Mittwoch, 22. Oktober 2025: Mehrmalige Anklage für dieselbe Tat ist verfassungswidrig, Kolosser 2,14

Im Oktober 2023 hat das Bundesverfassungsgericht eine Reform zur Wiederaufnahme von Strafverfahren für nichtig erklärt. Die Richter in Karlsruhe bestätigten, dass freigesprochene Verdächtige wegen neuer Beweise nicht noch einmal für dieselbe Tat angeklagt werden können. Betroffene müssten darauf vertrauen dürfen, dass sie nach einem Freispruch nicht noch einmal belangt würden.

Das Prinzip, niemanden zweimal wegen derselben Sache vor Gericht zu stellen, findet sich auch in der Bibel. Auf dieser Grundlage hat Gott eine (Er-)Lösung für uns Menschen geschaffen. Gott ist die oberste Rechtsinstanz, vor der jeder Mensch einmal stehen wird. Als gerechter Richter kann Gott unsere Sünden bei diesem Gericht nicht übersehen. Anders als bei dem vom Bundesverfassungsgericht zu entscheidenden Fall ist die Beweislage dort eindeutig: Alle Menschen haben gesündigt. Egal ob es Lieblosigkeiten, beleidigende Worte, böse Taten oder die allgemeine Missachtung von Gottes Geboten sind: Auf Sünde steht die Höchststrafe und damit die ewige Verlorenheit. Doch weil Gott uns unbeschreiblich liebt, hat er einen Ausweg gefunden. In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden und hat als einzige Person ein sündloses Leben geführt. Das qualifizierte ihn, vor Gericht stellvertretend unsere Position einzunehmen.

Jesus Christus hat die Strafe für unsere Sünde auf sich genommen. Der Tagesvers zeigt, dass er am Kreuz die Anklage gegen uns für nicht mehr gültig erklärte, da er unsere Schuld bereits beglichen hat. Weil die Strafe schon vollzogen ist, muss über die Schuld nicht noch einmal Gericht gehalten werden. Doch diese Stellvertretung wird für uns nur gültig, wenn wir sie im Vertrauen auf Jesus in Anspruch nehmen.

Andreas Droese

Dienstag, 21. Oktober 2025: Es werde Licht!, Johannes 8,12

Nachdem Thomas A. Edison herausgefunden hatte, wie man in dem Glaskolben einer Glühbirne ein Vakuum herstellen kann, musste er sich keine Sorge mehr darum machen, dass der Glaskolben durch die erhitzte Luft platzen würde. Nun benötigte er nur noch das richtige Material für den Glühfaden. Das konnte doch nicht so schwer sein! Aber egal, aus welchem Material er den Glühfaden für die Glühbirne auch herstellte, jedes Mal war die Brenndauer sehr kurz. Viel zu kurz … Getrieben von dem Wunsch, elektrisches Licht in die Dunkelheit seiner Zeit zu bringen, probierte Edison (beinahe) alles aus: Er verkohlte Angelschnüre, Bast, Jurte, sogar Spinnweben und Barthaare. Eineinhalb Jahre vergingen, in denen der Tüftler mehr als 1600 unterschiedliche Materialien testete. Wahrscheinlich hätten viele an seiner Stelle aufgegeben, aber Edison wollte nicht länger in der Dunkelheit sitzen. Irgendwie muss es doch funktionieren!

Und tatsächlich: Am 21. Oktober 1879 hatte er endlich Erfolg. Er benutzte einen einfachen, verkohlten Baumwollfaden. Dann schaltete er den Strom ein – und staunte. Denn die hier eingeschaltete Glühlampe brannte und brannte und brannte – 13 Stunden am Stück! Es werde Licht!

Ich musste bei dieser Geschichte an uns Menschen denken. Wie viele tappen komplett im Dunkeln, wie viele finden keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, trotz aller Anstrengung. Für viele ist das Leben ein endloses trial and error, ein ständiges Ausprobieren ohne Erfolg.

Diesem Ausprobieren, dieser endlosen Suche möchte Jesus Christus ein Ende setzen. Er selbst sagt: »Ich bin das Licht der Welt« (Johannes 8,12) und: »Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe« (Johannes 12,46).

Jannik Sandhöfer

Montag, 20. Oktober 2025: »Voll übertrieben«?, 1. Könige 3,4

»Das ist voll übertrieben!« Eine Schülerin hatte sich ziemlich respektlos gegenüber ihrer Lehrerin verhalten. Als Klassenlehrer habe ich dann mit ihr gesprochen und ihr die weiteren Konsequenzen erklärt, die sie aber für »voll übertrieben« hielt.

Das Wort »übertrieben« wird von vielen Schülern verwendet, wenn etwas besonders gut ist. Aber sie nutzen es auch als abfällige Bewertung gegenüber Eltern oder Lehrern. Sicherlich kennen Sie auch Situationen, wo Sie etwas als übertrieben empfunden haben, sei es der Nachbar mit seiner »übertriebenen« Beschwerde oder ein »übertrieben« hohes Bußgeld.

Kurze Zeit nach meinem Gespräch mit der Schülerin habe ich den obenstehenden Vers aus der Bibel gelesen. Im Alten Testament mussten Menschen als »Bezahlung« für ihre Schuld ein Opfer bringen. Dieses Opfer bestand in der Regel darin, dass ein Tier geschlachtet und verbrannt wurde. In 1. Könige 3,4 wird nun geschildert, dass der König Salomo aus Dank gegenüber Gott die riesige Menge von tausend Tieren opferte. Für unser Empfinden ist das sicher »voll übertrieben«. So viele unschuldige Tiere sind gestorben! Bemerkenswert ist jedoch, dass die Bibel noch von einem weitaus größeren Opfer erzählt.

Als es um die Bezahlung meiner und Ihrer Schuld und Sünde ging, hat Gott selbst für ein Opfer gesorgt. Sein Sohn Jesus Christus hat freiwillig sein Leben für uns geopfert. Jesus Christus ist der einzige Mensch, der ein völlig perfektes Leben gelebt hat. Daher hätte er nicht sterben müssen. Aber er gab sein Leben hin, um uns zu retten. Das war nicht »voll übertrieben«, sondern die einzige Möglichkeit, wie sündige Menschen mit einem heiligen Gott versöhnt werden konnten. Daran zu glauben ist das Beste, was es gibt – und auch das ist jetzt nicht »voll übertrieben«!

Joachim Franz

Sonntag, 19. Oktober 2025: Das Sühnekreuz, 1. Johannes 2,2

Wenige Hundert Meter von unserem Haus entfernt steht ein sogenanntes »Sühnekreuz« aus Tuffstein. Vermutlich stammt es aus der Zeit vor der Einführung der Constitutio Criminalis Carolina, des ersten deutschen Strafgesetzbuches, durch Kaiser Karl V. im Jahr 1532. Damals war es üblich, die Strafen für Mord und Totschlag in privatrechtlichen Sühneverträgen festzulegen. In einem Dokument aus dem fränkischen Weikersheim zum Beispiel einigten sich die Eltern eines Ermordeten mit dem Täter auf folgende Wiedergutmachung: die Errichtung eines Sühnekreuzes, eine Heilige Messe mit zwei Priestern, zehn Pfund Wachs für Kerzen, 45 Gulden für Spesen und Schadenersatz, je ein Paar Hosen für die Schiedsleute, den Amtmann und den Vogt sowie zwei Eimer Wein für die Gefolgschaft beider Parteien. Nach der Aushändigung dieser Sühnegaben musste der Mörder eine Blutrache der Gegenpartei nicht mehr fürchten. Sein Gewissen vor Gott konnten sie freilich nicht reinigen.

Das ist auch heute noch so. Keine »Sühne« unsererseits kann unser Gewissen vor Gott reinigen. Das kann nur Jesus Christus. Der Apostel Johannes sagt: »Er ist die Sühnung für unsere Sünden« (1. Johannes 2,2). Ähnlich wie auf manchen Sühnekreuzen ein Abbild der Tatwaffe angebracht ist, wurde der »Schuldschein …, der gegen uns war«, mit Jesus ans Kreuz genagelt (vgl. Kolosser 2,14). Für diejenigen, die sein stellvertretendes Opfer für sich persönlich in Anspruch nehmen, gilt die Einladung: »Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten mit dem Blut Jesu besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen Gewissen befreit; wir sind – bildlich gesprochen – am ganzen Körper mit reinem Wasser gewaschen« (Hebräer 10,22).

Peter Güthler

Samstag, 18. Oktober 2025: Genialer Wohnungsbau, Johannes 14,2

Blicken wir uns einmal in der Tierwelt um, dann finden wir dort äußerst geniale Wohnstätten vor. Die Wasserspinne z. B. setzt einen raffinierten Taucherglocken-Trick ein, um in der Unterwasserwelt leben zu können. Die Luft zum Atmen hält sie unter einem Baldachin aus Spinnfäden gefangen. Diesen befüllt sie durch gelegentliches Luftschöpfen an der Wasseroberfläche.

Die Behausungen von Hornissen erinnern an ein Papierschloss. Auch die Wasserburgen der Biber oder die Baumhöhlen der Spechte sind Meisterwerke tierischer Baukunst. Aber auch Insekten sind wahre Baumeister. Termiten können bis zu sieben Meter hohe Türme bauen. Die aus Erde, Sand oder Lehm gefertigten Hochhäuser haben zudem noch ein großes unterirdisches Gewölbe. Das eingebaute Belüftungssystem sorgt für eine perfekte Klimatisierung, die kein Klimatechniker besser projektieren könnte. Die Tiere vermögen zu graben, zu weben, zu mauern, um ihre Unterkünfte zu gestalten. Ihre Nester, Höhlen und unterirdischen Gänge schützen vor Feinden, vor Kälte oder vor Hitze und sind zugleich sichere Orte, um den Nachwuchs aufzuziehen.

Dies sind Paradebeispiele aus der Ideensammlung des Schöpfers. In Johannes 14,2-3 spricht Jesus von jenen himmlischen Wohnungen, die er für solche zubereitet, die ihn als ihren Retter annehmen und ihm nachfolgen. Diese Unterkünfte sind aus einem Baumaterial gefertigt, das nie vergeht. Alles ist ewig haltbar. Reparaturen sind nie erforderlich. Jede Wohnung wird den allerhöchsten Ansprüchen an Komfort und Wohlgefühl genügen. Es gibt nichts daran zu verbessern, denn ihr Architekt ist Jesus, der allmächtige und allwissende Urheber. Das Schönste: Seine Leute werden ewig in seiner Gegenwart leben dürfen.

Werner Gitt

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