Mittwoch, 18. März 2026: Wer bin ich wirklich?, Johannes 1,12

Während meiner Anerkennungszeit motivierten unsere Ausbilder uns mit der Aussage: »Sie sind Profi! Sie haben das gelernt, und alle, die Ihnen reinreden, sollten erst einmal die gleiche Qualifikation vorweisen.« So ging ich ins Berufsleben und wusste nun ganz genau, wer ich wirklich bin. Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten, doch dank der vorherigen Motivation bot ich ihm selbstbewusst die Stirn. Privat war ich ein Bücherwurm, Freundin, Schwester, Sportlerin, Kaffeetrinkerin. Die Rollen waren vielfältig. Doch ich fragte mich: Wer bin ich nun wirklich? Was mache ich überhaupt auf dieser Erde?

Diesen Fragen begegnen wir immer wieder. Der eine auf dem Höhepunkt seiner Karriere, der andere am Tiefpunkt seines Lebens. Die Fragen nach unserer Identität und dem Sinn des Lebens sind häufig mit Selbstzweifeln und Ängsten verbunden, denn eine Generalantwort auf diese Frage scheint es nicht zu geben – es gibt so viele Antworten wie Menschen.

Die Bibel jedoch hat eine klare Antwort (siehe Tagesvers). Unser Sinn und Ziel soll es sein, mit Gott in Beziehung zu leben. Dann sind wir wirklich gestärkt, um dem Gegenwind die Stirn zu bieten. Doch die Bibel betont auch: »Alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren« (Römer 3,23). Das haben wir alle gemeinsam: Wir sind Sünder. Das ist unsere ureigene Identität, die uns aus der Nähe Gottes entfernt. Denn Gott kann Sünde nicht tolerieren. Daher bietet er uns aus Liebe einen Ausweg aus diesem grauenvollen Stand an: Wer sich Jesus mit seinen Sünden glaubend anvertraut, bekommt eine neue Identität und damit einen vollkommen neuen Stand: Er ist Gottes Kind. »Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!« (1. Johannes 3,1).

Dina Wiens

Dienstag, 17. März 2026: Das Ewigkeitsfenster, Prediger 3,11

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, an einer Führung durch das mittelalterliche Kloster Volkenroda in Thüringen teilzunehmen. Ein in Erinnerung bleibendes Detail befand sich in der Klosterkirche. Wenn man diese von der Seite betritt, fällt der Blick zunächst auf eine gegenüberliegende Tür und das danebenliegende kleine, runde Fenster. Das Besondere daran: Diese Tür wurde früher nur geöffnet, um im Rahmen einer Beerdigung einen Sarg aus der Kirche zu tragen. Jedes Mal, wenn die Menschen also in die Kirche kamen, wurden sie daran erinnert, dass ihr Körper auch eines Tages durch diese Tür getragen werden würde. Das kleine, runde Fenster, auf das der Blick durch das einfallende Licht automatisch gelenkt wird, bekam daher den Namen »Ewigkeitsfenster«.

Die durchschnittliche Lebenserwartung im Mittelalter betrug gerade einmal 33 Jahre. Der Gedanke, was danach kommen würde, war daher durchaus alltäglich und das irdische Leben eher eine »Durchgangsstation ins Jenseits«. Trotzdem ist die Frage, was sich hinter der Tür befindet und wovon dieses Fenster einen kleinen Einblick gibt, sehr persönlich – damals wie heute.

Im Tagesvers wird gesagt, dass Gott uns die Ewigkeit ins Herz gelegt hat – ein Empfinden dafür, dass es mit dem Leben auf der Erde nicht zu Ende ist. Die Bibel gibt uns auch Antworten dazu, wie diese Ewigkeit aussieht, und macht klar, dass es Gottes Plan und Wunsch für alle Menschen ist, ewig, also für immer, bei ihm zu sein und mit ihm zu leben. Die gute Nachricht ist: Durch Jesus Christus haben wir tatsächlich die Möglichkeit, zu Gott zu kommen, er selbst ist der Weg zum ewigen Leben (Johannes 14,6). Wer die Verbindung zu ihm aufnimmt und diese im Glauben an ihn festmacht, der hat den richtigen Kurs eingeschlagen.

Judith Pohl

Montag, 16. März 2026: Unbegrenzte Möglichkeiten?, Markus 10,27

Die Welt, in der wir leben, wird uns als Welt der unbegrenzten Möglichkeiten verkauft. Jeder kann alles erreichen, wenn er nur wirklich will, heißt es. Tatsächlich können wir nur staunen, wozu Menschen fähig sind: Der Straßenjunge kann Fußballstar werden, das Mauerblümchen zum Topmodel aufsteigen, der Pizzabote, der nur die Grundschule besucht hat, kann erfolgreicher Millionär werden.

Ich denke auch an die großen Erfinder. Zum Beispiel an die Gebrüder Wright, die sich als Erste mit einem motorbetriebenen Flugzeug in die Luft erhoben. Wenn auch nur für zwölf Sekunden. Aber das war der Startschuss für ein Jahrhundert der immer neuen Flugrekorde, Luftabenteuer und technischen Sensationen – am Himmel gibt’s jetzt »Flugautobahnen« – vor 120 Jahren unvorstellbar! 50 Jahre später begann der große Wettlauf zwischen Russland und den USA: Wer würde als erster Mensch den Mond betreten? Heute ist das nichts Besonderes mehr. Ist dem Menschen wirklich alles möglich?

Trotz gigantischem technischem Fortschritt machen wir leider »die Rechnung ohne den Wirt«. Wir stellen Überlegungen an – inzwischen auch mit künstlicher Intelligenz -, ohne dabei den wichtigsten Akteur unseres Lebens auf diesem Planeten zu berücksichtigen: Gott! Er hat unseren »unbegrenzten« Möglichkeiten entsprechende Grenzen gesetzt. Der Turmbau zu Babel ist ein gutes Beispiel dafür (1. Mose 11). Wohl jeder kennt diese Erfahrung, dass man bestimmte Wünsche, Erwartungen und Pläne hat, das Leben uns aber oft zwingt, andere Wege zu gehen. Es ist gut, dass Gott immer wieder in die Vorhaben der Menschheit eingreift. Gott will uns damit sagen: Glaubt nicht nur an euch, glaubt an mich, holt mich in eure Überlegungen mit hinein, macht die Rechnung nicht ohne mich!

Sebastian Weißbacher

Sonntag, 15. März 2026: Wozu lebe ich?, Prediger 12,13

Diese Frage stellt sich irgendwann jeder im Laufe seines Lebens. Die Antwort hängt davon ab, wie wir unser Leben verstehen und welche Ziele wir uns stecken. Sind wir Karriere-Typen, werden wir den Sinn im beruflichen Erfolg sehen. Sind wir ausschließlich auf ein gutes Familienleben bedacht, verstehen wir den Sinn in einem aufopfernden Leben für die Familie. Sind wir auf Konsum aus, besteht der Sinn im totalen Genuss.

Ich sehe noch den Frührentner in einer Stadt im Ruhrgebiet vor mir: »Ich kann nicht mehr arbeiten, aber Arbeit war mein Leben. Dann habe ich alles für meine beiden Söhne getan, aber heute wollen sie nichts mehr von mir wissen. Nun habe ich nur noch meine Frau. Wenn sie mir auch noch genommen wird, hat mein Leben keinen Sinn mehr.«

Der weise König Salomo schreibt: »Was bleibt dem Menschen von all seinen Mühen und vom Streben seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne? … Selbst nachts findet sein Herz keine Ruhe« (Prediger 2,22-23). Hier wird deutlich: Wenn die Bezugspunkte, anhand derer wir die Antwort auf die Sinnfrage festmachen, plötzlich nicht mehr da sind, kommen wir ins Schleudern. Das ist eine gefährliche Situation.

Wo finden wir einen Bezugspunkt, der uns nicht genommen werden kann? Was wir unbedingt brauchen, ist eine persönliche Beziehung zu Gott, unserem Schöpfer. Denn Gott allein ist unveränderlich. Er gibt uns Aufgaben, die unser Leben reich machen und auch dann noch Sinn ergeben, wenn wir arbeitslos, verwitwet oder krank sind. Denn man kann zur Ehre Gottes leben, unabhängig davon, ob die Umstände angenehm oder schlecht sind. Das Wichtigste ist, dass unser Verhältnis zu Gott intakt ist. Deshalb kommt Salomo zu dem Ergebnis: Ehre Gott und beachte sein Wort.

Hartmut Jaeger

Samstag, 14. März 2026: Die Last der Welt, Psalm 50,15

Unabhängig von der aktuellen Alltagssituation und Laune ist für mich die Musik stets ein guter Begleiter. Sie heitert auf, kann beruhigen oder einfach schön sein. Dabei geht es mir nicht einfach nur um Zerstreuung und Ablenkung. Es gibt Lieder, die zu Lieblingsliedern werden, weil sie einem direkt ins Herz sprechen. Die Botschaft des Liedes »Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht« zum Beispiel gibt mir Hoffnung und hat mich im Herzen berührt.

Darin spricht der Liederdichter dem Kind Gottes zu: »Gott hört dein Gebet« – egal, an welchem Ort es sich befindet. Auch in Selbstzweifel und Kraftlosigkeit, die gerade in der heutigen Gesellschaft durch Mobbing und ein verzerrtes Schönheitsideal immer häufiger werden. Selbst wenn die gesamte Menschheit vor ihrem Ende steht, wenn die Sonne zum letzten Mal untergeht, auch dann hört Gott das Gebet seiner Kinder. Ist es nicht großartig, Gott zum Vater zu haben? Er kümmert sich um sie, er tröstet sie, er sagt ihnen seine Hilfe zu!

Als Christ steht man nicht automatisch über allem, was uns Menschen Probleme bereitet. Aber als Christ hat man eine Beziehung zu dem, der tatsächlich über allem steht und dem kein Problem zu groß ist, auch nicht das Problem unserer Sünde und Schuld. Die hat sich seit Menschengedenken riesig hoch aufgetürmt – wie eine unüberwindliche Mauer trennt sie uns von Gott. Doch die gute Nachricht ist, dass Jesus unsere Schuld und unsere Sünde auf sich genommen und dafür mit seinem Leben bezahlt hat. Nun ist der Weg frei zu Gott, und jeder, der ihn darum bittet, kann seine Schuld loswerden und Gott täglich so erleben, wie das oben erwähnte Lied es beschreibt. Im Glauben findet man Hoffnung.

Judith Zall

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