Freitag, 06. Juni 2025: Tiefseetourismus, Micha 7,19

Als im Jahr 1985 das Wrack des versunkenen Passagierschiffs Titanic in einer Tiefe von fast 4000 Metern entdeckt wurde, stieg das Interesse an einer Besichtigung oder Erkundung der Überreste des Luxusliners. Zahlreiche Fahrten mit Tauchrobotern oder bemannten U-Booten sind seitdem durchgeführt worden. Dabei wurden über 5500 Objekte aus der Titanic geborgen und anschließend ausgestellt oder versteigert. Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Thema, als im Juni 2023 ein U-Boot bei einer solchen Tauchfahrt implodierte und alle fünf Insassen ums Leben kamen.

Mich schreckt allein der Gedanke an den extrem hohen Wasserdruck in einer solchen Tiefe und die dort herrschende Dunkelheit so ab, dass ich nicht im Traum auf die Idee käme, dorthin reisen zu wollen. Vielleicht empfinde ich es deshalb als passend, dass diese nahezu unerreichbaren Tiefen mit ihren lebensfeindlichen Bedingungen im Tagesvers als der Ort angegeben werden, wo Gott unsere Schuld verbirgt.

Natürlich ist kein Platz dieser Welt für Gott unerreichbar. Aber das Bild von der Tiefe des Meeres drückt doch sehr plastisch aus, dass bekannte und vergebene Schuld tatsächlich nicht mehr ans Tageslicht kommen wird. Gott verspricht, dass er nie mehr an unsere Sünden denkt. Wer auch immer in der Tiefsee zu fischen versucht, ich darf sicher sein, dass Gott das nicht tun wird, sofern ich sein Angebot der Gnade und Vergebung angenommen habe. Weil Jesus Christus, Gottes Sohn, das Gericht für meine Schuld getragen hat, darf ich für immer frei sein von dem, was mich belastet und von Gott getrennt hat. Wie befreiend und lebensverändernd ist diese Gewissheit: Meine Schuld ist in der Tiefe des Meeres versenkt, und ich werde ihr nie mehr begegnen müssen!

Judith Pohl

Donnerstag, 05. Juni 2025: Furchtlos!, Matthäus 16,25

Am 5. Juni 1989 stellte sich ein Mann auf dem Tian’anmen-Platz, dem »Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens« in Chinas Hauptstadt Peking, einer Kolonne von Panzern entgegen. Ein Furchtloser, der sein Leben riskierte! Er wird bis heute nur als »Tank Man« oder »Unkown Rebel« geführt, da er bisher nicht öffentlich identifiziert worden ist. Dennoch nahm ihn das Time Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts auf.

Mich beeindrucken solche Menschen sehr. Ich wäre auch gerne mutig, tapfer, furchtlos. Ich habe mich gefragt: Wie kann man das werden? Woher nimmt man die Kraft, das eigene Leben zu riskieren? Vor allem dann, wenn man allein auf das Diesseits setzt und keine Perspektive über den Tod hinaus hat, keine Hoffnung, dass das Opfer des eigenen Lebens irgendetwas bewirkt. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er uns einen wirklich guten, verlässlichen, belastbaren und glaubhaften Grund gibt, mutig und furchtlos sein zu können. Die Bibel bezeugt nachdrücklich, dass das biologische Leben auf dieser Erde nicht alles ist: Es gibt eine Existenz nach dem Tod, die zeitlich unbegrenzt ist – die Ewigkeit. Jesus Christus, der selbst sein Leben geopfert hat, bestätigt dies mit seiner Auferstehung deutlich. Auch gibt er die feste Zusage: Wer sein (endliches) Leben auf ihn setzt, ja, wer es um seinetwillen einsetzt und sogar verliert, bleibt kein Verlierer! Im Gegenteil, er gewinnt ein ewiges Leben.

Lieber Leser: Der Wind in unserer Zeit wird rauer, die Gefahren akuter, die Herausforderungen größer. Ich wünsche mir und uns, dass wir unser Leben auf den einen setzen, für den zu sterben sich wirklich lohnt, und der uns Leben über den Tod hinaus zu schenken vermag.

Markus Majonica

Mittwoch, 04. Juni 2025: Ich bin … die Antwort auf deine Frage nach dem Tod (6), Johannes 11,25

Mit Barbie-Puppen hatte ich zum ersten Mal intensiveren Kontakt, als ich im Alter von etwa vier Jahren die Strapazierfähigkeit einer solchen Puppe testete, die meiner großen Schwester gehörte. Während der Kindheit unserer Tochter wurde ich erneut mit der Glitzerwelt von Barbie und Ken konfrontiert. Aus Neugier habe ich auch einmal in die gleichnamige Komödie hineingeschaut, die 2023 in die Kinos kam. Ich persönlich konnte mit diesem Film wenig anfangen und habe ihn auch nicht zu Ende geschaut. Interessant fand ich aber, dass der Bruch der Hauptdarstellerin mit ihrer rosafarbenen Glitzer-Glimmer-Immer-Wohlfühl-Welt damit begann, dass sie anfing, sich Gedanken über das Sterben zu machen, und dies auch offen aussprach. Sehr zum Entsetzen ihrer Umgebung. Denn solch morbide Gedanken passten doch nicht in die scheinbar ideale Welt von Barbie und Co.

Tatsächlich ist das aber nicht nur ein Phänomen der Barbie-Kunst-Welt. Auch in unserer Gesellschaft ist der Tod eher ein Tabuthema, das nicht in gesellige Runden passt. Meistens wird daher dieser heikle Punkt umschifft. Mit dem Sterben setzt sich niemand gern auseinander, bis es dann so weit ist. Und das kann schneller kommen, als man denkt! Ich habe für mich entdeckt, dass es gut ist, regelmäßig Todesanzeigen zu lesen. Dann merkt man anhand der Lebensdaten, dass der Tod schon rein statistisch gesehen näher ist als die eigene Geburt. Doch auch diese Therapie löst nicht das Problem des Todes. Er ist für uns Menschen die letzte, große Absolutheit. Aber: Muss das so sein?

Jesus Christus sagt hier, dass er die Auferstehung und das Leben ist. Er verspricht ein Leben, das den Tod überdauert – ewiges Leben. Doch dieses Versprechen will und muss geglaubt werden!

Markus Majonica

Dienstag, 03. Juni 2025: Ich bin … die Antwort auf deine Suche nach Geborgenheit (5), Johannes 10,11

Wenn ich über Geborgenheit nachdenke, fällt mir zuerst das Bild eines kleinen Kindes ein, das still an der Brust oder in den Armen seiner Mutter liegt, ihren Herzschlag und ihre Wärme spürend. Geborgenheit hat mit Schutz zu tun, mit Fürsorge, Liebe und Sicherheit. So können uns unsere Beziehungen zu anderen Menschen Geborgenheit geben: unsere Beziehung zum Partner, zur Familie oder zu Freunden. Viele empfinden ihre eigenen vier Wände als Quelle der Geborgenheit. In solcher Geborgenheit kann ich zur Ruhe kommen.

Allerdings sind dies nicht immer Quellen der Geborgenheit. Ich kenne Menschen, die in frühester Kindheit von ihren Eltern statt Geborgenheit Gewalt und Lieblosigkeit erfahren haben. Die Geborgenheit einer Ehe ist – statistisch gesehen – äußert fragil, ebenso wie die von Freundschaften. In die eigenen vier Wände kann eingebrochen werden, sodass man sich dort unsicher statt geborgen fühlt.

Dagegen bietet Jesus Christus eine Geborgenheit, die über jede Zerbrechlichkeit erhaben ist. Er verwendet das Bild eines guten Hirten. Die Arbeit eines guten (!) Hirten umfasst die Fürsorge für seine Schafe in allen Bereichen: Er bietet Schutz vor äußeren Gefahren, er bewahrt seine Schafe vor dem Einfluss der Natur. Er achtet darauf, dass seine Schafe eine gute Weide mit ausreichender Nahrung finden. Er geht ihnen voran und gibt dadurch Orientierung. Er lässt seine Schafe nie im Stich, sondern gibt notfalls sogar sein Leben für sie. Er hat jedes einzelne Schaf im Blick, ganz individuell. Wenn eines seiner Schafe sich verirrt, geht er ihm nach und bringt es zurück in die Sicherheit seiner Gegenwart. Und wenn es schwach oder krank ist, pflegt er es und trägt es auf seinen Schultern ans Ziel.

Markus Majonica

Montag, 02. Juni 2025: Ich bin … die Antwort auf deine Ausweglosigkeit (4), Johannes 10,9

Im Jahr 1920 schrieb Franz Kafka die folgende »Kleine Fabel«:

»Ach«, sagte die Maus, »die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« – »Du musst nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.

Ich finde, diese Schilderung gibt sehr treffend das Gefühl der Ausweglosigkeit der menschlichen Existenz wieder: Ist das Leben zunächst scheinbar »so weit«, dass uns diese Weite mangels klarer Orientierung Angst macht, so wird es durch die Umstände immer enger und läuft unweigerlich auf den Tod hinaus. Und auch ein Richtungswechsel bringt nicht die Lösung, sondern endet in einer Katastrophe. Das Leben ist in der Tat voller möglicher Sackgassen, aus denen es kein Entkommen gibt; voller Fallen, in die man tappen kann. Mir sind schon viele Menschen begegnet, die in eine Lebenssituation geraten sind, die wirklich ausweglos ist und in die Resignation führt.

Doch das muss nicht das Ende aller Hoffnung sein. Jesus Christus macht mit dem Tagesvers die machtvolle Aussage, dass er (allein!) die Tür ist, die selbst aus der ausweglosesten Situation herausführen kann. Für ihn ist noch nicht einmal der Tod – wie bei der Maus – das Ende! Dabei ist er nicht nur ein Ausweg aus der ausweglosen Situation, sondern auch der Weg in ein Leben, das befreit und erfüllend ist – wie eine saftig grüne Weide, auf der die Seele Ruhe, Frieden und Sicherheit finden kann. Und das nicht nur auf Zeit, sondern auf ewig.

Markus Majonica

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