Mittwoch, 08. April 2026: Elster frisst Spatz, Prediger 7,20

Ich betrat den Raum und traf auf eine völlig aufgeregte Physiotherapeutin. Auf meine Frage, was sie so bewegte, zeigte sie auf das Fenster. Da draußen flogen die Federn. Eine Elster hatte sich auf einen Spatz gestürzt. Entweder waren sich die beiden feind, oder die Elster hatte großen Hunger. Offensichtlich verspeisen nicht nur Katzen kleine Spatzen. Nachdem ich auf der Behandlungsliege Platz genommen hatte, entstand ein angeregtes Gespräch mit meiner Therapeutin über die grausame Natur. Das größere oder stärkere Tier bekämpft das schwächere oder kleinere; die Nahrung mancher Tiere besteht aus anderen Tieren, eins frisst das andere. Woher kommt das?

Mit dieser Frage kamen wir auf uns Menschen zu sprechen. Geht es unter uns nicht viel brutaler und grausamer zu? Warum sind Menschen so böse, gemein, egoistisch, verlogen und grausam zu ihren Mitmenschen und auch zu Tieren? Bemerkenswert ist, dass die Bösen meistens die anderen sind, nur wir selbst nicht: der Nachbar, der seinen Gartenabfall auf der falschen Seite des Zauns loswird; der Autofahrer, der drängelt und die Lichthupe benutzt; Kriegsgegner, die den jeweils anderen als den Bösen und Aggressor anprangern und sich selbst als Opfer darstellen.

Ein junger Mann kam eines Tages zu Jesus und fragte ihn: »Guter Lehrer, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?« Jesus antwortete ihm: »Niemand ist gut als nur einer, Gott« (Lukas 18,18-19). An diesem Maßstab müssen wir uns messen! Und da müssen wir eingestehen: Wir genügen diesem Maßstab nicht. In den Augen Gottes haben alle gesündigt und erreichen seine Herrlichkeit nicht (Römer 3,23). Doch die wunderbare Botschaft ist: Gott will uns seine Herrlichkeit und ewiges Leben durch den Glauben an seinen Sohn Jesus schenken.


Sebastian Weißbacher

Dienstag, 07. April 2026: Hoffnung, Lukas 5,31-32

Heute möchte ich einmal – veranlasst durch eigenes Erleben – für diejenigen schreiben, die um ihre Gesundheit bangen und durch Krankheit und schwierige Behandlung vielleicht schon längere Zeit Schweres erdulden müssen. Von heute auf morgen ändert sich oft alles: Schmerzen, die man so schlimm noch nicht kannte, ein Krankenhausaufenthalt, eine OP, eine manchmal langwierige Nachbehandlung und obendrein die Unsicherheit, was aus alledem noch werden wird. Wer ersehnt dann nicht, dass alles wieder so wird, wie es einmal war?

Mir hat in dieser Situation der Blick auf Jesus geholfen, der sich aller Menschen und besonders der Notleidenden und Kranken erbarmt. Wie bei einem Arzt kamen bei ihm alle möglichen Kranken in die »Sprechstunde«: ein Gelähmter, den vier Freunde durchs Dach herabließen (Lukas 5,17-26); eine Frau, die bereits zwölf Jahre unter »Blutfluss« litt (Lukas 8,43-48); oder jemand, der schon 38 Jahre krank daniederlag und sich bislang vergeblich Heilung erhofft hatte (Johannes 5). Sie alle heilte Jesus auf wunderbare Weise. Aber es ging ihm um noch mehr, nämlich darum, dass diese Menschen auch an ihrer Seele gesund wurden.

Was beinhaltet ein »Gesundwerden der Seele«? Die Vergebung der Schuld und das Geschenk des ewigen Lebens durch den persönlichen Glauben an Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz. So darf man Krankheiten und Nöte auch zum Anlass nehmen, sich von seinen Sünden zum ewigen Leben retten zu lassen. Und wenn keine vollständige körperliche Genesung erfolgt? Dann darf jeder, der an Jesus glaubt, voller Zuversicht das Versprechen der Bibel für sich in Anspruch nehmen, an einer Zukunft teilzuhaben, in der es kein Leid, keinen Schmerz, keinen Tod und keine Tränen mehr geben wird (Offenbarung 21,3-4)!


Joachim Pletsch

Montag, 06. April 2026: Schlange stehen am Sarg, Apostelgeschichte 13,37

Ein paar Tage, bevor ich diesen Beitrag schrieb, fand die Beisetzung von Papst Franziskus statt, der am Ostermontag 2025 im Alter von 88 Jahren verstorben war. Hier in Italien dominierte dieses Thema die aktuellen Nachrichten und Schlagzeilen. Die Trauerfeier und die damit verbundene Ankunft der mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sorgte in Rom für einen Ausnahmezustand. Das gesamte Gebiet rund um den Vatikan wurde strengstens bewacht, und es galten die höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Scharfschützen, Hundestaffeln, Patrouillen auf dem Fluss Tiber, Polizisten und Soldaten mit Anti-Drohnen-Technologie und andere Spezialeinheiten waren im Einsatz. Auf dem Petersplatz, auf dem Vorplatz und den umliegenden Straßen standen dicht gedrängt 250 000 Besucher aus aller Welt. Bereits gegen 5.30 Uhr morgens waren die ersten Menschen auf den Petersplatz gelassen worden. Schon seit Mittwoch gab es lange Warteschlangen, da viele den Leichnam von Papst Franziskus sehen wollten. Die römischen Behörden gehen von insgesamt 400 000 Menschen aus. In diesen Momenten pilgern unzählige Menschen zum Grab des Papstes, an einem Tag waren es über 20 000.

Seit etwas mehr als 20 Jahren sind meine Frau und ich Missionare in Italien. Es ist traurig zu sehen, wie sehr Menschen ihre Hoffnung auf Religion oder sterbliche Menschen legen. Einen Tag vor dem Tod des Papstes war der Tag, an dem viele an die Auferstehung von Jesus Christus gedacht hatten. Sein Grab war am dritten Tag leer, und unser Tagesvers sagt, dass er die Verwesung nicht sah. Es ist eine wunderbare Zusage, dass wir durch den Glauben an Jesus Christus auch selbst ewiges Leben haben können und einmal auferstehen werden. Und das ohne Pilgerreisen und ohne Schlange zu stehen!


Thomas Kröckertskothen

Sonntag, 05. April 2026: Leibhaftig auferstanden!, Johannes 20,20

Am Abend hatten sich die Jünger Jesu getroffen, um sich über die Ereignisse des Tages auszutauschen. Aus Sicherheitsgründen waren die Türen verschlossen. Einige Frauen waren schon früh am Morgen zum Grab gegangen, um die Einbalsamierung Jesu zu vollenden, aber sie hatten das Grab leer vorgefunden. Der versiegelte Stein, um den sie sich Sorgen gemacht hatten, war bereits weggewälzt. Petrus und Johannes hatten sich persönlich von den Tatsachen überzeugt. Maria, eine von den Frauen, hatte sogar behauptet, sie habe Jesus lebend gesehen. Noch aufgewühlt von den Ereignissen der letzten Tage, dem Prozess, der Kreuzigung und dem Tod ihres Herrn und Meisters, in dem sie ihre Zukunft gesehen hatten, wirkten die Jünger ziemlich ratlos. Sie hatten sich das alles ganz anders vorgestellt. Petrus war sich wie ein Held vorgekommen, indem er sich als Einziger mit dem Schwert gegen eine Übermacht geworfen und dabei dem Knecht des Hohen Priesters ein Ohr abgeschlagen hatte, aber dann von Jesus nicht wie erwartet gelobt, sondern getadelt worden war. Und dann noch die Verleugnung …

Plötzlich stand Jesus im Raum. Die Jünger erschraken sehr und glaubten, sie sähen einen Geist. Aber der Herr sagte zu ihnen: »Friede sei mit euch!«, und er ließ sich betasten und zeigte ihnen die Wunden an Händen und Füßen und in der Seite. Als sie ihn immer noch ungläubig ansahen, aß er vor ihren Augen ein Stück gebratenen Fisch.

Damit bewies der Herr seinen Jüngern, dass er »leibhaftig« auferstanden war. Er hatte einen Körper, den man anfassen konnte, aber trotzdem war er nicht an Raum und Zeit gebunden, und verschlossene Türen waren für ihn kein Hindernis. Das war keine Auferstehung in den Gedanken der Jünger, wie uns manche weismachen wollen, sondern erlebte Wirklichkeit.


Günter Seibert

Freitag, 03. April 2026: Die dunkelste Stunde, Matthäus 27,46

Verraten von Judas, verleugnet von Petrus, und jetzt steht er unschuldig vor denen, die ihn töten wollen. Den ignoranten Pharisäern und Schriftgelehrten ist er im Weg. Sie spucken ihn an, schlagen ihn ins Gesicht, verspotten ihn. Das Todesurteil duldet keinen Aufschub. Sie bringen ihn zum Statthalter Pilatus. Die Menge, die ihm noch ein paar Tage zuvor »Hosianna« zugerufen hat, schreit jetzt: »Kreuzige ihn!« Welch ein düsterer Sinneswandel!

Die römischen Soldaten schlagen ihn mit einer Peitsche, in deren Lederriemen Blei- oder Eisenstücke und scharfe Knochenstücke eingeflochten sind, bis der Körper von tiefen Furchen durchgraben ist. Sie setzen ihm einen Dornenkranz auf den Kopf, sodass sich die Spitzen der Dornen in die Kopfhaut eingraben. Sie schlagen ihn mit einem Rohr und bespucken ihn. Sie legen den Querbalken eines Kreuzes auf seine Schultern und zwingen den geschundenen und schmerzerfüllten Menschen hin zu seiner Hinrichtungsstätte. Es ist etwa 9 Uhr am Morgen, als sie den Sohn Gottes mit groben dicken Nägeln durch Handgelenke und Füße an ein Kreuz nageln. Welche unvorstellbaren Schmerzen! Der Leidenskampf am Kreuz beginnt. Nur durch das Aufrichten des Körpers ist ein Einatmen möglich. Doch der Schmerz lässt dies fast nicht zu, der tödliche Kreislauf des Auf und Ab am groben Holz ist unvermeidbar. Das zerrissene Fleisch seines Rückens reibt sich an dem rauen Holz, und immer neue Wunden reißen auf.

In der dunkelsten Stunde der Menschheitsgeschichte lässt Gott eine Dunkelheit über das Land kommen. Und Jesus, mit letzter menschlicher Kraft, betet die schier unmöglich klingenden Worte für diejenigen, die seinen Tod wollen: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« (Lukas 23,34).


Axel Schneider

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login