Sonntag, 31. Januar 2021: Was, wenn Gott dazwischenfunkt?

Wirklich witzig: Versehentlich funkte die Mikrofonanlage einer Kirche auf dem gleichen Kanal wie das Fitnessstudio gegenüber. Es geschah in Solingen im Januar 2020. Statt Motivations-Kommandos und hipper Musik lief bei der Muckibude »Pride« plötzlich die Predigt der Kirchengemeinde. Da stutzten die Sportler: »Kyrie eleison« statt »Eins-zwei-drei«!? Doch die Übertragung aus der St. Clemens-Kirchengemeinde war nicht abzustellen. Und so drang die Predigt von Pastor Mohr manchem Sportler ins Ohr. Schnell erklärte sich die Kirchengemeinde bereit, die Funkfrequenz zu ändern. Ruckzuck war das Dazwischenfunken beendet. Jetzt herrscht zwischen Kirche und Fitnessstudio wieder Funkstille. Schade eigentlich …
Da sendet die Kirche mal auf dem Kanal, den jeder Normalo verstehen kann – und schon wird das sofort wieder abgestellt. Kein Wunder, dass die Fitnessbranche wächst und die Christenheit schrumpft. Sport und Gesundheit sind der Mehrheit einfach viel wichtiger als Seele und Gott. Studios und Stadien sind die Tempel der Moderne. Und sollte Gott dazwischenfunken, kann man den »Störsender« ja rasch abstellen.
Man quält sich lieber auf der Hantelbank als auf der Kirchenbank! Körper kommt vor Seele. Fangesänge statt Gotteslob, Fitness statt Frömmigkeit, Bizeps statt Bibel, Workout statt Worship, Eiweißshake statt Abendmahl. Wie kurzsichtig! Ihr durchtrainierter Körper schafft vielleicht 100 Jahre, aber er bleibt dennoch sterblich. Die Seele ist es aber nicht (Matthäus 10,28)! Deshalb warnt Jesus: Mancher wird topfit zur Hölle fahren (Markus 9,43-48)! Aber er verspricht auch: Wer Gott die Treue hält bis in den Tod, dem wird die Krone des Lebens gegeben (Offenbarung 2,10).

Andreas Fett
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Frage
Wie viel Aufwand und Achtsamkeit wenden Sie Ihrer Seele(n-Pflege) zu?
Tipp
Im Vaterunser betrifft nur eine von sieben Bitten unseren Körper!
Bibellese
Markus 9,42-50

Samstag, 30. Januar 2021: Womit habe ich das verdient?

Später Nachmittag, ich komme von der Arbeit nach Hause. Der Tag ist anstrengend gewesen. Enttäuschung begleitet mich vom Büro her. Ich öffne die Haustür, Schuhe liegen durcheinander im Flur. Der Anblick ärgert mich. Wo sind eigentlich Frau und Kinder? Ein Zettel klebt auf dem Tisch: »Sind Schlittenfahren!« Die haben also ihren Spaß! Wenigstens die Lichter hätten sie ausschalten können, den Strom kann man sich sparen. Auf niemanden ist Verlass! Gab es etwas Interessantes in der Post? Werbung für Klamotten, die Rechnung der Autowerkstatt und … ein Schreiben der Zentralen Bußgeldstelle! Wieder mal zu schnell gefahren! Die Laune sinkt weiter. Ein Blick in die Nachrichten. Hat mein Lieblingsverein heute gewonnen? Nein, Niederlage, Aufstiegsplatz verspielt! Dann noch eine Mail vom Chef: »Ein Kollege ist krank, bitte morgen seinen Job mit übernehmen!« Die üble Laune wird zum totalen Frust. Jetzt brauche ich einen Seelentröster, irgendetwas Leckeres. War da gestern nicht noch Schokopudding übrig? Hoffnungsvoller Blick in den Kühlschrank – die Schüssel ist leer! Womit habe ich das alles verdient?
Doch halt! Selbstmitleid zieht nur weiter herunter. Sollte ich Gott nicht dankbar sein? Er hat mir doch einen Beruf geschenkt, ein festes Einkommen, meine liebe Frau, unsere Kinder, ein gemütliches Zuhause. Von Gott kommt die Idee staatlicher Ordnung, zum Glück gibt es Verkehrsregeln! Ich bin fit und darf meinem kranken Kollegen rasche Genesung wünschen. Ja, und der Tabellenstand des Fußballklubs – ist eigentlich gar nicht so wichtig.
Da klingelt es, meine Familie stürmt herein, ein frohes »Hallo«, alle hatten Spaß beim Schlittenfahren, und zur Stärkung gibt es jetzt für jeden frischen Schokopudding. Womit habe ich das verdient?

Arndt Plock
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Frage
Welche Wohltaten Gottes fallen Ihnen ein, wenn Sie an den heutigen Tag denken?
Tipp
Gott ist so gut zu uns, daher sollten wir ihn ernstlich suchen.
Bibellese
Psalm 23

Freitag, 29. Januar 2021: Kindlich

Maja ist 8 Monate, sie krabbelt und erkundet die Welt. Sie geht an alles dran, um es zu erforschen, daher muss so manches weggeräumt werden. Maja ist der Liebling der Eltern, die sich an ihrem Lächeln, an ihrer Art, an ihrem Sein ergötzen.
Maja braucht Schutzraum. Sie wird geliebt, obwohl sie nichts leistet. Sie wird beschützt, weil sie wertvoll ist. Sie wird gefüttert, weil sie die Tochter ist. Sie sitzt auf unserem Schoß, weil sie unser Schatz ist. Niemand erwartet von ihr, dass sie acht Stunden arbeitet, alle freuen sich, wenn sie lange schläft! Keiner erwartet Leistung, alle Nahestehenden würden alles für das kleine Wesen geben, damit es glücklich und zufrieden ist. Wenn sie nachts weint, stehen wir immer auf, um zu schauen, was los ist. Wir sind sehr rücksichtsvoll mit diesem kleinen Menschen, obwohl und gerade weil er unser Leben sehr häufig unterbricht und Prioritäten neu sortiert.
So ähnlich ist unser Verhältnis zu Gott. Wir sind so klein, so abhängig, so angewiesen auf ihn und seine Gnade. Sein Herz ist uns zugeneigt, und Gott tut alles, damit wir glücklich und zufrieden sind. Er hat alles getan, damit wir einen Schutzraum haben, in dem wir uns sicher bewegen können. Er segnet, weil er liebt!
Maja liebt ihre Eltern, aber das kann sie noch nicht sagen. Maja wertschätzt ihre Mama, aber sie kann es noch nicht ausdrücken. Das wird sie aber irgendwann einmal tun, spätestens wenn sie selbst Mama ist.
Wann wollen und werden wir Gott danken, dass er so gut zu uns ist? Wann und wie drücken wir unsere Wertschätzung ihm gegenüber aus, weil er uns so liebt, so gut auf uns aufpasst und uns alles gibt, damit wir ein Leben zu seiner Ehre führen können?

Peter Lüling
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Frage
Kennen Sie Gott schon als Ihren Vater?
Tipp
Heute wäre doch ein guter Tag, um Gott ausführlich die Ehre zu geben!
Bibellese
Psalm 16

Donnerstag, 28. Januar 2021: Die »Frank-Jenner-Frage«

Frank Jenner wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Südengland geboren. Seine Tochter meint, nach heutigen Kategorien würde man ihn als verhaltensgestört einstufen. Da er in der Schule nicht zurechtkam, schickte man ihn früh zur Marine. Dort lernte er das Glücksspiel kennen und wurde spielsüchtig. Ziemlich heruntergekommen, hörte er im Alter von 38 Jahren eine Straßenpredigt. Er wurde Christ und versprach Gott, jeden Tag mindestens 10 Menschen von seinem Erlöser zu erzählen. So ging er täglich in die George Street, die Hauptstraße von Sydney, und eröffnete das Gespräch stets mit der gleichen Frage: »Wenn Sie innerhalb der nächsten 24 Stunden sterben würden, wo wären Sie in der Ewigkeit? Im Himmel oder in der Hölle?«
Francis Dixon, ein Baptistenpastor, plädierte dafür, in der Weitergabe der Rettungsbotschaft nicht direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Er hörte von vier Seefahrern, für die diese unmittelbare und radikale Frage der Anstoß war, Christ zu werden. Er beschloss, Jenner zu besuchen. Als er von den vier Soldaten erzählte, fing Jenner an zu weinen, fiel auf seine Knie, dankte Gott und sagte: »Ich habe vorher noch nie gehört, dass jemand, mit dem ich geredet hatte, zum Glauben gekommen ist.« Bis zu diesem Zeitpunkt war er 16 Jahre lang als Straßenevangelist aktiv gewesen. Beharrlich setzte er seine Bemühungen fort, Menschen für Christus zu gewinnen – insgesamt 28 Jahre lang, bis Altersschwäche und Krankheit ihm Grenzen setzten. Etwa 100 000 Menschen hat er auf dieses wichtige Thema angesprochen. Francis Dixon fand in der Folge auf vier Erdteilen Menschen, denen der Besuch in der Hafenstadt Sydney und die Begegnung mit Frank Jenner zum Anlass wurden, Jesus Christus als ihrem Retter und Herrn zu vertrauen.

Gerrit Alberts
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Frage
Welche Antwort haben Sie auf die äußerst wichtige »Jenner-Frage«?
Tipp
Nur wenn Sie sich entschließen, auf Christus zu vertrauen, können Sie die Hölle vermeiden.
Bibellese
Lukas 16,19-31

Mittwoch, 27. Januar 2021: Eine Mutter, ein Junge und die Zukunft eines Volkes

»Ein jeder tut, was recht ist in seinen Augen« – so wird die Zeit beschrieben, in der Samuel geboren wird. Familien sind entzweit, die Gesellschaft ist gottlos, und im Gottesdienst bereichern sich die ruchlosen Söhne des Priesters Elis an den Opfern Gottes. Aber Gott sieht die Missstände und reagiert entsprechend. Er bringt Gericht über Eli und seine Familie und schenkt der gottesfürchtigen Hanna Gnade. Hanna lässt sich durch ihre gottlose Umgebung nicht davon abhalten, Gott zu dienen und ihm alle Not zu sagen. So bekommt sie ihren ersehnten Sohn und nennt ihn Samuel, das heißt »von Gott erhört«. Die Hoffnung Israels ruht zu dieser Zeit auf einer gottesfürchtigen Frau und einem kleinen Jungen, der sich Gott ganz hingibt.
Diese bewegende Geschichte zeigt, dass die Zukunft von Gemeinde und Gesellschaft mit der Familie in einer Wechselbeziehung stehen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: »Der Untergang eines Volkes beginnt in seinen Familien.« Und Konfuzius lehrte: »Die Stärke eines Volkes erwächst aus der Unversehrtheit seiner Familien.« Gottes Modell von Ehe und Familie wird heute mehr und mehr abgebaut. Die Rollen von Mann und Frau werden anders verteilt. Die wenigsten Kinder wachsen in intakten Familien auf. Selbst unter Christen stehen Scheidung und das Zusammenleben mit neuen Partnern auf der Tagesordnung.
Was ist zu tun? Wir müssen unbedingt Gottes Maßstäbe beachten und ungeordnete Verhältnisse neu ordnen. Ohne echte Buße und Umkehr zu Gott werden die Verhältnisse immer schlechter. Und die nächste Generation bleibt auf der Strecke. Wir erinnern uns heute an die Präambel unseres Grundgesetzes: Leben im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott. Das wird Gott segnen.

Hartmut Jaeger


Frage
Welche Herausforderungen sehen Sie im Blick auf Ihre Familie?
Tipp
Warten Sie nicht auf die anderen, sondern fangen Sie in Ihrer Ehe und Familie an!
Bibellese
1. Samuel 1

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