Sonntag, 04. Oktober 2020: Auch trockenes Brot wird gegessen!

Es ist schon eine Weile her, als der Opa meiner Frau – Opa Peter – äußerte, ihm falle es schwer, Brot wegzuwerfen. Dass Brot auch mal trocken wird, kennen wir. Es ist naheliegend, es dann zu entsorgen und neues zu kaufen. Opa Peter denkt da anders: Er isst das Brot. Warum macht er das? Das sind doch nur wenige Cent!? Opa Peter wuchs in der Sowjetunion auf. Die Kriegsjahre hat er als Teenie miterlebt. Hunger, Kälte, Armut – alles hat Peter erlebt. Einmal, als sie mit einer Masse von Menschen auf der Flucht waren, hat er seine Familie aus den Augen verloren. Es vergingen viele Monate, in denen sie nichts voneinander wussten. Und Peter? Der schlug sich irgendwie durch – als Teeny. Die Zeit hat ihn sicher geprägt.
Und ich? Ich weiß nicht, was Hunger ist. Wenn ich mal doch kurzfristig hungrig bin, dann kann es daran liegen, dass ich morgens keine Lust hatte, ein Brot für die Arbeit zu schmieren. Ich habe immer genug anzuziehen. Ich kenne NUR Wohlstand! Meine Kinder erst recht.
Ist das ein Problem? Nicht unbedingt. Das Problem ist aber: Es ist für mich so selbstverständlich. Viel zu selten denke ich daran, dass ich zu einem ganz geringen Prozentsatz gehöre, denen es so geht. Das ist schade. Warum durfte ich in Deutschland groß werden? Warum habe ich Eltern, die mich gut versorgt haben? Warum muss ich mir keine Gedanken um das Essen für morgen machen? Viele Fragen kann ich nicht beantworten. Aber ich will nicht vergessen, wem ich das zu verdanken habe: Gott! Er ist der Geber aller guten Gaben. Ich will dankbar sein – nicht nur heute, am Erntedankfest. Ich will ein dankbarer Mensch sein, und das möglichst nicht nur durch Worte, sondern durch einen Lebensstil.

Willi Dück


Frage
Wann haben Sie das letzte Mal für Ihre Lebensumstände gedankt?
Tipp
Sicherlich lässt sich täglich mindestens ein Grund finden, für den Sie Gott danken könnten.
Bibellese
Psalm 105,37-45

Samstag, 03. Oktober 2020: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört

»Das ist eine historische Stunde, an die ihr euch noch lange erinnern werdet«, sagte meine Geschichtslehrerin, als vor 30 Jahren junge Menschen auf der Berliner Mauer unter dem Brandenburger Tor saßen. Mein Bruder war damals extra von seinem Studienort nach Berlin gefahren, um es selbst mitzuerleben. Die deutsche Wiedervereinigung ist der Schlusspunkt einer 40 Jahre langen Trennung Deutschlands (1949-1989), die durch die Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 faktisch beendet wurde. »Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört«, kommentierte Willy Brandt, der Alt-Kanzler der 70er-Jahre, den Mauerfall.
Vor 2000 Jahren hat ein noch viel entscheidenderer Mauerfall stattgefunden. In dem Tagesvers haben wir davon gelesen, wie Menschen ohne Gott (Heiden) vereinigt wurden mit Menschen, die Gott kannten (Juden). Wie konnte das geschehen? Der Vers davor klärt uns auf: »Doch jetzt seid ihr, die ihr damals Fernstehende wart, durch die Verbindung mit Jesus Christus und durch sein Blut zu Nahestehenden geworden« (Epheser 2,13). Die Schulden zwischen Menschen und Gott hatten sich wie Mauern aufgetürmt (Jesaja 59,2). Aber durch den Glauben an Jesus Christus sind die einst Gottlosen zu Kindern Gottes geworden und wie Adoptivkinder in Gottes Familie aufgenommen worden (Epheser 1,5). Möglich wurde das »durch sein Blut« – ein Sinnbild für den Kreuzestod von Jesus Christus, an dem sein Blut floss und der damit die trennende Sündenschuld auslöschte – damit zusammenwachsen kann, was zusammen gehört. Der Unterschied zu Wiedervereinigung besteht darin, dass die Zusammengehörigkeit für alle besteht, die das glauben und für sich in Anspruch nehmen, egal, welcher ethnischen oder sonstigen Abstammung sie sind.

Thomas Pommer


Frage
Hatten Sie schon Ihren besonderen Tag, an dem Sie wieder mit Gott vereint wurden?
Tipp
Die persönliche Wiedervereinigung mit Gott ist ein Fest, bei dem der ganze Himmel mitfeiert (Lukas 15,10).
Bibellese
Epheser 2

Freitag, 02. Oktober 2020: Gott ist allein ewig treu

Wegen Familienzuwachs verkauften wir im August 2018 unseren Caddy SDI – mit 462 000 Kilometern! Wir erwarteten unser viertes Baby, und diesen Typ Caddy konnten wir leider nicht auf sechs Sitze erweitern. Dieses Auto hat uns vierzehn Jahre treue Dienste geleistet. Manche Abenteuer haben wir gemeinsam durchstanden, auch Gebetserhörungen erlebt – sprichwörtlich galt auch bei unserem VW: Er läuft und läuft und läuft. Mehrmals erhielten wir die Bestätigung: Einen SDI-Motor kriegt man nicht kaputt.
Der alte Caddy wurde uns immer mehr zum Sinnbild für die in unserem Tagesvers angesprochene »große Treue Gottes«. Natürlich ist ein Auto oder auch sonst irgendein Gegenstand an sich nicht treu, höchstens haltbar und gut gebaut; aber er erinnerte uns daran, dass wir bei Gott in noch weit größerer Sicherheit sind als bei dem allmählich zum Oldtimer mutierten Wagen, der uns nie im Stich ließ; denn genau dasselbe haben wir mit Gott erlebt.
Nun soll aber nicht der Eindruck entstehen, unsere Familie glaubte nur deshalb an Gott, weil unser Auto so unverwüstlich war. Unser Tagesvers stammt aus den »Klageliedern« und spricht davon, dass sich Gottes unverwüstliche Gütigkeiten auch da noch zeigten, wo ein ganzes Königreich untergegangen war und die Überlebenden in die Babylonische Gefangenschaft geführt wurden. Aber selbst da noch erkannte der Prophet Jeremia Gottes Treue und Gütigkeit daran, dass »nicht alle aufgerieben«, das heißt getötet oder gefangen waren. Es gab noch Aussicht auf ein Fortbestehen.
Jeden Morgen, den er heraufziehen lässt, gibt er den Menschen auch heute noch die große Chance, mit ihm versöhnt zu werden. Ist es vernünftig, das auszuschlagen?

Martin Reitz
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Frage
Auf wen oder was verlassen Sie sich?
Tipp
Gott ist der Einzige, dessen Treue über den Tod hinaus bestehen bleibt.
Bibellese
Psalm 27,1-8

Donnerstag, 01. Oktober 2020: Volkskrankheit Depression

Nach einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) aus dem Jahr 2015 leiden weltweit über 322 Millionen Menschen an einer Depression, 18% mehr als im Jahr 2005. Das entspricht 4,4% der Weltbevölkerung (zum Vergleich: 35 Millionen leiden an Krebs). In Deutschland wurde bei 4,1 Millionen Menschen eine Depression diagnostiziert. Das sind 5,1% der Bevölkerung. Hinzu kommen 4,1 Millionen mit einer Angststörung (Quelle: Dt. Ärzteblatt vom 23.2.2017). Fachleute sprechen zu Recht von einer Volkskrankheit, die zudem mit Blick auf die mögliche Schwere der Erkrankung häufig unterschätzt wird.
Es ist normal, dass jeder Mensch traurige, auch deprimierende Zeiten durchmacht. Wenn die Niedergeschlagenheit allerdings chronisch wird, sollte der Betroffene Hilfe suchen. Ich maße mir nicht an, psychisch leidenden Menschen, die in einer schweren Lebenskrise stecken und vielleicht sogar Selbstmordgedanken hegen, schlaue Ratschläge zu geben. Denn Leidgeplagte, die sich in seelischer Dunkelheit befinden, empfinden die Ratschläge derjenigen, die von der »Licht-Seite« des Lebens her urteilen, oft eher als Schläge denn als Rat.
Ähnlich erging es dem biblischen Hiob, der nach schweren Schicksalsschlägen todkrank die klugen Reden seiner Freunde anhören musste. Hiob klagte und wollte sterben. Was ihm letztlich half, war der Blick weg von sich selbst und seinem elenden Zustand hin zu Gott dem Schöpfer, der gerecht und allmächtig ist. Echte Seelsorge ist für depressive Menschen nur dann nachhaltig, wenn die Patienten daran erinnert werden, dass Gott auch ihr Leben in seinen liebenden Händen hält. Die Botschaft der Bibel gibt echte Hoffnung!

Daniela Bernhard
Mit dem Autor Kontakt aufnehmen.


Frage
Haben Sie Ihren »Lebensrucksack« voller Schuld und Mühsal bereits bei Jesus Christus abgeladen?
Tipp
Auch ein Christ wird im Leben mit Leid konfrontiert. Er hat jedoch einen wahren Tröster und Ermutiger an seiner Seite.
Bibellese
Hiob 42,1-6

Mittwoch, 30. September 2020: Besserwisser

Ein altes englisches Gedicht erzählt von einer Frau, die eines Tages durch die Wiesen spazierte. Als sie so entlangschlenderte und über die Natur nachdachte, kam sie an ein Feld mit golden leuchtenden Kürbissen. An der Ecke des Feldes stand eine majestätische, riesige Eiche. Die Frau setze sich unter die Eiche und begann, über die seltsamen Ungereimtheiten in der Natur nachzusinnen. Warum hängen winzige Eicheln an riesigen starken Ästen und riesige, schwere Kürbisse an schwachen Ranken? Sie dachte, Gott hätte wohl Fehler beim Einrichten der Natur gemacht. Er hätte die kleinen Eicheln an die schwachen Ranken und die großen Kürbisse an die starken Ästen hängen sollen. Nach kurzer Zeit nickte die Frau in der warmen Herbstsonne ein. Eine kleine Eichel, die auf ihre Nase plumpste, weckte sie wieder auf. Sie musste schmunzeln und berichtigte ihre vorherigen Gedanken. Vielleicht lag Gott doch richtig damit, wie er es gemacht hatte.
Diese Geschichte illustriert humorvoll, wie kurzsichtig oftmals unser Denken ist und dass es immer wieder revidiert werden muss. Wir übersehen nämlich, dass unser schnelles Urteil nie das Ganze überblickt und nicht sämtliche Hintergründe und Zusammenhänge kennt. Gott weiß jedoch in jeder Situation weit mehr über uns Menschen und unsere Umstände, die bedacht werden müssen. Er kennt den Anfang und das Ende. Wir dürfen es ihm zutrauen, dass er alles wohl geordnet hat, auch wenn uns der Sinn nicht immer gleich zugänglich ist. Er allein weiß, wie man einen vollkommenen Plan entwirft, der am Ende alles gut werden lässt für solche, die ihm vertrauen. Vor einem vorschnellen Urteil sollte man sich daher hüten. Noch besser wäre es, ihm in allem zu vertrauen. Dann beweist er uns täglich seine Liebe und Fürsorge.

Manfred Herbst


Frage
Geht es uns nicht oft ähnlich, dass wir meinen, wir wüssten es besser?
Tipp
Bitten Sie Gott um mehr Einsicht und Vertrauen!
Bibellese
Psalm 33

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