Mittwoch, 08. März 2023: Fragen an Frauen in der Bibel (2)

»Unfassbar, dass das passiert ist! Warum hat Gott nicht eingegriffen?« Die WhatsApp-Nachrichten drückten Trauer und Betroffenheit aus, nachdem im Klassenchat geteilt worden war, dass die ehemalige Schulkameradin meines Mannes mit knapp 50 Jahren ihrem Krebsleiden erlegen war.

Auch ein anderer Mann erlebte Schweres. An einem Tag kamen alle seine Kinder ums Leben, er verlor seinen Besitz und dann auch noch seine Gesundheit. Seine Frau sagte verzweifelt zu ihm: »Jetzt kannst du deinem Glauben auch noch absagen. Fluch Gott und stirb!« Doch Hiob, dessen Geschichte uns die Bibel im Alten Testament erzählt, antwortete seiner Frau mit einer interessanten Frage: »Wenn wir das Gute von Gott angenommen haben, sollten wir das Böse nicht auch annehmen?«

Wir alle nehmen gerne das Gute in unserem Leben mit: Ehepartner, Gesundheit, Kinder, Besitz. Was das mit Gott zu tun hat, darüber denken wir nur wenig nach. Doch wenn uns eines dieser Dinge plötzlich genommen wird, fragen wir entrüstet, wie Gott das nur zulassen konnte. Ganz anders Hiob. Er hatte eine enge Beziehung zu Gott in guten Zeiten und diente ihm, als er reich, gesund und glücklich war. Aber er hielt auch an Gott fest, als er krank, vereinsamt und arm war. Er liebte Gott um seiner selbst willen.

Leid offenbart, was für ein Gottesbild wir haben. Ist Gott nur ein Wunscherfüller, der uns Gutes schenken soll, sich aber sonst nicht in unser Leben einmischen darf? Diese Vorstellung zerplatzt, wenn es Leid in unserem Leben gibt. Aber Gott möchte uns in guten und in schweren Tagen nah sein. Wenn wir uns im Leid nicht von ihm abwenden, kann dies die Möglichkeit sein, seinen Trost und seine Hilfe so real zu erfahren wie niemals zuvor.

Elisabeth Weise
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Warum klagen Menschen im Leid einen Gott an, an den sie gar nicht glauben?
Tipp
Es lohnt sich, Gott in guten wie in schweren Tagen zu suchen und ihm zu vertrauen.
Bibellese
Hiob 42,10-17

Dienstag, 07. März 2023: Fragen an Frauen in der Bibel (1)

»Er hat aber angefangen! Er ist schuld!« Meine kleine Tochter schaute mich trotzig an, als ich sie wegen ihres ungezogenen Verhaltens zur Rede stellte. Wie alle Mütter kenne ich diese Ausrede nur zu gut. Was Kinder plump tun, habe ich aber auch schon oft getan: Anstatt selbst die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen, habe ich die Schuld auf andere abgeschoben. Wahrscheinlich haben wir alle diese Neigung vom ersten Menschenpaar geerbt.

Totale Freude, ungetrübter Genuss, junge Liebe. Wie gut ging es Adam und Eva im Paradies! Sie lebten in einer herrlichen Freiheit, alles war ihnen erlaubt – bis auf eine Sache. Es gab eine Regel, an die sie sich halten sollten: »Von dem Baum in der Mitte des Gartens sollst du nicht essen.« Wir wissen, wie es ausgegangen ist: Eva ließ sich von der Schlange verführen, nahm von der verbotenen Frucht und gab auch ihrem Mann davon. Seitdem ist die Sünde in der Welt. – Interessant ist, wie Gott damit umgeht. Er stellt Fragen. Auch an Eva: »Warum hast du das getan?« Gottes Frage ist die erste Frage an eine Frau. Warum fragte Gott? Er wusste doch, wahrscheinlich besser als Eva selbst, welche Mischung aus Neugier, Rebellion und Misstrauen zu der Tat geführt hatte. Aber Gott wollte Eva die Chance geben, ihren Teil an der Sache zuzugeben. Doch leider nutzte sie diese Chance nicht. »Die Schlange hat mich verführt«, antwortete sie und versuchte so, die Schuld von sich abzuschieben.

Bis heute fällt es Kindern wie Erwachsenen schwer, Fehlverhalten zuzugeben. Menschen gegenüber, aber auch gegenüber Gott. Wir sind groß darin, die Gründe für unser falsches Handeln bei anderen zu suchen. Doch Ausflüchte helfen nicht weiter. Nur wer seine Schuld zugibt, wird Vergebung und Befreiung finden.

Elisabeth Weise
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Warum fällt es uns so schwer zuzugeben, wenn wir etwas falsch gemacht haben?
Tipp
Wer Schuld abschiebt, wird sie nicht los.
Bibellese
1. Mose 3,1-24

Montag, 06. März 2023: Der unerkannte Schatz

Als im Jahr 1866 die größte Diamantenmine der Welt in Südafrika entdeckt wurde, ahnte man zunächst nichts davon. Ein Mann namens Schalk van Niekerk fand Steine, die wie Diamanten aussahen und einfach auf dem Boden herumlagen. Als er darauf aufmerksam machte, sagten die Leute: »Mach dich nicht lächerlich! Diamanten, die einfach so im Sand herumliegen und die man einfach nur aufzulesen braucht, so etwas gibt es doch nicht!« Ein besonders großes Exemplar wurde per Post an den damals führenden Geologen, Dr. William G. Athertone (1814-1898) geschickt. Dieser bestätigte, dass es sich um einen 21,25 Karat (ca. 4,25 g) schweren Diamanten handelte.

Die gute Botschaft, dass jeder Mensch durch den persönlichen Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnt werden kann, ist leider auch so ein weithin »unerkannter Schatz«. Ein Hauptgrund hierfür liegt darin begründet, dass wir stolzen Menschen die Notwendigkeit der Versöhnung mit unserem Schöpfer als nicht mehr zeitgemäß beiseiteschieben. Doch Gott und sein Wort an uns haben sich über die Jahrhunderte nicht verändert. Die Bibel bringt es auf den Punkt: »Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil« (Hebräer 9,27-28). Mit »Heil« ist hier das ewige, also nicht endende Leben in Freude und harmonischer Gemeinschaft mit Gott gemeint. Der »Wert« dieser Botschaft ist für jeden, der sie ernst und persönlich im Glauben annimmt, unvergleichlich höher als alle Diamanten dieser Erde zusammengenommen.

Bernhard Czech


Frage
Welchen Wert hat das Evangelium von Jesus Christus für Sie persönlich?
Tipp
Greifen Sie zu und nehmen Sie diesen unermesslichen Schatz persönlich in Besitz!
Bibellese
Offenbarung 20,11-15

Sonntag, 05. März 2023: Der Allmächtige hat uns Menschen lieb!

Der Tagesvers ist ein Satz aus der Bibel, der allen, die diesen Gott noch gar nicht kennen, Geschmack darauf machen sollte, ihn kennenzulernen. Wer Gott wirklich kennt, weiß in etwa, was es bedeutet, den um Hilfe bitten zu dürfen, der Herr aller Heerscharen ist. Damit sind ja nicht nur die Abermillionen Engel gemeint, sondern auch alles andere, was er in Überfluss erschaffen hat. Z. B. die Unzahl der Galaxien und der Sterne darin, die Sandkörner an den Ufern der Meere und in den Wüsten, die nach Gottes Gesetzen arbeitenden Naturkräfte, der Überfluss an Schöpfungsideen, der sich rings um uns her unseren Sinnen darbietet, obwohl wir Menschen bereits sehr viel davon zerstört haben.

Alles steht ihm widerspruchslos zu Gebote, auch wenn es unseren beschränkten Sinnen oft nicht so vorkommt. Und er hat zugesagt, es zu unserem Heil und nicht zu unserem Verderben einzusetzen, wenn wir uns ihm anvertrauen wollen. Aber nicht genug damit. Er ist auch der Gott jedes einzelnen Menschen. Dieser ganz und gar allmächtige Gott hat sich aus völlig unerklärlicher Liebe zu uns kleinen Menschen herabgeneigt, und das gibt jedem von uns die berechtigte Hoffnung, bei ihm ein offenes Ohr zu finden.

Es ist doch ein eindeutiges Zeichen seines unbegrenzten Erbarmens, dass er sich Gott Jakobs nennen lässt. Würde es heißen, er sei der Gott Moses oder des Paulus, dann hätten Leute wie ich kaum Hoffnung, von ihm erhört zu werden. Aber weil er auch der Gott Jakobs ist, fühle ich mich bei ihm an der richtigen Adresse. Jakob war ein Betrüger, hinterlistig und unverfroren. Wie oft hat Jakob so gehandelt, dass Gott ihn wie eine »heiße Kartoffel« hätte fallen lassen müssen; aber er hat ihm immer wieder aufgeholfen.

Hermann Grabe
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Wie reagieren Sie auf den Gott Jakobs?
Tipp
Bitten Sie Gott um solchen Glauben!
Bibellese
1. Mose 31,3-21

Samstag, 04. März 2023: Eine kaputte Scheibe

Gedankenversunken gehe ich durch die rückwärtige Tür in meine Garage. Ich steige in mein Auto und betätige die Fernbedienung zum Hochfahren des Garagentores. Noch bevor das Tor ganz oben ist, starte ich den Motor und fahre, aus welchen Gründen auch immer, ein wenig nach hinten. Als Nächstes höre ich einen lauten Knall, als die Heckscheibe meines Fahrzeuges mit dem hochfahrenden Garagentor kollidiert und in tausend Scherben zerspringt. Dummheit? Unaufmerksamkeit? Hektik? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, warum mir jetzt so etwas völlig Unnötiges passieren musste. Was kommen jetzt für Kosten auf mich zu?! Wie lange kann ich mein Auto nicht mehr benutzen? Was muss ich jetzt als Nächstes tun? Irgendwie scheint es heute ein »gebrauchter Tag« zu werden. Gottes Wege erkenne ich überhaupt nicht in diesem Geschehen. Ich bin einfach nur wütend auf mich selbst.

Am nächsten Morgen lese ich wie jeden Tag in meiner Bibel. Ich komme »zufällig« an die Stelle, die unseren Tagesvers wiedergibt: »Sagt in allem Dank! … dies ist Gottes Wille!« Ich ahne schon, welche Lektion ich heute zu lernen habe, und ein leichtes und zufriedenes Lächeln macht sich breit. Ist damit gemeint, dass ich nur für das Gute dankbar sein soll, das der Herr mir gibt? Ich denke nicht. Ich meine, auch für das, was schmerzt und sinnlos erscheint, soll ich danken. Eben aus dem Grund, weil ich für alles (!) dankbar sein soll.

Ich weiß nicht, wozu der finanzielle Schaden und der ganze Ärger gut sein sollen. Aber ich weiß, ich soll meinem Gott dafür dankbar sein. Vom menschlichen Standpunkt aus ist das nicht zu verstehen, aber Gott hat allem Anschein nach andere Prinzipien.

Axel Schneider
Mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.


Frage
Wie gehen Sie mit Problemen um?
Tipp
Gott kann Steine in unseren Weg legen, damit wir uns daran erinnern, dass wir seine Gnade und Hilfe brauchen.
Bibellese
Jesaja 55,6-11

© 2022 – Evangelische Muttergemeinde A.B. Neukematen | Impressum | Datenschutzerklärung | Login