Donnerstag, 16. April 2020: Adoptivkinder

Ich bewundere Paare, die durch ein Adoptivkind zu Eltern werden. Welch ein langer Weg liegt hinter ihnen, bis es endlich so weit ist, dass sie ihr neues Familienmitglied glücklich in die Arme schließen dürfen. Doch dann geht die Arbeit ja erst richtig los! Meist haben Kinder, die zur Adoption freigegeben wurden, schon traumatische Erfahrungen gemacht. Sie benötigen besondere Aufmerksamkeit, um evtl. vorhandene Defizite aufzufangen. In der Regel ist ihr Leben von Ablehnung geprägt, die bereits vor deren Geburt begann. Nicht selten wären solche Kinder abgetrieben worden, hätte die Mutter die Schwangerschaft nicht zu spät bemerkt. Leider kommt oft hinzu, dass Mütter, die ihr Kind abgeben müssen, aufgrund verschiedener negativer Lebensumstände unfähig oder überfordert sind, ihr Kind aufzuziehen. Auch das prägt diese Kinder körperlich und seelisch negativ. Umso größer ist das Glück, wenn sie nicht im Heim aufwachsen müssen, sondern bei fürsorglichen Pflege- oder Adoptiveltern Annahme und vor allem Liebe finden.
Gott, unser Vater im Himmel, handelte ganz ähnlich. Die Bibel nennt uns alle »Kinder des Teufels« (1. Johannes 3,10). Wir dürfen uns nur deshalb zu Gottes Kindern rechnen, weil er uns nicht nur durch die Wiedergeburt, sondern auch wie Adoptivkinder angenommen hat. Im Römerbrief erklärt Paulus: »Gerade dort, wo zu ihnen gesagt wurde: »Ihr seid nicht Gottes Volk!« werden sie »Söhne und Töchter des lebendigen Gottes« genannt werden« (Römer 9,26). Möglich wurde das durch die Hinwendung im Glauben zu Jesus Christus. Wie angenommene Kinder, die ihre ganze Hoffnung auf die neuen Eltern setzten, liegt es nun an uns, Gottes Zuneigung mit kindlichem Vertrauen zu erwidern und dieses Gnadengeschenk dankbar anzunehmen.

Daniela Bernhard
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Frage
Haben Sie sich schon »adoptieren« lassen?
Tipp
Dann dürfen Sie sich zu Gottes Familie rechnen, denn »jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden« (Römer 10,13).
Bibellese
1. Johannes 4,7-16

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