Sonntag, 06. Februar 2022: Was mir an Hühnern imponiert

Ein Hobby unseres Sohnes ist die Hühnerhaltung. Ich war zuerst dagegen, aber dann gab ich nach, und das Projekt wurde angegangen. Schon fast zwei Jahre versorgt er nun zuverlässig und verantwortungsbewusst seine drei Hennen. Dabei bringt er ihnen nicht nur das Futter, mistet den Stall aus und kümmert sich um die gelegten Eier. Er redet mit ihnen, führt sie im Garten aus oder streichelt sie liebevoll. Für mich sehen die drei Hühner völlig identisch aus mit gleicher Form und Farbe. Aber unser Sohn kann sie voneinander unterscheiden, und er hat jedem Huhn einen Namen gegeben. Erstaunlicherweise zeigen die Hühner ihm gegenüber eine große Zutraulichkeit und teilweise schon zärtliche Verhaltensmuster.

Ja, Hühner können uns zum Staunen bringen. Wenn beispielsweise ein Huhn die Küken bei Gefahr um sich versammelt und sie schützend mit ihren Flügeln bedeckt, dann greift die Bibel dieses Bild auf, um etwas von der Zärtlichkeit und Fürsorglichkeit Gottes deutlich zu machen. Es gibt kaum eine bessere Symbolik für die Geborgenheit bei Gott.

Jesus wurde einmal sehr traurig über den Umstand, dass die Bewohner Jerusalems diese Zuflucht unter Gottes Schutz zum wiederholten Mal in ihrer Geschichte strikt ablehnten. Bis heute möchte Jesus uns rettungsbedürftige Menschen bei sich in Sicherheit bringen, sozusagen unter seinen Flügeln beherbergen, dicht an seinem Herzen. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die in Gefahr stehen, im Chaos der heutigen Zeit ewigen Schaden an ihrer Seele zu erleiden. Seine Einladung steht: »Kommt her zu mir, ruft er, und ich werde euch Ruhe geben« (Matthäus 11,28)! Doch der entscheidende Faktor wird auch bei uns sein: Wollen wir überhaupt zu Jesus kommen?

Arndt Plock
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Frage
Wo suchen Sie Geborgenheit?
Tipp
Suchen Sie an der richtigen Stelle eine Zuflucht bis in alle Ewigkeit!
Bibellese
Psalm 31,1-6.20-25

Samstag, 05. Februar 2022: Wohin soll das noch führen?

Neulich fand ich in einem Park einen Einkaufswagen von Lidl, der mitten auf dem Weg stand. Ich wollte ihn zurückbringen. Als mir aber eine Frau begegnete, meinte ich eine Erklärung dafür geben zu müssen und sagte: »Den fand ich unten im Park und bringe ihn nun zurück.« Sie sagte: »Das werden Jugendliche gemacht haben.« Dies pauschale Urteil über alle Jugendlichen gab mir zu denken. Hatte sie vielleicht selbst gesehen, wie eine Parkwiese am nächsten Tag aussah, nachdem dort viele Jugendliche ein Sonnenbad genommen hatten? Und hat sie vielleicht nie davon gehört, dass manche Jugendgruppen es sich zu Pflicht machen, alten und gebrechlichen Menschen behilflich zu sein? Pauschale Urteile sind jedenfalls immer verkehrt.

Aber woran liegt es, dass nicht nur Jugendliche immer rücksichtsloser mit der Natur umgehen, die zu bebauen und zu bewahren uns Menschen aufgetragen ist? Liegt es nicht daran, dass viel zu viele Menschen den Auftraggeber aus dem Blick verloren haben?

Gottes Zehn Gebote sind die Hausordnung, die der allmächtige Schöpfer uns Menschen auferlegt hat, damit es uns gut geht. Wenn das vergessen wird, kann man sich leicht verleiten lassen, schnell aus allem Schönen eine Trümmerlandschaft zu machen. Und weil leider mit jeder neuen Generation die Kenntnis über Gott abnimmt, wird wohl auch die gegenseitige Rücksichtnahme ebenfalls immer mehr schwinden.

Aus dem zuletzt Gesagten geht hervor, dass nicht die jungen Leute, sondern deren Elterngeneration die Hauptschuld an solchen Verhältnissen trifft. Hätte diese den jungen Menschen besser vorgelebt, was es heißt, sich vor Gott verantwortlich zu fühlen, würde der Niedergang jedenfalls verlangsamt werden.

Hermann Grabe
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Frage
Wie erleben junge Leute uns Ältere?
Tipp
Es ist nie zu spät, Gott um Vergebung und um einen Neuanfang zu bitten.
Bibellese
Amos 8

Freitag, 04. Februar 2022: »Every saint has a past and every sinner has a future«

Diesen Spruch (zu deutsch: Jeder Heilige hat eine Vergangenheit und jeder Sünder eine Zukunft) sieht man heute auf vielen Postkarten, T-Shirts und sogar Tattoos. Ursprünglich findet sich das Zitat aber nicht, wie man vermuten könnte, in einem religiösen Text. Es stammt vielmehr aus der Komödie »A woman of no importance« (»Eine Frau ohne Bedeutung«) des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Der Zusammenhang des Buches und des Dialogs, dem diese Aussage entnommen ist, macht deutlich, dass Wilde hier nicht etwa die Gnade Gottes hervorheben wollte. Er ironisiert damit vielmehr die – aus Wildes Sicht – Prüderie des viktorianischen Zeitalters in Großbritannien. Wilde denkt in seinem Leben wie in seinen Romanen den »Heiligen« eher als langweiligen und den »Sünder« eher als den eigentlich faszinierenden Typen.

Dennoch drückt dieser Satz, gewollt oder nicht, grundlegende biblische Wahrheiten aus, die der Wirklichkeit Gottes entsprechen: Einen Mensch, der Gott seine Sünden bekennt und für sich in Anspruch nimmt, dass Gottes Sohn die Strafe für seine Sünden getragen hat, den nennt die Bibel tatsächlich vollkommen gerechtfertigt und geheiligt. Und das gilt unabhängig davon, welche Vorgeschichte ein solcher Heiliger hat. Er kann die größte Schuld auf sich geladen haben. Doch Gottes Gnade tilgt die Sünden der Vergangenheit. Ein Mensch, der die Gnade Gottes erlebt, muss sich nicht mehr mit seiner Vergangenheit abmühen. Er kann ein neues, geheiligtes Leben beginnen. Damit verbunden ist die Zusage für jeden Sünder, der diesen Schritt noch nicht gemacht ist: Ganz gleich, wie dein bisheriges Leben war, wenn du dich heute für Gott entscheidest, dann hat dein Leben eine neue, ewige Zukunft.

Markus Majonica
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Frage
Wie sehen Sie sich selbst? Eher als Sünder oder eher als Heiliger?
Tipp
Heilig wird man nur, wenn man Gott seine Sünden bekennt und ihre Tilgung durch Jesu Tod in Anspruch nimmt.
Bibellese
1. Korinther 6,9-11

Donnerstag, 03. Februar 2022: In den Schoß gefallen

Meine drei Söhne haben dieselbe Lieblings-Fußballmannschaft. Häufig hörte ich den Spruch von ihnen: »Wir haben gewonnen!« Das kam übrigens früher öfter vor als heute – zum einen, weil sie inzwischen erwachsen und nüchterner geworden sind, zum anderen, weil ihre Mannschaft heute nicht mehr so häufig gewinnt. Natürlich hatten sie nichts zum Sieg beigetragen, nicht einmal als Balljunge oder Unterstützer im Stadion. Trotzdem fühlten sie sich als Sieger.

Ein Franzose kam einmal ganz schnell von einer Niederlage zum Sieg. Das geschah, als die Truppen Napoleons bei Waterloo die Schlacht gegen die Engländer und Preußen verloren. Flugs wechselte der Mann die Staatsbürgerschaft und stand so auf der Seite des Siegers, ohne überhaupt an der Schlacht teilgenommen zu haben.

Niemand kann ermessen, wie groß der Sieg ist, den Jesus Christus durch sein Sterben und seine Auferstehung errungen hat! Er hat über die bösen Mächte und Gewalten triumphiert. Den Satan hat er besiegt. Der Tod wurde von ihm überwunden. Jetzt hat er die ehrenvollste und mächtigste Position des Universums an der rechten Seite Gottes. Das bedeutet, er hat den höchsten Ehrenplatz von Gott bekommen.

Von Geburt an sind wir Untertanen des Bösen und stehen auf der Verliererseite. Aber wie der Franzose können wir die Seiten wechseln und an dem großen Sieg des Überwinders teilhaben. Zu seinem Sieg auf dem Hügel Golgatha konnten wir nichts beitragen. Aber der Herr möchte uns an den schönen und weitreichenden Folgen seines Sieges beteiligen. Wie geschieht das? Wir müssen die Seiten wechseln. Das bedeutet, wir müssen eine ehrliche und reuevolle Lebensbeichte über unser verlorenes Leben ablegen und unser Vertrauen auf Jesus als unseren Herrn und Erlöser setzen.

Gerrit Alberts
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In Jesus können Loser Sieger werden.
Bibellese
Offenbarung 5,1-10

Mittwoch, 02. Februar 2022: Der gute Mensch?

Christen wird manchmal vorgeworfen, dass sie das Gute im Menschen schlechtreden, anstatt es anzuerkennen. Ist dieser Vorwurf gerechtfertigt?

In Apostelgeschichte 10 wird ein Fall geschildert, der hier Aufschluss geben kann. »Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgestiegen zum Gedächtnis vor Gott« (Vers 4), wird dem Heiden Kornelius mitgeteilt. Und Petrus beginnt seine Predigt in dessen Haus mit den Worten: »In Wahrheit begreife ich, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jeder Nation, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm ist« (Vers 34-35). Es macht also einen Unterschied, ob jemand Gott fürchtet und seinen Geboten gehorcht, auch wenn damit noch nicht alles »in trockenen Tüchern ist«.

Nun gilt schon im deutschen Recht das Prinzip, dass man für seine Verbrechen oder Vergehen bestraft wird. Zwar mildert sich das Urteil, wenn man bis dahin unbescholten war, aber aufheben kann das die Strafe für ein Vergehen nicht. So ist es auch bei Gott: Jede einzelne Sünde wird bestraft, egal, wie lange man sonst ohne Vergehen war. Die »Grundstrafe« für willentlichen Ungehorsam gegenüber Gott war von Anfang an der Tod, und jeder Mensch unterliegt genau dieser Strafe. Egal, wie viel Gutes man nun tut, die Strafe bleibt bestehen.

Man muss also nicht das Gute schlechtreden, sondern nur zeigen, dass das Gute nicht ausreicht, um alles Schlechte »aus der Welt zu schaffen«. Und so hat Gott seinen Sohn geschickt, damit dieser unsere Strafe auf sich nimmt, sodass jeder, der an ihn glaubt, freigesprochen werden kann. Bei Kornelius hat Gott dafür gesorgt, dass er genau dies erfuhr, um dann durch den Glauben an Jesus völlige Vergebung zu bekommen und innerlich ganz neu zu werden.

Joachim Pletsch
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Frage
Halten Sie sich für einen »guten Menschen«?
Tipp
Nur Jesus und sein Tod am Kreuz ist die »Leistung«, die wir brauchen, um von Gott vorbehaltlos angenommen zu werden. Diese wird dem zugerechnet, der glaubt.
Bibellese
Römer 7,22-25; 8,1-4

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