – nicht nur bei jungen Menschen. Die zunehmende digitale Vernetzung und vermeintliche Freiheit verstärken das Problem sogar eher noch. Daher verwundert es eigentlich wenig, dass Suizid zu den häufigsten Todesursachen unter jungen Menschen gehört. Leistungsdruck, ständige Vergleiche in den sozialen Medien, zerbrochene Familien und der Verlust von Orientierung lasten schwer auf ihren Schultern. Doch Sotohikos Geschichte zeigt: Es gibt Hoffnung – auch in der tiefsten Dunkelheit. Jesus sieht das müde Herz, die Lasten und die geweinten Tränen. Er bietet Trost, Annahme und ein Leben voller Sinn.

Daniel Zach

Donnerstag, 15. Januar 2026: Segen im Leid, Psalm 30,12

Als ich Anfang des Jahres 2024 zwei Fehlgeburten direkt hintereinander erlebte, war das ein großer Schock für mich. Ich sah es als meine Berufung an, aus vollem Herzen Mutter zu sein – und jetzt? Hatte ich Gott falsch verstanden? Warum ließ er das zu? Warum ausgerechnet ich? Möglicherweise kennen Sie ähnliche Fragen, wenn Sie ein Schicksalsschlag ereilt, mit dem Sie nicht gerechnet haben.

Die Frage ist jedoch, wie wir mit den schweren Situationen umgehen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen: Verweilen wir in einer Schockstarre, verbittern wir oder fangen gar an, Menschen abzulehnen, die genau das haben, was uns genommen wurde? Klagen wir Gott an? Oder haben wir den Mut, durch diese Zeit hindurchzugehen, den Schmerz zu durchleben und die Unsicherheit auszuhalten, dass es auf manche Fragen keine Antworten gibt?

Wenn Sie auf Ihr bisheriges Leben zurückschauen, stellen Sie vielleicht fest, dass Sie vor allem durch das Schwere geformt wurden. Vielleicht erkennen Sie rückblickend sogar, wie gut es war, dass genau dieses oder jenes Schmerzhafte passiert ist, weil Sie dadurch etwas Wichtiges gelernt, neue Erkenntnisse gewonnen oder sogar Ihre Lebensweise grundlegend verändert haben.

Genau diese Perspektive wünsche ich Ihnen: Dass Sie erkennen, dass in Leid und Not ein verborgener Segen liegen kann. Das Wichtigste dabei ist: Sie müssen durch dunkle Täler nicht allein gehen. Es gibt einen Gott, der Sie liebt, der Sie versteht und der Ihnen Trost, neuen Mut und Hoffnung geben möchte. Schwere Zeiten in unserem Leben sind oft der Anlass, diesen Gott zu suchen, vielleicht zum ersten Mal in unserem Leben. Wer das tut, wird erleben, dass Gott Freude mitten im Leid schenken kann.

Annegret Heyer

Mittwoch, 14. Januar 2026: Manchmal trügt der Schein, Johannes 7,24

Äußere Schönheit hat in unserer Kultur einen hohen Wert. Für den Verkauf einer Ware spielt die Verpackung eine entscheidende Rolle. Untersuchungen zeigen, dass hübsche Kinder bessere Noten bekommen. Im Bewerbungsprozess werden attraktiven Menschen tendenziell positive Eigenschaften zugeschrieben wie Freundlichkeit, Feinfühligkeit, Ausgeglichenheit, Geselligkeit, ebenso Ansehen und Erfolg. Was unseren Augen gefällt, ist zum Goldstandard menschlichen Wertes geworden. Wir weigern uns hartnäckig zu lernen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Wenn uns eine Eigenschaft gefällt, bedeutet das nicht unbedingt, dass alles Qualität hat. Umgekehrt muss eine unscheinbare Verpackung nicht bedeuten, dass der Inhalt schlecht ist.

Bei einem Casting für das höchste Staatsamt in Israel war der Prophet Samuel beeindruckt von der äußeren Erscheinung eines Mannes namens Eliab. Aber Gott sagt: »Schaue nicht auf sein Aussehen und auf seinen beeindruckenden Körperbau. Denn der Mensch sieht auf das Äußere, Gott aber sieht das Herz an« (1. Samuel 16,7).

Der größte Fall von Fehleinschätzung fand statt, als Jesus Christus auf diesem Planeten auftrat. Äußerlich war er nicht anziehend. »Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten« (Jesaja 53,2). Dabei war er der einzige wahrhaft schöne Mensch ohne Makel. Jemand, der ihn genau kennenlernte, schrieb: »Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie nur der Eine und Einzige vom Vater hat, erfüllt mit Gnade und Wahrheit« (Johannes 1,14). Andere, die ihm zuhörten, stellten erstaunt fest: »Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser!« (Johannes 7,46). Auch heute lohnt es sich, diesen Mann entgegen dem ersten Anschein wirklich kennenzulernen.

Gerrit Alberts

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