Sonntag, 24. August 2025: Das kleinere Tortenstück?, 1. Mose 13,8

Zwei Männer teilen sich einen Rest Torte. Es gibt noch zwei Stücke, ein kleineres, ein größeres. Beherzt nimmt der erste das Größere. Der zweite empört: »Wie kannst du einfach das größere Stück nehmen?« Darauf der erste: »Welches Stück hättest du denn genommen?« »Natürlich das kleinere!«, reagiert der zweite prompt. »Na«, sagt der erste, »dann hast du ja genau das, was du wolltest!«

Wenn es um das Verteilen geht, ist offensichtlich jeder auf seinen Vorteil bedacht. Schon bei kleinen Kindern fängt es an, wenn es um Süßigkeiten geht, beim Einkommen und Erben geht es weiter.

Ganz anders verhielt sich ein Mann des Alten Testaments: Abraham und sein Neffe Lot waren beide Hirten. Sie hatten große Herden. Ihre Herden und Hirten konkurrierten miteinander um die besten Weidegründe. Hier war Streit vorprogrammiert. Was tat nun Abraham, der Ältere, der Ranghöhere? Er griff nicht als Erster zu, sondern überließ seinem Neffen, dem Jüngeren, die Wahl. Und dieser nahm prompt das fruchtbarere Land, sozusagen das größere Stück der Torte.

Abrahams Motivation war: Streit vermeiden! Wir sind doch verwandt! Nimm du zuerst, was dir gefällt. Ich bin mit dem Rest ganz zufrieden. Doch kommt man so erfolgreich durchs Leben? Muss man nicht seine Interessen durchsetzen, notfalls auch mit einem Konflikt? Aber Abrahams Weg erweist sich als der bessere. Lots Wahl führt dazu, dass er später seine moralische Autorität einbüßt, in Lebensgefahr gerät und letztlich seine Familie verliert. Doch Abraham gewinnt ein Doppeltes: Seine Selbstlosigkeit und Freigebigkeit machen sein Herz unbeschwert. Und Gott zeigt ihm, dass letztlich Abraham derjenige ist, dessen Nachfahren schließlich das ganze Land gehören soll!

Markus Majonica

Samstag, 23. August 2025: Im richtigen Licht, Lukas 5,8

Als sich unser Nachwuchs ankündigte, wollten wir gern das Kinderzimmer renovieren. Es musste vor allem neu gestrichen werden. An einem Regenwochenende wurde die Angelegenheit in Angriff genommen, und danach war ich mit meinem Ergebnis ziemlich zufrieden. Doch als am nächsten Tag die Sonne schien und das Licht genau auf die gestrichene Wand fiel, kam die Ernüchterung: Es war eine deutliche Streifenbildung zu erkennen. Wie ärgerlich! Bei trübem Wetter sah alles gut aus, aber bei richtigem Lichteinfall wurden die Fehler sichtbar.

So etwas Ähnliches habe ich auch schon in meinem Leben beobachtet: Ich denke recht gut von mir. Ich vergleiche mich mit anderen, schneide dabei ganz gut ab und bin überhaupt der Meinung, dass ich eine ziemlich nette Person bin. Ich kann doch mit mir zufrieden sein! Doch wie oft habe ich in den letzten Monaten gemerkt, dass in Stresssituationen, wenn meine Kinder mich provozieren, ich unausgeschlafen und müde bin, ganz andere Seiten zum Vorschein kommen. Da ist es vorbei mit dem freundlichen Reden und mit der liebevollen Geduld.

Mancher würde sagen, dass so etwas völlig normal ist. Jeder beschäftigten Mutter reißt doch einmal der Geduldsfaden. Schließlich ist ja keiner perfekt! Doch ich weiß ganz genau: im richtigen Lichteinfall, wenn Gottes Wort, die Bibel, in mein Leben scheint, dann ist es nicht in Ordnung. Schließlich macht Jesus in der Bibel sehr klar deutlich, dass auch schon schlechte Gedanken Sünde sind. Und schlechtes Reden erst recht! Da hilft es nicht, die Vorhänge zuzuziehen, damit die Macken nicht mehr sichtbar sind. Nein, ich muss das Licht, das meine Fehler aufdeckt, zulassen und mich Gottes Urteil stellen.

Michaja Franz

Freitag, 22. August 2025: Dankbar sein, 1. Thessalonicher 5,18

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude bei den Schülern steigt. Es geht für drei Tage in die Niederlande. Wir nehmen als Schule an einem europäischen Förderprogramm teil und dürfen eine Partnerschule besuchen. Wir werden in der Stadt Arnheim sein, ins Bowlingcenter gehen etc. Einfach toll. Dort angekommen, geht es schon los: »Die Dusche ist zu klein!« – »Kann man hier Bettwäsche kaufen?« – »Das Essen ist doof!« – »Der Bürgersteig ebenfalls!« – »Wie im Gefängnis!« Und so weiter …

Mich wundert das Verhalten der Schüler – oder besser gesagt: Es ärgert mich! Die komplette Reise ist für die Schüler kostenlos (!). Ja, wirklich. Da es im Rahmen des Förderprogramms läuft, zahlen die Schüler (bis auf ihren Besuch bei einem weltweit bekannten Schnellrestaurant o. Ä.) keinen (!) Cent. Wie kann man nur so undankbar sein?!

Dieses (kindische) Verhalten zeigt, wie wir Menschen sind: unzufrieden, undankbar, murrend. Ich selbst bin nicht besser. Gott aber lässt über mir die Sonne aufgehen – und wieder untergehen. Er schenkt Regen und befeuchtet die Erde. Die Saat wächst – und ich mache keinen Finger dafür krumm. Trotzdem gibt es immer wieder genügend Bereiche, wo ich das Haar in der Suppe finde: zu kalt, zu heiß, zu nass, der Nachbar nervt, die Kinder auch.

Ist das kindisch, deutsch oder einfach menschlich?! Ich will dagegensteuern. Ich will dankbar sein. Ich will das in Worten ausdrücken: »Danke Gott für die vielen guten Kleinigkeiten, die du mir schenkst.« Und ich will die entsprechende Haltung haben: Ich will fröhlich sein, zufrieden, dankbar. Es gibt genügend Gründe dafür.

Willi Dück

Donnerstag, 21. August 2025: Kuriose Gesetze, Psalm 19,9

Wussten Sie, dass es im US-Bundesstaat Hawaii verboten ist, sich Geldmünzen ins Ohr zu stecken? Oder wussten Sie, dass es in Frankreich gegen das Gesetz verstößt, seinem Schwein den Namen Napoleon zu geben? Wer zum Schlafwandeln neigt, dem könnten in Chicago im US-Bundesstaat Illinois ernste Konsequenzen drohen: Hier ist es nämlich illegal, nur im Schlafanzug bekleidet zu angeln!

Diese Aufzählung ließe sich noch weiter fortführen. Und auch wenn die USA aufgrund der vielen Bundesstaaten vermutlich über die längste Liste an kuriosen Gesetzen verfügen, so findet man doch in fast jedem Staat dieser Welt mehr oder weniger unsinnig erscheinende Vorschriften. Unter Berücksichtigung des historischen und regionalen Kontexts kann man in manchen Fällen vielleicht doch noch die Logik hinter einem bestimmten Gesetz erkennen. Doch letztlich wird jedes von Menschen erdachte Gesetz seine Lücken und Unvollkommenheiten haben und mit der Zeit an Aktualität verlieren.

Wie anders sind dagegen Gottes Gebote, die wir in der Bibel finden! Sie ist kein verstaubtes Märchenbuch, denn nicht ohne Grund wird die Bibel seit vielen Jahrhunderten weltweit publiziert und gelesen. Kein anderes Buch wurde häufiger gedruckt und in mehr Sprachen übersetzt. Gottes Gebote sind zeitlos aktuell.

Laut unserem Tagesvers sind Gottes Worte klar und richtig, schenken Freude und Verständnis. Die Bibel enthält nicht nur Aussagen über die Vergangenheit, sondern sie spricht direkt in unsere Zeit. Wir können Gott selbst in seinem Sohn Jesus Christus kennenlernen und seinen Plan für diese Welt verstehen. Durch die Bibel redet Gott noch heute zu uns und möchte unser Leben verändern – bei mir ebenso wie bei Ihnen!

Judith Pohl

Mittwoch, 20. August 2025: Penicillin-Allergie, Markus 2,17

Ein Zahnarztbesuch bereitet mir grundsätzlich keine Sorgen. Vielleicht deshalb, weil ich noch nie große Schwierigkeiten mit meinen Zähnen hatte. Nach meinem letzten Besuch überfielen mich allerdings doch Bedenken. Wegen einer Zahnfleischentzündung durch fortschreitende Parodontose verschrieb mir die Ärztin Penicillin. Wenige Tage nach der Einnahme wachte ich am Morgen mit Juckreiz auf. Als ich in den Spiegel schaute, erschrak ich: Mein ganzer Körper war von Kopf bis Fuß übersät mit einem dunkelroten Ausschlag.

Der Hausarzt meinte spaßeshalber, ich könnte mit meinem Aussehen binnen Sekunden ein Schwimmbad voller Menschen leeren. Mittels einer Blutabnahme schloss er Masern aus. Er ist ein guter Diagnostiker und kam zu dem Befund, dass ich auf ein bestimmtes Antibiotikum allergisch reagiere. Es dauerte Wochen, bis der Ausschlag sich verflüchtigte. Penicillin-Allergien können viel schwerere Konsequenzen nach sich ziehen, bis hin zum Tod. Mein juckender Ausschlag war eine relativ harmlose Reaktion.

Haben Sie gewusst, dass Gott auch allergisch ist? Jede Lieblosigkeit gegenüber ihm und Menschen, jede Lüge, jeder böse Gedanke, Betrug, Diebstahl oder Ehebruch reizt den heiligen Gott. Bei ihm gibt es zwei entgegengesetzte Reaktionen darauf: Die eine ist Liebe, die andere Zorn. Gottes Zorn hat für den Menschen weitaus schlimmere Konsequenzen als Hautausschlag: ewige Strafe, ewiger Tod; das bedeutet ewige Trennung von ihm. Gottes Liebe allerdings bewirkt, dass er auf Sünder mit großer Barmherzigkeit reagiert und vergeben will. Das Gegenmittel für Sünde ist Jesu Blut, das er am Kreuz vergossen hat. Es ist notwendig, unser ganzes Vertrauen in das vollbrachte Erlösungswerk des Sohnes Gottes zu setzen.

Sebastian Weißbacher

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